Interviews & Artikel : MACSAT :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

MACSAT

Das Salz in der Ska-Punk-Suppe

Dass der Grafikkünstler Claas König, seines Zeichens Ex-Sänger von den RAMPIRES und zudem Labelboss bei Ring Of Fire Records, bereits im letzten Jahr mit „Schnaps & Liebe“ sein Debüt mit seiner neuen Band MACSAT gab, lief an mir fast gänzlich vorbei. Doch nun bin ich an Bord in Sachen Ska-Punk-Quintett aus Münster. Denn die neue Scheibe „Badaboom“ überzeugt komplett, und das nicht nur wegen der Gastsänger, etwa von DRITTE WAHL, THE MOVEMENT, THE BUSTERS, HUDSON FALCONS und noch weiteren fünf (!) Mikrofontätern. Es war also mal an der Zeit, mit Claas darüber zu talken.

Claas, der Opener „Rhythm & booze“ geht mir mit seinem Refrain nicht mehr aus dem Kopf. Vor allem die Zeile „I want to live a million ways“ ist stark. Bist du ein Mensch, der sich auch an Kleinigkeiten so richtig erfreuen kann?


Auf jeden Fall! Diese Kleinigkeiten sind doch oft das Salz in der Suppe. Was gibt es Schöneres, als ein Bier mit guten Freunden, ein herzhaftes Lachen deines Kindes oder ein toller Song im Radio, den man so richtig laut aufdreht. Bei „Rhythm & booze“ geht es darum, wie viel Freude es mir bereitet, einfach mit meinen Jungs Musik zu machen, im Proberaum, im Studio oder auf irgendeiner Bühne.

Besonders auffällig bei deinen Artworks ist immer wieder die markante Farbe Orange. Was bedeutet sie für dich konkret?

Irgendwie hat sich Orange wohl leise von hinten bei mir angeschlichen und nicht wieder losgelassen. Es ist eine warme und positive Farbe und aus grafischer Sicht knallt sie meist ganz gut heraus. Manche Farbkombinationen sind je nach Musikgenre ja auch schon ziemlich abgenutzt, bei Orange habe ich nicht dieses Gefühl, das wirkt für mich noch ziemlich unverbraucht und frisch.

Wie schwer fällt es dir, dich von deiner düster-räudigen Stimme aus RAMPIRES-Zeiten zu verabschieden, oder geht das ohnehin nie so ganz?

Objektiv betrachtet bin ich wohl einfach kein herausragender Sänger mit viel Spielraum, aber ich glaube, je rauher es wird, desto besser schlage ich mich. Abgesehen davon gefällt mir eine Schippe Dreck beim Gesang auch meist sehr gut. Die zuckersüßen Stimmen sind dann eher für die Chöre da, haha.

Den Song „The harder they come“ habt ihr bereits auf der letzten Scheibe mit anderen Gästen eingesungen, nun erneut mit Mark von den HUDSON FALCONS. Ein Evergreen für euch, der noch nicht ausgereizt ist?

Musikalisch recht simpel und textlich eindeutig ist es auch nach fünfzig Jahren immer noch ein sehr starkes und aktuelles Stück, finde ich. Für unser erstes Album hatten wir ja einen deutschen Text dafür geschrieben und El Bosso sowie Torben von RANTANPLAN mit dabei. Als wir vor ein paar Monaten wieder ins Tonstudio gegangen sind, wollten wir eigentlich nur ein paar Songs für verschiedenen Singles und Split-Veröffentlichungen aufnehmen. Die neue Version mit dem englischen Originaltext war ursprünglich als B-Seite für eine 7“ gedacht, aber irgendwie haben wir dann nicht mehr aufgehört aufzunehmen und hatten plötzlich ein ganzes Album zusammen. Weil wir die neue Version so sehr mochten und Mark ein astreiner Kerl ist, musste der Song dann einfach mit drauf.

Beileibe möchte ich euch nicht auf eure Coverstücke reduzieren, aber „Freundin“ von den AERONAUTEN, textlich ohnehin riesig, hat er nun endlich Wumms. Entspricht er eurer Freude an positiven Dingen des Lebens?

Dein Lob für unsere Version freut mich natürlich sehr, wobei ich zugeben muss, dass für mich der Reiz des ursprünglichen Songs neben dem grandiosen Text auch ganz klar in der gelangweilten und irgendwie gleichgültigen Vortragsart begründet liegt. Aber wir wollten ihn zum Covern natürlich verändern und so haben wir ihm den MACSAT-Stempel aufgedrückt und mit Gunnar von DRITTE WAHL und Siggi von EISENPIMMEL durch zwei famose Typen als Gastsänger veredelt. Der Text entspricht insofern unserer Einstellung, als dass wir mit Spaß und Lust nur das machen, was uns gefällt, und wir nicht unsere Zeit damit verschwenden, irgendwelche Erwartungen zu erfüllen. Wir sind mittlerweile wohl einfach zu alt, um ständig die coolen und krassen Typen abzugeben, haha.

Und „Zwei englische Hunde“ ist so megaschön, erkläre uns bitte in Kürze den Inhalt. Geht es da wohl um Einsamkeit?

Ich habe mal mehrere Wochen in Zingst gearbeitet, das liegt an der deutschen Ostseeküste kurz vor Rügen, und da sind mir diese Porzellanhunde zum ersten Mal so richtig aufgefallen, die häufig entlang der Küste als Paar auf den Fensterbänken zu finden sind. Die Dorfbewohner haben mir dann die Geschichte zu den Hunden erzählt und ich fand sie so super, dass ich immer mal einen Song darüber schreiben wollte. In den Freudenhäusern der englischen Hafenstädte haben die leichten Damen früher ihre körperliche Zuneigung mit dem Verkauf dieser Porzellanfiguren als Souvenirs getarnt. Für die Seeleute passte das natürlich perfekt, denn sie sollten ihren Ehefrauen ja auch etwas Schönes aus der weiten Welt mitbringen. Diese kamen dann wiederum auf die listige Idee, die Hunde als geheimes Zeichen für ihre Liebhaber zu nutzen. Wenn die Figuren im Fenster mit dem Rücken zueinander standen, war der Ehemann auf See und Gesellschaft willkommen, wenn jedoch die Köpfe zueinander zeigten, war der Mann zu Hause und Vorsicht geboten. Ich weiß nicht, wie viel davon wahr ist, aber es ist auf jeden Fall eine tolle Geschichte.

Die HUDSON FALCONS sind wie JAYA THE CAT, mit denen ihr jetzt eine Split-EP rausgebracht habt, auf deinem Label. Sind das wirkliche Verkaufsgaranten ob ihrer Qualität, oder überschätze ich dies vielleicht?

JAYA THE CAT verkaufen sich auf jeden Fall sehr gut und durch sie konnte ich so manch andere Veröffentlichung realisieren, wo eigentlich schon im Vornherein klar war, dass ich dabei draufzahlen würde, auch wenn man als Labelbetreiber stets bemüht ist, das auszublenden. Andere Bands, wie auch die HUDSON FALCONS, tragen sich zumindest selbst. Qualitativ über jeden Zweifel erhaben sind natürlich alle Veröffentlichungen bei Ring Of Fire Records, sei es musikalisch, menschlich oder von der Aufmachung her, aber es ist heutzutage aufgrund der insgesamt stark gesunkenen Verkaufszahlen leider oft nicht einfach auch nur die Herstellungskosten wieder reinzubekommen. Viele andere Labels versuchen, das durch höhere Preise auszugleichen, dazu habe ich aber keine Lust. In erster Linie bin ich wohl selbst Fan und weniger ein Geschäftsmann.

Auf der Split-EP singst du „Rockaway beach“ von den RAMONES. Wie seid ihr da herangegangen, ehrfürchtig oder doch locker?

Um ehrlich zu sein, sehr locker sogar, denn ursprünglich haben wir uns den Song nur vorgenommen, um ihn mit neuem Text als Hommage an ein kleines Festival in Norddeutschland ein einziges Mal live zu spielen. Das Ergebnis hat uns dann aber so gut gefallen, dass wir diese Version aufgenommen und als 7“-Kleinstauflage haben herstellen lassen. Bei all der ganzen Mühe lag es natürlich nahe, auch einmal den Originaltext einzusingen, und somit hatten wir einen schönen Exklusiv-Track für die Split-10“ mit JAYA THE CAT.

Eine schöne Nebengeschichte ist auch, dass du nicht nur das Artwork für euch und andere Bands machst, sondern auch noch deine coolen Fotos beisteuerst. Aber zeitlich hast du noch Kapazitäten, soll heißen, du bist noch nicht ausgepowert?

Doch, bin ich, haha! Ich frage mich öfter mal, warum ich mir das eigentlich antue, denn es ist wirklich nicht leicht, Band, Label, Familie, Jobs, die Spaß machen, und Jobs, die Geld bringen, zeitlich unter einen Hut zu bekommen. Bislang habe ich es immer noch irgendwie hinbekommen und wenn ich etwas zusage, dann gebe ich auch immer mein Bestes. Dieses ganze Musikding ist eben meine große Leidenschaft und gibt mir am Ende des Tages diese Befriedigung, die man zum Weitermachen braucht. In einer besseren Welt könnte man damit auch noch seine Miete bezahlen, dann würde ich wohl nur noch Zigarre rauchend orangefarbene Artworks gestalten und im Live-Ticker die Verkaufszahlen des Labels beobachten, haha.

Markus Franz

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #142 (Februar/März 2019)

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