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Interviews & Artikel

SUPERHEAVEN

Smells like therapy

Neben diversen musikalischen Trends der letzten Jahre, die getrost hätten ignoriert werden können, ist die Wiederentdeckung des Sounds der Neunziger, nennen wir ihn Grunge, eine durchaus angenehme Erscheinung. Dieses Subgenre hat uns damals in seiner „Weiterentwicklung“ zwar auch den New/Nu Rock beschert und Gruppen wie NICKELBACK hervorgebracht, aber heutzutage bietet er neuen, ambitionierten Bands wie eben SUPERHEAVEN (vormals DAYLIGHT), die mit dieser Musik aufgewachsen sind, Nährboden und Inspiration. Das Quartett aus Doylestown, Pennsylvania ist eine der authentischsten Bands, die mir in den letzten Jahren zu Ohren gekommen sind. Wenn dir dein Leben so viele Steine in den Weg legt und dich vor solch schwere Herausforderungen stellt, wie es bei SUPERHEAVEN-Gitarrist und -Sänger Taylor Madison der Fall ist, dann gründest du am besten eine Band, um daran nicht vollends zu zerbrechen.

Taylor, was genau steckt hinter dem Titel eures neuen Albums „Ours Is Chrome“?


Das ist schwer zu erklären. Es gibt wohl verschiedene Bedeutungen. Im Zusammenhang mit dem Text des Songs „Room“ bezieht er sich in erster Linie auf mein sehr chaotisches und gestörtes Familienleben, das alles Mögliche ist, nur nicht langweilig.

Wo du gerade „Room“ ansprichst. Ich habe gelesen, dass er davon handelt, wie das Zuhause deiner Familie zwangsgeräumt wurde, als du auf Tour gehen musstest. Wie ist die Situation jetzt und kannst du in irgendeiner Weise finanziell durch die Band „überleben“?

Mittlerweile ist es zum Glück besser. Unser altes Zuhause mussten wir zwar verlassen, aber wir haben eine neue Bleibe gefunden, wo wir nun seit neun Monaten leben. Zu deiner anderen Frage: ich kann definitiv nicht von der Band leben. Wir machen zwar halbwegs Geld damit, aber es reicht nicht, um alle meine Rechnungen zu bezahlen. Aber das ist okay. Es macht Spaß und solange das der Fall ist, werde ich mit der Band weitermachen.

In einem anderen Song, „Gushin blood“, singst du über die Drogensucht deiner Schwester, „From the chest down“ handelt von deinem jüngeren Bruder, der nach einem Motorradunfall im Rollstuhl sitzt. Benötigst du die Musik auch als eine Art Ventil, vielleicht sogar Therapie, um solche Schicksalsschläge zu verarbeiten?

Ich habe noch nicht wirklich darüber nachgedacht oder die Musik als eine Art Therapie betrachtet, aber ich schätze, ohne sie würde es mir viel schlechter gehen. Ich bin nicht der Typ, der offen über seine persönlichen Probleme spricht, abseits von den Texten in meiner Musik. Daher würde ich das Ganze wohl mehr in mich reinfressen, wenn es da nicht die Möglichkeit gäbe, es in Musik umzuwandeln. So betrachtet wirkt die Musik therapeutisch.

Vergleicht man deine Stimme in der Entwicklung von euren ersten EPs hin zu „Ours Is Chrome“, wird deutlich, dass du mittlerweile fast gar nicht mehr schreist. Eine bewusste Entscheidung?

Definitiv. Bevor wir SUPERHEAVEN gegründet haben, hatte ich noch nie in einer Band gesungen. Ich wusste nicht, was ich eigentlich tue, und um ehrlich zu sein, weiß ich es heute auch nicht! Aber nach ein paar Jahren touren und aufnehmen, habe ich für mich herausgefunden, was für ein Gesangsstil für mich funktioniert und wie es für mich die angenehmste Form ist, Abend für Abend zu singen. Daher mag ich die alten Sachen, bei denen ich noch mehr geschrien habe und die weniger melodisch waren, auch nicht mehr, weil es für mich vor allem super anstrengend und unangenehm war. Auch wenn ich nach wie vor nicht der beste Sänger bin, habe ich nun für mich den Weg gefunden, wie ich eine Tour stimmlich überstehe.

Als ich euer Debütalbum „Jar“ 2013 das erste Mal hörte, habe ich mich direkt in den erdigen, wuchtigen Sound verliebt. Will Yip hat euren Vorgänger und auch das aktuelle Album produziert. Wie wichtig ist er für eure Musik?

Heutzutage würde ich sagen, dass Will eine sehr große Rolle spielt. Er hat genau den Sound kreiert, den wir haben wollten, und er weiß immer genau, wie er uns helfen kann, die Songs so klingen zu lassen, wie wir es uns vorstellen. Er ist definitiv mehr als ein einfacher Aufnahmetechniker, er ist ein Vollblutproduzent! Er hilft uns mit den Gesangsmelodien, Songstrukturen, Harmonien, mit allem. Ich denke, wenn wir nicht mit Will aufgenommen hätten, würden wir zwar immer noch nach uns klingen, aber so klingen wir nach der besten Version von uns, und das dank ihm!

Ihr seid noch recht jung, aber vom Sound der Neunziger beeinflusst. Eine meiner Lieblingsbands, SILVERCHAIR, mit denen ihr häufiger verglichen worden seid, haben ihr Debüt „Frogstomp“ vor genau zwanzig Jahren veröffentlicht. Kennst du die Band?

Die Leute denken häufig, dass wir jünger wären, als wir eigentlich sind. Ich war durchaus schon auf der Welt, als viele einflussreiche Alben in den Neunzigern veröffentlicht worden sind, da ich in den späten Achtzigern geboren bin. Mein Vater hat SILVERCHAIR geliebt und ich mag sie auch. Ich denke aber nicht, dass sie großen Einfluss auf unsere Musik haben, auch wenn sie großartige Songs geschrieben haben.

SILVERCHAIR hatten auch das „Problem“, mit Bands wie NIRVANA, PEARL JAM und dem Seattle-Sound im Allgemeinen verglichen zu werden. Siehst du das für euch eher als Segen oder Fluch?

Es kann beides sein. Das sind einfach die Sachen, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich mag diese Bands und wenn du dein ganzes Leben von einem gewissen Sound geprägt wirst und diesen hörst, ist es ganz normal, dass du dich davon inspirieren lässt und deine eigene Band danach klingt.

Ihr wart auf Run For Cover, ein Label, das ich sehr schätze und bei dem ich fast alles gut finde, was sie veröffentlichen. Wie kam es zu dem Wechsel zu SideOneDummy?

Dafür gab es keinen wirklich Grund. SideOneDummy sind auf uns zugekommen, wir hatten ein Treffen und uns gefiel einfach ihre Einstellung. Es ist nicht so, dass wir mit Run For Cover unzufrieden waren, aber wir wollten einfach etwas anderes ausprobieren und gucken, was passiert. Wir haben nach wie vor ein gute Verhältnis zu Run For Cover.

Tim Masson

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #122 (Oktober/November 2015)

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