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Interviews & Artikel

SUPERCHUNK

I eat veggie junk and I love ...

SUPERCHUNK aus Chapel Hill, North Carolina, sind zusammen mit DINOSAUR JR., BUILT TO SPILL und SONIC YOUTH eine der letzten großen, klassischen US-Indierock-Formationen, die alle bis ins zweite Jahrzehnt der 2000er hinein existieren, ihrem Stil immer sehr treu geblieben sind und gleichzeitig bis heute nichts an musikalischer Relevanz eingebüßt haben. Die 1989 gegründete Band war seit Veröffentlichung ihrer gefeierten zweiten Platte „No Pocky For Kitty“ von 1991 konstant in der Besetzung Mac McCaughan (Gesang, Gitarre), Laura Ballance (Bass), Jon Wurster (Drums) und Jim Wilbur (Gitarre) unterwegs, beeinflusste selbst eine Menge Bands und veröffentlichte bis zu „Here’s To Shutting Up“ (2001) insgesamt acht Studioplatten und mehrere B-Side- und Outtake-Compilations. Nach Touren durch Japan, Europa und die USA und der Veröffentlichung eben genannter Platte war jedoch die Luft raus und SUPERCHUNK lagen bis auf sporadische Auftritte erst mal auf Eis. Die einzelnen Bandmitglieder blieben jedoch immer aktiv: Mac McCaughan, der mit Bassistin Laura 1989 das Indielabel Merge gründete, nahm in der Zwischenzeit mit seinem schönen Nebenprojekt PORTASTATIC drei Alben auf. Drummer und Comedian Jon Wurster ist aktives Mitglied bei THE MOUNTAIN GOATS, spielte für zig andere Bands und trommelte zuletzt live und im Studio für Bob Mould. 2010 tauchten SUPERCHUNK dann plötzlich wieder auf der Bildfläche auf und nahmen mit „Majesty Shredding“ eine fantastische Comeback-Platte auf, die sich eher wieder auf die Anfänge der Band zurück besann. „I Hate Music“ heißt der nun dieser Tage veröffentlichte Nachfolger und gibt Anstoß, der Band, die das Ox seit Anfangstagen begleitet, ein paar Zeilen zu widmen. Ich mailte mit dem Kopf der Band, Mac McCaughan.

Laut Info ist eure neue Platte „I Hate Music“ der „düstere Zwilling“ von „Majesty Shredding“. Musikalisch gesehen kann ich das ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen.

Ja, in gewisser Weise ist sie musikalisch gesehen wohl ganz bewusst nicht düsterer als „Majesty Shredding“. Wir sind ja sowieso keine so ernste Band und können diese Seite musikalisch auch nicht besonders gut zum Ausdruck bringen. Wohl aber ist sie hinsichtlich der Themenwahl düster. Sie setzt sich mit Themen wie Verlust, Tod und Krankheit auseinander und welche Rolle Musik darin spielt, gerade wenn man älter wird. Das zieht sich durch das ganze Album, aber hoffentlich nicht in einer Weise präsentiert, die einen total runterzieht.

Wie nehmt ihr heutzutage eine Platte auf? Ist es schwierig geworden, sich Zeit zum Organisieren, Proben und Schreiben zu nehmen?

Für dieses Album haben wir, genau wie bei „Majesty Shredding“, die Songs ziemlich genau so geschrieben wie bei den ganz frühen Platten. Ich habe Songs geschrieben und Demos gemacht, und sie an alle anderen in der Band geschickt. Die haben die Songs gelernt und haben hier und da ein paar eigene Parts hinzugefügt. Wir proben die Sachen dann vielleicht einen Tag oder so, bevor wie aufnehmen. Dass die Songs also noch ziemlich frisch sind, wenn wir aufnehmen, gibt der Platte, glaube ich, eine gute Energie und verhindert, dass man über manche Sachen zu sehr nachdenkt. Ich habe ziemlich bald, nachdem wir mit „Majesty Shredding“ auf Tour waren, angefangen, die Songs zu schreiben. Wir haben so ungefähr zwanzig Songs gemacht und haben das dann reduziert auf die Songs, die uns am besten gefallen.

Wie lang dauerte der Schreibprozess für „I Hate Music“ und mit wem habt ihr aufgenommen?

Wir haben die Songs über einen Zeitraum von ungefähr einem Jahr geschrieben, und haben das Album dann in drei oder vier kurzen Sessions mit jeweils drei oder vier Songs hier im Overdub Lane Studio in Durham aufgenommen. Ein paar zusätzliche Sachen habe ich zu Hause noch gemacht. Teile der Platte haben wir mit Beau Sorenson aufgenommen, mit dem Jon beim letzten Bob Mould-Album zusammengearbeitet hat, und den Rest mit Scott Solter, der „Majesty Shredding“ produziert hat und hier in North Carolina wohnt. John Plymale, der auch „Indoor Living“ aufgenommen hat, hat auch mit produziert und ein paar Songs gemischt. Wir haben es genossen, mit all diesen Typen zu arbeiten, sie haben alle eine verschiedene Herangehensweise, aber holen das Beste aus uns heraus.

Was ich an euch sehr schätze, ist diese irgendwie zurückgenommene Art, textlich wie musikalisch, aber auch, dass ihr ohne großes Trara eine lange Pause gemacht habt und dann mit einer fantastischen Platte zurückgekommen seid! Andere lösen sich mit großer Geste auf und kommen zwei Jahre später doch wieder zurück.

Wir wollten uns ja nie endgültig auflösen, sondern wir mussten einfach nur mal eine Pause vom ewigen Zyklus Touren-Platte-Touren machen. Ich mag es ja ehrlich gesagt auch nicht, wenn Bands einen großen Wirbel um ihre Auflösung machen und sagen, sie würden nie wieder eine Show spielen, und ziemlich bald sind sie wieder da und machen genau das doch! Wie du selbst schon sagst, wollten wir dieses große Trara um eine Auflösung gar nicht. Ich denke eher, die lange Pause bedeutete einfach, dass wir keinen wirklichen Druck verspürt haben, eine neue Platte zu machen – was eine sehr angenehme Sache ist. Es ist eben auch viel interessanter, finde ich, wenn du in einer Situation bist, wo keiner irgendwas von deiner Band erwartet, und dann überraschst du die Leute damit, dass du eine deiner besten Platten veröffentlichst.

2001 habt ihr mit GET UP KIDS getourt, die ihr ja anfangs selbst sehr beeinflusst habt – und danach kam der Break. Hat diese Tour da eine Rolle gespielt?

Nein, gar nicht, und ich bin auch sehr froh, dass wir diese Tour gemacht haben. Ich mag es, Vorband zu sein. Du spielst zwölf deiner besten Songs, danach gehst du sofort wieder von der Bühne – das ist doch großartig! Keine Ahnung, was die GET UP KIDS-Fans über uns dachten.

Auf Pitchfork schrieb mal jemand über euch, dass ihr, obwohl man euch eigentlich eine prototypische Emo-Band nennen könnte, ihr nie dieses Etikett angeheftet bekommen habt. Darüber bist du sicher froh.

Ja, ich habe das nie in Zusammenhang mit uns gehört, und das ist auch gut so. Wenn du allerdings schon so lange in einer Band spielst wie wir, hörst du auch irgendwann damit auf, auf das zu achten, was die Leute über dich sagen.

Du hast 2009 auf Merge das „In Prism“-Album von POLVO veröffentlicht, das um einiges zugänglicher und poppiger ist als deren frühes Zeug. Auch SONIC YOUTH oder eine Band wie LES SAVY FAV, die sehr arty angefangen haben, sind viel eingängiger geworden. Denkst du, man hat die Tendenz, musikalisch zugänglicher zu werden, wenn man älter wird, oder ignoriere ich hier nur die andere Seite des Spektrums?

Ich kann nicht für diese Bands sprechen, aber ich denke tatsächlich, dass man als Künstler, der sich nicht ständig wiederholen will, einen Fortschritt machen sollte – entweder in die eine oder die andere Richtung. Wenn man also als schwierige oder unverdauliche Band angefangen hat – wobei ich nie gefunden habe, dass POLVO oder SONIC YOUTH „schwierige“ Musik gemacht haben –, ist die eine Möglichkeit sicherlich, nach und nach einen poppigeren Weg einzuschlagen. Vielleicht gibt es bei solchen Bands auch die Komponente, dass man irgendwann eben auch einfach mehr Leute erreichen will. Ich weiß auch nicht, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass diese Bands überhaupt auf diese Weise denken.

Welche Platten aus eurem Backkatalog magst du am liebsten? Ich muss gestehen, „On The Mouth“ irgendwie nie so recht „verstanden“ zu haben, und mag wohl „Indoor Living“ und „Here’s To Shutting Up“ am liebsten.

Also, am schlimmsten ist es für mich, unser erstes Album zu hören, weil mein Gesang da so furchtbar ist, selbst für meine Verhältnisse, und manche von den Songs sind ein bisschen zu wenig originär – selbst für unsere Verhältnisse. Die ist ganz einfach ein wenig undurchsichtig und trüb. Aber das ist schon okay, es ist eben unser erstes Album. Ich mag verschiedenste Sachen auf jedem Album. „Indoor Living“ mag ich auch richtig gern, weil es einfach sehr viele unserer Facetten abdeckt. „On The Mouth“ ist wahrscheinlich die Lieblingsplatte vieler. An „No Pocky For Kitty“ mag ich Steve Albinis Produktion, es war ein riesiger Schritt weg vom ersten Album, auch wenn da ein paar Songs drauf sind, die im Nachhinein ein bisschen so wirken, als hätten wir sie irgendwie nur hingerotzt.

Ihr seid eure ganze Laufbahn hindurch, was euren Sound betrifft, immer sehr homogen geblieben. Außer vielleicht die von Jim O’Rourke produzierte 1999er-Platte „Come Pick Me Up“, auf der ihr ja viele unterschiedliche Instrumente und Klänge mit eingebracht habt.

Ich würde sagen, wir haben immer wie wir selbst geklungen, aber trotzdem immer versucht, neue Sachen auszuprobieren. Zwei Alben, die sich genau ähneln, wollten wir nie machen, und obwohl es mit Sicherheit viele Leute gibt, die mir da widersprechen möchten, glaube ich, das haben wir auch geschafft! Trotzdem sind wir hoffentlich nie zu sehr von unseren Stärken weggedriftet. Und auch wenn viele alte Fans bei Platten wie „Come Pick Me Up“ und „Here’s To Shutting Up“ nicht das bekommen hatten, was sie erwarteten, liebe ich diese Alben!

Habt ihr für das neue Album schon Videos in der Mache? Was nicht heißen soll, dass ihr eine Band seid, über die man sich typischerweise amüsieren kann. Aber mit jemandem wie Jon in der Band, der ja auch als Comedian unterwegs ist, wäre bei euch ja sogar eine witzige Doku denkbar.

Jon ist echt in jeder erdenklichen Hinsicht sehr witzig! Wir haben schon für die letzte Platte ein paar großartige Videos gedreht. Jon hat auch mitgeholfen, sich ein paar Sachen dafür auszudenken. Wir werden sicher auch für die neue Platte Videoclips machen, ich weiß nur noch nicht, ob die so lustig ausfallen werden, mal sehen. Ich denke, das wird sehr vom Vibe der ausgewählten Songs abhängen.

Andreas Krinner

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #109 (August/September 2013)

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