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Interviews & Artikel

HIP PRIESTS

Fuck all and believe in nothing!

THE HIP PRIESTS aus Nottingham veröffentlichen regelmäßig Platten, irgendwo zwischen Punk, Hardcore und Rock’n’Roll, mit viel Rotz und „Fuck You“-Attitüde. Auf ihren Konzerten ist jede Menge vertikale Gitarrenakrobatik zu bewundern. Nach ihrem umjubelten Auftritt auf dem Helldorado Festival und dem nun erscheinenden, großartigen vierten Album „Stand For Nothing“ wurde es Zeit, der Band ein paar Fragen zu stellen, die Gitarrist Austin Rocket und Bassist Lee Love beantworteten.

Umreißt doch mal die Geschichte der HIP PRIESTS.

Austin:
Wir haben uns 2007 gegründet und wurden sofort vom legendären schwedischen Label Bootleg Booze verpflichtet, um unser Debütalbum „Tight ’N’ Exciting“ für sie aufzunehmen. Bis heute sind der harte Kern Lee Love, Nathan Cruz und meine Wenigkeit. Wir haben bislang drei Alben, drei EPs und 24 Singles veröffentlicht, sind kreuz und quer durch Europa getourt sowie zweimal durch die USA. Das alles ohne Management, Booking-Agent oder PR-Abteilung, sondern mit harter Arbeit, Hingabe und natürlich mit großartigen Songs.

Obwohl ich ein paar eurer Platten im Regal stehen habe, muss ich gestehen, dass ihr mich erst mit eurem fantastischem Auftritt auf dem Helldorado Festival gepackt habt. Wie seid ihr auf dieses Festival gekommen und hat es euch überrascht, dass euer Gig zu der frühen Zeit rappelvoll war?

Austin:
Vor vier oder fünf Jahren haben wir in Slowenien mit PETER PAN SPEEDROCK gespielt und seitdem ist Peter ein Fan von uns und unterstützt uns, wo er nur kann. Er buchte uns auf das letzte Speedfest, und als er das Helldorado ins Leben rief, fragte er uns erneut. Ich denke, weil wir bereits auf dem Speedfest gespielt hatten, kannten uns ein paar Leute, aber dass es derart brechend voll war, fanden wir klasse.

Was hatte es mit dem „Fuck Cancer“-Shirt auf sich, welches Nathan bei der Show trug?

Lee:
Diese Shirts wurden gemacht, um unsere gute Freundin Kathy zu unterstützen, die gerade eine Krebstherapie durchmacht. Sie hat früher in Manchester Konzerte veranstaltet und uns in unseren Anfangstagen oft gebucht. Sie war einer der wenigen Menschen in Großbritannien, die aktiv versuchten, die Szene am Leben zu erhalten. Sie betreibt einen coolen Laden namens Rockers England. Sie ist eine Legende. Viele Besucher des Helldorado kennen sie, daher widmete ihr Nathan unseren Auftritt und trug ihr zu Ehren dieses Shirt.

Wusstet ihr, dass es in den späten Neunzigern eine deutsche Band gleichen Namens gab?

Austin:
Als wir herausfanden, dass es eine Band gleichen Namens gegeben hatte, waren wir bereits derart aktiv, dass wir der Meinung waren, dass die Namensgleichheit egal war. Ein paar Jahre später fingen die deutschen HIPPRIESTS aber wieder an, Konzerte zu geben. Wir sollten eigentlich bald mal ein gemeinsames Konzert spielen, haha.

Ihr kommt ja aus Nottingham, einer Stadt, die immer eine starke Punk-Szene hatte. Die CONCRETE SOX fallen mir da ein. Kennt man sich oder ist das eine andere Szene?

Austin:
Wir kennen viele von den Jungs. Die Musikszene in Nottingham ist groß und die meisten kennen sich. Nathan und ich hatten ein paar Jahre lang sogar mal eine Band mit Steve, der auch bei HERESY getrommelt hat.

Ihr veröffentlicht regelmäßig Singles. Nehmt ihr ständig neue Songs auf oder wird da auch einmal etwas mehrfach verwertet?

Lee:
Ich schreibe ständig Songs und wir nehmen auch regelmäßig auf, um die ganzen Singles machen zu können. Ein paar der Lieder haben wir dann für die Alben neu aufgenommen, was aber okay ist, da die Singles limitiert waren und nicht mehr erhältlich sind. Außerdem haben wir eine Compilation mit all den Singletracks veröffentlicht, so dass man nicht die Originale sammeln muss, um die Songs hören zu können. Wir müssen einfach weiterarbeiten. Wir langweilen uns, wenn wir nur alle paar Jahre ein Album machen würden. Uns macht auch einfach das Erarbeiten der Artworks Spaß, obwohl es manchmal harte Arbeit ist.

Ihr habt auch einige Split-Releases mit coolen Bands im Repertoire. Wie kommt da der Kontakt zustande?

Austin:
Bei den DWARVES oder ELECTRIC FRANKENSTEIN haben das die Labels organisiert, bei anderen haben wir einfach die Bands angeschrieben oder sie haben uns kontaktiert. Manchmal spielt man auch ein Konzert zusammen und man will dann mit der Band etwas machen. Ab und zu helfen wir so auch kleineren Bands, die so zu ihrer ersten Veröffentlichung kommen. Inzwischen werden wir mit Anfragen überhäuft. Vielleicht ist es cool geworden, eine Split-Scheibe mit uns zu machen, haha.

Jetzt, da THE HELLACOPTERS und GLUECIFER von den Toten auferstanden sind und „Best Of“-Shows spielen, warum sollte sich jemand stattdessen THE HIP PRIESTS anhören?

Austin:
Ich denke nicht, dass sich jemand uns „stattdessen“, sondern einfach „auch“ anhören sollte. THE HELLACOPTERS und GLUECIFER sind live immer noch top. Lee und ich sind letztes Jahr extra nach Oslo geflogen, um GLUECIFER zu sehen, und es war das beste Konzert, das wir beide seit Jahren erlebt haben. Ich glaube schon, dass die eine oder andere Band, die Reunion-Shows spielt, nicht mehr die alte Power hat oder einfach nicht mehr so gut zusammenspielt wie früher. Wenn man uns damit vergleicht, haben wir definitiv mehr Energie und Feuer unterm Hintern, weil wir bei jeder Show alles geben. Es scheint gerade eine Art Revival von Action-Rock, Scandinavian Rock, Garage-Rock oder Punk’n’Roll zu geben. Keine Ahnung, aber wir machen das schon immer.

Mit dem drohenden Brexit vor Augen, glaubt ihr, dass Touren für euch schwieriger werden könnte?

Lee:
Fuck, wir wissen nicht, was passieren wird. Das ist totaler Scheißdreck! Wir haben bereits Touren durch Europa gebucht und je nachdem, was passiert, könnte es schwierig werden. Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, dass kleine tourende Bands, so wie wir, plötzlich Arbeitsvisa benötigten, wie es in den USA leider auch üblich ist, könnte es das Touren wie bisher unmöglich machen. Ich hoffe, dass es uns nicht aufhalten wird, aber es könnte sehr viel schwieriger und teurer werden.

Ist „Welcome to Shit Island“, euer erstes Video zum neuen Album, eure Antwort auf den Brexit?

Lee:
Ja, ganz genau. Ich schrieb den Song, als ich total wütend war auf die ganze Lage und mein totales Misstrauen in die Menschen im Vereinigten Königreich. Ich weiß natürlich, dass nicht jeder so blöde und bigott ist, wie es der Song suggeriert, aber so habe ich es eben gefühlt, als ich ihn schrieb. Ich war so frustriert und niedergeschlagen durch das alles. Es steckt eine Menge Wut und Frustration in diesem Album.

Ihr habt kein festes Label. Wie sucht ihr aus, bei wem ihr veröffentlicht?

Austin:
Ich denke, dass wir in der glücklichen Lage sind, keine Labels mehr fragen zu müssen. Labels kontaktieren uns, weil sie sehen, dass wir hart arbeiten und so viel wie möglich touren, um unsere Platten zu promoten. Sie wissen, wenn sie uns veröffentlichen, dass sich die Platte gut verkaufen wird und sie so weitere Platten machen können.

Wie wichtig ist euch eine nihilistische Grundhaltung?

Lee:
Unser Nihilismus ist eine Art Schizophrenie. Viele meiner Songs entstehen aus einer extrem skeptischen und nihilistischen Haltung heraus und ich fühle oft wirklich so. Es ist, als würde alles in der Welt total schieflaufen, und eine „Fuck all and believe in nothing“-Einstellung scheint einfach der leichteste Weg zu sein, um damit umzugehen. An anderen Tagen wollen wir etwas tun, aktiv sein, für etwas einstehen. Das ist das Schizophrene bei uns. Irgendwo dazwischen sind THE HIP PRIESTS.

„Stand For Nothing“ ist euer viertes Album. Worin unterscheidet es sich von den früheren Alben?

Lee:
Es ist das definitiv beste Album bislang. Früher haben wir es mit dem Aufnehmen vielleicht etwas zu eilig gehabt und waren dann nicht zu 100% zufrieden. Diesmal haben wir uns drei Aufnahmesessions gegönnt, um es so klingen zu lassen, wie wir wollten. Es ist etwas differenzierter. Ob das auch jemand wahrnimmt, weiß ich nicht, haha. Wir haben auch erstmals mehr Songs als nötig aufgenommen und nur die besten auf die Platte gepackt. Am bemerkenswertesten ist aber die Tatsache, dass es diesmal keine Lieder übers Ficken oder Geficktwerden gibt, worüber wir sonst eigentlich immer geschrieben haben. Wir machen das zwar immer noch, singen aber nicht mehr darüber, haha. Wir wollten ein Album machen, das man neben „Apocalypse Dudes“, „Payin’ The Dues“, „Ridin’ The Tiger“ oder „Nightmare Scenario“ stellen kann. Ich denke, das ist uns gelungen.

Guntram Pintgen

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #143 (April/Mai 2019)

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