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Interviews & Artikel

GENERATORS

Und es begab sich zu einer Zeit, zu der ich schon die 0,5 Promille-Grenze weit überschritten hatte, dass es mich nach Dortmund verschlug. In Begleitung einiger harter Schlachtrösser fielen wir gegen 22.00 Uhr vor dem Dortmunder FZW ein. Hauahauaha... Wie die Vollassis bestrunzt und bestens gelaunt ging es erst mal Richtung Chef nebst Uschi, die sich „sehr freuten“ uns derart wohlgelaunt anzutreffen. Mit Big J. schnell rein, kurz wegen Gästeliste und Stempel für lau rumgeprollt und dann ab zum Interview. Die Jungs, sprich Doug Dagger (Sänger), Mike (Gitarre) und Doosky (Gitarre), waren bestens steif und herrlich bekifft. Drummer Evil Ernie hat sich aus dem kretinösen Genörgel beider Parteien rausgehalten und der Herr vom Bass ward nicht gesehen. Joachim hatte wohl auch schon ´ne schnell gedeihende Pilsvergiftung und so kam es, dass wir uns plötzlich im Gespräch mit den göttlichen GENERATORS und meinem strunzevollen Kumpel Harry gegenübersahen, der sichtlich erfreut darüber war, sitzen zu dürfen. Lustig war´s allemal, ein wenig Konfusion und 0,5 Ltr. Jägermeister gab es und gelacht wurde auch viel. Zeckenherz, watt willste mehr?! Hier wir wanken...

Eins, zwo, check check...

Doosky:
Ähm ja, ich bin Doosky und spiele Gitarre bei den GENERATORS.
Mike: Hallo. Mein Name ist Mike und ich spiele auch Gitarre. Ich hänge mit rum.
Doug: (kommt von hinten rangestürzt) Yeah! Hängen rum, chillen rum... Wow, Jägermeister!

Hau rein, ist eurer...

Doosky:
Wow, das ist Doug Dagger!
Mike: Mach schon, lass den Jägermeister rumgehen...

Ich soll euch von Chase von PISTOL GRIP grüssen...

Doosky:
Wow, hey Chase! Was geht so, hallöchen!
Mike: Hallo!

Bei PISTOL GRIP fällt mir ein, dass in letzter Zeit wieder ein starkes Aufkommen von klassischem Streetpunk und ´77-styled Bands in L.A. und Umgebung zu verspüren ist. Viele junge Bands entstehen in eurem Umfeld und ältere Bands wie ihr erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Doug:
Ja schon, aber es ist ein Kommen und Gehen. Ganz normal. Diese Art Musik ist momentan wieder im Aufwind, aber es geht auch wieder vorbei. San Francisco hat ´ne Zeit lang, was Punk-Shows angeht, geboomt, jetzt kauft L.A. ihm jederzeit den Schneid ab. Aber bald kann es sich schon wieder andersrum verhalten. Im Moment haben wir schon ein kleines Revival, mit neuen bzw. jungen Einflüssen allerdings. Viele junge Leute arbeiten an der Musik mit.
Doosky: Es wächst nicht unbedingt eine neue „Szene“, die alte wird lediglich stärker unterstützt und mit dem Nachwuchs versorgt, den sie benötigt.

Ist es denn bei euch in den Staaten ähnlich wie hier, dass man allerlei Spartenvertreter auf den Konzerten antrifft? Ich meine, ein buntgemischtes Publikum, das einen gleichermassen abfeiert?!

Doug:
Genau das gleiche. Es ist herrlich, wenn du soviele im Detail verschiedene Gruppierungen vor der Bühne Spaß haben siehst.
Doosky: Du hast die Emo-Kids, die Punkrock-Kids, die Hardcore-Kids...
Doug:... und die Skater-Kids. Aber da liegen, was L.A. angeht, teilweise schon die Probleme. Die Promoter haben meistens keinen Bock, irgendwas Neues auszuprobieren. Die wollen sichere Gigs mit sicherer Kohle. Es ist für uns verdammt schwer, in Ventura oder Santa Monica Shows zu buchen, da dort eben nach wie vor auf Skatepunk und Surf geschworen wird.

Wie kommt es eurer Meinung nach denn, dass ihr in Deutschland gerade beim Oi!-Skinhead Publikum so sehr beliebt seid, wo ihr doch so auf die gesunde Mischung im Publikum schwört? Bei euerer letzten Tour hat es sich kein vernünftiges Skin/Oi!-Zine nehmen lassen, euch zu verhören! Ist einem schon fast langweilig geworden.

Doug:
Wir wissen eben zu feiern, das macht dann jedem Spass. Tolle Sache!

Wisst ihr, was mich so richtig ankotzt? Diese Deconstruction-Tour. Kennt ihr diese Veranstaltung?

Doug:
Sagt mir leider nichts, ist aber sicher sowas wie die Vans-Warped-Tour, oder?

Ja. Etwa das gleiche Schema. Überall Security. Fürchterlich steif und unpersönlich inszeniert. Würdet ihr bei einem solchen Tourpackage mitmachen wollen?

Doug:
Also ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich würde da niemals mitspielen wollen. Du spielst jeden Abend mit 40 anderen Bands ´ne halbgare Show ohne engeren Kontakt mit dem Publikum. Manchmal musst du schon Nachmittags vor ein paar gelangweilten Melodycore-Kids spielen... Nein danke.
Mike: Genau das ist es doch, worum es geht! In Kontakt bleiben mit den Leuten. Shows wie die hier sind genial. Man spielt wie der Teufel für die Leute, die auch wegen dir gekommen sind.

Dieses letzte SCHLEPROCK Album ist ja in Europa niemals veröffentlicht worden. Warner hat es doch unter dem Mantel des Schweigens begraben. Was hat es damit auf sich?

Doug:
Du meinst, warum wir das damals gemacht haben, bei ´nem Major?

Ähm, tja, ja. Wäre interessant zu wissen, erzähl mal.

Doug:
Wir wollten uns die Sache halt mal anschauen. Das Album ist vergessen. Es ist deren Besitz und ich denke nicht, dass sie es jemals veröffentlichen werden. Es hat irgendwann keinen Spaß mehr gemacht. Das ist auch der Grund dafür, das es SCHLEPROCK nicht mehr gibt. Ich hätte auch keine Probleme, mit den GENERATORS aufzuhören. Wenn ich heimkäme und keinen Bock mehr auf die GENERATORS hätte und es keinen Spass mehr machen würde, wäre es vorbei. Darum geht´s doch!

Du würdest also auf gar keinen Fall mit einem Major-Deal Geld verdienen wollen?

Doug:
Auf keinen Fall. Das ist mir alles scheißegal. Ich will meinen Spass haben. Ich habe ja einen Job und es geht mir gut.
Doosky: Es ist okay, Geld zu verdienen. Man hat seinen Job, ´ne Menge Spaß mit der Band und verdient sich nebenbei sogar noch das Geld für Aufnahmen und/oder Equipment. Das ist cool. Reich werden will ich nicht mit der Band. Dann ginge irgendetwas verloren.

Seid ihr verheiratet?

Doug:
Ja, das habe ich noch gar nicht erzählt. Das ist das einzige, auf das ich mich nach einer Tour freue. Heimkommen, meine Frau, meine Familie sehen... Wir sind alle verheiratet.
Doosky: (In Gedanken...) Ja, alle irgendwie verheiratet...

Irgendwie?

Doosky:
Ja, doch, verheiratet!

Wie lange braucht ihr eigentlich, um euch von einer Tour wie dieser hier zu erholen?

Mike:
Mmh... etwa ein Jahr.
Doug: Ja, so in etwa. Wenn ich heimkomme, will ich echt nur noch zu meiner Frau, auf meinen Fernsehsessel und vorher geh ich mir noch ´n paar Bier kaufen. Irgendwann kommt dann so ein Arsch und sagt: „Hey, Alter, der und der oder die und die spielen da und dort...“ Fuck you! Ich hab dann erstmal auf gar nix mehr Bock!

Was macht ihr denn so im „normalen Leben“, wenn ihr schon immerzu von euren Jobs redet...

Doosky:
Willst du mich anscheißen? Soll das heißen, im „normalen Leben“ bin ich kein Punkrocker? War nur´n Spass, ich arbeite in der Druckindustrie. Das ist alles. Doug verkauft Zimmermädchenuniformen, Angestellten-Shirts mit Hotel-Logos, Cocktailröcke für Barmädchen... Eigentlich alle Uniformen und hässlichen Klamotten, die man bei „all kind of“ Dienstpersonal in Las Vegas so vorfindet.
Mike: Ich arbeite in einem Laden für Musikinstrumente und verkaufe Gitarren an 14 jährige Jungs, die klingen wollen wie NO FX und mich ankucken, als hätte ich den Begriff Punkrock noch nie gehört!

Wieso seid ihr eigentlich schon wieder hier? Seid ihr vielleicht doch Deutsche? Wohnt ihr hier? Ich sehe die GENERATORS vor meinem Urlaub, und sechs Wochen später seid ihr schon wieder da!

Doug:
Yeah. Wir wohnen fast hier. Wir sind einfach verdammt gerne hier. Großartiges Publikum. Tolles Bier. Viel Party. Wir sind gerne in Deutschland.
Doosky: Ja. Wir wollten gerne mal die East-Coast in den USA touren, aber da wollte uns keiner sehen. Da sind wir dann eben nach Deutschland gefahren. Ich weiss auch nicht, was die Leute hier an uns finden...
Doug: Aber beim ersten Mal war es am schlimmsten. Wir waren krank.

Aber ich dachte „It never rains in California“?

Doug:
Na ja, war wohl eher die Klimaanlage im Bandbus... Auf jeden Fall waren wir wie gesagt krank und mussten trotzdem jeden Abend Party machen, feiern, spielen, trinken, all das...

Du Ärmster. Vier Wochen Spass... Das hält ja keiner aus! Was für ein Leben ist das!

Mike:
Es stinkt! Furchtbar. Macht ein Wrack aus dir, hehehe...

Noch was Exklusives zum Abschluss. Was Schmutziges, das keiner weiss...

Doug:
Du willst den geheimen Teil? Des Rätsels Lösung? Meine Schuhgrösse vielleicht? Unterwäsche?
Doosky: Ich erzähl euch was. Ich steh auf Boxer.

Boxer? Wie Muhammed Ali?

Doosky:
Neee... Boxershorts. Unterwäsche. Mein Gott. Is ja auch schon spät.

Du sagst es, Cheers! Das wars. Danke Männer und trinkt nicht mehr so viel...

KK & Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #44 (September/Oktober/November 2001)

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