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Interviews & Artikel

SPACE CHASER

Aliens und Party

Mit ihren beiden erstklassigen Platten „Watch The Skies“ (2014) und „Dead Sun Rising“ (2016), dem aktuellen Split-Album mit DISTILLATOR, tollen Videos sowie unzähligen Live-Shows und dem von der Band ausgerichteten Space Fest machen die Berliner Thrash-Metaller SPACE CHASER seit einigen Jahren massiv auf sich aufmerksam. Drummer Matthias, der nebenbei auch bei ZSK trommelt, beantwortete uns ein paar Fragen.

Matthias, beim Stichwort Thrash Metal denke nicht unbedingt zuerst an Berlin. Außer uralten Bands wie VELLOCET, POSTMORTEM und aktuell INDIAN NIGHTMARE fallen mir da keine weiteren ein. Liege ich da falsch?


Das ist schon richtig. Ich wüsste jetzt auch nur noch DISASTER AREA und DEPRESSIVE AGE. Wenn Harris Johns sein Music Lab Berlin-Tonstudio nicht hier gehabt hätte, wäre vermutlich gar nichts passiert. Berlin war eine Punk- und Hardcore-Stadt, und als Punk angefangen hat, noch schlechter zu riechen, wurde Techno draus und daran hat sich bis heute noch nichts geändert. In Berlin haben einige große Metalbands zwar ihre Platten aufgenommen, aber ein Szeneliebling war die Stadt wirklich nie.

Wie seid ihr zu This Charming Man gekommen, das ja doch eher ein Punk/Hardcore-Label?

Durch meinen Freund Christoph Lindemann von KADAVAR, und er hat mir erzählt, dass sie bei TCM veröffentlichen. Ich kenne Chris Weinrich von TCM auch schon ziemlich lange, weil ich mal kurzzeitig bei MÖNSTER getrommelt habe und wir öfter mit seiner alten Band gespielt haben. Na ja, Christoph hat ihm unser Demo in die Hand gedrückt und soweit ich weiß, war ausschlaggebend, dass der Green Hell-Chef so krass davon begeistert war und ihm dringend dazu geraten hat, etwas mit uns zu machen. Seitdem macht er ja relativ viel Metal wie ANTIPEEWEE oder auch die erste Platte von PRIPJAT.

Wie kam euch die Idee zum Space Fest? Das geht ja auch schon in die vierte Runde.

Das haben wir uns damals ausgedacht, nachdem wir so oft Beschwerden von Berliner Metalfans bekommen haben, dass wir zu oft in unserer Heimatstadt spielen würden. Daraufhin haben wir uns überlegt: Okay, dann gibt es uns in Berlin eben nur noch dieses eine Mal im Jahr, dafür wollen wir das aber richtig groß aufziehen. Wir fragten unsere Freunde PRPJAT, ANTIPEEWEE und DUST BOLD, ob die bei sich zu Hause auch so etwas machen würden. Oldschool einfach, wenn’s keiner für dich macht, dann mach einfach selber. Außer dem Space Fest ist aber leider nichts übergeblieben, was eigentlich sehr schade ist.

Textlich geht es bei euch hauptsächlich um Aliens und so ein Zeugs. Warum? Thrash Metal war doch früher eher sozialkritisch.

Na ja, da wurde ja bereits alles gesagt, oder nicht? Wir interessieren uns alle sehr für SciFi und Astrophysik und außerdem passt es auch besser zum Bandnamen. Wir beziehen stets ganz klar Stellung und sprechen uns immer klar gegen rechts aus, was ja vor allem in der Metal-Szene echt wichtig ist, da zu viele Leute und Bands sehr merkwürdige Ideale vertreten, aber in unseren Texten lassen wir das bewusst außen vor. Auf der ersten Platte drehte sich noch alles ums Saufen, Aliens und Party, spätestens mit „Dead Sun Rising“ wurde es doch schon ernster und „düsterer“, wenn man so will.

Du trommelst ja auch bei ZSK. Wie oft müssen SPACE CHASER da zurückstecken, was eure Planung anbelangt?

Das passiert schon manchmal, aber dann muss entweder ein anderer Termin gefunden werden oder wir aktivieren einen Ersatztrommler. Bisher hatten wir aber echt viel Glück, muss man sagen.

Und beeinflusst euch das musikalisch?

Gute Frage. Ich glaube eher nicht. Vielleicht sogar eher anders herum. Also nicht im Songwriting, sondern eher durch die Tatsache, dass ich einfach Metal-Drummer bin. Ich habe schon einen Punk/Hardcore-Hintergrund, aber in erster Linie bin ich Metal-Drummer. Ich spiele, glaube ich, manche Dinge anders, als es ein Punk-Schlagzeuger tun würde. Wenn es so etwas überhaupt gibt wie einen Punk-Schlagzeuger. Aber da ich ins Songwriting bei SPACE CHASER ganz anders involviert bin als bei ZSK, glaube ich, ist das auch schon alles. Es ist eben ein komplett anderer Sound.

Wer hat eigentlich den NEGATIVE APPROACH-Song für das Split-Album mit DISTILLATOR ausgesucht?

Den habe ich vorgeschlagen und alle fanden das geil. Wir haben auf dem Sauzipf-Festival in Kärnten zusammen mit NEGATIVE APPROACH gespielt und bei „Tied down“ sind wir alle zusammen komplett ausgerastet, daher fand ich, man könnte den mal spielen.

Wie kam es überhaupt zu diesem Split-Album?

Ursprünglich hatten wir die Idee, zum letztjährigen Space Fest eine Split-7“ mit INSANITY ALERT zu machen, die konnten aber nicht, weil sie gerade eine neue Plattenfirma hatten. DISTILLATOR hatten die wohl auch angefragt und dann haben die einfach uns kontaktiert. TCM wollte sowieso schon länger was mit denen machen und so war das schnell entschieden. Coole Band, die wie wir auch noch echt was vorhat, aber nicht gerne die Rechte am eigenen Zeug hergeben möchte. Es sollte wirklich mehrere solche Bands geben, vielleicht würden diese ganzen großen Labels endlich mal ihre Politik ändern.

Wie viel DIY steckt in SPACE CHASER? Macht ihr noch alles selber?

100%. Wir machen alles selber. Das Booking, den Merch, einfach alles. Natürlich nicht das Label, aber das versteht sich ja von selbst, so etwas kann eine Band nur sehr schlecht alleine stemmen. Aber auch da haben wir fast Narrenfreiheit und keinen Knebelvertrag oder Ähnliches. Wir können machen, was wir wollen, haben stets alle Rechte an unserer Musik und so weiter. Darauf lassen sich große Labels einfach nicht mehr ein. Bislang haben wir noch niemanden gefunden, der uns das so abnimmt, dass wir einen Vorteil davon haben. Meistens waren die Angebote totaler Quatsch. Wir haben vor allem mit Bookern sehr oft negative Erfahrungen gemacht. Wir versuchen einerseits natürlich immer, alles sehr viel professioneller aussehen zu lassen, machen aber andererseits kein Geheimnis daraus, dass hinter all dem nur ein paar Schluckspechte aus Berlin stecken.

Berlin ist ja auch ein großes Opfer der Gentrifizierung. Inwieweit betrifft euch das als Band? Bricht die Szene weg, gibt es weniger Auftrittsorte?

Ein prominentes Beispiel ist der Knaack-Klub. Da wurde nebenan ein Wohnhaus gebaut und dann haben sich die Mieter massiv über nächtlichen Lärm beschwert, bis es Ende 2010 soweit war und die Location geschlossen werden musste, da die Lautstärke im besagten Wohnhaus maximal 25 dB betragen durfte. Und das nach über fünfzig Jahren Bestehen! Ich habe aber gelesen, dass das Knaack wieder eröffnet werden soll. Na mal sehen. Ansonsten ist das Thema Lärm bei vielen Kneipen und Clubs natürlich seit jeher ein Dauerbrenner. Bis jetzt haben sich aber viele einschlägige Läden halten können, ist mein Eindruck, und wir als Band spüren die Folgen eher weniger.

Ihr habt auch einige professionelle Videos gemacht. Wie wichtig sind solche Clips heute?

Enorm wichtig. Das sind deine Werbeclips. Dadurch gewinnt man Fans, und Veranstalter werden auf einen aufmerksam. Ist auch super einfach für Magazine und dergleichen, einfach einen Link mit einem Video unter dem Bericht oder das Review zu posten. Durch gute Videos bleibt es unter Umständen einfach besser hängen. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass man keinen Scheiß macht. Also lieber kein Video als irgendwas Belangloses. Wir haben großes Glück, dass unser Freund Lucas ein professioneller Filmemacher ist und gerade mit seiner Firma Peregrine Films richtig durchstartet. Angefangen hat er mit Skater-Videos und war selber auch lange Profiskater. Der hat uns nach einem Konzert im SO36 mit KADAVAR auf der Aftershow-Party im Suff angelabert, er würde ein Video für uns machen wollen, weil er unsere Show einfach cool fand. Als wir dann tatsächlich eines brauchten, haben wir uns direkt bei ihm gemeldet. Es ist immer wahnsinnig stressig und kostet uns auch immer einen Haufen Kohle, aber das ist es meiner Meinung nach definitiv wert.

Guntram Pintgen

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #141 (Dezember/Januar 2018)

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