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Interviews & Artikel

BIRDS IN ROW

Scheiß auf Banker!

Keiner Band der Welt hätte ich es mehr gegönnt, dass ihre neue Platte vom US-Überlabel Deathwish herausgebracht wird, als BIRDS IN ROW aus Frankreich. Wer so unablässig auf Tour ist, dessen Arbeitseinstellung lässt schon mal nichts zu wünschen übrig. Kommen noch kluge Texte zu wichtigen Themen und eine gesunde Portion D.I.Y. dazu, ist die Musterband perfekt. Die Musik ist übrigens auch nicht von schlechten Eltern, und wer sich für modernen Hardcore und/oder melodischeren Crust interessiert, der dürfte über den Namen zumindest mal gestolpert sein. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit dem Dreier aus Lorient im JUZ in Erlangen ein wenig zu unterhalten. Es antwortete zwar überwiegend Sänger Bart, dennoch sind die Antworten in „Wir“-Form gehalten, da BIRDS IN ROW sich als Kollektiv verstehen. Komische Käuze eben ...

Ich habe euch letztes Jahr dreimal gesehen. Ihr wart quasi ständig auf Tour. Wie war das für euch?

Ja, letztes Jahr haben wir die Anzahl an Shows erhöht, im Endeffekt ist das ja auch der Grund, warum wir diese Band gegründet haben. Wir hatten sogar die Chance, in Amerika zu spielen, und sind so gut wie überall in Europa gewesen. Außerdem haben wir die Chance bekommen, ein neues Album auf Deathwish rauszubringen, für uns das beste Label der Welt.

Wie kamt ihr zu Deathwish und was hat sich seitdem dadurch verändert?

Sind sind wohl übers Internet auf uns gestoßen, wie viele andere auch, und haben uns dann kontaktiert, weil sie eine Nachpressung der „Cottbus“-EP machen wollten. Wir sagten ihnen dann, dass wir lieber ein neues Album machen würden, und sie hatten da offenbar Lust drauf. Was sich verändert hat: Auch wenn Deathwish ein größeres Label ist, ist das alles noch ziemlich D.I.Y. Es war nie unser Ziel, Geld mit der Musik zu verdienen. Was sich auf jeden Fall verändert hat, ist, dass wir mehr Leute auf unsere Musik stoßen konnten, da Deathwish eben ein größeres Label ist. Die letzte EP hatte eine Auflage von vielleicht 500 Stück, jetzt sind es 2.000 oder so. Es sind eher die kleinen Details, so sind die Shows besser besucht, aber im Endeffekt machen wir das Gleiche wie vorher. Wir spielen immer noch meistens in Squats und AZs, nur eben vor größerem Publikum.

Viele eurer Songs beschäftigen sich sehr direkt mit politischen Themen. Schon Titel wie „Police & thieves“, „Cages“ oder auch „Colossus“ lassen einiges erahnen. Welche Themen sind wichtig für euch und was macht BIRDS IN ROW aus?

Wir kommen alle aus Lorient , einer kleinen Stadt im Nordwesten Frankreichs. Uns alle verbindet, dass wir alle raus wollten aus dieser Stadt und diesen Alltäglichkeiten. Ein grundlegendes Prinzip hinter den Texten von BIRDS IN ROW ist „Don’t follow the line“. Du musst nicht unbedingt den perfekten Lebenslauf hinlegen, finde einfach deine Nische, deine Leidenschaft, mit der du dein Leben ausfüllen willst. In „Cages“ geht es speziell um Veganismus, aber generell steht es dir offen, wie du die Songs interpretierst.

In „Cages“ singt ihr aber auch über „bankers“, was hat es damit auf sich?

Die Gesellschaft ist mit der Wirtschaft verflochten, und Themen wie Tierrechte haben natürlich etwas damit zu tun, denn der Profit kommt ja davon, dass du Tiere ausbeutest. Und solange die Tiere weiterhin so behandelt werden, leben wir weiterhin in dieser alten Gesellschaftsform. Wie dem auch sei: Fuck bankers!

In Frankreich geht es gerade hoch her. Viele Menschen demonstrieren gegen die Einführung der Homo-Ehe. Wie seht ihr das Thema Homophobie?

Für uns ist es ein komischer Gedanke, dass heterosexuelle Menschen sich für ein Verbot aussprechen, das sie gar nicht betrifft. Es ist verrückt, dass man darüber diskutiert, die Freiheit anderer einzuschränken, also die Freiheit einander zu lieben. Viele der Reaktionen fußen auf religiösen Vorstellungen, aber darum geht es doch gar nicht. Homosexuelle Paare werden auch weiterhin nicht kirchlich heiraten können. Das ist einfach nur dumm. In Frankreich ist dieses Thema schon so lange präsent in den Medien, dass du es langsam satt hast, weil sich die Diskussion immer nur im Kreis dreht und wichtigeren Dingen der Platz geraubt wird.

Hat sich von Sarkozy zu Hollande irgendwas geändert?

Nein. Die Verrückten sind immer noch da. Das alltägliche Leben ist immer noch dasselbe. Das Einzige, was erreicht werden kann, sind Sozialreformen, oder solche Sachen wie die Homo-Ehe. Wahlen können nicht die Menschen verändern, sie sind ja nicht mal wirklich repräsentativ.

An eurem Merchstand habt ihr keine Preise, sondern nur ein Schild mit „Name your price“ stehen. Ist das auch Teil eures Konzepts?

Erst einmal sind wir einfach wenig gesprächig, deshalb ist dieses Schild ganz gut, weil du dann mit Menschen in Kontakt kommst. Was das Schild auch bewirkt, ist ein Denkprozess: „Wie viel ist mir dieses Shirt oder diese Platte wert?“ Da entwickeln sich dann auch interessante Gespräche. Wir wollen von der Band nicht leben, wir leben seit vier Jahren fast wie Obdachlose, weil wir nur auf Tour sind, und alles, was wir verkaufen, investieren wir in die Band.

Julius Lensch

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #108 (Juni/Juli 2013)

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