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Interviews & Artikel

DIRTY NIL

Ein schmutziges Nichts?

Sich in Kanada einen Namen gemacht zu haben bedeutet in Europa rein gar nichts. Also machten sich THE DIRTY NIL aus Dundas, Ontario vor zwei Jahren auf die Reise und begannen, mit dem Debüt-Album „Higher Power“ (Dine Alone) im Rücken vor Ort Überzeugunsgarbeit zu leisten, fassten 2017 ihre zahlreichen Singles auf „Minimum R&B“ (Fat Wreck) zusammen und haben nun mit „Master Volume“ ihr zweites Album raus. Sänger/Gitarrist Luke gab dazu Auskunft.

Die lahme Frage nach dem Namen zuerst: Ich bin mir sicher, dass viele Leute hier in Deutschland denken, dass sich euer Name auf den Fluss Nil bezieht, während „nil“ eigentlich ein anderes Wort für die Zahl Null ist. Und warum ist es schmutzig?


Wir kennen diese Namensverwechslung natürlich schon. Warum also ein schmutziges Nichts? Na ja, weil es unsere Eltern gestört hat, als wir mit 16 Jahren auf die Bandidee kamen. Sie haben ihrer Besorgnis Ausdruck verliehen, sobald wir sie erwähnten. Und ältere Menschen aufzuregen, war sicherlich eines unserer ersten Ziele als Band.

Es gibt laufend Diskussionen über die Zukunft des Albumformats in der Musikwelt, und es scheint – oder schien –, als hättest du darauf bereits geantwortet: zehn Jahre gibt es die Band, ein Album vor zwei Jahren, tonnenweise Singles, jetzt ein neues Album. Also ... warum?

Wir veröffentlichen 7“s schon seit einer ganzen Weile, vor allem als Spiegelbild unserer damaligen finanziellen Mittel. Wir schrieben ein paar Songs, nahmen sie auf, haben die 7“s gepresst, verkauft und mit den Einnahmen gleich die nächste Single finanziert. Als die Leute auf uns aufmerksam wurden, entschieden wir uns, in Richtung eines Albums zu gehen, um eine Fanbasis aufbauen zu können, die einen Release in voller Länge begrüßen würde und eine Infrastruktur, um es ordentlich abzusichern. Wir sind mit Punkrock-Singles aufgewachsen und haben ein nostalgisches Verhältnis zu diesem Format. Die 12“ respektive LP hat natürlich auch einen Platz in unserem Herzen. Man sollte aber nur dann eine veröffentlichen, wenn es sich richtig anfühlt.

Irgendwer hat eure Musik als „Vintage-Rock’n’Roll“ beschrieben, was ich für interessant halte. Ja, es gibt diesen „klassischen“ Rock-Touch bei einigen Songs, aber im nächsten Moment heißt „pedal to the metal“ und es wird wirklich intensiv. Das Stück „Evil side“ auf dem neuen Album ist ein gutes Beispiel dafür. Also Punkrock oder Classic Rock, NOFX oder Bryan Adams?

Alles! So klischeehaft es auch klingen mag, Genregrenzen und -namen sind für uns langweilig. Natürlich arbeiten wir überwiegend in der Besetzung Gitarre/Bass/Schlagzeug, aber darüber hinaus sind wir offen für alles. Hier ein bisschen MINOR THREAT, dort ein bisschen QUEEN. Wir sind aber keine Retro-Band wie GRETA VAN FLEET oder WOLFMOTHER, wir klauen viel vielseitiger als die. Solange es reinhaut, tut es das unabhängig davon, unter welches Banner man uns stellt – und das klauen wir am Ende auch.

Auf dem Cover von „Master Volume“ sind zwei Regler zu sehen, die auf zehn stehen, oder auf elf? Ist das ein Sinnbild für deine Musik, deine Band, deine Einstellung?

Das ist eigentlich nicht das Cover, es war ein Platzhalter für unseren Soundcloud-Link und im Grunde ein Insider-Witz. Das eigentliche Artwork zeigt einen lächelnden Sensenmann. Für mich schwingt bei dem Titel „Master Volume“ ein deutlich düsterer Unterton mit, seine Bedeutung geht weit über die Bezeichnung einer Verstärkereinstellung hinaus. Es geht viel um Tod auf dem Album, zumeist serviert mit einem Lächeln. Das ist wohl Galgenhumor, zumindest in meinen Augen.

Ihr habt in den letzten Jahren mehr als 350 Shows gespielt hast. Was tut ihr, damit das nicht irgendwann zu reiner Routine wird? Und wie überstehst man das körperlich?

Der Schlüssel ist, Spaß an der Musik zu haben. Wir schreiben zu unserem eigenen Amüsement ständig neue Lieder. Wir nehmen einen Harry Nilsson-Song und stellen uns selbst vor die Herausforderung, daraus eine Metal-Nummer zu machen, oder nehmen irgendeinen brandneuen Song von den Kollegen und machen ihn zu unserem eigenen. Rock’n’Roll ist scheiße, wenn es nicht vorangeht. Wenn du das gleiche Set immer und immer wieder spielst, kannst du gleich eine Nummern-Revue in Las Vegas aufmachen, da ist keine Spur mehr von Gefahr. Und körperlich? Nun, wir haben alle unterschiedliche „Angewohnheiten“, aber letztlich ist uns bewusst, wie wichtig es für eine Band ist, gesund zu bleiben. Rock’n’Roll ist scheiße, wenn du dich verkatert und aufgebläht fühlst, es macht mehr Spaß, wenn du in Topform bist und auf der Bühne ablieferst. Deswegen nutzen wir lieber die Konzerte, die wir spielen, um das Leben zu genießen. Man muss es irgendwie ausgleichen, aber auf Tour hat der Auftritt Vorrang vor allen anderen. Und wenn die Show gut war, macht auch alles andere mehr Spaß.

Wie sieht deine Überlebensstrategie auf Tour aus: Sport? Spiele? Bücher?

Für mich: Bücher über Konflikte, Podcasts über Morde, Vintage-Gitarrenläden, regelmäßig gutes Workout, sehr viel schreiben. Fit und produktiv zu bleiben, das ist die Hauptsache. Müßiggang ist aller Laster Anfang.

Die Titelstory dieser Ausgabe sind eure kanadischen Landsleute FUCKED UP. Möchtest du ihnen was sagen?

Cool! Ich würde Damien liebend gerne wissen lassen, dass der Schrei am Anfang von „Son the father“ mit das Beste ist, was jemals aufgenommen wurde. Danke.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #140 (Oktober/November 2018)

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