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Kochen ohne Knochen

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Interviews & Artikel

Cover-Ikonen

THE JAM - All Mod Cons (Polydor, 1978)

Ja, die Speerspitze des Neo-Mod hat Humor. „All Mod Cons“, eine gängige Abkürzung für „all modern conveniences“ („alle modernen Annehmlichkeiten“) in britischen Wohnungsanzeigen, als Albumtitel. Pun intended. Auch auf visueller Ebene wird dieses Wortspiel augenzwinkernd aufgegriffen: Die Bandmitglieder verteilen sich ähnlich wie auf der Bühne in einem leeren Zimmer mit Schachbrettmuster(pseudo?)parkett, kahlen geweißten Backsteinwänden und augenscheinlich leicht angegammelter Dachschräge. Frontmann Paul Weller vorne, Gitarrist Bruce Foxton leicht seitlich versetzt dahinter und Schlagzeuger Rick Buckler mittig im Hintergrund. Dazu zwei schmuck- bis trostlose Holzstühle, auf denen sich die optisch leicht modernisierten Mods Weller und Buckler lässig platzieren. Wohlinszeniert das Ganze, die Herren legten durchaus Wert auf Äußerlichkeiten. Sponsoring inklusive, wie Buckler in seiner Biografie „That’s Entertainment“ berichtet: „Paul hatte immer ein hohes Bewusstsein für dieses ganze Mod-Ding und hat für uns Kontakte zu Sponsoren, mit denen wir auf einer Wellenlänge waren, herstellen können. Manche waren Shops aus der Carnaby Street und der angrenzenden Umgebung. Die beiden Hauptsponsoren waren Melandi, die die Hemden und Oberteile stellten, und Shelly’s, die die JAM-Schuhe, also Bowling-, Bühnen und Fahrradschuhe in Schwarz-Weiß oder Rot, Weiß und Blau oder Schwarz und Blau verkauften.“

Hier wurde also in Sachen Aussehen garantiert nichts dem Zufall überlassen. Während Buckler und Weller zwar nach wie vor Bundfaltenhosen tragen, sich aber frisur- und kleidungstechnisch mit Stoffturnschuhen, legereren Lederschuhen und eher punkig kurzen Haaren von einem reinen Sechziger-Revival entfernt haben, hält Foxton an der Ur-JAM-Uniformierung fest und wirkt mit Sakko, den klassisch schwarz-weißen (Mod)Schuhen und Vokuhila wie ein Klon von Ronnie Wood zu FACES-Zeiten. Für die gesamte gestalterische Umsetzung des Artworks waren zwar die Polydor-Hausdesigner Bill Smith und Jill Mumford zuständig, das Coverfoto stammt aber von Peter Gravelle aka Kodick, britischer Punk-Fotograf der ersten Stunde und angeblich auch derjenige, der Sid Vicious den Stoff für seinen finalen Schuss besorgt hat. Die Vinylplatte mit dem blau-weiß-roten Target-Logo als Etikett und die Aufmachung des Innersleeves mit einer Roller-Explosionszeichnung und diversen weiteren Mod-Accessoires lassen keinen Zweifel an dem nach wie vor großen Einfluss von THE WHO, allerdings findet sich in der dort sorgsam angeordneten Ansammlung diverser Memorabilien und Insiderwitzen (Cappuccino anyone?) unter anderem ein „Sounds Like Ska“-Sampler.

Auch der Blick auf die Tracklist mit dem KINKS-Cover „David Watts“ und dem twangigen WHO- und (!) BEATLES Rip-off „It’s too bad“ („So sad about us“ und „She loves you“) lassen andere Tendenzen durchblicken. Was sich in Sachen Songwriting in den in Ray Davies-Manier in Liedform gegossenen erzählten Anekdoten aus dem wahren Leben äußert. Soziale Porträts mit in vielerlei Hinsicht kritischem Unterton: Von einem kleinen Loser mit großer Klappe („Billy Hunt“), einem spießig-langweilige Bürohengst („Mr. Clean“), Möchtegern-Stars („To be someone“), der unreflektierten Übernahme gesellschaftlich vorgegebener Verhaltensmuster („In the crowd“) und auch dem 1978 brennenden Problem des erstarkenden gewaltbereiten Skinheadflügels der National Front („Down in the tube station at midnight“). Oder aber mit hart an der Kitschgrenze tänzelnder sentimentaler Note („English rose“, das weder auf dem Lyricsheet noch der Tracklist auftaucht).

Es entsteht die Blaupause – nicht nur, aber ganz besonders – für den Britpop, ganz hoher UK-Kultfaktor (in den Staaten allerdings kaum bemerkt). Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass „All Mod Cons“ in dieser Form eigentlich nur entstanden ist, weil Polydor die ersten Demos nach dem eher durchwachsenen „News Of The World“ erst einmal abgelehnt hat. Kommerz? „Artistic Freedom. Do what you want / But just make sure that the money ain’t gone“.

Anke Kalau

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #138 (Juni/Juli 2018)

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