Interviews & Artikel : SJOCK FESTIVAL :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SJOCK FESTIVAL

Im Tiefsten Belgien

Festivals von der Stange kann jeder kommerzielle Veranstalter auf die Beine stellen, doch wirklich cool sind nur die handgemachten Festivals mit Tradition. So eines ist das Sjock, das seit über 40 Jahren im belgischen Gierle stattfindet – dieses Jahr am 12., 13. und 14. Juli. Hans Kersemans vom Sjock-Team beantwortete unsere Fragen.

Bitte gib uns einen Überblick über die Geschichte des Festivals. Auf eurer Website schreibt ihr: „Belgien hat die höchste Anzahl von Festivals pro Kopf ... aber wir waren zuerst hier.“


Tief in der ländlichen Provinz Antwerpen, in einem dunklen Wald aus Birke und Eiche, lauert das Sjock Festival – das selbsternannte Rock’n’Roll-Highlight des Jahres. Seit 1976 hat sich das belgische Festival Sjock im Garten des Pfarrers mit einem ursprünglichen Lineup von rund acht Bands vergrößert, so dass in seiner 44. Ausgabe, die nun drei Tage dauert, rund 45 Acts auf drei Bühnen zu sehen sind. Sjock zieht ein europäisches Publikum an, dem Punkrock, Rockabilly, Garagenrock und Surfmusik präsentiert wird. Sjock findet einige Kilometer außerhalb der Stadt Gierle bei Lille im Bezirk Antwerpen statt. Tatsächlich beschreiben uns andere als die Paten für Festivals wie Graspop, Groezrock oder Jera on Air.

Bitte stell dich und dein Team vor.

Ich bin Hans Kersemans und Teil des 10-köpfigen Komitees des Gierle Jugend Klubs, der das Festival organisiert; 400 Freiwillige und andere gemeinnützige Organisationen werden benötigt, um Sjock für seine 3.500 bis 5.000 Besucher pro Tag zu betreiben. In diesem Sinne ist das Sjock Teil dieser tief verwurzelten flämischen Tradition von Bruderschaften und Klubs von Enthusiasten, die sich für eine gemeinsame Sache zusammenschließen. Aus diesem Grund fühlen sich unsere Besucher bei ihrer Ankunft auf dem Festivalgelände des Sjock zu Hause. Das alles macht das Sjock zu einem 100% unabhängigen Festival.

Wie groß oder klein, wie kommerziell oder gemeinnützig ist das Sjock? Heutzutage gibt es Tonnen von Festivals, aber was macht Sjock so besonders?

Das diesjährige Line-Up-Look ist einfach fantastisch! Hier kann man The Hives, Hellacopters, Flogging Molly, Gluecifer nacheinander auf einer Bühne sehen? Ich weiß, dass sie auch auf anderen Festivals spielen, aber bedenke, dass das Sjock klein ist, wir haben maximal 5.000 Personen pro Tag. Du wirst nicht von einer Million Festival-Idioten umgeben sein, die nur „Tick tick tick boom“ hören wollen, weil sie es einmal im Radio gehört haben. Und das Sjock ist billig. Verdammt billig. Ein Wochenendticket – das sind drei Tage hartes Feiern – kostet nur 80 Euro. Selbst die Biere haben die aktuelle Benchmark von 3 Euro pro Getränk noch nicht erreicht. Ja, es ist heutzutage in Belgien durchaus üblich, dir 3 Euro pro Becher zu berechnen, und normalerweise bekommst du dieses kleine Plastik-Ding, das auch zum Verteilen von Pillen in Altenheimen verwendet wird. Ja, nichts davon bei Sjock: gutes Bier, guter Preis! Der Kern des Sjock-Publikums ist definitiv ein „Nischenpublikum“. Wir haben drei Arten Besucher: Die reinen Rockabillies, die Punkrock/Garage-Leute und diejenigen, die beides mögen. Wir haben ein sehr treues Publikum, das jedes Jahr wieder kommt. Diese Mischung ist einzigartig auf europäischen Festivals. Es gibt viele Rockabilly-Weekends in Spanien und Großbritannien und viele Garagen-/Punk-Events, aber das Sjock ist das einzige, das sie zusammenbringt. Beim Sjock geht es nicht um das Geld, es wird nicht wie ein Unternehmen geführt, und wenn man einmal dort war, wird man die Atmosphäre nicht vergessen.

Wie stark unter Konkurrenzdruck ist man im Festivalgeschäft heutzutage? Könnt ihr wirklich die Bands bekommen, die ihr wollt, oder spielen einige Bands nur auf den Festivals, die am meisten bezahlen? Letztes Jahr habe ich mitbekommen, wie sich jemand über „zu viele Sjock-untypische Bands, die ein Sjock-untypisches Publikum anziehen“ beschwert hat – also muss man wohl aufpassen, welche Bands man bucht und welche nicht wieder, oder?

Wir können uns nicht beschweren, weil es nicht so viele ähnliche Festivals gibt. Viele Leute mögen die kleineren Bands auf unserer Liste, aber du musst einen Headliner haben, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die du willst. Es gibt zig Festivals in Belgien und natürlich ist es nicht einfach, all diese großen Bands zu buchen. Belgien ist ein kleines Land, wenn also eine Band auf einem Festival am Meer Headliner ist, ist es nicht möglich, dass dieselbe Band auf einem Festival 150 Kilometer weiter dies auch ist. Letztes Jahr hatten wir viele Punkrock-Bands, so dass es in diesem Sinne ein eher Sjock-untypisches Publikum anzog. Aber von Zeit zu Zeit was zu verändern macht uns Spaß und es ist eine gute Möglichkeit für andere rockorientierte Leute, das Sjock zu entdecken. Ich denke, dass viele Leute das Sjock als ihr am besten gehütetes Geheimnis bewahren wollen ... und wir auch, aber am Ende sollten die Kosten gedeckt sein.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #143 (April/Mai 2019)

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40 Jahre Punk. Reiner, purer Punk. Zumindest zu Beginn: THE DAMNED waren von Anfang an dabei, haben alles gesehen, haben in jedem Rattenloch der britischen Inseln ihren rohen Rock’n’Roll gespielt, beeinflusst von den STOOGES und den MC5. Sie waren ... mehr