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Interviews & Artikel

PACK A.D.

Garagepop, Bluesrock und zurück

Seit fünf Alben und sieben Jahren sind PACK A.D. mittlerweile als All-female-Duo unterwegs. Musikalisch hat man sich nach und nach von dreckigem LoFi-Bluesrock zu knackig-melodischem Garagepop bewegt. Und zahlreiche gute Reviews bekommen, wie das Interview zeigt. Allein: Das mit den Schubladen ist bei PACK A.D. tatsächlich nicht immer ganz so einfach. Den Weg durch den Genre-Dschungel weist Sängerin und Gitarristin Becky.





Becky, willst du mit dem ersten oder dem letzten Album anfangen?


Mit dem letzten. Erscheint mir sinnvoller und ist mir auch gerade präsenter.

„PACK A.D. könnten deinen Glauben an den Rock’n’Roll wieder erwecken. Das Duo Maya Miller und Becky Black produziert spritzig verpunkte Garagenjams mit SciFi-Einschlag und einer schillernden Anmut, die sie als eine der faszinierendsten Formationen der Szene herauskristallisiert.“ – Rick Florino zu „Do Not Engage“, 2014.

Wenn er das so gesagt hat, ist das auf jeden Fall sehr schmeichelhaft. Der Science-Fiction-Teil bezieht sich auf unsere Anspielungen hinsichtlich des russischen Autors Isaac Asimov, die wir in den Texten versteckt haben. Maya und ich lesen endlos viele Science-Fiction-Bücher, das ist unser Genre. Und irgendwie lassen wir das dann auch in unsere Songs einfließen. Tja, und dass wir den Glauben an Rock’n’Roll wieder erwecken würden, das ist wirklich sehr nett ausgedrückt.

„Die Erweiterung des Songwritings des Duos geht auch einher mit dem sorgsamen Ausbau des Maxi-Minimalist-Musikkonzepts, und umfasst ungehobelten Stoner-Rock, ansteckend woo-woo-enden Bubblegrunge, bittersüß ausladenden Pseudo-Shoegaze und eine ganze Menge ‚richtig lauten Fun-Punkrock‘.“ – Daniel Adams zu „Unpersons“, 2011.

Haha, das sind verdammt viele Genres ... Das ist immer lustig, wenn sie versuchen, uns irgendwo reinzustopfen. Wir sind genremäßig ja eher recht wechselhaft, ich weiß selbst nicht, wo ich uns einordnen sollte. Shoegaze wurde in letzter Zeit oft genannt, ich weiß gar nicht genau, was sie damit eigentlich meinen. Wenn du unsere Shows mal gesehen hast, kannst du das vielleicht nachvollziehen ... Viele Bands spielen ja ihre Songs ganz genau so, wie sie auch auf dem Album sind, und das funktioniert ja auch bei einigen Bands. Aber für uns wäre das nicht sonderlich interessant, wir sind nur zwei Personen auf der Bühne, also muss man das alles ein bisschen füllen, ein bisschen herumspringen und so, die Songs abändern, ich vergesse auch regelmäßig die Texte, unsere Shows sind wohl ein kleines bisschen schlampig, aber das ist Rock’n’Roll. Wir sind schon ziemlich viel getourt, 2013 haben wir eine kleine Pause eingelegt, aber dieses Jahr werden wir wieder mehr unterwegs sein, auch, weil unser Album gerade frisch herausgekommen ist. 2009 zum Beispiel waren wir schwer unterwegs, 150 Shows werden da ungefähr zusammen gekommen sein. Da hatten wir eine dreimonatige Tour mit 85 Shows in 90 Tagen, das werden wir allerdings nie wieder tun, war schon extrem heftig. Ich spiele gerne live. Musik schreiben ist ein ganz anderer Aspekt eines Musikerlebens, Performance ist der Gegenpart dazu, den ich auch sehr genieße, weil du dann direkt siehst, wie die Leute reagieren. Es ist toll, wenn Leute auf die Konzerte kommen und der Raum sich füllt. Es hilft dem Ego, haha. Klar geht das auch mit einer Menge Fahrerei einher, im Van rumsitzen, das kann schon sehr ermüdend sein. Aber so hast du auch viel Zeit zum Nachdenken und Lesen. Es ist interessant, du lebst wie ein Zigeuner, hast kein festes Zuhause, nur den Van und viele Gigs. Du triffst interessante Leute, isst außergewöhnliches Essen, die ganze Palette. Wir haben schon einige abgefahrene Shows gespielt. Als wir anfingen, wurden wir meist eher als eine Art Clowns gebucht, die auf Pensionierungspartys und in ranzigen Restaurants Coverwünsche erfüllen mussten. Wir haben die immer Clownshows genannt, hoffentlich müssen wir so etwas nie wieder tun, haha. Na ja, aber jetzt waren wir beispielsweise schon eine ganze Weile nicht mehr in Europa, da freuen wir uns auf jeden Fall schon sehr drauf. Neue Orte, anderes Essen, Bands werden in Europa sehr freundlich behandelt. In den USA war das zumindest zu Beginn – inzwischen ist es ein bisschen besser geworden – eher so: Ah, hier sind zwei Cans [Kanadier], PBR [Pabst Blue Ribbon (Bier); deutsche Entsprechung: Karlskrone, Oettinger o.ä.]. In Europa ist das viel besser. Inzwischen haben wir in den USA ein bisschen aufgeholt, das ist ein echt hart zu knackender Markt, und in Kanada läuft es auch ganz gut für uns.

„Blacks Gitarrenarbeit ist wie der Motor eines klassischen Dodges, groß und energiegeladen, und der fuzzige Klang ihres Instruments gibt ihren Songs eine wohlgeformte Kontur und Muskeln, an die die meisten Bands nicht mit zwei Gitarristen heranreichen.“ – Mark Deming zu „We Kill Computers“, 2010.

Das ist lustig. Mein Vater hatte mal einen Dodge-Truck, der ist ständig liegen geblieben, na ja, weiß nicht... Aber zu dem Zwei-Gitarren-Klang: Ich spiele mit zwei Amps und manchmal schalte ich bei einem auch ein Octaver-Pedal dazwischen, damit ich aus dem einzigen Instrument außer den Drums so viel Sound wie möglich rausholen kann. Es soll ja schließlich schon nach Band klingen. Ich versuche eher, den Rhythmus wie ein Bass zu halten, anstatt wie ein Gitarrenspieler zu agieren. Es hat mich schon einige Zeit gekostet, den vollen Sound hinzubekommen, den ich jetzt habe, oder besser gesagt zu haben hoffe. Der perfekte Klang ist natürlich noch immer in Arbeit. Wir haben ja auch mal in einer normalen Vier-Mann-Band angefangen, aber das hat nicht funktioniert, wir haben uns aufgelöst. Maya und ich haben dann zu zweit ein bisschen herumprobiert und ein paar Songs eingespielt. Wir haben diese Band gegründet, und es war eine ziemlich gute Entscheidung, wie wir heute wissen. Ein Freund hat uns dann darum gebeten, eine Show zu spielen. Wir haben es gemacht, und derselbe Typ wollte unbedingt auch unser erstes Album aufnehmen. So ging es los, ganz plötzlich und unerwartet, es ist einfach so passiert. Ich bin noch immer baff. 2007 war das, wir haben das Album selbst herausgebracht, später wurde es dann von Mint wiederveröffentlicht.

„PACK A.D. scheinen im Tourvan zu leben und diese Nonstop-Touren haben geholfen, die Gangart der Aufnahmen perfekt zu kontrollieren. Die Songs fühlen sich eher nach einem Live-Set als einer schrittweisen Aufnahme an.“ – herohill.com zu „Funeral Mixtape“, 2008.

Unseren Live-Sound auf Platte aufzunehmen, haben wir eigentlich immer versucht. Studioaufnahmen sind schon eine spezielle Angelegenheit: Du spielst den gleichen Song immer und immer wieder, um ihn zu perfektionieren, versuchst aber trotzdem, dieses Live-Feeling zu erhalten. Man sollte nie etwas aufnehmen, das zu exakt oder perfekt klingt. Besonders unsere frühen Alben klingen noch sehr roh. Jeder Tag im Studio ist teuer und wir hatten zu dem Zeitpunkt nicht sehr viel Geld, das hat natürlich auch seinen Teil dazu beigetragen. Aber für ein Duo ist es auch einfach, die Dinge schnell einzuspielen. Wir haben unsere Instrumente beide gleichzeitig aufgenommen. Es war nicht wie bei vielen anderen Bands, Metal-Bands zum Beispiel, bei denen jeder einzeln reinkommt und nur seinen eigenen Part aufnimmt. Aber so ist das mit Metal, das muss perfekt sein, wie klassische Musik. Für Garagerock oder damals noch eher Bluesrock war das aber vollkommen ausreichend. Es hat nie sehr lange gedauert.

„Das PACK A.D.-Manifest ist einfach: ‚Wir spielen den Blues und trinken Kaffee.‘ Und ich höre gerne Blues, während ich Kaffee trinke. Also ist die Welt in Ordnung.“ – Avril Simister zu „Tintype“, 2008.

Ich glaube, Maya hat das gesagt, sie mag Kaffee wirklich sehr. Ich mag Kaffee auch. In der Zeit haben wir echt noch ganz intensiv Blues gespielt. Das steckt zwar immer noch irgendwie in unserer Musik, aber nicht mehr so sehr wie in den frühen Sachen. Ich habe damals schon ein paar Jahre Gitarre gespielt, aber Maya hat davor noch nie Schlagzeug gespielt, nur Keyboard und Querflöte, sie war zu dem Zeitpunkt nicht die Vollblutmusikerin, die sie heute ist. Allein deswegen mussten wir die Dinge schon möglichst einfach halten. Das ist inzwischen anders, denn Maya ist im Laufe der Zeit eine richtig gute Drummerin geworden. Jeder fängt irgendwo an und Rock’n’Roll beginnt mit dem Blues, also hat es doch Sinn gehabt, dass wir damit begonnen haben. Ich habe als Teenager angefangen, Gitarre zu spielen, die Standards natürlich, „Smoke on the water“, „Iron man“, die ganzen klassischen Rock-Songs, dann ging es irgendwann weiter mit den PIXIES, „Where is my mind“. Es war einfach ein Hobby, ich habe nicht daran gedacht, dass ich damit mal meinen Lebensunterhalt verdienen würde, das schien eher unmöglich zu sein. Als Mädchen wirst du damit ja auch nicht so konfrontiert, es ist eher für Jungs so. Ja, ich will wie dieser Rockstar sein, touren und Groupies haben. Für Frauen ist das einfach nicht so, sie sind kein Teil davon. Wir haben uns jedenfalls sehr gut geschlagen, wir hatten echt Glück.

Anke Kalau

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #114 (Juni/Juli 2014)

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