Interviews & Artikel : DIRT BOX DISCO :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

DIRT BOX DISCO

Alberne Köstüme und Liebeslieder

Zoli Téglás von IGNITE sagte einmal im Zuge seiner vorübergehenden Aushilfstätigkeiten bei den MISFITS scherzhaft, dass echte Männer auf der Bühne kein Make-up benutzen und sich nicht kostümieren. Bis in die britischen Midlands hat sich das offenbar nicht herumgesprochen. Seit 2010 touren sich DIRT BOX DISCO vom lokalen Tipp zur festen Instanz beim Rebellion Festival und damit in den Fokus der britischen Punkrock-Community. 2018 passiert eine Menge, das siebte Album „Immortals“ und eine Art Best-Of-Album der ersten sechs Longplayer kommen heraus. Nachdem in Ox #138 Gitarrist Spunk Volcano bereits etwas zu seinem parallel zu DIRT BOX DISCO laufenden Projekt SPUNK VOLCANO AND THE ERUPTIONS erzählt hat, beantwortete diesmal sein Bruder und Schlagzeuger Maff Fazzo Fragen zur aktuellen Lage der Band und der Insel im Allgemeinen.

Maff, kannst du ein wenig zu eurer Entstehungsgeschichte erzählen?


Wir haben DIRT BOX DISCO ohne große Erwartungen gegründet, Spunk und ich waren gelangweilt von einem sicheren und normalen Leben. Wir wollten etwas Verrücktes machen. Also dachten wir, komm, wir verkleiden uns! Natürlich haben das schon etliche Bands vor uns gemacht, aber nicht im Dirt Box-Stil. Die restlichen Bandmitglieder haben wir bei anderen Bands gefunden, die wir mochten. Danny Fingers und Chris Deadbeatz spielten bei DANNY & THE DEADBEATZ, und Weab bei KID KLUMSY, wo er noch heute ist. Spunk und ich haben auch schon vorher Projekte zusammen gehabt: INC DETERANT, SHAPES OF ANGELS, SWARM OF LEAD. Die kennt natürlich niemand, aber dort haben wir unser Handwerk gelernt!

Alberne Kostüme, anzügliche Namen – und teils ernste Texte und Liebeslieder. Wie passt das zusammen?

Nicht im Geringsten! Spunk ist ein völlig Irrer! Aber er schreibt mit Herz. Seine Texte schlagen dir ins Gesicht, treten dir in den Arsch oder treffen dich mitten ins Herz. Je nachdem, wie du dich gerade fühlst. Wir verkörpern beides, den Wahnsinn und das Gefühl. Du musst dich nur darauf einlassen, um DIRT BOX DISCO komplett zu verstehen. Kostüme sind nur ein visueller Anreiz. Ich liebe Bands mit Effekten im Allgemeinen und insbesondere KISS. Kostüme und eine überdrehte Show? Ich bin dabei! Oder nimm Alice Cooper, geht es überhaupt noch besser?

KISS haben ihre Masken nach einigen Jahren fallen lassen, um ihr Comic-Image abzulegen. Ist das irgendwann mal eine Option für euch?

Nein, das werden wir nicht machen. Obwohl ich auch diese Ära von KISS mag. Sie hatten immer noch Charisma und gute Songs. KISS in Kostümen sind wie Superhelden! Gigantisch und spektakulär.Und einen eigenen Comic zu haben, ist doch der Wahnsinn! Ich würde ausrasten, wenn wir einen hätten.

2018 kam „Immortals“ raus und kurz darauf ein Best-Of der ersten sechs Alben. Hattet ihr Angst, dass eure Fans den Überblick verlieren?

Nein, wir wollten unsere Fortschritte als Band einfangen und mit „Hooray! Hooray!“ ergibt sich die Möglichkeit, unser wichtigstes Live-Repertoire schnell zugänglich zu machen. Das macht es für Leute, die uns neu entdecken, leichter. Unser neues Team in Deutschland mit Cliffs Edge und Solar Penguin arbeitet sehr hart daran, die Band und die Platte in Mitteleuropa zu promoten.

Ich mag euren Song „Working for wankers“. Was war der schrecklichste Job, den du bisher hattest?

Hausmeister bei Marks & Spencer. Erbrochenes aufzuwischen war immer ein großes Vergnügen, haha. Jetzt bin ich selbstständig, also arbeite ich zum Glück heute nicht mehr für irgendwelche Wichser. Hurra!

Auf „Immortals“ gibt es zwei Tracks, in denen Tonträger eine Rolle spielen, nämlich „Box set addict“ und „Box of tapes“. Welches Format bevorzugst du?

Ich höre am häufigsten CDs. Ich liebe aber immer noch Vinyl und schaue mir gerne die Coverartworks an, das ist schon besonders. Tapes habe ich keine mehr, sie sind dann doch zu anfällig. Aber jeder hat doch irgendwo noch eine Kiste voll davon, oder? Als Band machen wir uns darüber keine allzu großen Gedanken. Ausschließlich digital zu veröffentlichen oder auf Spotify zu streamen, kommt für uns allerdings nicht in Frage.

Wäre die Abstimmung über den Brexit anders ausgefallen, wenn die Briten im Vorfeld den Text eures Songs „Imaginary friend“ beherzigt hätten: „When it all comes down and falls apart and life’s just not that great / It’s a lack of communication, you forgot to communicate?“

Brexit, schon der Begriff klingt wie ein verdammter Frühstückskeks. Und ein beschissener noch dazu! Wenn die Briten die Texte von DIRT BOX DISCO verinnerlichen würden, könnten sie dem Untergang oder zumindest der Dunkelheit des Alltags entfliehen oder ihm wenigstens entspannter entgegensehen, haha. Alles ist heutzutage so ernst. Der Brexit ist so ernst. Ich denke, die meisten Menschen sind Opfer eines Mangels an Kommunikation. Auch in den Medien. Eine Rückkehr zu einer ehrlicheren und sachlicheren Herangehensweise an Politik wäre hilfreich. Spielen DIRT BOX DISCO dabei eine Rolle? Höchstens als Flucht, nicht als ein Heilmittel. Wir als Band unterstützen den Brexit nicht. Es sieht nicht so aus, als ob wir uns damit einen Gefallen tun, erst recht nicht als tourende Musiker. Der Brexit in dieser Form wird ein Chaos, und wir hoffen nur, dass wir auch weiterhin auf dem europäischen Festland touren können. Keiner kann momentan sagen, in welcher Form oder mit welchen Einschränkungen das ablaufen wird.

Daniel Schubert

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #141 (Dezember/Januar 2018)

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