Interviews & Artikel : SIGNAL CRIMES :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SIGNAL CRIMES

Ein einmaliges Projekt

Seit Mitte der Achtziger Jahre kenne ich ein paar Leute in England, die damals wie heute in bekannten Bands wie HERESY oder RIPCORD spielen. Nun fanden sie unter dem Namen SIGNAL CRIMES erneut zusammen und brachten mit „Perfidious Albion“ eine 12“ heraus, die nicht von wenigen als eine der besten Hardcore-Punk-Platten des Jahres 2018 bewertet wird. Textlich geht es um eine harsche Kritik an der derzeitigen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Kultur in England, wo im März 2019 der Brexit ansteht. Ich sprach mit Sänger Welly.

Welly, alle Mitglieder von SIGNAL CRIMES können auf eine lange Reihe an Bands verweisen, in denen sie zuvor aktiv waren.


Die Liste ist ziemlich lang, haha. Unser Schlagzeuger Steve, Bassist Kalv und Gitarrist Baz waren alle zusammen bei HERESY. Baz spielte auch bei RIPCORD, CAN’T DECIDE, DUMBSTRUCK und VIOLENT ARREST, für die ich auf der letzten Platte die Vocals einsang, als der ursprüngliche Sänger Steve Hazzard aufhörte. Kalv und Steve waren auch bei MEATFLY, GERIATRIC UNIT und SIXHUNDREDANDSIXTYSIXDEAD, wobei Steve auch bei ENDLESS GRINNING SKULLS und PLASMID spielte, während Kalv mal bei FORCE FED war. Ich habe zuvor für FOUR LETTER WORD, STATE FUNERAL und COGNITIVE DISSIDENTS gesungen. Ich denke, dass das jetzt so ziemlich alle waren.

Wie kamt ihr zusamm? Am Anfang war es ja ein Geheimnis. Es gab keinen Bandname und keine Details darüber, welche Mitglieder in der Band sind ...

Ich hatte mich zur Verschwiegenheit verpflichtet, haha. Es gab auch keinen Bandnamen, bis wir ins Studio gingen. Das war wahrscheinlich ein Teil davon. Die Geschichte ist im Wesentlichen, dass Baz zum Ende von VIOLENT ARREST hin erwähnte, dass er gerne eine einmalige Aufnahme mit Steve und Kalv machen wollte. Mit der Idee, die Dinge etwas zu verlangsamen und sich dem Sound von Bands wie D.OA. oder PERSONALITY CRISIS anzunähern, da er ein paar langsamere Songs geschrieben hatte. Er fragte mich dann, ob ich Interesse hätte, die Songs einzusingen und ich sagte zu. VIOLENT ARREST trennten sich und es verging einige Zeit. Irgendwann schickte ich Baz eine Mail, in der ich ihn gefragt habe, ob diese andere Bandidee jemals in Gang kommen würde. Er antwortete, dass sie bereits ein paarmal geprobt hätten und wenn ich noch interessiert wäre, könnte ich einsteigen. Es war immer als einmalige Sache gedacht. Jeder hat zu viele andere Verpflichtungen, um sich auf Konzerte oder Tourneen einzulassen, da dies ein völlig anderes Maß an Vorbereitung erfordert. Uns wurden Gigs angeboten, ohne dass jemand die Musik überhaupt gehört hatte, was seltsam war.

Ihr lebtet damals in verschiedenen Teilen Englands. Wie habt ihr es geschafft zu proben? Denn nach kurzer Zeit hattet ihr bereits eine ganze Reihe von Songs für die erste 12“-Veröffentlichung mit dem Titel „Perfidious Albion“ zusammen.

Kalv und Steve leben in Nottingham, Baz in Bristol und ich habe in Cardiff gewohnt. Ich glaube, das Ganze wurde in etwa vier Proben erledigt, zwei in Bristol und zwei in Nottingham, wobei ich nur an einer Probe in Nottingham teilnahm, und dann haben wir alles in zwei Tagen aufgenommen. Ich habe alle Vocals innerhalb einer Stunde eingesungen und es wurde alles so gemacht, dass es sehr direkt klingt, so wie es am besten zu einem Hardcore-Song passt.

Englands soziales Klima scheint durch den bevorstehenden Brexit erschüttert zu sein. Es gibt auch immer mehr dumme Arschlöcher mit populistischen und offen rechten Ansichten, und auch die wirtschaftliche Situation für Unternehmen und private Haushalte scheint sich verschlechtert zu haben, denn niemand weiß, wie der Brexit das zukünftige Leben beeinflussen wird. Der Song „Rise of the right“ beschäftigt sich direkt damit. Was ist deine Meinung dazu?

In „Rise of the right“ geht es im ersten Abschnitt darum, wie die Rechtsextremen ihre Taktik ändern und anfangen, die Geschichte umzudrehen, um nun das Opfer zu spielen. Durch das vorgebliche Nutzen der „Meinungsfreiheit“ und der aufgebrachten Diskussion über den Brexit gelang es ihnen erneut, ein hohes Maß an Öffentlichkeit zu erreichen und es für ihre politischen Zwecke zu nutzen. Dies ist offensichtlich auch in vielen anderen Ländern der Welt geschehen. Sie werden ebenfalls durch die Nutzung des Internets unterstützt, um ihren rassistischen Bullshit zu verbreiten, der sich an Uninteressierte und Reaktionäre wendet. Der zweite Vers greift die Antwort der Linken darauf auf, die manchmal entweder als Leugnen oder als Politik der Niederlage erscheint, indem sie kleinere Siege in sozialen Fragen sucht und nicht die Massenmobilisierung der Arbeiterklasse vorantreibt, die erforderlich ist.

Wie siehst du das Ganze im Hinblick auf den Brexit?

Eine der Haupttaktiken des Neoliberalismus bestand darin, die Identität der Arbeiterklasse als einzige Macht, der es möglich war, das Kapital erfolgreich zu bekämpfen, zu untergraben und zu zerstören. Das läuft hier schon so seit Jahrzehnten, und wenn es zu Widerstand gegen die neoliberale Politik kommt oder ein neues Bewusstsein innerhalb der ehemals Identifikation stiftenden Arbeiterklasse erreicht wird, werden dieselben alten Feindbilder aufgewärmt. In den letzten Jahren waren es die Islamophobie, wie auch die Angst vor Menschen, die geflüchtet sind. Was ja auf die Destabilisierung jener Länder zurückzuführen ist, die geplündert wurden und vom Klimawandel betroffen sind, also eine direkte Folge genau jener kapitalistischen und neoliberalen Politik. Das Aufstellen populistischer, rechtsextremer Persönlichkeiten bei Wahlen hat mehr mit der Machterhaltung und -festigung zu tun als mit der populistischen Revolution.

Daher auch der Refrain in eurem Song: „Vote against your interests, rise of the right. They already think you’re stupid, stop proving them right“?

Genau. Der Brexit ist eine äußerst destruktive Veranstaltung für die britische Gesellschaft. Die Abstimmung wurde ursprünglich eingeleitet, weil das Einzige, was die britische Konservative Partei historisch gesehen immer gespalten hat, Europa und die EU waren, so dass der ehemalige Premierminister David Cameron ein Referendum versprach, um eine unmittelbare Bedrohung seiner Macht durch die rechtsextreme UKIP-Partei bei den bevorstehenden Wahlen 2016 abzuwenden. Die UKIP, obwohl sie über keine gewählten Parlamentsmitglieder verfügte, hat jahrelange kostenlose Werbung durch die Medien erhalten, die sich im Besitz von milliardenschweren britischen Anti-EU-Medienmogulen befinden. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die natürlich Offshore-Interessen haben und somit das Vereinigte Königreich vor einer möglichen EU-Steuerreform bewahren wollen. Schreckensgeschichten über Einwanderer geisterten jahrelang durch die Zeitungen, während Nigel Farage ungestraft täglich sein rassistisches Gift in die Wohnzimmer des Landes spritzen durfte.

Wie betrachten die Konservativen die EU?

Als Hindernis, das Vereinigte Königreich in eine vollständig kapitalistische US-Kopie umzuwandeln. Sie vernichten damit die letzten verbleibenden Aspekte der Sozialpolitik, die nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, wie die kostenlose Gesundheitsversorgung und den Wohlfahrtsstaat, sowie die Rechte der Arbeitnehmer, etwa durch die europäische Arbeitszeitrichtlinie, Gesundheit und Sicherheit ... die Liste geht endlos weiter. Der Brexit ist die Schlussfolgerung des Thatcherismus und der neoliberalen Politik der Achtziger, die zusammen mit US-Präsident Ronald Reagan durchgedrückt wurde. Es begann im Vereinigten Königreich mit dem Verkauf von Sozialwohnungen und der anschließenden Schaffung von Massenschulden, die mit dem Wegfall der Bankenregulierung, der Zerstörung der Industrieproduktion und der Zerschlagung von Gewerkschaften einhergingen, und gipfelte in der Finanzkrise von vor zehn Jahren, die weitere kapitalistische Katastrophen ermöglichte. Die Massenmigration aufgrund von kriegsbedingter Destabilisierung gab der rassistischen Rhetorik ein konkretes Feindbild. Die britische Rechte arbeitet seit Jahrzehnten auf genau dieses Ziel hin. Und sobald sie 2010 zusammen mit den Liberal Democrats die Macht in Großbritannien übernommen hatten, gingen die meisten der Spitzenkonservativen direkt nach Washington, D.C., um weiteren Einfluss zu gewinnen. Schaut euch die „Atlantic Bridge“ an, eine Wohltätigkeitsorganisation, die von Thatcher gegründet und von Brexiteer Liam Fox geleitet wird. Der Brexit ist kein Zufall, er ist eine permanente Machtkonsolidierung durch das rechte Establishment, das die nützlichen Idioten der ehemaligen Arbeiterklasse einer jahrzehntelanger rassistischer Propaganda aussetzte und dazu nutzte, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Sie wollen die EU verlassen, nicht weil sie, wie sie behaupten, zu undemokratisch ist, sondern weil sie für sie zu demokratisch ist.

„Perfidious Albion“, der Titel eurer Platte, kann als direkte Kritik an England verstanden werden. Was wollt ihr damit ausdrücken? Dazu kommt das Cover der Platte, ein über hundert Jahre altes Foto, das eine ganze Reihe abgetrennter menschlicher Köpfe zeigt. Wobei es ziemlich grausam ist, sie dann an einer Wand ähnlich wie Jagdtrophäen aufzuhängen. Steckt dahinter ein Interesse an Freak-Attraktionen aus den britischen Kolonien?

„Perfidious Albion“ ist ein feststehender abwertender Begriff dafür, dass Großbritannien in der Vergangenheit im Ausland als hinterlistig und unzuverlässig galt, er erinnert an das britische Empire. Er ist aus offensichtlichen Gründen in Großbritannien weniger bekannt und schien mir daher im Lichte des Brexit der perfekte Titel zu sein. Das Covermotiv ist ein Foto des britischen Generalmajors Horatio Gordon Robley von 1895. Hinter ihm befindet sich seine Sammlung von Mokomokai, das sind die erhaltenen tätowierten Köpfe der Maori. Die Ermordung der Maori in Neuseeland und das Mitnehmen ihrer Köpfe erfolgte aus sportlichen und finanziellen Gründen. Es schien mir das perfekte Bild zu sein, um den Titel zu repräsentieren, denn es steht dafür, wie das rassistische britische Imperium tatsächlich war, und nicht die Art und Weise, wie jetzt für die Zwecke der Handelsverhandlungen nach dem Brexit geworben wird. Ich habe bereits eine Nachricht auf der SIGNAL CRIMES-Facebook-Seite erhalten, dass wir nicht damit durchkommen würden, ein solches Plattencover in Neuseeland zu veröffentlichen. Bilder wie diese sind den Maori sehr heilig, und die Verwendung von Bildern ihrer Vorfahren oder ihres kulturellen Erbes zu Werbezwecken könnte für sie äußerst kulturell unsensibel sein. Das Bild auf dem Cover wird aber nicht für Werbezwecke eingesetzt, sondern als politisches Statement gegen das Vorgehen des Generals mit der unmenschlichen Zurschaustellung der Maori-Köpfe. Ich sehe nicht, was daran falsch ist.

Wie bist du auf die Grafik auf dem Beiblatt der Platte gekommen, die eine Spinne mit einem Union-Jack-Körper zeigt, während sie einen Menschen frisst, der in ihrem Netz gefangen ist. Saugt England seine Bürger völlig und hoffnungslos aus? Und was brachte dich dazu, die Zitate von Aneurin Bevan und Carl Sagan hinzuzufügen?

Ich habe den Begriff online recherchiert und habe diese alten Illustrationen gefunden, die aus „Das Perfide Albion“ stammen, einer deutschen Propaganda-Broschüre aus dem Ersten Weltkrieg von Alfred Geiser. Es ist voll von diesen komplett anti-britischen Radierungen und Cartoons, und ich dachte, es stellt genau das grafisch dar, was ich mit dem Konzept vermitteln wollte. Ich fügte die Zitate hinzu, weil ich dachte, dass sie den Ideen, die ich vermitteln wollte, mehr Bedeutung verleihen. Aneurin Bevan war ein walisischer sozialistischer Politiker, der Gründer des NHS, des National Health Service [der öffentliche britische Gesundheitsdienst], und unter anderem war er von 1945 bis 1951 Gesundheitsminister im Vereinigten Königreich. Das Zitat stammt aus „In Place of Fear“ aus dem Jahr 1952 und beschreibt ein Problem, das meiner Meinung nach noch immer sehr aktuell ist. Zitat: „Es gibt drei Kräfte, die in der Gesellschaft aktiv sind: Privateigentum, Armut und Demokratie. Entweder wird die Armut die Demokratie nutzen, um den Kampf gegen das Eigentum zu gewinnen, oder das Eigentum wird aus Angst vor der Armut die Demokratie zerstören.“ Und wir scheinen gerade jetzt auf das Letztere zuzusteuern. Das Zitat von Carl Sagan stammt aus „The Demon-Haunted World“ von 1995, sein Buch zur Verteidigung der Wissenschaft vor Religion und Aberglauben. Ich denke, es beschreibt genau, wo wir uns gerade befinden: „Pseudowissenschaft und Aberglaube werden von Jahr zu Jahr verlockender erscheinen, das Sirenenlied der Unvernunft sonorer und attraktiver. Wo haben wir das schon mal gehört? Wann immer unsere ethnischen oder nationalen Vorurteile geweckt werden, in Zeiten der Knappheit, bei Herausforderungen an das nationale Selbstwertgefühl oder den Nerv, wenn wir uns über unseren verminderten kosmischen Ort und Zweck quälen, oder wenn der Fanatismus um uns herum brodelt – dann greifen Denkgewohnheiten nach den Kontrollen, die aus vergangenen Zeiten bekannt sind. Die Kerzenflamme rinnt. Ihr kleiner Lichtschein zittert. Die Dunkelheit sammelt sich. Die Dämonen beginnen, sich zu bewegen.“ Die Vorahnung dessen, was kommen wird, ist spürbar.

Du kritisierst in dem Song „Cold digital world“ die Verwendung moderner Technologien. Ich verstehe es so, dass alles, was gedankenlos verwendet wird, also ohne es vorher zu hinterfragen, zu vermindertem Kontakt zwischen uns Menschen führen wird.

Vor dem Hintergrund des rasanten technologischen Fortschritts sollte ein Szenario der nahen Zukunft beschrieben werden, in dem neue Ideen jedoch nur zur Verstärkung alter Klasseneinteilungen eingesetzt werden. Die Zeile am Ende fasst alles zusammen: „Aber hinter dem Glas, draußen in der Kälte, wird eine andere Klasse den Code nicht kennen“. Weil es beim menschlichen „Fortschritt“ im Kapitalismus oft darum geht, einfach neue Wege zu finden, um Menschen fernzuhalten, im Gegensatz zur Werbung. Wie durch Entwicklung neuer berufsspezifischer Techno-Sprachen, die nur diejenigen mit finanziellem Zugang zu bestimmten Bildungs- oder Ausbildungsprozessen verstehen, um die finanzielle Stabilität zu sichern, und dergleichen. Viele der tatsächlichen Anwendungen und Inhalte der neuen Technologie sind oft alte Ideen, die nur neu verpackt wurden. Und ja, es beschreibt auch, wie wir sie blind akzeptieren, auch wenn sie dazu benutzt wird, um uns zu überwachen. „Moralische Autorität, aufgeschoben, übertragen. Wölfe im Stall, keine Panik in der Herde.“ Angesichts der Thematik versuche ich damit auch Philip K. Dick und Ray Bradbury zuzustimmen: „So voll angefüllt mit Fakten, oberflächlich. Sieh ihnen in die Augen, sind sie künstlich?“

Im Spätsommer 2018 bist du in die USA gezogen. Was hat dich dazu bewogen?

Nun, meiner Frau wurde ein Job in Arizona angeboten, also entschieden wir uns für den Umzug in die Staaten. Durch den Brexit schien es ein gutes Timing zu sein und unsere Jobs in Großbritannien machten auch keinen richtigen Spaß mehr. Ja, ich weiß, dass Trump hier ist, also könnte auch sein, dass wir vom Regen in die Traufe kommen, aber ich hoffe, dass das nur vorübergehend ist. Dagegen wird der Brexit-Sprung von einer Klippe dauerhaft sein. Ich bin seit 25 Jahren immer wieder auf Tour in den USA gewesen. Warum also nicht? Es gibt überall Gutes und Schlechtes, und wenn man eine Gelegenheit im Leben bekommt, muss man diese nutzen. Es ist besser, etwas zu bereuen was wir getan haben, als etwas, das wir nicht getan haben. Wir können aber auch jederzeit zurückkehren, wenn es nicht klappt.

Wie ist der aktuelle Status von SIGNAL CRIMES? Plant ihr zukünftige Shows und weitere neue Aufnahmen?

Wie ich schon sagte, es war von Anfang an ein einmaliges Projekt, daher ist es leider zugleich das Ende. Ein bisschen wie bei einem Live-Set: Es ist besser, die Menge hungrig zurückzulassen, als sie zu Tode zu langweilen, haha.

Eine letzte Frage: Seit 1986 machst du auch das Artcore Fanzine, ein erstklassiges Heft, das in der DIY-Punk-Szene in Europa sehr beliebt ist. Wirst du auch weitere Ausgaben des Artcore von den aus USA veröffentlichen?

Ja, ich arbeite bereits an einer neuen Ausgabe, die hoffentlich im Frühjahr 2019 erscheinen wird. Ich mache das Artcore nun schon seit 33 Jahren und sehe keinen Grund, damit aufzuhören.

Helge Schreiber

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #142 (Februar/März 2019)

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