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Interviews & Artikel

ROGERS

Düsseldorf's hardest working band

In Ox-Ausgabe 142 erzählten sie die Geschichte zu den Songs ihres neuen Albums „Mittelfinger für immer“, das gerade bei People Like You-Records erschienen ist. Im Rahmen der Titelstory für dieses Heft legen Frontmann Christian „Chri“ Hoffmeier, Bassist Artur Freund und der später per Skype aus seinem neuen Zweitwohnsitz Berlin zugeschaltete Gitarrist Nico Feelisch nun nach – und berichten aus dem Kosmos einer Band, die vielleicht das nächste halbgroße bis große Ding aus Düsseldorf werden könnte.

Chri, Artur, ihr habt in den vergangenen Jahren einen ziemlichen Popularitätsschub hingelegt: Ausverkaufte Touren, große Festivals, Shows mit DIE TOTEN HOSEN – und jetzt eine ziemlich groß angelegte Werbekampagne zu eurem neuen Album „Mittelfinger für immer“. Schaut ihr eigentlich auch mal auf die Charts?

Chri:
Es geht so. In der Woche der jeweiligen Veröffentlichung ist das durchaus interessant. Und als es bei uns mit unserem vorigen Album „Augen auf“ das erste Mal hieß „Wir könnten reinkommen in die Charts!“, da war das schon spannend, auch wenn wir nur kurz irgendwo auf den Vierziger-Plätzen standen und nach einer Woche auch schon wieder raus waren, haha. Die Charts waren früher, als ich zur Schule ging, sogar noch ein wichtiger Bestandteil meines Alltags: Ich kam damals nach Hause und habe erst mal Musikfernsehen angemacht und geschaut, was in den Charts so los war. Daran denke ich gerne zurück. Aber: Das hat sich ja über die Jahre geändert. Seitdem man über das Internet die Möglichkeit hat, sich Songlisten selber zusammenzustellen, ist das eigentlich erledigt. Und ein Radio-Typ war ich noch nie. Da lief nie meine Musik. Da habe ich es immer gefeiert, wenn mal DIE TOTEN HOSEN oder DIE ÄRZTE kamen. Das war für einen Dreizehn- oder Vierzehnjährigen wie ein Sechser im Lotto.

Artur: Eigentlich gehen mir die Charts am Allerwertesten vorbei. Aber natürlich: Das gute an so einem Platz Eins ist, dass dich Radios rauf- und runterspielen. Und am Ende bleiben die Charts zumindest für uns eine Möglichkeit, abzuschätzen, wie wir auf die Leute wirken. Man hat als Musiker zwar seine Live-Konzerte, aber ansonstens sitzen die Menschen ja nicht vor einem und sagen, wie sie dich finden. Du weiß nicht, ob sie deine Musik mögen. Du weißt nicht, ob sie sagen: „Cool!“ oder „Kacke!“ Klar, in den sozialen Netzwerken gibt es hier und da mal mehr Likes und wir sehen: Bei Instagram läuft es ein bisschen besser als anderswo. Aber das kann ja auch genauso gut an einem coolen Foto von einem Festival liegen. Die Charts sind dagegen zeitweise tatsächlich ein Gradmesser. An ihnen können wir sehen: Das letzte Album, in das all unser Blut und Schweiß gelaufen ist, ist von Platz x auf Platz y gestiegen. Es hat konkret Dieses und Jenes gebracht. Und die Leute, die in der ersten Woche nach der Veröffentlichung unsere Platte gekauft haben, die haben offensichtlich ein Interesse an uns. Die verfolgen das, was wir machen und die haben wir erreicht. Also: Der Rahmen ist wichtig. Wir wollen, dass es weitergeht und wollen keinen Negativtrend. Wir wollen eine Entwicklung. Und die kann man durchaus an den Charts ablesen. Aber: Wir machen unsere Musik nicht davon abhängig.

Charts, Verkäufe, GEMA, Steuer – wer ist bei euch eigentlich für den Papierkram zuständig – wer ist euer Johnny Ramone?

Artur:
Bei uns ist Nico dafür zuständig. Beziehungsweise: Er kümmert sich um die Bandangelegenheiten an sich. Ich kümmere mich um das Merchandise – was auch mit Papierkram verbunden ist. Und ich sage dir: Zwei Sachen, die ich in meinem Leben direkt gegen alles andere eintauschen und gegen Geld abgeben würde, dann sind das Putzen und der Bürokram, haha.

Euer neues Album ist zwar gerade erst veröffentlicht worden. Aber schon zwei Monate zuvor haben wir bei Chri in dessen Düsseldorfer Wohnung gesessen und zum ersten Mal gemeinsam in die neuen Songs reingehört. Wann habt ihr selber denn zum letzten Mal „Mittelfinger für immer“ aufgelegt?

Chri:
Ganz ehrlich? Damals, bei diesem Treffen.

Tatsächlich? Das hätte ich nicht gedacht. Das wirft die Frage auf: Wann ist bei euch der Punkt erreicht, an dem ihr euch an neuen Stücken zum ersten Mal satt gehört habt?

Chri:
Im Falle der neuen Platte war es so: So richtig viel und extrem gehört haben wir die Stücke ab dem vergangenen Sommer. Beim Schreiben. Beim Aufnehmen. Bei der Vorproduktion. Danach – und bis zur Veröffentlichung – braucht man dann wirklich zunächst ein bisschen Abstand. Ich stehe ohnehin nicht am Morgen auf und lasse mich erst mal eine Runde von mir selber anbrüllen, haha. Aber trotz allem: Ein richtiges „Satthören“ gibt es nicht.

Artur: Genau. Du kannst dich an deinen eigenen Songs eigentlich nie satthören. Man verbindet mit den Stücken so krasse persönliche Erlebnisse – auf eine „No go“-Liste kann da keiner kommen. Klar: Natürlich gibt es Phasen wie kürzlich beim Videodreh zu „Mittelfinger für immer“, wo ich den Refrain wirklich permanent um die Ohren gescheppert bekomme und ihn kurzzeitig mal nicht mehr hören kann. Aber wenn wir dann auf Tour gehen und proben und ihn dann wieder selber zocken – dann ist das wieder ein ganz anders Thema. Da gibt es kein Satthören.

Chri: Man vergisst Songs nur ab und an. Das passiert. Jetzt, nach vier Alben, gibt es tatsächlich Situationen, in denen ich in alte Songs reinhöre und mir denke: „Ach, stimmt. Den gab es ja auch mal.“

Chri, du sagst, du würdest dich nicht von dir selber anbrüllen lassen. Aber es ist schon auffällig, dass du zumindest sehr gerne eure eigenen Hoodies und Shirts trägst. Das gilt ja gemeinhin auch als No-Go.

Artur:
Chri ist unser Merch-Repräsentant, haha. Es fehlt eigentlich nur noch das Komplettpaket. Sprich: Eine ROGERS-Hose.

Chri: Das rührt in erster Linie aber daher, dass ich falsch einkaufe und einpacke. Ich habe etwa auf Tour nie etwas Vernünftiges zum Wechseln dabei, haha.

Artur: Es geht dann meistens so: Wir sind auf Tour. Chri sagt: „Ich brauche ein neues Shirt, ich habe keins mehr“ – und geht zum Merchtisch.

Chri: Dann greife ich mir eines und renne schnell weg, bevor ich nach dem Geld gefragt werden kann, haha. Wir zahlen ja normalerweise für unsere eigenen Shirts ... Bei unseren Feuerzeugen klappt das übrigens auch meist ganz gut.

Euer Gitarrist und Haupt-Songwriter Nico, den wir gleich noch per Skype zuschalten, lebt jetzt in Berlin, nicht mehr in Düsseldorf. Hat das irgendeine Auswirkung auf die Band?

Chri:
Nein, gar nicht.

Artur: Das befürchteten wir zu Beginn. Gerade weil er sich auf der vorletzten Tournee ja das Bein gebrochen hatte und nicht mobil war, und sich somit dem Songwriting noch mal ganz anders, viel stärker widmen konnte. Das war ja auch sein beruflicher Wunsch gewesen. Er tut das ja auch für andere Künstler. Und einen Songwriter zu haben, der quasi ans Bett gefesselt ist und den ganzen Tag Texte und Musik schreiben kann – der ist natürlich Gold wert für eine Band. Daraus ist damals ein Repertoire an Songs entstanden, das massiv groß war und ohne das es unser voriges Album „Augen auf“ nie gegeben hätte. Aber: Es ist letztlich so, dass immer schon alle in der Band an den Stücken mitgeschrieben haben. Und so war es auch dieses Mal. Distanzen spielen heutzutage ja auch keine so große Rolle mehr. Und für ihn ist es praktisch: Er arbeitet ja unter anderem für Universal und braucht nur einmal über die Straße zu gehen und steht schon im Büro. Ansonsten hat er in Düsseldorf immer noch eine Wohnung und wird diese auch behalten. Und: Ab und an eine kleine Auszeit voneinander ist schon nicht schlecht, haha. Man kann sich das ja vielleicht gar nicht vorstellen, aber: Theoretisch sehen wir uns an 90 bis 100 Tagen im Jahr. Das ist schon viel.

Chri: Nach der Tour zu dieser Platte, nächstes Jahr, machen alle erst mal Urlaub voneinander, haha. Das haben wir dann nötig. Sowieso. Wir arbeiten ja alle auch noch neben der Band.

Wie lange liegt dein letzter Urlaub zurück?

Chri:
Ich war kürzlich mal für eine Woche weg. Davor 16 Jahre lang nicht wirklich.

ROGERS sind also die hardest working Band Düsseldorfs?

Artur:
Das weiß ich nicht. Ich weiß nur: Das liegt auch daran, dass wir die Band eben als Vollzeitbeschäftigung wahrnehmen wollen – und nebenbei alle zusehen müssen, dass wir Kohle verdienen. Es ist immer ein Spagat zwischen Band und Job und normalem Leben. Normalerweise hat man ja als Normalo eine 40-Stunden-Woche, ein paar Freunde, ein Hobby – das war es. Wir haben all das – und die Band. Eine 70-Stunden-Woche. Das schlaucht schon.

Chri: Gerade dieses Jahr hatte jeder von uns – zusammen mit der Albumproduktion und den Konzerten – quasi dreieinhalb bis vier Hauptjobs. Artur hat Grafiken designt und Videos geschnitten. Ich bin jeden Tag dreimal ins Studio gerannt, um die Songs einzusingen. Nico hat Gitarren aufgenommen. Und dazu eben noch die Jobs ...

Ist all das denn wirklich noch das, wovon ihr immer geträumt habt?

Artur:
Tatsächlich ja. Die Power ist nach wie vor da!

Chri:[/b] Absolut! Und: Ich arbeite sehr gerne und freue mich sogar jedes Mal darauf. Gerade im Restaurant, wo ich tätig bin. Da sind Kollegen, die sind schon so dermaßen fertig. Und ich stehe jedes Mal daneben und denke mir: „Geil! Ich habe das Dreifache an Arbeit – und kriege es trotzdem hin.“ Ganz ehrlich: Das motiviert mich. Ich versuche jedenfalls seit ein paar Monaten, meinen Arzt dazu zu bringen, mir nach jedem Besuch zu sagen: „Herr Hoffmeier, Sie sind unbesiegbar!“ Haha.

Nico ist jetzt zugeschaltet. Also, Nico: Für wen außer ROGERS schreibst du sonst noch Songs?

Nico:[/b] Das ist unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel eine tolle Künstlerin aus Hamburg, Ina Bredehorn von der Band DEINE COUSINE, für die ich einige geschrieben habe. Und dazu ein paar Künstler, deren Lieder aber noch nicht veröffentlicht wurden. Die sind noch in der Mache. Es ist allerdings nicht immer ein schöner Job. Ich habe auch schon viel Zeit für Leute verschwendet, die irgendwann ankamen und sagten: „Ey, ich mache jetzt doch was anderes.“ Dann habe ich natürlich nachgefragt: „Ja, wie? Und was ist mit meinen Songs für dich?“ Und als Antwort kam jedes Mal: „Die fühle ich nicht mehr so.“ Danke, du Arsch! Haha.

Wie ist das denn generell beim Songschreiben: Setzt du dich hin und sagst: Ok, heute sind die ROGERS dran und nicht DEINE COUSINE. Und sofort ist der Schalter umgelegt?

Nico:
Es gibt zwei Szenarien. Entweder sage ich mir: „Ich schreibe jetzt konkret für Künstler XY.“ Oder ich sage: „Ich fange einfach an und schaue mal, für wen das was sein könnte.“ Ich habe in meiner Dropbox übrigens einen geheimen Ordner, in dem sich knapp 15 Stücke befinden, die ich irgendwann einmal anderen Künstlern werde anbieten müssen. Die sind definitiv nichts für die Band.

Artur: Einer davon hat es doch sogar auf unsere neue Platte geschafft, weil ich ihn unbedingt darauf haben wollte. Das war „Wo gehör’ ich hin?“

Nico: Stimmt. Das solle eigentlich der Titeltrack für einen Independent-Film werden, der nie realisiert wurde.

Artur: Wir haben den irgendwann mal im Bandbus gehört, und ich dachte direkt: „Wow! Der ist ja sensationell! Den müssen wir haben.“

Was würdet ihr euren eigenen Ichs von vor zehn Jahren gerne erzählen, wenn ihr sie so wie damals auf der Bühne sehen könntet?

Artur:
Hört auf!

Chri: Stimmt! Aber: Das wäre denen egal, denn die ROGERS von damals würden uns gar nicht zuhören. Sie wären zu bedröhnt und hätten ohnehin alles am nächsten Tag schon wieder vergessen.

Nico: Also ich würde uns zuhören. Und ich wiederum würde meinem jüngeren Ich sagen: „Mach’ weiter so!“

Chri: Im Ernst: Wir reflektieren schon viel mehr als früher.

Nico: Man lernt eben dazu.

Artur: Ich sage es mal so: Wir würden unseren älteren Ichs vielleicht wirklich nicht zuhören. Denn wenn du jung bist und selber noch keine Expertise hast, dann kannst du ja gar nicht beurteilen, ob dein Gegenüber dir gerade die Wahrheit oder irgendeinen Scheiß erzählt. Insofern ist es gut und wichtig, in diesen jungen Jahren auch einfach mal nicht zuzuhören. Das haben wir auch getan. Man muss seine Erfahrungen einfach selber machen. Und nicht auf alles hören. Von der Quantität, die man bekommt, ist die Kritik ja ohnehin schon sehr umfangreich. Positiv wie negativ. Es will ja am Ende doch jeder irgendetwas zu deiner Sache sagen. Das ist immer so. Am Merch. Im Freundeskreis. Überall.

Und wie sähe es andersherum aus: Chri, Artur, Nico von damals sehen die ROGERS von heute auf der Bühne spielen – was sagen sie?

Nico:
Ich würde stehen bleiben und sagen: „Ich finde das geil!“

Artur: Ich habe mir neulich tatsächlich mal selber die Frage gestellt, ob ich uns verfolgt hätte, wenn ich uns als jüngerer Mensch entdeckt hätte. Ich war nie der riesige Fan von irgendwem. Ich verfolge Künstler eher interessiert bei dem, was sie tun. Achte auf sie. Auf die ARCHITECTS zum Beispiel. Weil ich es unheimlich spannend finde, was sie machen und wie sie das auf die Bühne bringen. Und vor diesem Hintergrund würde ich sagen: Wir als ROGERS würden zu diesem Kreis von Künstlern dazugehören, die ich verfolge. Ich fände uns cool. Ich weiß nicht, ob ich auf die Musik stehen oder zu Konzerten fahren würde. Ich bin ohnehin nicht der Typ, der das jedes Wochenende macht. Aber: Ich würde uns verfolgen.

Chri: Mein damaliges Ich wäre viel zu stoned, um das zu erkennen, und hätte uns am nächsten Tag wieder vergessen, haha.

Eure Fans haben sich zum ROGERS-Street-Team zusammengetan. Habt ihr irgendeinen Einfluss darauf, was die so machen?

Chri:
Nein. Im Gegenteil: Die haben eher Einfluss auf uns, haha. Wir sind gezwungen, uns überraschen zu lassen und zu sehen, was die so tun bei Konzerten. Wir müssen darauf reagieren. Was wir natürlich machen: Wir unterstützen sie sehr gerne. Wenn die Leute zum Beispiel für irgendeine Aktion eine Grafik brauchen oder so. Aber tatsächlich ist es ihnen auch wichtig, uns mit dem Zeug zu überrumpeln. Wir bekommen als Band sehr wenig von deren Vorbereitungen für Shows mit.

Nico: Die Leute vom Street Team verwenden sehr viel Zeit und Engagement darauf, dass wir nichts von dem mitbekommen, was sie planen.

Artur: Sie bieten uns bei Konzerten quasi die gleiche Überraschungsshow wie wir ihnen – nur, dass unsere Set-List immer gleich ist.

Wie eng ist der Kontakt zum Street Team?

Artur:
Die Kontakte reichen von sehr guten Bekanntschaften bis hin zu Freundschaften. Das Street Team lässt sich irgendwie verstehen als Gruppe aus sehr konzertverliebten und konzerterfahrenen Menschen, die mitunter Unglaubliches leisten und uns in jeder Hinsicht unterstützen. Die sehen mehr Konzerte von uns als wir selber. Einer aus dem Team, Alex, steckt zum Beispiel hinter der Webseite „Plastikpunks“. Er bastelt Punkbands aus Lego – und hat die ROGERS-Legofiguren gebaut, die in der Limited Box des neuen Albums stecken und als „Golden Ticket“ für die kommende Tour gelten. Du siehst: Das Street Team ist fast schon die Band.

Chri: Es gibt Konzerte, da wird das Verhältnis zwischen Musik und den Aktionen des Street Teams von vielen Außenstehenden als Fifty-Fifty bezeichnet. Ich selber würde sogar sagen: Es kommt vor, dass das, was vor der Bühne passiert, interessanter ist als das, was darauf stattfindet.

Artur:[/b] Was die beispielsweise bei unserem Auftritt im Vorprogramm von DIE TOTEN HOSEN alles abgerissen haben, das war unglaublich! Konfetti, Pyro, Böllerschüsse. Das war so krass! Ich hätte bei unserem Konzert auch eher denen zugeschaut als uns, haha.

Besteht bei einer solchen Beziehung zwischen Band und Fans nicht auch die Gefahr, dass es irgendwann zu eng wird?

Chri:
Nein. Es ufert ja nicht aus. Man hat diesen harten Kern irgendwann kennengelernt. Einen harten Kern, der sehr beständig ist. Und dann kommen noch viele dazu, bei denen man aber gar nicht mehr die Chance hat, sie näher kennenzulernen.

Artur: Wir haben auch nur zwei feste Ansprechpartner, über die die Kommunikation läuft. Und die sind sehr respektvoll. Die haben jetzt nicht unsere Handynummern. Die wissen schon, was geht und was nicht und wie Bands sind. Die sind nicht penetrant. Wenn etwas Wichtiges ist, dann schreiben sie uns zwar an – aber nie fordernd. Da heißt es dann: „Das wäre schön. Aber mach dir keinen Stress. Du kannst auch nächste Woche antworten.“

Bands wie die BROILERS haben, wie man hört, durchaus schlechte Erfahrungen in Sachen überzeugter Fans gemacht. Es geht dann unter anderem darum, wer von den so genannten Die-Hards zuerst da war ...

Artur:
Von den BROILERS haben wir auch die eine oder andere Erfahrung mitgekriegt ... Da wird dann Geld eingesammelt innerhalb der Fangruppe – und das wird ausgegeben für jeweils ein neues Plüschkostüm pro Show, das dann einer anhat, der die Idee witzig findet und vielleicht gerade die Kasse macht. Unser Street Team hat sich deswegen auch als Verein organisiert. Die achten darauf, dass solche Probleme gar nicht erst entstehen. In einem Verein kann man sehen, wann Geld wofür ausgegeben wurde.

Gab es je Aktionen des Street Teams, die drüber waren?

Nico:
Nein. Denn: Die Leute vom Street Team würden krasse Aktionen auf jeden Fall mit uns absprechen.

Artur: Es gab nur eine heikle Situation: Die Wunderkerzen bei DIE TOTEN HOSEN. Da hingen an den Päckchen Zettel dran, auf denen stand: „Liebe Grüße, Eure ROGERS“ – und das war nicht mit uns abgesprochen. Und dann kommt irgendwann eben der Veranstalter an und fragt: „Was soll das?“ Das war aber auch eine Sache, die von einem Einzelnen ausging und die sofort intern geklärt wurde.

 


Diskografie

„Wohin es uns führt“ [als JOLLY ROGER] (CD, Band, 2010) • „Faust hoch“ (CD/EP, People Like You, 2013) • „ Flucht nach vorn“ (LP/CD, People Like You, 2013) • „Steh auf“ (7“, People Like You, 2015) • „Nichts zu verlieren“ (LP/CD, People Like You, 2015) • „Mit dem Moped nach Madrid / Meine Soldaten“ (7“, People Like You, 2016)

„Augen auf“ (LP/CD, People Like You, 2017) • „Mittelfinger für immer“ (LP/CD, People Like You, 2019)

Frank Weiffen

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #143 (April/Mai 2019)

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