Interviews & Artikel : TERRORGRUPPE :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

TERRORGRUPPE

Das geht (nicht)!

Die TERRORGRUPPE ist wieder da, wird 2014 das eine oder andere Konzert spielen, und im Ox plaudern Archi und Johnny Bottrop darüber, welche Lieder sie im Sommer beim Ruhrpott Rodeo und den anderen Shows spielen werden ... und welche nicht. Und warum das so ist.

TERRORGRUPPE spielen „Die Gesellschaft ist schuld ... “, weil ...


Johnny: Jaaa ... der Text ist ja immer noch voll wahr und wahrhaftig und gleichzeitig auch Hippie-Nonsens: Was wollt ihr – bin doch gar nicht verantwortlich! Dialektik für Einsteiger von und mit der TERRORGRUPPE.

Archi: Das ist minimalistische Gangster-Rap-Lyrik auf Neunziger und Punkrock. Voll Zeitgeist und natürlich auch autobiografisch. Ich brauche das Lied auch, um authentisch rüberzukommen. Echt!

Johnny: Brauchste gar nicht, jeder nimmt dir auch so den sozialen Brennpunkt ab, auf hundert Meter Entfernung.

TERRORGRUPPE spielen nicht „Die neue Schüssel“, weil ...

Johnny: Die Ostzone ist ja gar nicht mehr das größte Armenhaus der Erde, das ist ja jetzt Duisburg ... und die Patriot- und Scud-Raketen sind wohl längst ausgemustert in den Waffenarsenalen der Superpowers.

Archi: Wer schaut denn heute noch Glotze? Das ist out und vorbei. Und die Ostler sind im Unterschichtenfernsehen auch kein Thema mehr.

Johnny: Schade eigentlich, in dem Lied war mein liebstes Gitarrensolo.

TERRORGRUPPE spielen „Opa“, weil ...

Johnny: ... das ein TERRORGRUPPE-Klassiker für die Ewigkeit ist, auch wenn die Generation der Wehrmachts-Opas, die da besungen wird, mittlerweile weggestorben sein sollte.

Archi: Ich stelle mir beim Singen des Liedes jedes Mal meinen Opa vor, wie er verrottet und von Würmern zerfressen in seiner zerfetzten Wehrmachtskluft im Sarg liegt und in Rotation gerät. Da bekomme ich dann dieses Gänsehautfeeling, nach dem wir Künstler ja immer so suchen.

TERRORGRUPPE spielen nicht „Doktor, Doktor“, weil ...

Johnny: Eigentlich ja ein Song zum Thema „rechte Nasen“ mit viel mehr Zeitbezug als „Nazis im Haus“ oder „Opa“, denk dabei an die Biografien der Zwickau-Killer in ihrer Zeit als 13- oder 15-jährige in Jena-Lobeda. Aber der Song rockt einfach nicht so gut nach vorne wie zum Beispiel „Opa“. Vielleicht sollte man mal eine Neuvertonung starten, mit ein paar neuen Zeilen dazu.

Archi: Ja, das war mal ein plakativerer Song, um Dampf abzulassen. Aber „Nazis im Haus“ und „Opa“ finde ich charmanter, subtiler und viel mehr sexy. Auch Anti-Nazi-Songs können sexy sein, müssen sogar.

Johnny: Unser erster Drummer Hermann v. Hinten kam auch aus Jena-Lobeda, die drei Nazikinder müssen damals so zehn oder elf Jahre gewesen sein, als er aus Jena abgehauen ist.

TERRORGRUPPE spielen nicht „Der Rhein ist tot“, weil ...

Johnny: Aaaaalt ... Lieder über die Kelly-Family-Longhairs braucht 2014 niemand mehr.

Archi: Die sind heute als C-prominente Solodarsteller unbrauchbar für Songtexte. Das machte nur damals Sinn, als sie im Pulk aufgetreten sind und kleine dicke Mädchen die Bravo mit der verlausten Bande auf’m Cover gekauft haben. Für uns war das ja immer so meta-mäßig ein Anti-Hippie-Text. Wollten mal richtig boshaft sein. Denn Punker sind gar keine Gutmenschen. Die hauen auch gern mal aus Spaß zu. Langhaarige, Südtiroler-Prollrock-Pleppos, Brille tragende Bestsellerautoren mit Gesichtslähmung – immer druff!

TERRORGRUPPE spielen „Ich bin ein Punk“, weil ...

Johnny: Aber selbstverständlich, schließlich sind alle Members von TERRORGRUPPE mathematisch zusammen addiert genau = 1 Punk.

Archi: „Ja, wo ich geh’ und wo ich steh’, weiß jeder alles besser ...“ passt so schön in den heutigen „Kommentar-Wahnsinn“ von SPON, Facebook und YouTube.

TERRORGRUPPE spielen nicht „Linda de Mol“, weil ...

Johnny: So ähnlich wie bei der Kelly-Familie: es gibt Wichtigeres, Linda ist out.

Archi: Man könnte es aber fast eins zu eins in „Sylvie van der Vaart“ umdichten, aber ich hab keinen Bock mehr, über so hirnweiche Holland-Ischen zu singen.

Johnny: Lieber mal ein schönes Lied über diese eine Serienkillerin dichten ... Mist, jetzt hab ich den Namen vergessen.

TERRORGRUPPE spielen „Sabine“, weil ...

Johnny: Weil es einfach total knallt und mega Spaß macht zu spielen, und weil die bescheuerte Sabine immer noch nicht ihre Koks-Schulden zurückgezahlt hat.

Archi: Oh ja, die Nummer macht Bock zu spielen und es gibt sie, die Sabinen, überall und immer noch, obwohl es heute wohl eher Meth-Schlampe heißen müsste.

Johnny: „... du alte Meth-Schlampe!“ – total schwer zu singen, da mach ich nicht mit.

TERRORGRUPPE spielen nicht „Ich will nicht mit dir geh’n“, weil ...

Johnny: ... zugegebenermaßen, weil Faulheit. Man muss sich immer so doll auf den Tonartwechsel in der zweiten Strophe konzentrieren. Voll anstrengend!

Archi: Ich würde aber nicht drauf wetten, dass wir es nicht spielen. Ich bin 48 Jahre alt und einer erwachsenen Frau einen Korb zu geben mit dem Spruch „Ich will nicht mit dir gehen“ ist das Coolste, was in so einer Situation geht. Körbe geben ist aber generell cool.

TERRORGRUPPE spielen „Weitergehen“, weil ...

Archi: Wichtiger Song im Live-Set, und er klingt riesig. Damit kannste bei gutem Wetter und gutem Sound ein paar tausend Festivalbesucher komplett niederwalzen und plätten.

Johnny: Ist mal was ganz komplett anderes im „Universum Terrorgruppe“, anderes Riff, andere Instrumentierung, andere Art von Song ... und außerdem: Es wird weitergehen!

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #113 (April/Mai 2014)

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