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Interviews & Artikel

Dave Hause

Begrabt mich in Philadelphia

Im Februar erscheint „Bury Me In Philly“, das dritte Soloalbum des Singer/Songwriters Dave Hause. Seiner Meinung nach die entscheidende Platte, auf die es bei einem Künstler wirklich ankommt. Der ehemalige Frontmann von THE LOVED ONES erklärt im Interview, was ihm die Arbeiterstadt Philadelphia bedeutet.

Dave, dein neues Album heißt „Bury Me In Philly“. Was bedeutet dir Heimat?

Philadelphia ist der Ort, an dem meine Familie und viele meiner Freunde leben. Da kommt meine ganze Sippe her, da komme ich her, Philadelphia hat einen extrem großen Einfluss darauf, wie ich heute auf die Welt blicke. Ich lebe derzeit in Kalifornien, und dort ist alles so anders, was mich auf eine merkwürdige Weise dazu zwingt, noch mehr „Philadelphian“ zu sein – wenn du verstehst, was ich meine. Sobald ich eine Weile nicht in Philly war, fühle ich mich immer ganz mies, deshalb plane ich nach den Touren stets etwas mehr Zeit in der Heimat ein. Ich werde irgendwann definitiv auch wieder dort hinziehen.

Du bist schon jetzt eine Stimme Philadelphias, manche sagen sogar, du seist der neue Bruce Springsteen. Auf jeden Fall scheinst du ein bedeutender Teil des neuen „Sound of Philly“ zu sein.

Und das bedeutet mir auch sehr viel. Philadelphia ist eine Underdog-City, eine richtige Arbeiterstadt, die oft im Schatten von New York City und Washington D.C. steht, die beide einfach viel kosmopolitischer sind. Seit ich dort weggezogen bin, ist Philadelphia aber ziemlich hip geworden, die Musikszene blüht auf, viele großartige Bands sprießen dort aus dem Boden. Mir war es sehr wichtig, über Philadelphia zu schreiben, weil die Stadt mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin.

„Bury Me In Philly“ ist dein drittes Album. Es ist von Eric Bazilian, Mitbegründer der HOOTERS und ebenfalls in Philadelphia geboren, produziert worden. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Als ich acht Jahre alt war, besuchte ich mein allererstes Rock’n’Roll-Konzert – THE HOOTERS in Philadelphia – und es hat mich aus den Socken gehauen. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich Musiker werden wollte. Ein lokaler DJ hat das mitbekommen und Eric und mich zusammengebracht. Eric mochte meine ersten beiden Alben, ich lud ihn zu einer meiner Shows ein, und wir spielten sogar gemeinsam den HOOTERS-Song „And we danced“. Von da an blieben wir immer in Kontakt, und als ich mein neues Album aufnehmen wollte, wurde ich mit meinem ehemalige Produzenten einfach nicht einig. Eric hat ziemlich schnell klar gemacht, dass er das unbedingt produzieren will. Kurz darauf haben wir losgelegt.

Hat er auch Einfluss auf die Aufnahmen genommen?

Ja, immensen Einfluss sogar. Eric hat seinen Freund William Wittman als Co-Produzenten mitgebracht, und die beiden waren schlicht atemberaubend. Es hat mich beeindruckt, wie sehr diese zwei Persönlichkeiten, die über vier Jahrzehnte hinweg großen Erfolg in der Musikbranche hatten, an meine Songs und meine Stimme geglaubt haben. Es macht mich demütig und bestärkt mich gleichzeitig in dem, was ich tue. Sie haben mir sehr viel Input gegeben.

Deine dritte Platte klingt trotzdem vom ersten Song an zu 100% nach Dave Hause. Achtest du darauf, wiedererkannt zu werden, oder geschieht so etwas einfach?

Ich glaube, das passiert einfach. Dennoch war ich mir im Klaren darüber, dass dies mein drittes Album werden würde. Und das ist traditionell das Album, bei dem die Leute anfangen wahrzunehmen, was genau ein Künstler da eigentlich tut, die Platte, auf die es ankommt. Deshalb wollte ich, dass „Bury Me In Philly“ ein glasklares Destillat von mir wird. Natürlich hier und da mit ein paar neuen Ecken und Kanten, aber letztlich wollte ich vor allem, dass die Songs kraftvoll klingen. Es ist viel schwieriger, ein Album aufzunehmen, wenn du schon eine Hörerschaft hast; du musst dem Drang widerstehen, zu selbstsicher an die Sache heranzugehen, musst aber auch aufpassen, dass du nicht einfach nur den Leuten gefallen willst. Mir hat dabei sehr geholfen, dass ich so extrem viele Lieder geschrieben habe.

Eines davon heißt „Shaky Jesus“, bist du religiös?

Ich bin presbyterianisch erzogen worden, eine Form des Protestantismus. Ich praktiziere zwar keinerlei Religion, dennoch muss ich gestehen, dass die Dinge, die man als Kind beigebracht bekommt, tendenziell an einem haften bleiben.

Insgesamt klingt dein neues Album viel optimistischer. Worin siehst du die Unterschiede zu deinen ersten beiden Platten?

Ich glaube, die vorherigen Alben sind einfach unter ganz anderen Umständen entstanden.„Devour“ zum Beispiel ist ganz klar eine Trennungsplatte, ein Album, auf dem ich versucht habe, mir einen Weg durch diesen Mist zu schreiben, der Erwachsenen nun mal widerfährt. Und dann wurde es Stück für Stück ein bisschen besser, ich verliebte mich, zog nach Kalifornien und bekam langsam, aber sicher einen anderen Blick auf die Dinge. Es hat mich viel harte Arbeit gekostet herauszufinden, wie ich weitermachen will.

Was bedeutete das für „Bury Me In Philly“?

Mir war wichtig, dass „Bury Me In Philly“ kurz und klar wird. Ich wollte unbedingt vermeiden, dass es irgendwie „rumeiert“. Bei „Devour“ ist meiner Meinung nach ein Song zu viel drauf, ich wusste aber damals schon nicht, wo ich kürzen könnte, weil es einfach so viel zu sagen gab. Das neue Album soll dagegen eher eines sein, das du auf dem Weg zum Strand hörst oder auflegst, wenn du dich gut fühlen willst.

Das passt ja leider gar nicht in die aktuelle Zeit. Donald Trump ist der neue US-Präsident.

Das ist wohl wahr, darauf war ich auch nicht vorbereitet. Ich denke, das hat uns alle überrascht. Es sind düstere Zeiten, und ich bin sehr besorgt, wie es unter seiner Präsidentschaft zugehen wird. Ich sitze derzeit schon an neuen Liedern, die sich mit dieser Entwicklung beschäftigen und die viel politischer sind. Bis dahin hoffe ich, dass „Bury Me In Philly“ den Leuten ein wenig Hoffnung spenden kann.

Deine letzte Tour hast du noch ohne Backing-Band absolviert. Diesmal wird das anders sein, du trittst mit THE MERMAID auf. Wie fühlt sich das an?

Ich freue mich total darauf, bei allen Konzerten immer eine Band im Schlepptau zu haben, die mich überall hin begleitet. Alle Songs habe ich immer im Bewusstsein geschrieben und aufgenommen, dass sie mit einer vollständigen Band aufgeführt werden. Jetzt endlich die Chance zu haben, die Lieder auch genau so zu präsentieren, ist richtig aufregend.

Nico Bensing

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #130 (Februar/März 2017)

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