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Interviews & Artikel

F*CKING ANGRY

Antifaschismus als Grundkonsens

F*CKING ANGRY aus Bonn haben sich mit ihrer neuen Veröffentlichung viel Zeit gelassen. Mit „Lack ab!“ beschreitet die Band musikalisch auch neue Wege, ohne ihrer Version von Hardcore-Punk untreu zu werden. Wir sprechen mit Beckx (voc), Daniel (gt), Dominik (gt), Chris (bs) und Gabo (dr) über Punkpuristen, Hutbürger und die Grauzone.

Warum hat es nach eurem Album „Dancing In The Streets“ fast vier Jahre bis zu eurer neuen Veröffentlichung gedauert?

Beckx:
Weil wir extrem faul sind und im Durchschnitt nur einen Song pro Jahr schreiben. Unser nächstes Album kommt also dann in zwölf Jahren raus, 2031 ...

Crusher: ... außerdem pennen wir unwahrscheinlich gerne lang.

Gabo: Stimmt beides, aber wir haben unseren Fokus aufs Live-Spielen gelegt. Nachdem unser Debütalbum vom Sommer 2015 viele gute Kritiken bekam, kamen extrem viele Konzertanfragen herein, so dass wir ständig irgendwo unterwegs waren oder dafür geprobt haben. Ende 2016 wurde unser Gitarrist Daniel Vater, und damit wir nicht kürzer treten müssen, haben wir uns einen weiteren Gitarristen gesucht, Dominik – bekannt durch CANAL TERROR und MOLOTOW SODA.

Dominik: Zwei von uns wohnen inzwischen auch nicht mehr in Bonn, das macht alles natürlich komplizierter, gerade das Entwickeln von neuen Songs. Außerdem haben wir teilweise noch andere Projekte, unter anderem MOFABANDE und 1982, engagieren uns in Konzert- und sonstigen Gruppen und müssen ja leider auch noch der Lohnsklaverei nachgehen.

Eure neuen Songs wirken vielfältiger und abwechslungsreicher, während „Dancing In The Streets“ bis auf den Titelsong klingt wie aus einem Guss. Wer oder was hat dazu geführt?

Gabo:
Bei „Dancing In The Streets“ sind wir ins Studio gegangen und haben die zwölf Songs in zwei Tagen eingespielt. Die Musik und Texte waren fertig geschrieben und alles ging sehr schnell. Diesmal haben wir uns mehr Zeit gelassen. Wir haben ja schon 2017 Demoaufnahmen gemacht, uns das dann öfters angehört und besprochen, auf was wir Bock haben. Dann haben wir wieder zwei Tage das Studio gemietet, um die Instrumente aufzunehmen.

Beckx: Die Vocals haben wir dann später in Eigenregie gemacht, weil die Texte und Gesangslinien bis dahin nur grob fertig waren. Dabei haben wir einiges ausprobiert.

Dominik:[/b] Bei „Definition von Glück“ haben wir auch noch mit diversen, ich sag mal, im Punk unüblichen Instrumenten rumgespielt, da hatten wir gerade Lust zu. Als die Idee erstmals aufkam, dachte ich erst, das wäre voll die Verarschung.

Die 7“ trägt den Titel „Lack ab!“. Im gleichnamigen Song beschreibt ihr die Vorwürfe von selbsterklärten „Punkpuristen“ euch gegenüber. Wie viel musste passieren, bevor ihr diesen Text geschrieben habt?

Crusher:
Die Vorwürfe und Plattitüden kommen tatsächlich so oder so ähnlich aus der Szene, zum Beispiel in den Kommentarspalten von YouTube oder Hardcore World Wide, einer recht männerlastigen Videoplattform. Während die einen meinten, wir wären nicht „Hardcore“ oder nicht „angry“ genug für dieses Forum, fanden andere die Stimme unserer Sängerin scheiße und empfahlen, diese gleich auszutauschen. Wieder andere fanden das aber gar nicht so schlimm, weil „die Alte“ ja wenigstens „geil“ sei. Wir könnten uns tierisch über solche dummen Kommentare aufregen, machen aber lieber einen witzigen Song darüber und so weiter, wie es uns gefällt! Auch eine Art, den Trotteln den Mittelfinger – siehe Cover – zu zeigen.

Beckx: Jede Band braucht irgendeinen Diss-Song und das ist eben unserer.

Mit eurem Song „Nicht von dieser Welt“ habt ihr im August auf Bandcamp eine Spendenaktion für Sea-Eye gestartet, die durch die Verdoppelung aus der Bandkasse mittlerweile 1.000 Euro erbracht hat. Habt ihr mit dieser Resonanz gerechnet?

Daniel:
Ich hatte tatsächlich schon mit dieser Resonanz gerechnet ...

Gabo: Ich konnte das gar nicht einschätzen, wie viel gespendet wird. In der Bandkasse hatten wir ein wenig Geld durch Konzerte und den Merchverkauf, und bevor wir die neue Platte herausbringen oder neuen Merch drucken lassen, war allen klar, dass wir einen Teil spenden. Verglichen mit anderen Spendenaktionen ist das nur eine kleine Summe, aber für uns als Punkband natürlich super, dass so viele Menschen mitgemacht haben. Außerdem war uns wichtig, in der Punk-Szene noch mal auf das Thema Seenotrettung im Mittelmeer aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass man auch als „kleine“ Band mal schnell was starten kann.

„Aluhut“ ist eine Abrechnung mit rechten Verschwörungstheoretikern und Wutbürgern. Erlebt ihr diese auch in eurem privaten Umfeld?

Daniel:
Ja, leider sind manche dieser Ideen auch in unserer Szene angekommen und finden da Verbreitung. In Diskussionen fühle ich mich dann häufig machtlos, weil die Leute dermaßen überzeugt und beratungsresistent sind. Es gibt Menschen, mit denen ich früher einen viel engeren Kontakt hatte, die kann ich mittlerweile kaum noch ertragen. Ich denke nicht, dass sich Menschen aufgrund dieses Liedes besonders mit ihren eigenen kruden Gedanken auseinandersetzen werden, aber vielleicht nützt der Song als klares Statement, um zu zeigen, womit wir auf keinen Fall zugeschwallt werden wollen.

Zitiert ihr bei „Definition von Glück“ aus dem berühmten Monolog von Mephisto in Goethes „Faust“? Leben wir in einer Welt, die sich nur noch besoffen ertragen lässt?

Crusher:
Diese Definition von Glück stammt eigentlich von Harald Juhnke. Es soll aber keine Lobhudelei sein, sondern eher das Leben eines Alkoholikers darstellen, wie es wirklich ist: traurig, einsam und am Ende verreckt man an Wodka Korsakow.

Dominik: Songs, in denen es bei uns um Alkohol geht, haben irgendwie immer auch eine selbstreflektierende Komponente. Mal einen saufen kann echt lustig sein, Alkoholismus ist absolut nicht lustig.

Im Innenteil des Covers prangt neben den Worten „Punk – Antifa – Go!“ das Logo der Antifaschistischen Bewegung.

Daniel:
Guck dir doch nur an, wie es zur Zeit abgeht auf der Welt und in Europa. Antifaschismus muss Grundkonsens sein.

Gabo: Ich glaube, der Slogan stammt von der Band RIOT BRIGADE und ich fand den damals schon gut. Wir sind Antifaschisten, ob organisiert oder nicht, und machen Punkmusik. Der Rechtsruck überall macht uns allen Sorgen. Es ist wichtig, eine klare Position zu beziehen. Außerdem eignet sich das Logo super gegen unpolitische beziehungsweise Grauzone-Konzertveranstalter*innen: Die sehen die 7“ und haben dann hoffentlich keinen Bock mehr auf uns und verschonen uns mit Anfragen.

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #143 (April/Mai 2019)

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