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Interviews & Artikel

ODD COUPLE

Luxusproblem-Hitmaschine

Dadaistischer Minimalismus, Psychedelic, Garage, Stoner, deutsche Texte. Passt nicht zusammen? Sehr wohl, sogar sehr gut, wenn man es richtig anstellt, wie ODD COUPLE mit ihrem dritten Album „Yada Yada“ (übersetzt „und so weiter“ oder „blabla“) beweisen. Gitarrist und Sänger Jascha erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der inzwischen zum Trio angewachsenen Hitmaschine.

Stichwort „Trio“ ...


Da fallen mir gerade zwei Sachen ein: Ich finde die Band TRIO großartig, hat uns auch sehr inspiriert. Nicht jetzt erst seit dem dritten Album, bei dem wir selber auch schon zu dritt sind, sondern schon bei unseren ersten beiden Platten war das eine Inspiration dafür, ein paar deutsche Texte mit reinzunehmen. Und Trio natürlich in der Hinsicht, dass wir seit „Yada Yada“ zu dritt sind. Live sind wir schon seit zwei Jahren zu dritt, das hat dann so gut funktioniert, dass Dennis jetzt auch fest am Bass mit dabei ist und mit an den Songs schreibt. War super, einen dritten Mann dabei zu haben. Im Proberaum zu jammen und da von Anfang an ein ganz anderes Fundament zu haben. Wenn man zu zweit ist, ist das schon schwieriger, wenn man nur ein Saiteninstrument für Flächen und so hat.

Apropos TRIO, ich hatte den Eindruck, dass Humor auch für ODD COUPLE eine wichtige Rolle spielt.

Ja und nein. Wir haben alle drei einen ziemlich unterschiedlichen Humor. Wir blödeln auf jeden Fall auf Tour relativ viel herum. Mit unserer Musik ist es uns ernst, aber wir nehmen uns selbst nicht allzu ernst. Ich persönlich schreibe nur wenige Texte für uns, das macht eigentlich alles Tammo, unser Schlagzeuger, aber der hat da schon einen ernsten Grundgedanken. Lustigerweise finden wohl viele unsere Videos witzig. Ja, bei „Haste Strom, haste Licht“ oder „Katta“ kommt das schon so rüber, aber das war nicht unbedingt von Anfang an nur auf Lustigsein ausgelegt. Wenn man so ein Musikvideo dreht, spielt man ja nicht tatsächlich, und in dieser Rolle können wir uns selbst einfach nicht ernst nehmen und blödeln da so ein bisschen rum.

Der Begriff Eklektizismus wird ja regelmäßig mit euch in Zusammenhang gebracht.

Da haben wir uns natürlich schon öfter gefragt, ob das jetzt so positiv gemeint ist. Aber ich kann das schon verstehen, weil wir uns bis jetzt ja überwiegend selbst produziert und tatsächlich nicht großartig einen Filter haben. Deshalb achten wir auch nicht allzu sehr auf einen roten Faden, sondern machen einfach, was wir gerade wollen. Dafür zahlen wir teilweise einen gewissen Preis, weil viele Hörer nicht unbedingt die Geduld haben, sich dann mit allem auseinanderzusetzen und nicht alles wirklich gut finden. Weil wir eben so viele verschiedene Facetten haben. Langfristig könnte sich das aber auch auszahlen, also dass Leute das zu schätzen wissen. Aber einige wollen das weniger, die wollen nur eine Richtung.

Ist das eher eine spontane Angelegenheit?

Nein, das kommt nicht unbedingt spontan zustande, sondern wir geben da schon bis zu einem gewissen Grad vorher eine Richtung vor. Wir überproduzieren uns aber ein wenig selber, weil wir uns nicht zurücknehmen können. Wir legen zwar auch mal fest, irgendwo ein bisschen weniger zu machen, dann habe ich da aber noch dieses Gitarrenriff und da muss Tammo da noch unbedingt diese Synthiemelodie drübermachen. Da limitieren wir uns eben einfach nicht, sondern sagen, ja, okay, machen wir das noch. Dann fangen wir einen anderen Song an, der in eine komplett andere Richtung geht, das lassen wir dann auch zu. Andere Bands limitieren sich da schon krasser, was ich auch cool finde. Mal abwarten, ob es irgendwann dazu kommt. Für uns wirkt es eben bisher irgendwie einfacher, viele Dinge zusammenzuwerfen und zu gucken, was dabei herauskommt, als eine Sache konsequent durchzuziehen. Uns fehlt da schon so ein bisschen die Konsequenz, haha. Wir machen das ja auch schon echt eine Weile und ich hinterfrage das inzwischen gar nicht mehr, sondern mache es einfach aus dem Bauch heraus.

Du hast gerade Effekte erwähnt: Euer Sound hat sich ja schon ein wenig verändert. Was hat sich da in Sachen Equipment getan?

Tammo hat sich ein paar neue Synthies für dieses Album gekauft. Das hört man auf jeden Fall. Dennis hat auch noch ein paar mitgebracht. Wir haben dieses Mal auf Band aufgenommen, das trägt auch noch mal zu einem organischen Sound bei. Ich habe vorher eigentlich die ganze Zeit eine alte Fender Duo-Sonic gespielt und bin jetzt auf eine Gibson Thunderbird umgestiegen. Ich habe wieder relativ viel mit einem Electro Harmonix Memory Man gearbeitet, schlage die Sachen teilweise nicht wirklich an, sondern das wird alles mit einem Delay gemacht. Das war aber auch auf dem vorherigen Album so und ist inzwischen zu einer Art zentralem Teil des ODD COUPLE-Gitarrensounds geworden.

Ihr gehört ja zur Generation der Digital Natives. Macht sich das irgendwie bemerkbar?

Ich muss gestehen, ich höre mehr Musik auf Apple Music als auf meinem Plattenspieler. Obwohl ich natürlich gerne noch Platten kaufe. Wir tun uns aber noch ein bisschen schwer mit diesem ganzen Social-Media-Kram, aber versuchen schon, was in dem Bereich zu machen, weil wir festgestellt haben, dass es doch irgendwie blöd und naiv ist, sich da komplett zu verweigern. Man kann ja auch die Vorteile nutzen und dabei trotzdem authentisch bleiben. Das ist mittlerweile einfach der Weg, Leute problemlos zu erreichen, viele kaufen ja kaum noch Musikzeitschriften. Man kann so auch ein wenig unabhängiger sein und ist nicht mehr von einem großen Label abhängig, das dann große Marketingkampagnen schaltet. Wenn man sich da ein bisschen schlau anstellt, kann man selber über Instagram tausende von Leuten erreichen, das ist natürlich schon ein Vorteil.

Der Do-It-Yourself-Gedanke scheint da schon sehr präsent und wichtig sein.

Ja, absolut. Wir tun uns sehr schwer damit, kreative Prozesse abzugeben. Das „Katta“-Video hat Tammo ja selber geschnitten und die Grundidee hatte ich. Wir haben das dann mit einer befreundeten Kamerafrau gedreht. Das „Yada Yada“-Video mit Wilson Gonzalez hat jemand anderes geschrieben und auch gedreht und das fiel uns erst richtig schwer, das abzugeben. Aber dann haben wir das einfach laufen lassen und waren auch zufrieden mit dem, was dabei herausgekommen ist. Aber an sich werden wir weiter im Do-It-Yourself-Bereich zu Hause bleiben, weil ich auch gar keine Lust hätte, mir von einem Label Vorschriften machen zu lassen. Niemals, haha.

Wobei da ja immer die Gefahr besteht, dass dich das nach und nach auffrisst. Weil du ja doch enorm viel Energie reinsteckst.

Das stimmt schon, das ist ein ziemlich schlecht bezahlter Vollzeitjob, haha. Aber ja, momentan geht es noch. Da muss man gucken, wie man jetzt den nächsten Schritt angeht und mit welchen Leuten man zusammenarbeitet. Eigentlich macht das schon Spaß, so wie es ist.

Und wenn ihr jetzt wirklich das große Angebot bekommen würdet?

Ich habe ja eine Ausbildung bei einer Plattenfirma gemacht und weiß da schon ein bisschen Bescheid. Wenn sie dich alles entscheiden lassen, müssen sie schon sehr an dich glauben. Von daher bin ich da nicht naiv, wenn jetzt ein Major ankommen würde und sagen würde, wir bringen euch groß raus, haha.

Wie hat man sich die Aufnahme eines ODD COUPLE-Albums denn vorzustellen?

Bei unseren letzten beiden Alben hat Tammo die Produktion übernommen und hat da einen super Job gemacht. Das ist erst das zweite oder dritte Album, das er aufgenommen hat. Klar, dass dann jedes neue Album von der Qualität der Produktion her besser wird und das schon einen Unterschied macht, wenn man gleich mit einem professionellen Produzenten zusammenarbeitet. Aber mir macht das auf jeden Fall Spaß, auch da unabhängig bleiben zu können. Ansonsten nehmen wir relativ schnell auf. Tammo nimmt sich schon ordentlich Zeit beim Mixen. Wir haben dieses Mal, weil wir zu dritt waren, ja wirklich alles auch live einspielen können und haben dann später nur noch ein paar Overdubs gemacht. Wir waren im Oktober im Studio, haben aufgenommen und die Master haben wir im Dezember abgegeben.

Und ihr habt das dann aus dem Handgelenk heraus „Yada Yada“ getauft?

Das war eine wirklich schwere Geburt. Bei „Flügge“ stand das von Anfang an fest, schon bevor wir überhaupt ins Studio gegangen sind. Bei diesem Album hatten wir aber tierische Probleme, etwas Passendes zu finden, erst im Januar ist da eine Entscheidung gefallen. Als uns aufgefallen ist, dass wir ja ausschließlich über First World Problems singen.

Anke Kalau

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #138 (Juni/Juli 2018)

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