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Interviews & Artikel

31 Jahre später: DIE GOLDENEN ZITRONEN - Porsche Genscher, Hallo HSV (Weser Label, 1987)

DIE GOLDENEN ZITRONEN gehören zweifelsfrei zu den wichtigsten und kreativsten politischen Popbands hierzulande. Das war um 1985 natürlich nicht absehbar. Ihr künstlerisches Credo allerdings inspirierte bereits das Frühwerk der Band, das sich den szeneüblichen Konventionen, wie Punk zu sein habe, konsequent entzog. Das 1987 auf dem Weser Label erschienene Zitronen-Debütalbum „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ klingt beim ersten Hören nach naivem Easy Listening für vom alltäglichen Straßenkampf entkräftete Polit-Punk-Revoluzzer. Als ich die Platte als 16-Jähriger 1991 das erste Mal hörte, ging bei mir sofort diese Fun-Punk-Schublade auf. Später habe ich dann erkannt, dass ich damit zwar gar nicht so falsch lag, dass „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ allerdings die erste und zugleich auch eine der letzten, mit intelligentem Songwriting überzeugenden Fun-Punk-Scheiben war, bevor das hochnotpeinliche „Festival der Volxmusik“ sämtliche diesem Genre zugewiesenen Platten per se unhörbar machte. Das Konzept der ursprünglich 16 Songs umfassenden LP „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ lautet: Spaß haben. Es ist aber eben nicht dieser später populäre plumpe, testosterongetragene, häufig sexuell diskriminierende und Drogenmissbrauch verherrlichende Fun-Punk à la DIMPLE MINDS, den die DIE GOLDENEN ZITRONEN spielen. Die Band aus Hamburg gefällt sich auch nicht in maskuliner Härteinszenierung. Vielmehr halten DIE GOLDENEN ZITRONEN auf subtilere Art der eigenen Szene einen Spiegel vor: textlich und musikalisch. Gegen den Trend der Zeit handeln die Songs von typischen Coming-of-Age-Themen: erste Liebe, Freundschaft, die Routinen des Alltags, Langeweile, Drogen, aber auch von Freude am Leben. „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ ist das Rockabilly-Album unter den deutschen Punk-Platten. Das von Rodrigo Gonzales gespielte Banjo verleiht dem Album zudem eine tragende Cowpunk-Atmosphäre. Von diesem Konzept weichen die ironisch-schnulzige Schlagerballade „Ich vermiss dich“ und die nicht weniger ironisch zu verstehende nach Hardcore klingende „Punklektion“ ab und bestätigen als Ausnahmen auf „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ doch die Regel: das Spiel mit den musikalischen Genres verstärkt die Wirkung des Spiegels, dessen Inschrift wie der Titel des definitivsten Songs der Platte lauten könnte – „Für immer Punk!“. Eine Punkrock-Allstar-Hymne für die Ewigkeit, deren Zustandekommen zeigt, dass die Kritik von DIE GOLDENEN ZITRONEN auch von jenen geteilt wurde, die sich davon eigentlich angesprochen fühlen sollten.

Salvador Oberhaus

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #140 (Oktober/November 2018)

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Was an MR. IRISH BASTARD so schön und angenehm ist? Ganz einfach: Die Münsteraner brauchen für ihre Platten keinen vierzig Minuten langen Rammbamm mit Irish-Folk-Versatzstücken, um Folkpunk zu machen. Sie fahren konsequent die POGUES-Schiene. Und ... mehr