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Interviews & Artikel

ZEKE

Hölle ja, sie ist zurück! Die wildeste PunkROCKkapelle, die uns die USA in den letzten Jahren geschenkt haben, deren Liveshows immer wieder unglaublich sind in puncto Aggression und Geschwindigkeit. Wobei die Frage ist, ob sich diese Rekordversuche in Zukunft wiederholen werden, ist doch „Death Alley“, das neue Album des Vierers aus Seattle, offensichtlich nach der Devise „less speed, more rock“ eingespielt worden. Mal sehen, was Drummer Donny Paycheck dazu zu sagen hat...

Die wichtigste Frage zuerst: Wann kommt ihr wieder nach Deutschland?


Im November, die Tour wird derzeit gebucht.

Und, was sind eure Erwartungen?

Die sind noch nie hoch gewesen: rüberkommen, gute Shows spielen, Freunde treffen, Spaß haben. Mit jeder Tour läuft´s etwas besser, eine gewisse Steigerung sollte also schon drin sein.

Apropos Erwartungen: „Dirty Sanchez“ hat wohl die Erwartungen nicht so ganz erfüllt, gerade auch auf Seiten von Epitaph, eurem damaligen Label...

Naja, ich denke, die hatten womöglich erwartet, 100.000 Platten verkaufen zu können. Von uns bekamen sie aber ein Album, das total Punkrock war und nicht total PENNYWISE. Wir machen halt nicht mal ansatzweise einen Sound, der irgendwie kommerziell ist in dem Sinne wie viele der anderen Bands auf dem Label. Ich glaube mittlerweile, dass Epitaph es nicht schafft, Bands wie uns oder die DWARVES oder NEW BOMB TURKS mit dem richtigen Publikum zusammenzubringen.

Gerade die Leute bei Epitaph Europe stehen doch aber total auf euch.


Ja, in Europa ist das anders. Das Problem sind auch die Leute da draussen, denn gerade in den USA erwarten die Leute von Epitaph einen gewissen Sound, nur dass ZEKE mit diesem Sound nichts zu tun hat.

Warum?

Ich denke, Epitaph hat eine Fanbase von Leuten, die man vielleicht beschreiben kann als die Leute, die damals THE OFFSPRING gekauft haben. Aber das sind nicht die Leute, die auch ZEKE kaufen, und Epitaph hat meiner Ansicht nach nicht versucht, uns auf andere Weise als bei diesen Platten zu verticken. Stattdessen versuchen sie die neuen Platten diesem gleichen Publikum zu verkaufen, und das ist der Grund, weshalb sie es nicht geschafft haben die DWARVES unter die Leute zu bringen. Deren letztes Album war großartig, aber PENNYWISE-Fans wollen sowas nicht hören, sondern höchstens noch RANCID. An sich machen Epitaph aber schon einen guten Job, denn die Leute, die wissen, was sie von Epitaph erwarten können, bekommen das ja auch. Wir haben uns mit Epitaph nicht zerstritten, wir kommen mit unseren Ansprechpartnern immer noch gut klar, ich würde die sogar als Freunde bezeichnen und mir wünschen, die könnten unter anderen Bedingungen auch unsere neue Platte verkaufen.

„Death Alley“ ist auf Aces & Eights Records erschienen, einem Label, das mit Sub Pop und den SUPERSUCKERS zusammenhängt.

Richtig. Das Label gehört Dan und Eddie von den SUPERSUCKERS, deshalb ist deren letztes Album ja auch da erschienen. Das Schöne ist, wir haben alles selbst unter Kontrolle, haben selbst jemanden für die Promotion in den USA und Europa angeheuert, der nur für uns arbeitet, da das auch die einzige Veröffentlichung auf Aces & Eights in diesem Jahr ist. Das ist was anderes als die Epitaph-Maschinerie, wo deine Platte eine von fünf ist, die zum gleichen Zeitpunkt erscheinen, und wo die Labelleute nur wenig Zeit haben, sich direkt um uns zu kümmern. Weisst du, als „Dirty Sanchez“ erschien, verkauften wir innerhalb von einer Woche doppelt so viele Platten wie von „Kicked In The Teeth“, aber nach der ersten Promowelle lief da nichts mehr, die blieben nicht am Ball, und so war´s das dann auch. Was nun die Sub Pop-Connection anbelangt, so wurde der Release der ZEKE-Platte von Jonathan und Dana von Sub Pop vorfinanziert, über die läuft der Vertrieb - ohne sie hätte es die Platte nicht gegeben. Das Album hätte auch auf Sub Pop erscheinen können, doch sie wollten den Release bis nächstes Jahr aufschieben, was uns aber überhaupt nicht passte, und wir wählten den Umweg über Aces & Eights.

Nicht dass „Dirty Sanchez“ schlecht gewesen wäre, aber „Death Alley“ ist im Vergleich ein ganzes Stück besser, irgendwie ausgereifter.

Ich denke, „Death Alley“ ist einfach „dauerhafter“ als „Dirty Sanchez“, würde sogar sagen, dass es unser bisher bestes Album ist. Wir hatten mehr Zeit für das Songwriting, waren viel inspirierter bei der Sache, die Bedingungen stimmten einfach, und die ganze Band hatte richtig Lust drauf. Zu „Dirty Sanchez“-Zeiten machten wir alle diverse Veränderungen durch, und das hört man dem Album an. Wir waren damals so manisch drauf, wie sich die Platte anhört. Ich finde es interessant, sowas im Nachhinein festzustellen, dass du also einer Platte direkt anhörst, wie eine Band bei den Aufnahmen drauf war. „Dirty Sanchez“ ist eine gute Platte, wenn du deinen Aggressionen freien Lauf lassen willst, soviel steht fest. Die neue Platte dagegen hat einfach Qualitäten, die sich beim konzentrierten Zuhören offenbaren, und ja, sie ist reifer als die Alben davor.

Ihr habt die Platte mit Bill Stevenson und Stephen Egerton von ALL sowie deren Studiomann Jason Livermore aufgenommen.

Das war quasi eine Neuauflage unserer Zusammenarbeit vom ersten Album „Super Sound Racing“. Seit damals sind wir gut befreundet, und als wir „Super Sound Racing“ nochmal durchhörten, merkten wir, dass Bill und Stephen die ersten und einzigen waren, die wirklich verstanden haben, worauf wir hinauswollten. Wir hatten eine ganze Liste von Produzenten, die in Frage gekommen wären, angefangen bei Steve Albini bis zu Jack Endino, mit dem wir „Kicked In The Teeth“ gemacht hatten. Letzten Endes entschieden wir uns für Bill und Stephen, und es war die richtige Entscheidung, denn Bill hat mir einfach die Arschtritte verpasst, die ich brauchte, und so spiele ich auf dieser Platte besser als auf jeder Platte zuvor. Bill wusste einfach genau, was wir wollten, und das hört man. Jack war auch nicht schlecht, aber mit Bill und Stephen war es einfach besser, und wir werden bis auf weiteres mit denen weiterarbeiten. Die haben einfach den Plan, was du als Band willst, und ausserdem mögen sie ZEKE. Und Bill war bei BLACK FLAG, der weiss einfach absolut, worauf es bei Punkrock ankommt.

Lass uns über das Artwork und die Symbolik des Albums sprechen: Das Cover ist in Rot, Weiss und Blau gehalten, mit dem Foto eines Bikers.

Hehe, das passt doch alles gut zu diesem ganzen Biker-Americana-Zombie-Redneck-Stoner-Bastard-Dingens, oder? Ausserdem sieht´s gut aus.

Und ihr habt mal wieder ein Cover, das was mit viel PS zu tun hat, nachdem ihr mit den letzten beiden Covern euren Anfängen untreu geworden wart.

Das hatte auch was damit zu tun, dass wir uns von Epitaph gedrängt fühlten und nicht genug Zeit hatten, uns um die Cover zu kümmern. Diesmal sollte alles perfekt sein und die Cover wieder in Richtung der frühen ZEKE-Sachen gehen. Wir wollten eine perfekte Platte, die asskickendste Scheibe unserer Karriere und keinen Kompromiss. Ich bin schon mal auf die Reaktionen gespannt. „Dirty Sanchez“ war „nur“ ein neues ZEKE-Album, „Death Alley“ jedoch ist die Scheibe, die jeder haben muss.

Amen! Danke, Donny.

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #44 (September/Oktober/November 2001)

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