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Interviews & Artikel

RAMONES

40 Years Over Germany

Der 11. September 1978 – ein denkwürdiges Datum. Die RAMONES spielen zum ersten Mal ein Konzert auf deutschem Boden. Endlich haben auch die deutschen Fans die Möglichkeit, die Band live zu sehen, nachdem die RAMONES 1976 und 1977 bereits Shows in England, der Schweiz, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Finnland und Schottland gespielt hatten. Wir sprechen mit drei RAMONES-Fans der ersten Stunde, um das vierzigjährige Jubiläum zu würdigen. Eckart „Ecki“ Kurtz von den HAMBURG RAMÖNES, der Fotograf Lothar Felkel und Gerhard Seckler von der Band GENERATION N berichten von einem beindruckenden Konzert in der Markthalle Hamburg. Und Lothar steuert zur Erinnerung noch einige Originalfotos bei. Gabba Gabba Hey!

Ihr wart beim ersten RAMONES-Konzert auf deutschem Boden dabei. Das Konzert scheint nachhaltig Eindruck bei euch hinterlassen zu haben, denn vierzig Jahre später seid ihr immer noch begeisterte Anhänger der Band.

Ecki:
Die unglaubliche Power der RAMONES hat mich damals komplett umgehauen, es war eine fast spirituelle Erfahrung! Ich war gerade 19 Jahre alt und so etwas hatte ich noch nie gesehen! Allein die Optik mit dem langen Joey in der Mitte, alle Mann in Lederjacken, Jeans und Turnschuhen. Man konnte sich gar nicht sattsehen an all den vielen Posen, die Johnny, Joey und Dee Dee ständig anboten. Sie hatten wirklich eine Choreografie! Dazu der massive Sound, diese unglaubliche Energie und der berühmte Dampfwalzen-Effekt, der sich durch das Spielen fast ohne Pausen ergab – einmalig! Für mich stand sofort außer Frage: das ist meine Band! Und so ist es, mit einigen kleineren Aussetzern in den Achtzigern, bis heute auch geblieben. Ich war tatsächlich einer von denen, die nach ihrem ersten RAMONES-Konzert selbst eine Band gegründet haben.

Gerhard: Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bei dem Konzert in Hamburg gar nicht mit dabei war, da ich damals das Geld für die Fahrt nicht aufbringen konnte, aber mehrere enge Freunde fuhren hoch nach Hamburg und berichteten mir ausgiebig. Ein unglaublicher Fehler, da hätte ich besser meine Gitarre verkaufen und mitfahren sollen. Allerdings war ich bei der zweiten Deutschland-Tour der RAMONES in München dabei und konnte die Band backstage kennen lernen. Der Beginn einer langen Freundschaft, die mich bis heute prägt.

Lothar: Es war von den ganzen Umständen her für mich alles andere als ein normales Konzert. Mit selbst gemachten RAMONES-T-Shirts haben wir uns zu viert am Vortag des Konzertes aufgemacht nach Hamburg. Wir hatten bis dahin auch keine Karten. Unsere erste Station war deshalb auch die Markthalle, wo wir uns Tickets kaufen wollten. Der Veranstalter meinte, dass wir zum Konzert umsonst rein könnten, weil sie nicht genügend Roadies, Beleuchter und Aufbauhelfer haben. Gage und alles Weitere sollten wir mit der Band selbst ausmachen. Auf die Frage, ob die Band schon in Hamburg sei, kam nur die kurze Antwort, dass sie noch in der Luft sind. Also ging es sofort zum Hamburger Flughafen. Nach kurzem Warten sind die RAMONES dann auch gelandet und waren sehr erfreut, dass sie am Flughafen von deutschen Fans empfangen werden. Am nächsten Tag trafen wir die Band vor dem Soundcheck und sie machten alle einen gelösten, unkomplizierten und freundlichen Eindruck. Alle unsere Fragen und Autogrammwünsche wurden erfüllt. Jeder von uns konnte sich als Gage für die Mithilfe ein RAMONES-T-Shirt aussuchen. Und das Beste war, dass wir beim Soundcheck dabei sein durften. Dort spielten sie „Needles and pins“, was am Abend aber dann nicht im Set war. Alle meine Vorstellungen wurden durch das Konzert weit übertroffen, ich wurde schier überrollt von so viel geballter Power, so etwas hatte ich bis dahin nicht erlebt. Alle unsere Lieblingssongs wurden gespielt. Keine langweiligen minutenlangen Soli wie bei anderen Bands. Auch Joey verzichtete auf die damals typische Publikumsanmache. Nur ein kurzes 1-2-3-4 und es folgte Song auf Song. Nach einer Stunde war alles vorbei. Zu der Zeit konnte keiner von uns ahnen, welchen wichtigen Platz die RAMONES mal in der Musikgeschichte einnehmen würden.

Wie seid ihr überhaupt auf die Band aufmerksam geworden? Kanntet ihr schon die ersten Alben der Band?

Lothar:
Im Herbst 1976 war das erste RAMONES-Album „LP der Woche“ in der Bravo. Ich habe es mir daraufhin gekauft – und der Sound war komplett anders als das, was ich mir zu dieser Zeit anhörte.

Ecki: Vor dem Auftritt kannte ich die ersten beiden Alben, aber das Konzert hat meine Begeisterung dann noch einmal auf ein komplett neues Level gehoben! Dazu trugen auch die vielen Berichte in englischen Musikzeitungen bei, in denen die RAMONES zu dem Zeitpunkt noch als das achte Weltwunder gefeiert wurden.

Gerhard: Ich habe mir alle LPs der RAMONES als Importscheiben sofort nach dem Erscheinen gekauft und diese haben mich motiviert, sie endlich live zu erleben. Zudem haben mir meine Freunde über die beeindruckende, kompromisslose 1-2-3-4 Live-Wall-of-Sound der RAMONES berichten können.

Wie wurde die Band in Hamburg vom Publikum wahrgenommen, grenzenlose Begeisterung oder ungläubiges Kopfschütteln?

Ecki:
Es war eine Mischung von beidem. Ich hatte bis damals schon ein paar Punk-Konzerte gesehen, aber diese Präzision, das Bühnen-Design mit dem Eagle-Logo und natürlich auch die vielen unglaublichen Songs machten die RAMONES zur besten Band der Welt. Nach dem Auftritt waren wir alle platt, physisch wie psychisch. Und glücklich – es war ein unwirkliches Erlebnis.

War dem Publikum damals schon die pop-kulturelle Bedeutung von Band und Konzert bewusst?

Ecki:
Von popkultureller Bedeutung hatten wir natürlich keine Ahnung, in diesen Dimensionen hat niemand gedacht. Aber dass es ein außerordentliches und äußerst inspirierendes Konzert war, ist ganz sicher niemandem entgangen!

Gerhard: Für mich waren die RAMONES seit dem ersten Hören ein Meilenstein und motivierten mich, wieder Gitarre zu spielen, nachdem ich diese in eine Ecke gestellt hatte, als ich bemerkte, wie schwierig es war, SLADE-Songs zu spielen. Damals hatten wohl die meisten Leute die Schnauze extrem voll von dem ewigen Gefiedel der damaligen Live-Acts und Plattenindustriebands. Insofern waren die RAMONES auch etwas ganz anderes als die damals aktuellen Bands und für mich eine sehr große Nummer. Jedoch habe auch ich nicht daran geglaubt, dass es die RAMONES noch so lange geben wird und sie ihrem Sound treu bleiben würden und schon gar nicht an ihre popkulturelle Bedeutung.

Axel M. Gundlach

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #139 (August/September 2018)

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