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Kochen ohne Knochen

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Interviews & Artikel

Dafür / Dagegen

Albumkonzerte

Seit einer Weile ist es in Mode gekommen, dass (alte) Bands auf speziellen Touren oder bei besonderen Gelegenheiten eines ihrer Klassikeralben komplett runterspielen. Super Idee oder unnötig wie sonst was?

Ich tippe mir selber mit dem Finger an die Stirn ob dieser Schnapsidee. Ende April Zelten, pah. Obwohl ich den halben vergangenen Sommer im Zelt verbracht habe, weil ich beim Festivalguide arbeite und Festivals mag, graust es mir vor dem Groezrock – oder vor eher der Möglichkeit schrecklichen Aprilwetters. Am Ende wird das aber wohl egal sein. Weil wir da mit ein paar Freunden vor der Bühne stehen und RANCID das komplette „.... And Out Come The Wolves“-Album spielen hören werden. Von „Maxwell murder“ bis „The way I feel“ und es wird großartig sein. Kaum ein Album habe ich so oft gehört. So viele Hits! So viele Songs, die sie sonst wahrscheinlich nie alle live spielen würden, allein weil zwischen der Veröffentlichung dieser einen Platte und heute noch zig andere erschienen sind. Klar, RANCID haben auch andere gute Alben, aber keines ist so gut. Und Ähnliches lässt sich über viele Bands sagen. Schaut euch STARS an: Ich liebe die Band, aber kein Album war je wieder so großartig wie „Set Yourself On Fire“, auch „More Adventurous“ von RILO KILEY ist so ein Beispiel. Und wie groß wäre meine Freude, würden MUFF POTTER „Bordsteinkantengeschichten“ noch mal von vorn bis hinten spielen (na gut, würden sie überhaupt mal wieder spielen). Für viele Alben, die ich gerne noch mal live hören würde, war ich bei Veröffentlichung auch einfach zu jung. Als „... And Out Come The Wolves“ erschien, war ich acht und war bei der KELLY FAMILY. Deren „Over the Hump“ würde ich mir live auch noch mal geben, lacht ruhig. Immer muss man das nicht haben, auch nicht unbedingt bei jeder Band. Aber ab und an die Chance zu bekommen, sein Lieblingsalbum mal komplett und damit auch die leiseren Songs live zu erleben, ist eine gute Sache. Die Betonung liegt auf ab und an. Ich bin ja nicht blöd und erkenne den Spaß an Setlists und der Zusammenstellung von Hits. Wir sehen uns dann vorne beim Groezrock und können das Ganze dann gern noch mal diskutieren. Aber erst, wenn RANCID fertig sind.

Julia Brummert

Wovon lebt ein spannendes Konzert? Im Idealfall kennt und mag man die Band, und kann textsicher die Refrains mitgrölen, sich auf Lieblingsriffs und -passagen freuen, die – wenn sie dann erst mal an der Reihe sind – einem heilige Schauer über den Rücken jagen oder zumindest ein wonniges Grinsen ins Gesicht zu zaubern vermögen. Und natürlich lebt ein gutes Konzert in hohem Maße von der Vorfreude: Werden sie diesen oder jenen Song spielen? Muss man für Song XY wieder bis zur Zugabe warten? Beim letzten Gig ließ die Setlist zu wünschen übrig, ob die Band aus dem Fauxpas gelernt hat? Auch das kritische Fazit, am besten mit den Kumpels gemeinsam in kontroverser Debatte erarbeitet, gehört noch zum Konzerterlebnis: Meinungen einholen, Setlist durchsprechen, Vergleiche ziehen. Das alles wird einem aber genommen, wenn eine Band ankündigt, dieses oder jenes „Klassikeralbum“ variantenfrei und in einem Guss auf der Bühne präsentieren zu wollen. Schon die Vorfreude ist gedämpft: Man weiß ja nun, dass der Lieblingssong sich nicht in der Setlist tummeln kann, ist er doch nicht auf besagtem „Klassiker“ vertreten. Klar, man mag dieses Album, aber – meine Güte! – man hat es doch auf dem heimischen Plattenspieler bereits zu Tode gespielt. Die Dramaturgie des Albums kennt man bereits in- und auswendig. Wo bleibt da das Einzigartige, wenn man jedes Detail bereits im Voraus kennt? Gerade für eingefleischte Fans, die einer Band über Jahre, wenn nicht sogar über Dekaden die Treue gehalten haben, ist das unbefriedigend. Der Langzeit-Fan verbindet mit allen Platten, allen Songs Phasen seiner eigenen Biografie und für ihn ist ein buntes auf die Bühne gebrachtes Potpourri, das genau das widerspiegelt, ein viel befriedigenderes Erlebnis als das Wiederkäuen eines Durchbruchsalbums, das nur der bandeigenen Selbstbeweihräucherung dient. Bevor ich für so ein Schulterklopf-Happening eine Stange Geld bezahle, gehe ich lieber zur Kellershow nebenan. Die wird zwar mit einiger Wahrscheinlichkeit genauso öde – aber hey: Wenigstens konnte ich das vorher nicht mit Sicherheit sagen.

Henning v. Bassi

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #125 (April/Mai 2016)

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