Interviews & Artikel : STIGMA :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

STIGMA

Family, Pride & Tradition

Im November 2012 waren wir mit STOMPER 98 in New York City und haben die freie Zeit genutzt, mit Vinnie Stigma und Mike Gallo von AGNOSTIC FRONT beziehungsweise STIGMA ein bisschen um die Häuser zu ziehen. Sie zeigten uns neben den üblichen Touristenattraktionen „ihr“ New York, darunter die älteste Pizzeria Amerikas. Ebenfalls ging es ein bisschen auf Spurensuche hinsichtlich der Anfänge des NYHC. Mein erster Besuch in New York hatte mich seinerzeit auch ins CBGB’s geführt – COCK SPARRER bei ihrer ersten NY-Show überhaupt –, und es war schon sehr schräg, die ganzen Protagonisten der Szene dort so zu treffen, so wie sie wirklich sind und nicht wie sie von vielen Leuten heroisiert werden. Vinnie hatte eine Menge zu erzählen und bestach vor allem durch Charme und Freundlichkeit. Dass er schon ein bisschen großväterlich wirkte, tat der Sache keinen Abbruch. Wer würde sich nicht einen Opa wünschen, der einem mit fast sechzig Jahren und glänzenden Augen davon erzählt, wie er noch vor zwei Wochen in Brasilien vor einer Show mit den Kids auf der Straße herumhing und Flaschen auf vorbeifahrende Bullenwagen warf? Zurück in Deutschland habe ich dann noch mal mit Vinnie telefoniert. Dabei ist ein kleines Interview herausgekommen, das sich neben seiner neue Platte „For Love & Glory“ Stigma-typisch um die Dinge dreht, die ihm wirklich am Herzen liegen. Vinnie Stigma ist einfach ein toller Typ. Ich höre AGNOSTIC FRONT seit fast 25 Jahren und dementsprechend bedeutet mir seine Musik eine Menge.

Vinnie, was erwartet uns auf deinem zweiten Soloalbum „For Love & Glory“?

Die Platte ist ein Mix aus Punk, Oi! und Hardcore – das ist die Musik, die ich mag. Ich habe mich sehr nah an die Genre-Originale gehalten, was mir besonders wichtig ist. Dazu viele tolle Chöre und Singalongs – es ist ein Punk-Album aus der guten alten Zeit. Eine Erinnerung, ein Ausflug. Und wir halten in erster Linie die guten Momente davon fest, aber auch den ganzen Scheiß, der passiert ist.

So habe ich die Platte auch wahrgenommen, irgendwie positiv und ohne erhobenen Zeigefinger oder den Leuten vorzuschreiben, wie sie ihr Leben auszurichten haben. Nur der Song „Don’t lose faith“ sticht da ein wenig heraus.

Wir haben auch ein Video gedreht zu „Don’t lose faith“. Mann, das war beängstigend. Wir sind dorthin rausgefahren, wo der Wirbelsturm „Sandy“ heftig gewütet hat, da draußen Richtung Rockefeller Beach, wo kein Haus unbeschädigt blieb und die Nationalgarde für Sicherheit und Ordnung sorgen musste, wegen der Plünderungen und der aussichtslosen Situation. Die Auswirkungen auf unser Leben hier in New York waren schrecklich. Es sah aus wie in Hiroshima. Eine ganz große Tragödie, und ich habe schon viel gesehen. Mann, das war echt hart.

Spiegeln sich solche Erlebnisse in deinen Texten wider?

Wo ich herkomme, wie ich lebe, was wir hier in dieser verrückten Stadt tagtäglich erleben, das sind die Sachen, über die wir schreiben. Konzerte auf der ganzen Welt, das ist mein Stoff, Mann. Und ich sammle verrücktes Zeug, das weißt du ja. All die Sachen, die ich euch hier gezeigt habe, sind schon mal irgendwo anders auf der Welt gewesen. Diese große Kuhglocke, weißt du noch? Schlumpf, das ist der AGNOSTIC FRONT-Tourmanager in Europa, hat mir die besorgt. Ich habe keine Ahnung, ob er die einer Kuh vom Hals gerissen hat, aber ich habe sie jetzt bei mir zu Hause. Oder diese Kuckucksuhr – ich wollte unbedingt so eine haben. Und jetzt nervt der verdammte Kuckuck alle. Daraus bestehen die Songs – aus Erinnerungen aus der ganzen Welt und natürlich aus dem Leben in New York City.

Worum geht es bei „Days of old“? Das hört sich nach einer Hommage an das alte New York an. In den letzten dreißig Jahren ist ja eine Menge passiert in deiner Heimatstadt.

Natürlich hat sich viel verändert. Es gibt immer Veränderungen, überall. Und doch ist es ein Tribut an die vergangene Zeit, an das, was wir hier erlebt haben. New York Hardcore, wie es anfing für uns alle. Wenn wir nicht Musik machten oder auftraten, hingen wir rum. Und das war toll. New Yorks Straßen hatten viel zu bieten. Für jeden war was dabei. Spaß, Gefahr, Action, es gab alles, was du dir vorstellen kannst.

Damals drehte sich wohl viel ums CBGB’s, das konnte ich bei meinen ersten Besuchen in New York auch noch miterleben. Wo trefft ihr euch heute? Beim letzen Mal war es ja schon offensichtlich, dass euer Tattoostudio „NYHC Tattoo“ so etwas wie ein Anlaufpunkt ist.

Es ist ein Treffpunkt, klar, aber es ist anders als früher. Viele Leute kommen zum Tattoostudio – und wir sind auch oft da. Sei es zum Kaffee trinken oder einfach, um rumzuhängen. New York City pur. Treffen im Tattoostudio, großes Wiedersehen, dann schauen, wo es hingeht. Auf einmal kommen noch zwei, drei Leute dazu, so soll es doch sein. Du kannst vorbeikommen und triffst immer jemanden. Oder du lässt dich einfach tätowieren, wenn du Langeweile hast. Ansonsten triffst du immer Leute in der Gegend um die Bowery/Amsterdam Street, wenn du Glück hast.

Und wo trifft man dich, außer im Tattoostudio?

Wenn ich in der Stadt bin, weißt du, wo du mich triffst. In meiner Straße, wo ich schon mein Leben lang zu Hause bin. Dort sitze ich gerne vor unserer Kirche und spucke Touristen und andere Leute an, die ich nicht ausstehen kann, haha. Dabei rauche ich meine Zigarren und erfreue mich an den Blicken der Leute. Danach gehe ich schnell rein zum Priester und bete drei „Ave Maria“, hahaha. Dort gibt es einen Raum, wo ich in Ruhe Kaffee trinken kann und mich austausche mit dem Priester. Wir kennen uns schon ewig und er schimpft immer mit mir wegen meines Lebensstils, haha. Ansonsten bin ich ja schon älter und nicht mehr so häufig in Bars unterwegs, aber zu den Hardcore- und Punk-Shows gehe ich immer noch sehr gerne und oft, wenn ich in der Stadt bin. Dort triffst du mich. Mann, ich war sogar auf eurer Show in Brooklyn, obwohl ich kein Brooklyn-Typ bin. Da bin ich nie, nicht mal zu Konzerten. Na ja, ansonsten gehe ich gerne mit meinen Kumpels in den Coffeeshop um die Ecke oder in ein gemütliches italienisches Restaurant. Und ich mache Radio!

Deine Radioshow soll ja sehr unterhaltsam sein.

Natürlich, langweilig ist sie bestimmt nicht, hahaha. Sag den Leuten, sie sollen sich Eastvillage Radio merken, das finden sie im Internet. Und die Sendungen können sie sich auch herunterladen, man braucht sie nicht unbedingt live hören. Jeden Dienstag senden wir und es ist ein Riesenspaß. Mal mit Mike, mit Bosky, die ganzen Kumpels machen mit, die ganzen alten Leute. Wir spielen Hardcore, wir spielen Punkrock und es ist völlig egal welche Art, Oi!, Streetpunk, alles, was wir mögen. Hört euch das ruhig mal an, was wir da machen. Du erfährst, was in der Stadt los ist, wann wir auf Tour sind, alles mögliche ...

Um noch mal auf die Platte zurückzukommen, welche Überlegungen gab es bezüglich des Labels? Sunny Bastards ist hier in Europa schon eine gute Wahl, aber habt ihr durch AGNOSTIC FRONT nicht noch andere Möglichkeiten gehabt?

Das ist eigentlich eine Frage für Mike Gallo, hahaha. Mike, der Bassist von STIGMA und AF, kümmert sich um den ganzen Business- und Organisationskram, den Bands so mit sich bringen. Für mich zählen die Musik, Mike erledigt den anderen Kram für uns. Jeder trägt seinen dazu Teil bei. Sunny Bastards haben wir in Deutschland kennengelernt, coole Leute, und wir sind Freunde geworden. Es ist alles eine große Familie, auf der ganzen Welt. Und ihr seid auch mit STOMPER 98 auf Sunny Bastards. Das ist das, was ich von ihnen weiß, und sie kümmern sich um uns. Das ist cool!

Sebastian Walkenhorst

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #108 (Juni/Juli 2013)

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