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Interviews & Artikel

YUM YUMS

Richtig gute Musik

Jeder Schuster lobt seine eigenen Schuhe. Ist es ein Ausdruck von gesundem Selbstbewusstsein oder ganz einfach nur die reine Wahrheit, wenn THE YUM YUMS ihr neues Album schlicht „... Play Good Music“ betiteln? Tatsache ist, dass die Norweger um Pop-Punk-Mastermind Morten Henriksen in der Vergangenheit reihenweise Powerpop-Perlen rausgehauen und grandiose Alben und Singles mit hoher Hitdichte abgeliefert haben. Morten beantwortete alle Fragen zum neuen Album und nutzte auch die Möglichkeit, einen kurzen Abriss über die aktuellen musikalischen Aktivitäten seiner weiteren Bands, sowie der anderen ehemaligen und aktuellen YUM YUMS-Mitglieder zu geben.

Morten, Ende Mai ist auf Screaming Apple euer viertes Album erschienen. Ein Tonträger voller Überraschungen oder eher „Nichts Neues in Norwegen“?

Die großen Überraschungen bleiben aus. Die YUM YUMS bieten auch 2013 das, für was sie bekannt sind: schnelle Pop-Songs mit süßlichen Melodien, die perfekte Verbindung von Pop und Punk. Allerdings gibt es auf dem neuen Album auch ein paar Songs mit bitteren und nicht ganz so fröhlichen Texten.

Wie kommt’s?

Vor ziemlich genau einem Jahr hat sich meine Freundin Caroline von mir getrennt. Am Tag nach der Trennung habe ich angefangen, neue Songs zu schreiben, ziemlich genau dreißig Stück in drei Wochen. Von diesen Songs haben es viele auf das Album geschafft. Und da das Songwriting auch eine Art Bewältigungstherapie war, gibt es in einigen auch eine gewisse Bitterkeit. Aber auch diese Songs weisen eine spezielle Art von Humor auf, sind also nicht nur bitterernst.

Und wie ging es dann weiter mit den ganzen neuen Songs?

Über zwei Monate habe ich die neuen Songs bei mir im Wohnzimmer eingespielt. Mit qualitativ guten Verstärkern und Mikrofonen ist das überhaupt kein Problem. Von manchen Songs musste ich allerdings bis zu sechs Versionen aufnehmen, bis ich zufrieden war. Lediglich die Aufnahme des Schlagzeugs und den Mix haben wir in einem Studio erledigt.

Zusammen mit Caroline hattest du auch die Band CAROLINE AND THE TREATS. Ist es dort auch zur Trennung gekommen?

Caroline und ich sind durchaus noch freundschaftlich verbunden, ich schreibe auch noch Songs für die Band und bin weiter als Produzent für sie tätig. Aus der Band selbst habe ich mich aber zurückgezogen. Meinen Part hat ein Freund des Schlagzeugers übernommen.

Und wie sieht es aus mit deiner dritten Band, den TWISTAROOS?

Da bin ich noch aktiv. Mit den TWISTAROOS verfolgen wir nicht den Plan, die Weltherrschaft zu übernehmen. Es ist eher ein Spaßprojekt, von Zeit zu Zeit spielen wir immer mal auf einer Party. Wir haben schon vor, mal wieder ein Album einzuspielen, momentan gibt es aber weder konkrete Pläne noch neue Songs.

In der Vergangenheit haben bei den YUM YUMS auch noch André Dahlmann und Vibeke Saugestad mitgemischt. Was machen deren Musikaktivitäten abseits der YUM YUMS?

Von André haben wir uns getrennt, ich habe ihm das nahegelegt, da es auf Dauer nicht gut gegangen wäre, bei zwei Bands mit großem zeitlichem Engagement aktiv zu sein. Er kann sich jetzt voll und ganz auf seine Band THE DAHLMANNS konzentrieren, sein Platz bei uns wurde von einem neuen Gitarristen übergenommen, der auch auf der Bühne für ordentlich Show und Stimmung sorgt. Vibeke ist noch in der Band, durch ihren Beruf als Übersetzerin ist sie aber stark ausgelastet, so dass für ihre Soloaktivitäten leider nicht viel Zeit bleibt. Sicher will sie auch mal wieder ein Album herausbringen, neue Songs hat sie aber bisher noch nicht geschrieben.

Zurück zu eurem neuen Album. Was hat es mit dem Titel auf sich?

Der stammt von mir. Und sind wir doch mal ehrlich, das stimmt doch auch, oder? Die Idee für den Titel kam mir beim Betrachten von vielen Covern älterer Easy-Listening-Schallplatten. Zudem haben wir auf dem Album auch noch einen Song mit dem Titel „I like good music“. Darin geht es um das Gefühl, dass man scheinbar der einzige Typ auf dieser Welt mit einem guten Musikgeschmack ist und dadurch fast zum Außenseiter wird, weil alle anderen nur Schrott hören.

Gibt es das Album nur als Vinyl?

Nein, das Album ist auf meinem eigenen Label House of Rock als CD erschienen und die Songs sind bei den einschlägigen Anbietern auch als Downloads erhältlich. Es ist eigentlich verrückt, noch vor vier Jahren haben wir auf Tour fast nur CDs verkauft, doch heute ist es genau umgekehrt, momentan wird eigentlich bei Konzerten nur noch Vinyl nachgefragt.

In den Achtziger und Neunziger Jahren habt ihr eine ganze Menge brillanter Singles veröffentlicht. Warum habt ihr das in den letzten Jahren eingestellt?

Das Interesse wäre bei uns schon da, das ist aber auch eine Frage der Möglichkeiten. Viele Labels, die früher Singles von uns veröffentlicht haben, haben sich leider von diesem Format verabschiedet. Screaming Apple oder Sneakers, bei denen ein Großteil unserer Singles erschienen ist, bringen heute eigentlich keine 7“-Scheiben mehr raus. Aber ich habe vor, demnächst auf meinem Label eine 7“-Serie mit meinen bevorzugten Bands zu starten. Und die YUM YUMS werden dann selbstverständlich auch dabei sein.

Wird es in absehbarer Zeit die Möglichkeit geben, die Songs des neuen Albums auch mal live zu hören?

Im Herbst wollen wir auf dem Summer In October Festival in Belgien spielen. Da ist es naheliegend, dass wir das mit ein paar Konzerten in Deutschland verbinden. Wir sind gerade auf der Suche nach einer Booking-Agentur, die ein paar Konzerte für uns klarmacht.

Du bist bekannt dafür, dass du reihenweise eingängige Hits schreibst. Naturtalent oder harte Arbeit?

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, es geht doch nur darum, drei Akkorde richtig miteinander zu kombinieren. Hilfreich ist dabei mit Sicherheit, wenn man viel Musik hört und sich dadurch inspirieren lässt. Sachen, die mir gefallen, picke ich heraus und setze sie dann wie ein Puzzle zusammen. Es gibt aber durchaus Songs, die mir nicht auf Anhieb gelingen. Dann habe ich die Wahl, ich verwerfe die Idee oder ändere es so lange, bis es mir gefällt. Dass mir ein kompletter Song überhaupt nicht gefällt, kommt aber eigentlich nicht vor. Wenn ich beispielsweise mit einem Refrain nicht zufrieden bin, dann wird er so lange geändert, bis er passt. Ich schreibe übrigens auch manchmal Musik für Werbespots. Das sind dann durchaus Sachen, die ich mir so privat nicht anhören würde. Aber auch das macht mir Spaß, weil es eine gewisse Herausforderung darstellt.

Kannst du erklären, warum es in Schweden und Norwegen so viele begnadete Pop-Punk-Bands gibt, die reihenweise geniale Gute-Laune-Hits raushauen?

Das ist doch ganz einfach: Stell dir vor, dass du in Skandinavien mit all der ganzen Langeweile leben müsstest. Früher oder später kommt dann automatisch die Sehnsucht nach Hawaii und Spaß mit Girls am Strand.

Axel M. Gundlach

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #109 (August/September 2013)

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