Interviews & Artikel : DROPKICK MURPHYS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

DROPKICK MURPHYS

The boys are back

Mit „Signed And Sealed In Blood“ folgt Mitte Januar 2013 überraschend schnell ein neues Album (ihr achtes) der 1996 gegründeten Folk-Punks aus Boston – weniger als zwei Jahre nach dem Erfolgsalbum „Going Out In Style“, das endgültig den Durchbruch brachte. Seit den Anfängen in der Bostoner Punkszene hatte sich die Band stetig wachsender Beliebtheit erfreut, spätestens seit „The Warrior’s Code“ (2005) und dem im Film „The Departed“ (2006) vorkommenden, hymnischen „I’m shipping up to Boston“ fand die Band mit jeder Tour, jedem Release neue Fans, und 2007 kam dann – erstmals nicht mehr auf einem Indie-Label (zuletzt war das Hellcat) – „The Meanest Of Times“ auf dem bandeigenen Label Born & Bred, in den USA mit Majorlabel-Vertrieb. „The State of Massachusetts“ wurde zum Hit, die Band hatte zu tun, und ließ sich mit dem Nachfolger „Going Out In Style“ (2011) vier Jahre Zeit. Ich sprach mit Drummer Matt Kelly, der seit 1997 dabei ist – was ihn zum zweitdienstältesten Bandmitglied macht, nach Bandgründer und Bassisten Ken Casey –, über das neue Album und den Weg dorthin.

Boston ist vergangene Woche knapp dem Hurricane entgangen, der um New York City herum schwere Zerstörungen verursacht hat. Ihr habt also Glück gehabt.


Ja, und zudem sind wir gerade auf Tour, heute in Omaha, Nebraska. Mir wird bei solchen Ereignissen immer klar, wie anders man solche Naturkatastrophen wahrnimmt, wenn sie in der unmittelbaren Nähe stattfinden, und dabei sind weltweit doch ständig Menschen von so was betroffen.

Nun kommt so ein Ereignis meist aus heiterem Himmel, und die meisten Menschen sehen seltsamerweise keine Verbindung zum Klimawandel.

Wetteraufzeichnungen reichen gerade mal 200 Jahre zurück, aber die Erde ist vier, fünf Milliarden Jahre alt und es gab schon immer mal Wetteranomalitäten, nur haben wir daran keine Erinnerung. Als 1883 der Krakatau-Vulkan explodierte, löste der riesige Tsunamis aus und beeinflusste das Klima über Jahre. Meiner Meinung nach lässt sich ein Klimawandel nicht beweisen, ich bin in vielerlei Hinsicht ein Skeptiker. Nenn’ mich dafür Idiot, aber so bin ich. Die Menschheit existiert erdgeschichtlich gesehen erst seit einem Augenblick, was wissen wir also, was früher war und was noch kommen wird? Man kann Vorhersagen machen und die Leute damit erschrecken, aber letztlich wissen wir nicht, was sein wird. Auch die Wissenschaft hat ihre Grenzen.

Viel direkter betrifft einen da die schwierige wirtschaftliche Situation. In den USA ist die Arbeitslosenquote immer noch hoch, in Spanien, Griechenland, Italien und so weiter die Situation schlimm bis hoffnungslos, gerade bei Jugendlichen. Ihr habt euch als Band immer wieder für Arbeiterrechte und Gewerkschaften engagiert, wie erlebt ihr die Situation?

Die Krise betrifft jeden, die oben aber natürlich weniger als die unten: „shit rolls downhill“, heißt es bei uns. Die Reichen sorgen immer dafür, dass es ihnen gut geht und sie ihren Standard halten können. So war das schon immer. Starke Gewerkschaften helfen aber, den normalen Menschen eine Stimme zu verleihen, gibt ihnen Stärke, ihr Schicksal stärker selbst beeinflussen zu können. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass die Gewerkschaften ihre Macht nicht missbrauchen, denn auch das kommt vor. Ich denke nicht, dass die Gewerkschaften immer im Recht sind, aber es ist gut, dass es sie gibt, denn oft haben die Beschäftigten keinerlei Mitspracherecht, die Firmen diktieren alles. Eine Lösung für die aktuellen Probleme habe ich aber auch nicht, ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler und auch kein Politiker.



Wenn dieses Interview erscheint, haben die USA gewählt – was für Wünsche hast du für die nächste Amtszeit?


Es gibt so viele Probleme, aber mein größter Wunsch wäre, dass der „Patriot Act“ und der „Military Commissions Act“ aufgehoben wird. Diese Gesetze sind aus innenpolitischer Sicht sehr wichtig, weil sie ganz massiv in die Menschenrechte eingreifen. Unter diesen Gesetzen kann die Regierung jeden Bürger zum Terroristen erklären und ohne Gerichtsverfahren für unbegrenzte Zeit internieren. Dabei steht doch jedem Bürger ein faires Verfahren vor einem ordentlichen Gericht zu, das auch in angemessener Zeit nach der Verhaftung zu erfolgen hat. Wegen dieser Gesetze, die in der Folge von 9/11 erlassen wurden, kann aber jeder als Terrorist bezeichnet und in einem Bundesgefängnis festgehalten werden. Das ist schon mehrfach vorgekommen, und das ist für mich ganz klar ein Fall von Tyrannei. Obama hatte versprochen, diese Gesetze abzuschaffen, aber in seiner Amtszeit ist das nicht geschehen, es ging weiter wie zuvor, der eine Idiot folgte auf den anderen. Und dann ist da noch die außenpolitische Situation: die Militärausgaben haben eine irrsinnige Höhe erreicht, der Großteil des Haushaltes fließt in diesen Sektor. Wir müssen unsere Truppen – auf intelligente Weise – aus dem Mittleren Osten abziehen, die Leute dort sollen ihr Leben selbst organisieren. Warum hassen die denn den Westen? Nein, nicht, wie unser Präsident sagt, wegen unserer Freiheit, sondern weil wir uns in ihre Angelegenheiten einmischen. Und deshalb sollte in absehbarer Zeit unser Engagement dort beendet werden. Außerdem sind da noch zig andere Probleme, die hohe Arbeitslosigkeit in Teilen des Landes ist eines davon. Mein Wunschkandidat ist schon früh aus dem Wahlkampf ausgestiegen, also gehe ich von vier weiteren Jahren Bullshit aus, egal, wie es ausgeht. Wir haben in den USA faktisch ein Zwei-Parteien-System, und beide Parteien unterscheiden sich kaum.

Früher hat man Menschen, die ihr Geld mit so was „Unsolidem“ wie einer Band verdienen, für leichtsinnig gehalten, aber wie sieht das in Zeiten wie diesen aus, wie geht es euren Freunden, euren Familien mit „richtigen“ Jobs?

Wir als Band können uns glücklich schätzen, uns hat diese ganze Wirtschaftskrise nicht unmittelbar getroffen. Aber ich kenne einige Leute, die ihren Job verloren haben, wobei die Situation in und um Boston nicht so schlimm ist. In Städten wie Detroit und anderen großen Städten ist das anders. Wir touren seit 16 Jahren, wir haben überall Freunde, und in Staaten wie Illinois und Michigan ist es echt schlimm, da sind viele seit Monaten oder Jahren ohne Arbeit. Ein Freund ist Klempner, der hatte ein paar Angestellte – jetzt arbeitet er allein, kann kaum seine Familie ernähren, und dann ging auch noch sein Lieferwagen kaputt ... Solche Menschen kämpfen verzweifelt um ihr Überleben. Zum Glück haben alle in meiner Familie sichere Jobs, die sind Automechaniker, Bartender, Musiker, die kommen klar. Und meine Frau ist Anwältin, die hat mehr Arbeit, als gut ist. Na ja, angeblich erholt sich die Wirtschaft derzeit, aber dann kommt so ein Sturm ... Die Zeiten ändern sich, nur das ist sicher.

In welcher Rolle seht ihr euch da als Band? Als politische Kommentatoren oder als Entertainer, die die Leute auf andere Gedanken bringen?

Beides. Wir sind sieben Leute in der Band, und wir decken das politische Spektrum von Demokraten über Republikaner bis zu den Libertären und darüber hinaus ab. Es gibt einige Bands, die stellen sich hin und schwingen große Reden, predigen, fordern die Leute auf, diese oder jene Partei zu wählen. Ich bin der Ansicht, es sollte eher darum gehen, die Menschen über bestimmte Sachverhalte aufzuklären, so dass sie sich eine eigene Meinung bilden können. Andererseits ist ein gewisser Eskapismus in Ordnung, die Menschen brauchen auch mal eine Auszeit von ihren Alltagsproblemen, und unsere Konzerte können genau das sein. Du arbeitest die ganze Woche lang, dann kommst du auf unser Konzert und kannst deine Probleme für anderthalb Stunden vergessen. Wir füllen also beide Rollen aus, aber zu unterschiedlichen Zeiten. Wir sind keine total politische Band und wir beziehen auch mal klar Stellung, aber das ist nicht der Grund unseres Daseins: Wir sind da, um Punkrock zu spielen, um Spaß zu haben.

Dazu taugt euer neues Album auf jeden Fall. Auf mich macht es den Eindruck, hymnischer und noch mehr zum Mitgehen geeignet zu sein als das davor. Zufall oder Absicht?

Wenn man sich mal die Songs auf „Do Or Die“ oder „Sing Loud, Sing Proud!“ anhört, dann stehen da einfache Mitsing-Refrains im Vordergrund, und als ich die neuen Songs meiner Frau, meinem Bruder und Freunden vorspielte, sagten die alle, das sei eine Rückkehr zu den alten Platten. Ja, die neuen Songs haben mehr Tempo und Aggression, denn wir sind nicht die RAMONES, AC/DC oder MOTÖRHEAD, wir wollen nicht die gleiche Platte zweimal machen. „Going Out In Style“ war eine Platte, die wir schon lange machen wollten, ein Konzeptalbum, und „Signed And Sealed In Blood“ nun besteht aus Songs, die alle irgendwie plötzlich da waren. „Do or die“ beispielsweise war innerhalb einer Stunde fertig. Rick, der Gitarrist, hatte dieses Riff, und dann kam eine Idee zur anderen und fertig, inklusive des Textes. Es gab kein Überanalysieren, wir haben uns keine unlösbaren Aufgaben gestellt, wir haben nicht verkrampft versucht, total überdachte, bedeutungsschwangere, introvertierte Texte zu schreiben. Wir hatten auch keine Lust, nach der erfolgreichen letzten Platte jetzt bewusst kommerzielle Songs zu schreiben. Ich glaube aber, auf der Platte sind schon ein paar Hits enthalten, wir schreiben einfach von jeher sehr melodiöse Lieder mit Chorgesängen. Und ganz so neu sind die Songs alle gar nicht, vier oder fünf haben wir schon eine Weile im Programm und die Leute gehen total darauf ab. Ich glaube, gerade unsere alten Fans werden Spaß an der Platte haben, einfach weil sie etwas von der Einfachheit und Aggressivität der frühen Sachen hat. Dazu kommt aber die Instrumentierung von heute, mit Mandoline, Akkordeon, Banjo, Dudelsack und so weiter. Wenn ich es auf den Punkt bringen müsste, würde ich sagen, dass das neue Album „muskulöser“ ist als „Going Out In Style“.

Gab es dazu bandinterne „Strategiediskussionen“?

Nein, wir haben gesagt, lass uns einfach machen. Für „Going Out In Style“ haben wir uns vier Jahre Zeit gelassen, jetzt nur anderthalb Jahre, und es hat uns einfach gejuckt, das so zu machen. Außerdem entwickelt sich ein Album immer von selbst, wir haben unsere Ideen in Songs gepackt und das ist das Ergebnis, da gab es keine Diskussionen über die Ausrichtung. Der einzige Plan war, wieder eine großartige Platte zu machen – so eine Herangehensweise ist für mich der Schlüssel um Erfolg. Hör dir einen alten Song wie „Get up“ an, der ist ganz simpel, poppig, melodiös – kommerziell! Das war aber der dritte Song überhaupt, den die Band geschrieben hat, also diesen Aspekt gab es schon immer, wir hatten immer schon verschieden Stile drauf. Oder lass es mich so ausdrücken: Unsere Songs klingen nicht alle gleich, sie haben alle eine andere Instrumentierung, aber sie klingen alle wie DROPKICK MURPHYS-Songs.

Inwiefern hat der immense kommerzielle Erfolg vor allem in den USA zu Veränderungen geführt?

Wir spielen die gleichen Konzerte wie immer, von der jeden Abend anderen Setlist mal abgesehen – wir passen auf, dass wir nicht in einer Stadt das gleiche Set noch mal spielen. Das Publikum hat sich aber schon verändert, da sind neue Leute hinzugekommen, die unsere alten Stücke gar nicht kennen. Wenn wir da Sachen von den ersten fünf Platten spielen, stehen die etwas ratlos daneben, während die alten Fans die Texte mitsingen. Aber jeder muss irgendwo anfangen, und wenn „I’m shipping up to Boston“ jemand auf den Geschmack bringt, schaffen wir es vielleicht auch ihn, auf undergroundigere Bands aufmerksam zu machen. Wir sind in dieser Hinsicht so was wie eine „Einstiegsdroge“, und ich finde es wichtig, dass mehr Leute auf die ganzen Undergroundbands aufmerksam werden. In den letzten Jahren spielen wir vor immer mehr Leuten, seit „The Departed“ sind wir auch außerhalb der Boston-Region richtig bekannt, wobei wir auch in Boston heute bekannter sind als früher, was damit zusammenhängt, dass unsere Musik bei den Spielen der Red Sox im Stadion gespielt wird. Seitdem kennt uns echt jeder, da kommt es schon mal vor, dass es Leute cool finden, einen zu kennen, die da vorher einen Scheiß darauf gegeben haben. Aber all das macht unser Leben einfacher, also was soll’s? Vor allem betrifft mich das am wenigsten von allen, denn ich bin der Schlagzeuger und sitze immer hinten. Außerdem bin ich schüchtern, haha.

Die DROPKICK MURPHYS sind dafür verantwortlich, dass sich „Celtic Punk“, also Punkrock mit Einflüssen aus der irischen Volksmusik, heute in Nordamerika und Europa so großer Beliebtheit erfreut. Vor euch gab es die POGUES, aber erst ab Ende der Neunziger wurde das zu einem Trend – mit zahlreichen Nachahmern.

In Ermangelung eines besseren Begriffs kann man uns wohl als Celtic Punk-Band bezeichnen, und es gibt heute eine eigene Szene für so was, es gibt hunderte solcher Bands. Viele davon sind gut, viele kopieren nur, etwa die POGUES. Ich sehe uns als Punkband mit Einflüssen jenseits des typischen Punkrocks, in unserem Fall eben irischer Folk und traditionelle Musik, amerikanischer Folk und ein bisschen Country. Ich verfolge nicht bewusst, was sich in der Celtic Punk-Szene so tut, ich höre THE POGUES und THE DUBLINERS, wenn ich auf solche Musik Lust habe, oder PISSED AND BROKE, eine alte amerikanische Oi!-Band, die schon Ende der Achtziger mit einem Irish-Folk-Einfluss arbeitete. Da draußen sind eine Menge guter Folk-Punk-Bands unterwegs, aber ich finde es auch nicht gut, wenn eine Szene zu inzestuös wird. Ich höre also sicher nicht ständig solche Bands, und wir holen uns unsere Einflüsse eher direkt von der Quelle, von den ganz traditionellen irischen Songs.

Gibt es aktuelle Bands aus dieser Richtung, die du magst?

Derzeit sind die MAHONES aus Toronto mit uns unterwegs, und die gefallen mir richtig gut. Auch die TOSSERS aus Chicago sind sehr gut, und abgesehen davon höre ich mir STIFF LITTLE FINGERS an, wenn ich irischen Punk hören will. Oder die OUTCASTS. Oder RUNNING RIOT aus Belfast, die sind großartig. Ich finde es grundsätzlich aber immer gut, wenn Punkbands andere Einflüsse aufnehmen, zum Beispiel eben Folk. Ich mag deshalb auch GOGOL BORDELLO, deren Einflüsse ja aus der osteuropäischen Zigeunermusik stammen. Ich finde es immer gut, wenn man sich mit seinen kulturellen Wurzeln beschäftigt, wobei ich meinem Fall durchaus auch ein MOTT THE HOOPLE-Album dazu zähle.

Euer neues Album-Artwork sieht beinahe wie ein Wappen aus, es ist eine wirklich beeindruckende Arbeit. Von wem stammt die?

Von Uncle Pete, der sehr viele Artworks für uns entwirft, für Poster und so weiter. Er machte auch das Artwork für „Going Out In Style“. Unsere Vorgabe war, dass das Artwork etwas mit unserem neuen Song „Rose tattoo“ zu tun hat. Die Rose stand im Zentrum, darum hat sich der Rest entwickelt. Darüber befinden sich zwei keltische Hunde, zwischen diesen ein Totenschädel. Es ist ein zeitloses, klassisches Motiv, und bis das Cover stand, wurden da unzählige Änderungen gemacht. Natürlich hat jeder von uns was anzumerken gehabt. Die eigentliche Idee stammt von Ken, der hatte die Idee, dass das wie Glasmalerei aussehen solle, also wie ein Kirchenfenster oder so. Ich denke, gerade in LP-Größe wird das großartig aussehen, und für das Booklet haben wir Fans gefragt, ob die sich nicht das Motiv tätowieren lassen wollen. Fotos davon finden sich im Booklet. Ich finde es unglaublich beeindruckend, dass sich wirklich Leute unser Bandlogo tätowieren lassen.

Hast du denn auch ein DROPKICK MURPHYS-Tattoo?

Natürlich. Nachdem ich 1997 eingestiegen war, bekam ich auf Tour mein DM-Tattoo, wie die anderen auch. Wir lassen das aber nicht fotografieren, das ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Aber um auf die Leute mit unserem Logo als Tattoo zurückzukommen: ich weiß genau, wie die fühlen, ich habe ja selbst Tattoos meiner Lieblingsbands: eines von ROSE TATTOO, eines von der New Yorker Oi!-Band THE TEMPLARS, ein paar AC/DC-Motive, ANTI-HEROES und noch ein paar andere. Bedauert habe ich noch keines meiner Tattoos, zumindest nicht grundsätzlich, nur mit der Ausführung bin ich nicht in jedem Fall ganz zufrieden. Aber ein paar schlechte Tattoos braucht jeder, haha. Meine stammen noch aus einer Zeit, als Tattoos noch nicht so angesagt und akzeptiert waren wie heute, als man dafür noch blöde Sprüche zu hören bekam und nicht wie heute von fremden Menschen gefragt wurde, wo man das denn hat stechen lassen. Ich habe auch nur Arme und Brust tätowiert, nicht den ganzen Körper, und auch wenn ich manche Tattoos vielleicht von jemand anderem und besser hätte stechen lassen sollen, so verbinde ich doch mit jedem eine Erinnerung.

Ende Januar und Anfang Februar seid ihr wieder in Deutschland unterwegs. Wie wichtig sind euch die Touren hier?

Deutschland war für uns schon immer sehr wichtig. Unser erstes Konzert war einst in einem ziemlichen kleinen Club in Hamburg, zusammen mit den MIGHTY MIGHTY BOSSTONES. Das muss im November 1997 gewesen sein. Die Leute in Deutschland haben uns sofort akzeptiert, und mit jeder Tour hatten wir mehr Besucher. Ehrlich, eine ganze Weile waren wir in Deutschland größer als in den USA. Auch in Belgien und den Niederlanden kamen wir schon immer gut an. Das hat sicher damit zu tun, dass unser Sänger Al wegen seiner familiären Herkunft fließend Deutsch spricht und deshalb gut mit dem Publikum umgehen kann. Manche Konzerte sind so gut gewesen, dass uns beinahe die Tränen kamen, ehrlich.

Und wie kommt ihr in Irland an?

Sehr gut! Wir spielen auf der nächsten Tour zwei Abende nacheinander in Dublin, und wir versuchen da sicher nicht so zu tun, als wären wir Iren, denn wir sind Amerikaner, eine amerikanische Band, und das wird akzeptiert. Unser erstes Konzert war 1998 oder so in einer kleinen Kneipe, in der früher THIN LIZZY abhingen, und da passten guten Gewissens höchstens 80 Leute rein, es waren aber 300 da – und es war der absolute Wahnsinn! Seitdem werden wir in Irland bei jeder Tour begeistert aufgenommen, das ist schön.

Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #105 (Dezember 2012/Januar 2013)

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