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Interviews & Artikel

Backtracked

GANG OF FOUR - Damaged Goods (Fast Product, 1978)

The change will do you good / I always knew it would / Sometimes I’m thinking that I love you / But I know it’s only lust
Your kiss so sweet / Your sweat so sour / Sometimes I’m thinking that I love you / But I know it’s only lust
The sins of the flesh / Are simply sins of lust / Sweats running down your back / Sweats running down your neck
Heated couplings in the sun /(Or is that untrue?) / Colder couplings in the night / (Never saw your body)
Your kiss so sweet / Your sweat so sour / Sometimes I’m thinking that I love you / But I know it’s only lust
The change will do you good / I always knew it would / You know the change will do you good / You know the change will do you good
Damaged goods send them back / I can’t work, I can’t achieve, send me back / Open the till, give me the change / You said, would do me good / Refund the cost / You said you’re cheap but you’re too much
Your kiss so sweet / Your sweat so sour / Sometimes I’m thinking that I love you / But I know it’s only lust
The change will do you good / I always knew it would /
You know the change will do you good / You know the change will do you good
I’m kissing you goodbye / (Goodbye, goodbye, goodbye, goodbye, goodbye) / I’m kissing you goodbye / (Goodbye, goodbye, goodbye)…
Goodbye, goodbye, goodbye, goodbye, goodbye / Goodbye, goodbye, goodbye / Goodbye, goodbye, goodbye, goodbye, goodbye / Goodbye, goodbye, goodbye


Nachdem sich Andy Gill, Dave Allen, Hugo Burnham und Jon King 1977 zu GANG OF FOUR zusammengeschlossen hatten, brachten sie mit „Damaged Goods“ ein Jahr später ihre erste Single auf Bob Lasts Label Fast Product heraus. Die enthält auch gleich zwei der Tracks, die später das Grundgerüst für ihr legendäres Debütalbum „Entertainment!“ bilden sollten: „Damaged goods“ und „Love like anthrax“. Beides britische Indiehits und entscheidende Meilensteine für den Erfolg der Band. Allerdings wurden sie, da Last die Band Sänger Jon King zufolge nicht entlohnte und GANG OF FOUR aus diesem Grund inzwischen auf das Majorlabel EMI gewechselt waren, für das Album komplett neu eingespielt.

An der eigentlichen Basis änderte sich dabei nichts. Dominant ist ein düsterer Punk-Grundton kombiniert mit tanzbaren, DR. FEELGOOD-beeinflussten R&B-Rhythmen und sozialkritischen Texten. Der Song „Damaged goods“ selbst provoziert als Anti-Love-Song mit doppelbödigen, sexuell aufgeladenen Lyrics, die sich, wenn man denn so will, auch als Abgesang auf eine hedonistisch und konsumtiv verblendete Gesellschaft in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale und damit als politisches Statement lesen lassen. Die Idee zum Text sei während eines gemeinsamen Supermarkteinkaufs entstanden, auf dem die Band dem lahmen zweideutigen Slogan „The change will do you good“ begegnet sei. King: „Ich hielt das für einen guten Ausgangspunkt für ein paar Zeilen über eine dem Untergang geweihte Beziehung, in der das Vögeln vielleicht etwas zu sehr ausgeartet ist.

In flotte rythm’n’bluesige Gitarren- und Bassstrukturen gekleidet ergibt sich ein 1978 noch recht frisches Konstrukt, das sich damals nicht ohne weiteres in eine bestimmte Schublade stecken ließ. Darüber, ob „Damaged Goods“, wie oft behauptet, tatsächlich die erste Post-Punk-Veröffentlichung ist, lässt sich natürlich streiten. Unbestreitbar ist aber, dass sie (nicht nur, aber auch) als John Peel-Liebling für viele nachfolgende Bands wegweisend war. Auf Platte gecovert haben den namensgebenden Titeltrack unter anderem die finnische Indierockband SHADOWPLAY (1988), das SUPERGRASS-Nebenprojekt von Gaz Coombes und Danny Goffey HOTRATS (2009) und die deutsche Coverband BOY DIVISION (2012).

Anke Kalau

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #136 (Februar/März 2018)

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