Bakraufarfita Records

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Verdiente Plattenfirmen im Selbstporträt

Wo und wann wurde das Label gegründet und wer steckt dahinter?

Fö, Chef vom Online-Fanzine bierschinken.net, und ich, Bönx, haben Bakraufarfita 2004 ins Leben gerufen. Um uns breiter aufzustellen, haben wir uns mit Sebo einen dritten Mann ins Boot geholt und betreiben das Label seitdem auch deutlich professioneller.

Was macht ihr sonst noch?

Fö investiert viel Zeit in das erwähnte Bierschinken-Zine, außerdem bespielt er noch den Bass bei BETRUNKEN IM KLAPPSTUHL. Sebo und ich musizieren in der Deutschpunk-Kapelle FRAU MANSMANN.

Welche sind eure bevorzugten Stilrichtungen?

Wir versuchen, nicht zu engstirnig zu sein. Heißt, wir wollen das machen, was uns Spaß macht. In erster Linie endet es doch immer im Punk-Bereich. Unsere aktuellste Veröffentlichung, die EP von INKASSO MOSKAU, schlägt dann aber doch mal in eine dreckigere Kerbe.

Die ersten Bands, die heutigen Bands?

Angefangen hat alles mit der Berliner Ska-Punk-Band DELIKAT, deren ehemalige Mitglieder bis heute auch zum Freundeskreis gehören. Über Umwege ist Caro von DELIKAT beim DIVAKOLLEKTIV gelandet, eine unserer heutigen Bands. Außerdem zu nennen sind SCHRAPPMESSER und CANYOUCANCAN. Von beiden Bands erwarten wir dieses Jahr neues Material. Ganz frisch dabei ist die Kölner Kapelle DER DUMME AUGUST. Hier spielen Mitglieder von KNOCHENFABRIK, SUPERNICHTS und KOMMANDO PETERMANN. Das Debütalbum erscheint am 25.03. als auf 300 Einheiten limitierte LP mit Download-Code.

Was waren eure drei wichtigsten, besten oder meistverkauften Releases?

Verkaufstechnisch klar das Debütalbum „Schlachtrufe Stimmungshits“ von SCHRAPPMESSER. Die erste Auflage war seinerzeit bereits in der Pre-Order vergriffen, damit hatten wir nie gerechnet. Für mich am wichtigsten war die EP von CANYOUCANCAN, das ist die Nachfolgeband von FRAU DOKTOR, welche mich durch gute und schlechte Zeiten begleitet hat. Es ist eine große Freude, mit Üni und Co. zusammenzuarbeiten.

Decken die Verkaufszahlen die Herstellungskosten?

Im besten Fall tun sie das natürlich. Um ehrlich zu sein, passiert das aber in den seltensten Fällen. Mittlerweile konzentrieren wir uns aber nicht mehr nur auf Plattenveröffentlichungen, sondern stocken unseren Mailorder mit „labelfremden“ Bands auf. Außerdem haben wir einen Download-Code-Service sowie ein Online-Ticket-System ins Leben gerufen.

Was fasziniert euch am Labelmachen?

In erster Linie ist es natürlich die Musik. Interessant ist aber vor allem auch der ganze Ablauf, vom ersten Kontakt mit einer möglichen Band bis zum fertigen Produkt. Irgendwie ist so ein Label eine Miniaturversion eines großen Betriebes. Nur dass man keine Angestellten ausbeutet, sondern alles selber machen muss.

Eure Labelpolitik?

Wir wollen Platten rausbringen, die uns selbst gefallen, auch wenn wir im Vorfeld schon abschätzen können, dass wir davon keine tausend Stück verkaufen können.