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Interviews & Artikel

CARBURETORS

AC/DC-Riffs, Teufel, Donner und Feuer

Der simple Rock der CARBURETORS aus Norwegen bedient Klischees. Auch auf dem neuen Album „Laughing In The Face Of Death“. Warum er das überhaut nicht verkehrt findet, erklärt uns Frontmann Eddie Guz.

Eddie, zwischen „Laughing In The Face Of Death“ und seinem Vorgänger „Rock’n’Roll Fever“ liegen fünf Jahre. Warum hat das so lange gedauert?


Wir haben im Bandumfeld sechs Kinder. Das frisst Zeit. Außerdem sind wir nach Erscheinen des Albums extrem viel durch Europa getourt – und danach mussten wir erst einmal neue Songs schreiben. Da kam also allerhand zusammen.

Die große Familie CARBURETORS?

Definitiv. Wir wachsen und wachsen. Damit ist die Zukunft der Band gerettet: Die Kinder können später übernehmen, haha.

Was brachte euch darauf, mit dem Plattentitel dem Tod ins Gesicht zu lachen?

Das passt zur derzeitigen Situation des Rock’n’Roll. Es ist heutzutage schwer, damit Geld zu verdienen, da kaum noch Platten verkauft werden. Für Schlagzeilen sorgen zudem andere Genres, die angesagt sind und mit Rock’n’Roll nichts mehr zu tun haben. All das führt zu der irrigen Annahme, dass der Rock’n’Roll tot sei. Aber das ist Quatsch! Und genau das wollen wir mit dieser Platte zeigen: Der Rock’n’Roll lacht dem Tod, der ihn angeblich ereilt haben soll, ins Gesicht. Laut und dreckig!

Zuletzt behauptete aber sogar der große Gene Simmons von KISS in einem Interview, dass der Rock’n’Roll erledigt sei.

Bullshit! Der ist quicklebendig – und wird in Zukunft noch lebendiger. Die Menschen brauchen den Rock’n’Roll.

In diesem „Laughing In The Face Of Death“ steckt ja auch eine tragisch aktuelle Komponente, man denke nur an die Terroranschläge in Paris ...

Das haben wir auch schon mehrfach innerhalb der Band besprochen. Und es ist uns sehr wichtig festzuhalten, dass der Name des Albums schon lange vor dieser Tragödie feststand. Wir wollen auf gar keinen Fall, dass unsere Platte in diesem Zusammenhang gesehen und erwähnt wird.

Dennoch: Ist es nicht wichtig, gerade in Zeiten wie heute, als Musiker – zumal als Rock’n’Roll-Band– auch politisch klare Zeichen zu setzen?

Nein. Ich denke, es ist viel wichtiger, gerade nicht politisch zu sein! Denn weltweit passiert derzeit so viel Schlimmes, dass andauernd über Politik geredet wird. Der Rock’n’Roll sollte sich dem nicht anschließen. Er sollte den Menschen Ablenkung bieten und ihnen eine tolle Zeit bescheren. Und wenn wir es als Band schaffen, dass die Menschen beim Hören unserer Musik für ein, zwei Stunden eben mal nicht an den Mist da draußen denken, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Somit besteht aber die Gefahr, nur die gängigen Rock’n’Roll-Klischees zu bedienen. In euren Songs geht es um „Thunder“ und „Fighting“ und „Flames“...

Ich liebe diese Klischees! Sie gehören seit jeher zum Rock’n’Roll dazu! Außerdem hat jedes Genre seine Stereotypen. Würdest du einen Rapper danach fragen, würde er dir das Gleiche über HipHop erzählen.

Auf eurem neuen Album gibt es mit „Don’t touch the flame“ einen Songtext, der sich anhört, als wäre er von jemandem verfasst worden, der drogenabhängig war oder ist. Um wen geht es da?

Das ist ein Irrtum. „Don’t touch the flame“ handelt nicht von Drogensucht – wobei ich es gut finde, wenn jeder eine eigene Interpretation für den Text entwickelt. So sollte es sein in der Musik! Aber dieser Song dreht sich ganz allgemein darum, dass du dir die Finger verbrennen kannst, wenn du mit dem Feuer spielst. Da ist es egal, um welche Art Feuer es sich handelt. Es ist eben eine Tatsache, die uns das Leben lehrt.

Wann hast du zuletzt mit dem Feuer gespielt?

Oh, jedes Wochenende, wenn ich trinke, haha. Das kann ganz schön in die Hose gehen. Entsprechend sollte ich nicht weiter darauf eingehen ...

Was habt ihr bei den Aufnahmen diesmal anders gemacht als bei den Alben zuvor?

Wir haben das erste Mal tatsächlich alles live aufgenommen. Das wollten wir schon immer machen, haben es aber nie hingekriegt. Bis jetzt. Wir waren alle in einem Raum, haben losgelegt – und Ende. Keine Samples, kein Spielen nacheinander. Einfach im Team rocken. Großartig!

Für so etwas muss man aber sicherlich besser vorbereitet sein.

Das ist richtig. Die Vorbereitungen dauerten länger als sonst. Wir mussten die Songs quasi alle vorher schon fertig haben, weil sie im Studio gleich mitgeschnitten wurden. Und um Songs aufzunehmen, musst du sie vorher lernen – in und auswendig.

Und am Ende steht das beste Album, das ihr jemals gemacht habt?

Klingt doof, ist aber tatsächlich so. Denn es ist eine Premiere, dass wir diesen Weg gegangen sind. Es ist uns erstmals gelungen, den Geist und die Atmosphäre unserer Konzerte auf Platte zu bannen. Das heißt jetzt nicht, dass unsere vorigen Alben schlecht waren. Im Gegenteil. Sie waren stets das Beste, was unsere Band zum jeweiligen Zeitpunkt leisten konnte. Aber „Laughing In The Face Of Death“ ist die Essenz aus allem.

THE CARBURETORS existieren nun seit 14 Jahren. Was hättest du 2001 gedacht, wenn du den Eddie von heute auf der Bühne erlebt hättest?

Ich hätte gedacht: Ich muss so werden wie dieser Typ da vorne! Haha.

Das hört sich danach an, als sei tatsächlich ein Traum für dich in Erfüllung gegangen.

Absolut! Wir haben seit 14 Jahren eine geile Zeit. Wir sind alle richtig gute Freunde. Wir machen das, was wir wirklich wollen. Und das alles ist mehr, als die meisten anderen von sich behaupten können. Ich meine, schau dir mal an, wie viele andere Bands es nicht gepackt haben und nach kurzer Zeit schon die Segel streichen mussten. Wie viele Bands ihrem Traum nachjagen – und die Jagd irgendwann aufgeben.

Ihr nennt eure Musik „Boogie Rock’n’Roll“. Eine Mischung aus AC/DC und Chuck Berry, beides sind alte Helden. Und auf der neuen Platte singst du „Die like heroes“, wer ist damit gemeint?

Haha, nicht wir. Es wird hoffentlich noch lange dauern, ehe wir sterben – ob als Helden oder nicht, das müssen wir abwarten. Interessanterweise hast du dir mit diesem Song tatsächlich den einzigen wirklich traurigen der Platte herausgepickt. Denn es geht ihm darum, die eigenen Dämonen zu besiegen. In diesem Stück ist der Dämon der Krieg und das, was man dort erlebt. Aber es können eben auch die von dir eben bereits angesprochenen Drogen sein. Oder etwas anderes. „Die like heroes“ dreht sich darum, die Dämonen zu besiegen und frei zu sein – was nicht jeder schafft.

Frank Weiffen

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #124 (Februar/März 2016)

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