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Interviews & Artikel

TEMPLETON PEK

Mit Punk neue Horizonte erschließen

Die Band aus Birmingham, die manchmal wie der kleine Bruder von RISE AGAINST klingt, existiert seit zehn Jahren – und hat nach Aussage ihres Frontmanns Neal Mitchell zuletzt einiges an Lehrgeld zahlen müssen. Mit der neuen Platte werden nun optimistisch „New Horizons“ angepeilt.

Euer neues Album habt ihr in einem Studio in Hermosa Beach, Kalifornien aufgenommen. Das ist so ziemlich das Gegenteil zu eurer Heimatstadt Birmingham in England. Sonne, Strand, Urlaub gegenüber Smog, Dreck und Arbeiterklasse. Welchen Einfluss hatte dieser Ort auf das Album?


Wir nehmen unsere Alben immer in unterschiedlichen Studios auf. Und eigentlich richtet sich der Ort immer nur ganz praktisch nach den Komponenten Geld und Zeit. In diesem Falle aber hat uns unser Manager das Studio in Hermosa Beach vorgeschlagen – und wir waren sofort begeistert, weil die meisten Bands, die uns in unserem bisherigen Leben beeinflussten, aus dieser Ecke kommen. Und in der Tat haben wir da gemerkt, dass man diese Atmosphäre irgendwie begierig aufsaugt.

Hatten Atmosphäre und Umgebung direkte Auswirkungen auf das Songwriting?

Ja und nein. Das Gerüst der Songs hatten wir zwar schon als Demoversionen in Birmingham aufgenommen. Aber wir hatten uns einen großen Teil der kreativen Parts für Kalifornien aufbewahrt. Und zu denen gehören eben auch die Texte. Wobei ich immer sehr darauf achte, dass ich sie möglichst zeitnah zur Aufnahme der Platte schreibe. So gehe ich sicher, dass ich alles Wichtige um mich herum aufsaugen und es gemeinsam mit meiner jeweiligen Befindlichkeit in die Texte einfließen lassen kann. Ich wage zu behaupten, dass ich dir zu jedem einzelnen unserer Songs allein anhand der Musik und des Textes sagen könnte, wo er entstanden ist.

Der Titel des Albums lautet „New Horizons“ und gibt Anlass zur Spekulation: Zu welchem neuen Horizont brecht ihr auf?

Dieser Name soll tatsächlich zeigen, dass für uns in vielerlei Hinsicht eine neue Ära angebrochen ist. Mit Jon haben wir ein neues Bandmitglied, das sofort ins Songwriting eingebunden war. Wir haben jetzt ein neues Label und ein neues Management. Und es kamen neue Leute in unser Team rund um die Band, die uns unterstützen. Alles in allem fühlt sich das nach dem Beginn eines neuen Kapitels an – und das spiegeln auch die Songs wider.

Gab es irgendetwas rund um die Band, mit dem ihr nicht zufrieden gewesen seid?

Ja. Wir waren enttäuscht, dass unser vorheriges Album „Signs“ nicht sein volles Potenzial entfaltet hat. Die Songs auf „Signs“ sind großartig. Und wir haben sehr hart an ihnen gearbeitet. Aber nach der Veröffentlichung wurden wir seitens unseres alten Labels, sagen wir es mal so, nicht auf die Weise repräsentiert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das hat eine Reihe von Fehlern, auf die ich nicht näher eingehen möchte, verursacht. Und am Ende erreichte „Signs“ nicht das, was das Album hätte erreichen können. Das ist eine Schande. Aber aus solchen Situationen muss man lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Und das tun wir jetzt mit „New Horizons“.

Gibt es irgendeinen Song auf „New Horizons“, den du als Dreh- und Angelpunkt dieser Platte und damit als besonders bezeichnend für den Status quo der Band betrachten würdest?

Das ist „Damage control“. In dem Song geht es sehr direkt darum, wie man Verrat überwindet und gestärkt daraus hervorgeht. Er trifft unsere Situation also sehr gut. Überhaupt steht er beispielhaft für die Stücke auf „New Horizons“: Im ersten Moment klingen sie sehr düster und thematisieren schlechte Erfahrungen. Aber am Ende ist diese Platte doch positiv, denn sie zeigt auch, wie man sich selber wieder aufrichtet und weitergeht.

Wie häufig vergleichen oder verwechseln euch die Leute mit euren Freunden RISE AGAINST, deren Musik ähnlich klingt und deren Sänger Tim McIlrath auch dein Double am Mikro sein könnte?

Gar nicht so oft, wie man vielleicht denkt. Und verwechselt wurden wir noch nie. Seltsamerweise haben wir von RISE AGAINST lange Zeit überhaupt nichts gewusst. Erst ab 2010, als wir an unserem zweiten Album „Scratches And Scars“ gearbeitet haben, haben wir sie bewusst wahrgenommen. Obwohl wir später, als wir sie kennen gelernt hatten und mit ihnen getourt waren, feststellten, dass wir früher mehrfach bei den gleichen Festivals gespielt hatten. Wie auch immer: Wenn man uns mit ihnen vergleicht, dann ist das eigentlich sinnlos, weil wir eben zwei vollkommen verschiedene Bands sind. Aber es ist trotzdem eine Ehre für uns, denn RISE AGAINST sind nicht nur tolle Musiker, sondern auch wunderbare Menschen.

Stell dir vor, es ist wieder 2005 und ihr reist zehn Jahre in die Zukunft, um ein Konzert der TEMPLETON PEK von heute zu sehen. Was würdet ihr denken?

Haha, gute Frage! Ich denke, es wäre ein unfassbarer Moment für uns. Unser erster Gedanke wäre sicher: Wow, wir haben tatsächlich gelernt, richtig zu spielen! Und wir wären begeistert davon, diese Jungs zu sehen, die es geschafft haben. Während der ersten beiden Alben stellst du dich als Band oft infrage: Haben wir es verdient, hier zu sein und zwei Platten herausgebracht zu haben? Und irgendwann merkst du: Wir haben es verdient. Wir haben mittlerweile mit vielen unserer Lieblingsbands zusammengespielt und müssen uns um neue Instrumente und sonstige Ausrüstung keine Sorgen mehr machen. Das hat jetzt nichts mit Arroganz zu tun, sondern mit Dankbarkeit und Freude. Wir sind ganz sicher nicht die größte Band der Welt. Aber wir fühlen uns verdammt wohl in unserer Haut. Das ist es, was zählt. Und das ist es, was ich als Zuschauer bei so einem imaginären Konzert auch sehen und hören könnte.

Frank Weiffen

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #121 (August/September 2015)

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