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Interviews & Artikel

SEAHAVEN

Musik für die Realitätsflucht

Wer bis jetzt noch nichts von SEAHAVEN gehört hat, wird es spätestens 2014 tun. Ihr neues Album „Reverie Lagoon: Music For Escapism Only“ gilt als einer der interessantesten Geheimtips des Jahres und das obwohl – oder vielleicht gerade weil – die Band aus Torrance, Kalifornien sich vom Sound ihrer ersten Platten gelöst hat. Mit viel Gefühl und Liebe zum Detail balancieren SEAHAVEN nun durch die Sphären von Indie, Emo und Post-Hardcore und machen tatsächlich „Musik für die Realitätsflucht“. Nach ihrem Auftritt im Berliner Cassiopeia nahm sich Sänger und Songwriter Kyle Soto die Zeit für ein Interview.

Kyle, ihr habt gerade euren Auftritt hinter euch und ich muss als Erstes fragen: Habt ihr ein neues Mitglied? Ihr wart doch bis vor kurzem noch zu viert unterwegs ...


Lustig, du bist die erste Person, die danach fragt. Alle anderen tun so, als wäre nichts passiert, haha. Also ja, das ist unser Freund Cody. Ich habe mit ihm schon als Kind Musik gemacht. Er ist für ein paar Touren eingesprungen und mit dem neuen Album, all den neuen Zutaten und Texturen hat es einfach Sinn gemacht, jemanden dazu zu holen, der für mehr Dynamik sorgt.

Bezüglich des neuen Albums habt ihr gesagt, dass ihr euch nicht mehr hinter lauten Gitarren verstecken wollt. Wenn du bei einer Show wie heute die neuen ruhigen Nummer spielst, fühlst du dich dann unsicher?

Wir haben schon vorher ruhigere Nummern gespielt, aber nun natürlich viel mehr und mit einer ganz anderen Dynamik. Es ist schon anders, aber ich liebe die Songs, deswegen muss ich mich daran gewöhnen, sie live zu spielen. Man darf nicht zu viel darüber nachdenken. Es ist schön, diese Pausen von all dem Lauten zu haben und sich entspannen zu können.

Ihr wart noch recht jung, als euer erstes Album „Winter Forever“ erschien. Haben die Veränderungen in eurem Sound etwas mit dem Älter- und Erwachsenwerden zu tun?

Definitiv! Ich möchte sagen, dass dies das Album ist, das wir immer schreiben wollten, aber damals hätten wir einfach gar nicht so weit vorausschauen können. Damals haben sich „Ghost“ und „Winter Forever“ wie die Platten angefühlt, die wir immer machen wollten. Die neuen Songs sind definitiv das Resultat davon, dass wir älter geworden sind und Dinge sich verändert haben, in jedem Aspekt. Früher waren wir vielleicht etwas unsicher, Neues auszuprobieren, aber die Sachen, die wir gemacht haben, haben den Weg für dieses Album geebnet.

Ihr versucht nach eigener Aussage, das Gute von euren älteren Sachen mitzunehmen und in eure neuen Songs einfließen zu lassen. Bedeutet das, dass ihr euch eure alten Songs bewusst anhört und analysiert?

Ich glaube, das ist kein wirklich bewusster Prozess, sondern passiert eher im Unterbewusstsein. Wir fühlen, welche Parts uns am meisten Spaß machen und uns berühren, wenn wir live spielen. Das fließt dann irgendwie in unsere neuen Sachen mit ein. Jedes von unseren Alben repräsentiert, wie wir uns beim Entstehungsprozess gefühlt haben. Das ist meiner Meinung nach auch der einzig richtige Weg, ein Album zu machen, denn nur so bleibt es ehrlich. Deswegen mag „Reverie Lagoon“ vielleicht auch anders klingen, aber es ist organisch entstanden und deswegen können die Leute eine Beziehung dazu aufbauen.

Wie du schon erwähnt hast, spielt ihr fast nur neue Songs. Machen euch die alten Songs überhaupt noch Spaß?

Von ein paar alten Songs haben wir uns tatsächlich irgendwie entfernt, aber das passiert jedem Künstler. Das heißt aber nicht, dass wir unseren alten Katalog aufgeben. Ich weiß bei jedem Song, wie es mir beim Schreiben ging und was passiert ist. Ich weiß, warum alles so klingt, wie es klingt. Obwohl Zeit vergangen ist, verstehe ich es noch. Wenn man neueres Material schreibt, ist das natürlich näher an einem dran. Wenn wir in einem Set einen Song von der „Ghost“-EP spielen, kann der mich je nach meiner aktuellen Gefühlslage aber auch richtig fertig machen, weil ich mich viel zu sehr reinsteigere. Alte Songs sind nie irrelevant, von manchen distanziert man sich zwar etwas, aber sie fühlen sich nie fremd an.

Der Titel „Reverie Lagoon: Music For Escapism Only“ ist die perfekte Zusammenfassung des Albums. „Reverie Lagoon“ ist ein Textfragment, aber wie ist der Rest des Titels entstanden?

Ich bin verschiedene Versionen des Titels durchgegangen. Die Wörter „Reverie Lagoon“ waren irgendwie immer da, aber der Titel durchlief verschiedene Stationen. Wir haben begonnen aufzunehmen, und ich war so besessen davon, einen perfekten Titel zu finden. Da waren verschiedene Ideen in meinem Kopf. Ich fand mehrere wirklich perfekt und wusste nicht, wie ich das lösen sollte. Ich erinnere mich an den Tag, als ich drauf kam: Wir haben in Omaha aufgenommen und waren in einem Gasthaus. Ich war in meinem Zimmer, bin aufgewacht und wollte gerade ins Studio gehen. Ich war die ganze Zeit am Nachdenken und auf einmal war es einfach da. Es hat mit jedem Aspekt und jeder Ebene des Albums funktioniert.

Deine Texte sind sehr intim. Hast du schon mal einen Song geschrieben, den du nicht spielen konntest, weil er emotional zu aufgeladen war?

Ja, es gab einen bestimmten Song, den ich für „Winter Forever“ geschrieben hatte und bei dem ich das Gefühl hatte, ich würde ihn niemals aufnehmen oder veröffentlichen können. Dieser Song wurde schließlich zu „Highway blues“ auf „Reverie Lagoon“. Letztendlich kam ich also an den Punkt, an dem ich ihn aufnehmen konnte. Einige Jahre lang dachte ich jedoch, dass ich den nie spielen können würde, aber dann habe ich irgendwann losgelassen. Hoffentlich können die Menschen, wenn sie den Song hören, diese Emotionen spüren.

Wenn ihr auf Tour geht, seid ihr oft mit Pop-Punk- und Post-Hardcore-Bands unterwegs. Ist das noch die Szene, der ihr euch am meisten verbunden fühlt?

Viele der Bands mit denen wir spielen, sind gute Freunde von uns und natürlich auch gute Musiker. Gleichzeitig habe ich jedoch das Gefühl, dass die Konstellationen, in denen wir spielen, oft keinen Sinn ergeben, nur auf unseren Sound bezogen. Wir würden auch nur mit wenigen Bands zusammenpassen, die wir selbst hören. Unser erster Drummer war früher in einer Hardcore-Band, deswegen haben wir unsere ersten Shows mit Bands gespielt, die er kannte, viel Hardcore und Pop-Punk. Wir haben nie so geklungen, sondern einfach nur mit ihnen gespielt. Wegen dieser Shows haben die Leute uns dann aber auch als Pop-Punk-Band bezeichnet. Wir haben definitiv einige catchy Uptempo-Nummern, aber ich würde unsere Musik niemals als Pop-Punk bezeichnen. Oft passt es also nicht wirklich, mit wem wir auftreten, aber das sind einfach gute Leute. Ich liebe alle Bands, mit denen wir spielen.

Christina Wenig

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #114 (Juni/Juli 2014)

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THE IDIOTS liegen irgendwo zwischen Kunst und Idiotie. Sie spielen Deutschpunk mehr als authentisch. Mit legendären Ansagen und einer starken Einbeziehung des Publikums, ob gewollt oder nicht, wird einem etwas geboten. So müssen Punkshows a ... mehr