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Interviews & Artikel

COCAINE PISS

Don't touch my fucking cake

Ein belgisches Quartett zieht die Noises-Schraube bis zum Anschlag an. Aurélies sich überschlagender Gesang ist dir zu lärmig? Heul doch, würden die vier das wohl infernalisch lachend kommentieren. Mit charmantem französischen Akzent, versteht sich. Steve Albini gibt ihnen recht, zeigt sich auf Pokerwettbewerben mit COCAINE PISS-Bandshirt und rekrutiert sie als Vorgruppe für SHELLAC. Wir sprachen mit Sängerin Aurélie Poppin und Gitarrist Mathias Estelles Y Carion.

Ihr habt in der Vergangenheit viel Wert auf das Äußere eurer Platten gelegt. „The Dancer“ gab es als „Diehard Edition“ mit pinkfarbenem Baumwollbeutel, Postkarten, Stickern, Luftballons und einer Tube Glitzer. Eure neueste Single „My Cake“ gibt es in schwarzem, pinkfarbenem oder transparentem Vinyl, jeweils mit eingraviertem Porträt. Was erwartet uns bei „Passionate And Tragic“?

Aurélie:
Das Vinyl gibt es selbstverständlich wieder in verschiedenen Farben, außerdem gibt es ein spezielles Sleeve in einer Art Latex-Plastik. Wir wollten schon immer mal Socken machen, dieses Mal wird es endlich Socken dazu geben. Und vielleicht noch einen Penis obendrauf. Weird stuff, haha.

Habt ihr wieder mit einem bestimmten Künstler zusammengearbeitet?

Aurélie:
Laetitia Bica hat das Cover und das Video zur Single-Auskopplung „My cake“ gestaltet. Sie ist Fotografin, stammt aus Brüssel und setzt neben Fashion-Aufträgen abgedrehte Foto-Ideen in Szene. Sie wird auch die zweite Video-Auskopplung, die nächsten Monat veröffentlicht wird, drehen. Thierry Tönnes hat wieder das gesamte Grafikdesign für das Album übernommen, angelehnt an die Optik von Laetitias „My cake“-Video, mit Netzen, Plastik, Latex, Mülltüten und so. Wir haben immer einen Haufen verrückter Ideen und arbeiten gerne mit Leuten daran, die wir kennen und die wissen, was wir tun und wollen.

Mathias: Hier war es Laetitia, Jean-Bon bei „Piñacolalove“, Loïc Pignier bei „The Pool“. Wir lieben Kollaborationen und bleiben auch nach der Zusammenarbeit immer in Kontakt mit den Künstlern. Und lernen durch sie neue Leute kennen.

Eure Artworks spielen wie eure Musik mit dem Kontrast zwischen anziehend und abstoßend.

Mathias:
So soll es sein. Wir wollen immer verschiedene Lesarten offen lassen.

Aurélie: So ist das Leben schließlich auch. Du kannst jemanden unendlich lieben, trotzdem gibt es Momente, in denen du ihm den Tod an den Hals wünschst.

Mathias: Nichts ist nur schwarz oder weiß.

Ihr provoziert gerne, oder?

Mathias:
Heute findet immer irgendjemand etwas provozierend, durch das Internet hast du eben ein riesiges Publikum. Du provozierst immer irgendeinen, auch wenn du einfach nur du selbst bist.

Aurélie: Wir wollen zwar nicht unbedingt im negativen Sinne provozieren, aber schon eine Reaktion herausfordern. Wenn du an unseren Bandnamen denkst, hähä. Das Projekt war allerdings ursprünglich nur als eine Show geplant, das haben wir einfach nicht ganz zu Ende gedacht ... Immerhin erinnern die Leute sich so eher an uns, haha. COCAINE PISS for life!

Eine Sache, die mir auch auffällt, ist die Kürze eurer Songs und Alben.

Aurélie:
Wir mögen es eben kurz und knackig und wiederholen uns nicht gerne. Bestimmte Erwartungen an Songs zu erfüllen, dass sich der Refrain wiederholt oder so, ist nicht unser Ziel. Wenn wir eine Sache bereits gesagt haben, müssen wir das nicht noch mal sagen. Schau dir mal die Hits aus den Achtzigern und Neunzigern an, im Ernst, wie viele Male kannst du einen Refrain am Ende eines Songs wiederholen? Das Lied dauert um die drei Minuten und dann werden über vier daraus, weil sie den Refrain einfach fünf Mal singen.

Mathias: Der Zuhörer ist doch nicht blöd, der kapiert das auch beim ersten Mal. Wenn wir das Gefühl haben, alles gesagt zu haben, belassen wir es dabei. Selbst wenn wir der Meinung sind, dass ein Teil außergewöhnlich gut klingt, muss man das nicht wiederholen.

Ihr konzentriert euch also eher auf die inhaltliche Botschaft?

Aurélie:
Auch. Wir gehen unsere Ideen immer sehr direkt an. Gleichzeitig wollen wir aber nicht zu eindeutig sein, das wäre ja langweilig. So T-Shirt-Slogan-mäßig. Emotionen müssen auf jeden Fall drin sein, ein Stück von uns selbst, eine kleine Geschichte. Das kommt sehr spontan und da wollen wir auch nicht groß dran herumbasteln, das würde nur alles kaputtmachen. Wir wollen auch nicht belehren, wir wollen niemandem vorschreiben, was er zu denken hat.

Mathias: So arrogant von oben herab, das wäre nicht unser Ding.

Aurélie: Wir setzen unsere Ideen frei und jeder darf darin eintauchen und damit machen, was er will. Manche halten unsere Musik für super aggressiv, andere für soft oder auch spaßig und das ist alles okay. Alles ist erlaubt.

Steve Albini, mit dem ihr aufegnommen habt, scheint das ja zu schätzen zu wissen.

Aurélie:
Das war eine große Ehre. Mit ihm aufzunehmen, war fantastisch. Wir kannten ihn ja inzwischen schon und wussten, dass er cool ist, waren also entsprechend entspannt, als wir im September wieder zu ihm kamen. Wir wussten, dass seine Art, Alben aufzunehmen, perfekt zu uns passt.

Mathias: Er hat uns dann auch eingeladen, als Opener bei drei SHELLAC-Shows zu spielen.

Aurélie: Das war noch mal eine ganz eigene Geschichte in einem neuen Setting. SHELLAC waren die netteste Band, für die wir jemals eröffnet haben, so zuvorkommend.

Mathias: Sehr sozial, wirklich. Sie wollten, dass alle sich wohl fühlen. Wir lieben Steve!

Anke Kalau

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #143 (April/Mai 2019)

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