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Interviews & Artikel

ROLO TOMASSI

It’s kind of a Jazz thing

Das neue Album „Time Will Die And Love Will Bury It“ der Jazzcore-Band aus Sheffield in einem Satz zu beschreiben, ist eigentlich unmöglich. Vielleicht trifft es „THE DILLINGER ESCAPE PLAN is dead, long live ROLO TOMASSI“ noch am ehesten. Wobei gerade bei diesem Vergleich noch nicht auf die Vielseitigkeit der Band um Sängerin Eva Spence und ihrem Bruder James eingegangen wird. Letzterer erzählt im Interview, wie stolz er auf die Platte ist, und bringt so zumindest etwas Licht ins Dunkel.

James, euer neues Album „Time Will Die And Love Will Bury It“ pendelt zwischen Alternative Rock und brachialem Jazzcore. Welchen der zehn Songs würdest du jemanden vorspielen, den du bei einem ersten Date richtig beeindrucken wolltest?


Oh, das ist eine gute Frage. Vielleicht würde ich „Contretemps“ nehmen, den neunten Track der Platte, da er die vielen unterschiedlichen Seiten unserer Band am besten zeigt, und dass ich auch als Person sehr viel zu bieten habe, haha. In diesem Song wird die Balance zwischen der beruhigenden Wirkung, die unsere Musik tatsächlich manchmal haben kann, und der puren Energie von ROLO TOMASSI sehr gut deutlich.

Ihr habt vor einiger Zeit zugegeben, dass deine Schwester Eva und du anfangs zu schüchtern wart, um in der Öffentlichkeit zu singen. Aus diesem Grund habt ihr euch zum Üben ins Auto gesetzt und dort an euren Schrei-Skills gearbeitet. Auf der neuen Platte sind von Eva nun sogar ein paar Songs mit cleanem Gesang. Kannst du etwas zu der Entwicklung sagen?

Als es mit der Band losging, waren wir noch Teenager, die weder die richtige Schrei- oder Gesangstechnik kannten und auch keinen Ort zum Proben hatten. Beides hat sich in den vergangenen 13 Jahren zum Glück geändert. Wir können uns mittlerweile mehr um die Perfektion oder besser gesagt, das finale Abrunden von Gesangsideen kümmern, anstatt sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob wir die richtigen Töne treffen oder gar genug Luft bis zum Ende des Songs haben.

Hat es sich wie ein Sieg über die eigenen künstlerischen Fähigkeiten angefühlt, als ihr mit der Produktion eines so vielseitigen Albums wie „Time Will Die And Love Will Bury It“ fertig wart? Einen Song wie „Aftermath“ hat wohl niemand von euch erwartet.

Auf jeden Fall, da wir schon sehr lange versucht haben, einen Song wie „Aftermath“ zu schreiben. Die Schwierigkeit war, dass wir unbedingt vermeiden wollten, dass die neuen Tracks gezwungen „neu“ und „anders“ klingen. Erfreulicherweise entwickelte sich während des Songschreibens und später auch während der Aufnahmen alles sehr natürlich. Da wir alle heimliche Fans von melodischer Popmusik sind, hatte das auch einen Einfluss auf uns als Musiker. Früher hätte man das bestenfalls erahnen können, bei „Aftermath“ ist es doch ganz offensichtlich. Er zeigt eine neue, ehrliche Seite von uns, auf die wir stolz sind.

Gibt es so was wie einen Gegenpol zu „Aftermath“ auf der Platte? So etwas wie den schnellsten und brutalsten Song, den ROLO TOMASSI je geschrieben haben?

Nein, so gesehen nicht. Statt die Platte zu sehr durchzukonstruieren, haben wir mehr darauf geachtet, dass die Songs sehr natürlich entstehen. Es gibt hier kein richtiges Gegeneinander. Auch die Lyrics sind sehr persönlich gehalten und es bedurfte für diese Platte keiner großen Kontraste. Natürlich gibt es auf der einen Seite Songs wie eben „Aftermath“, auf der anderen Seite ist da aber zum Beispiel „Rituals“, der direkt im Anschluss folgt und um Einiges anspruchsvoller ist. Ich denke, dass sich die Songs die Waage halten.

Der Albumtitel „Time Will Die And Love Will Bury It“ klingt sehr poetisch. Was steckt dahinter und gibt es einen roten Faden, der sich durch die Songs zieht?

Den Albumtitel haben wir an ein Gedicht von Richard Brautigan angelehnt, auf das wir durch einen Freund gestoßen sind, der T-Shirts damit bedruckte. Ich habe direkt gemerkt, dass dieser Satz etwas mit mir macht, und ich wusste sofort, dass ich unsere nächste Platte so nennen wollte – ohne dass auch nur ein Ton davon geschrieben war. Während der Aufnahmen haben wir dann irgendwie versucht, so etwas wie die Musik zum Gedicht zu schreiben, ähnlich wie bei einem Film. So kommt es dann auch, dass sich die Lyrics konkret auf den Titel beziehen. Vieles dreht sich um Zeit, Liebe, Tod und Trauer. Eben jene Dinge, die sich automatisch ergänzen. So sind wir zuvor noch nie an die Produktion einer Platte herangegangen. Wir haben diese Inspiration auch sehr gut gebrauchen können, da sie irgendwie auch direkt die Richtung vorgegeben hat, in die wir gehen mussten.

Ihr seid vor Jahren mit BIFFY CLYRO auf Tour gewesen. Ihr werdet doch sicher für viele staunende Gesichter gesorgt haben.

Na ja, sagen wir es so: Die Tour war eine wichtige Erfahrung für uns. Da wir es bis dahin gewohnt waren, alles auf D.I.Y.-Art zu machen, war es unglaublich spannend, in diese Rockwelt einzutauchen. Wir haben in sehr großen Hallen und Clubs gespielt, in denen uns kaum jemand kannte. Viele Leute waren offen genug, um sich mit uns auseinanderzusetzen. Schlussendlich hat auch die damalige Tour dafür gesorgt, dass wir den Anspruch an uns selbst und an unsere Musik noch einmal erhöht haben. Wir werden es wohl niemandem immer recht machen können. Darum geht und ging es bei ROLO TOMASSI aber auch nie.

Sebastian Wahle

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #137 (April/Mai 2018)

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