Interviews & Artikel : FRANKIE STUBBS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

FRANKIE STUBBS

Was macht eigentlich ...

Frankie Stubbs war noch nie ein großer Fan von Interviews. Zu Lebzeiten von LEATHERFACE aus Sunderland, UK war es jedes Mal ein endloses Generve, den Frontmann der verehrten Band vor ein Mikrofon oder ans Telefon zu bekommen. Irgendwann kapierte ich: der fühlt sich dabei einfach unwohl, der ist ein sperriger Typ. Und umso schöner war es dann, doch mit ihm ins Gespräch zu kommen. Mittlerweile sind LEATHERFACE schon seit 2012 Geschichte, 2015 starb Dickie Hammond, und damit auch irgendwie die Vorstellung, es könnte noch mal was werden mit LEATHERFACE. In letzter Zeit allerdings wurde Frankie Stubbs hin und wieder auf einer Bühne gesehen, solo, mit Gitarre, und das weckte mein Interesse. So fanden wir uns Ende April vor dem Computer wieder, schauten uns via Skype ins (in seinem Fall sehr bärtige) Gesicht und unterhielten uns.

Frankie, hörst und siehst du mich?


Ja, du mich auch? Ich habe dieses Skype seit 2013 nicht mehr benutzt, ich wusste gar nicht mehr, wie das geht.

Wie ist es dir ergangen, seit LEATHERFACE sich, ja, was denn nun, für unbestimmte Zeit eine Auszeit genommen haben?

Das ist eine schwierige Frage. Ich habe, nachdem wir aufgehört hatten, zwei Jahre lang nicht mehr Gitarre gespielt. Dann starb Dickie und wieder habe ich zwei Jahre nicht mehr gespielt. Und dann tauchte ich vor anderthalb Jahren oder so in Hamburg auf bei dem Geburtstagskonzert von Sounds Of Subterrania, besuchte Jens Rachut, spielte im Hafenklang. Ich hatte zuerst gesagt, fuck, no way, das mache ich nicht. Vier Jahre lang hatte ich da keine Gitarre angefasst! Ich hatte vergessen, wie gut es sich anfühlt zu spielen. Ich dachte mir nur, alleine und akustisch ist das lange nicht so gut wie mit einer Band. Und dann kam ja auf Sounds Of Subterrania diese Video-7“ mit einem Song von mir. Ich habe eine ganze Kiste von denen hier, aber ich habe ja keinen Plattenspieler mehr ... Aber eine super Idee. Vielleicht sollte ich meine Tochter mal bitten, ihren Plattenspieler mitzubringen, wenn sie alle drei Wochen kommt. Aber die erträgt meine Musik ja nicht. Die hört nur diesen neuen Metal-Scheiß.

Aber wie war das, nach Jahren wieder eine Gitarre in die Hände zu nehmen? Als ob ein trockener Alkoholiker wieder an einem Glas Schnaps nippt? Sofort wieder drauf?

Ja, genau – da trinkt ein Alkoholiker vier Jahre nicht und dann ist er wieder voll drauf. Das ist eine richtig gute Analogie, so ging es mir. Bei meinem Konzert am 1. April 2018 im Hafenklang waren Leute aus zig Ländern da, sogar aus Russland, Irland und Norwegen. Weißt du, wenn du etwas wie das Musikmachen so exzessiv machst, dann vergisst du schon mal, was dir daran gefällt. Es fällt mir schwer, das zu erklären ... LEATHERFACE waren einfach harte Arbeit geworden. Und dann dieses Konzert in Hamburg... die Leute sind ausgerastet. Das brauchte ich. Jetzt spiele ich wieder viel Gitarre, genauso viel wie damals, als ich das gerade gelernt hatte. Ich übe jeden Tag, ich schreibe neue Songs. Und es macht mir auch Spaß, die alten Lieder neu zu lernen. Ich liebe es, Gitarre zu spielen, und echt, ich bin Gitarrist, nicht Sänger. Das war irgendwie ein Missverständnis – wir brauchten damals einen Sänger, also übernahm ich das.

Manchmal erkennt man den Wert von etwas erst, wenn es nicht mehr da ist.

Genauso war das! Wie mit einer Frau, mit der man schon lange zusammen ist. Und ich habe mich dann eben wieder ins Gitarrespielen verliebt. Und dann war da ja noch die Sache mit Dickie ... Das war schrecklich. Mit ansehen zu müssen, wie mein Songwriting-Partner zugrunde ging. Er war einer der besten Gitarristen, die ich je getroffen habe. Und der versank immer mehr in diesem Alkohol-Abgrund und niemand konnte was tun. Ich versuchte es, jeder um ihn herum versuchte es. Wir gaben alle unser Bestes: „Los, Dickie, du schaffst das!“ Aber nichts half ... Lange Zeit dachte ich: „Du blödes Arschloch!“ Aber irgendwann sagte ich mir, dass er sein Leben eben so leben wollte. Am Schluss wollte ja auch keiner seiner Freunde mehr mit ihm trinken. Er hatte dann neue Freunde. Vielleicht hätten wir ja bei ihm sein sollen. Ich weiß es nicht ... Na ja, ich spiele jedenfalls wieder, am Wochenende habe ich zwei Auftritte, also übe ich jeden Tag – ohne zu trinken. Heute habe ich auch schon geübt, aber mit Bier. Das anstehende Interview hat mich nervös gemacht, ich hab erst mal drei Flaschen San Miguel getrunken.

Nach all den Jahren machen dich Interviews noch nervös?

Ja. Es fällt mir leichter, vor 200 Leuten zu spielen, als so ein Interview zu geben. Ich weiß doch nicht, was du mich fragen wirst! Ich kenne dich ja, du hast recherchiert, du kannst mich alles fragen und ich muss antworten! Damals, bei LEATHERFACE, hatte ich irgendwann eine gute Strategie entwickelt: Ich habe einfach das Thema gewechselt, wenn mir danach war. Aber bei jemandem wie dir, da geht das nicht, haha. Ich finde Interviews einfach, wenn man sich nicht kennt, dann kann ich irgendwas erzählen.

Nun, dann muss ich dir eine Frage stellen zu etwas, was mir dein Freund und LEATHERFACE-Bandkollege Graeme von Little Rocket Records erzählt hat. Dass du beim Nissan-Werk bei euch in der Stadt arbeitest und die neuen Autos auf den Parkplatz fährst. Irgendwie brach mir das fast das Herz – ein begnadeter Musiker wie du macht so einen Job.

Ja, das mache ich. Ich arbeite da mit einem Haufen rassistischer Arschlöcher zusammen. Danke, dass du mich daran erinnert hast. Schreckliche Leute. Was soll ich sagen, es bringt mich über die Runden, so kann ich die Miete zahlen. Ich hatte vorher eigentlich nie einen richtigen Job, wir spielten ja ständig. Mit 17 hatte ich mal vier Monate einen richtigen Job, mit 18 ein Jahr. Und jetzt habe ich das erste Mal einen richtigen Job ... und würde am liebsten wieder auf der Bühne stehen. Echt, nie wollte ich lieber wieder auf die Bühne. Die ganze Zeit muss ich mir auf der Arbeit das Geschwätz dieser rassistischen Fucks anhören. Einer von denen sagte doch neulich echt: „Wir sollten Donald Trump zum Präsidenten von England wählen.“ Was soll man da antworten? Der hatte keine Ahnung, was er da sagt. Dazu müsste man ja erst mal die Königin loswerden, ein paar Gesetze ändern, damit dieser Typ gewählt werden kann. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben so viele dumme Menschen getroffen wie bei diesem Job. Ein paar sind okay, aber die Mehrheit ist komplett bescheuert. Und irgendwie liebe ich es ja auch: Du sitzt da, hörst dir an, was die da reden, und denkst dir „Was zur Hölle ...?“

Haben die eine Idee, wer du bist oder warst in deinem anderen Leben?

Haha, nein! Obwohl, ein paar Jüngere haben es rausgefunden, die haben das in Hamburg im Internet gesehen – das war ja online, bevor ich da zur Tür raus bin. Und von den Kollegen hat das wohl auch jemand gesehen, und so wissen es jetzt ein paar. Aber das ist ja auch nicht die Musik, die die kennen oder mögen. Die stehen auf Techno, Rap, Pop. Und die, die was Lärmigeres mögen, hören BLINK-182, GREEN DAY und so. Aber ich fange nicht an zu versuchen, die in der Hinsicht zu erziehen. Aber bei der Arbeit höre ich dann auch die schlechteste Musik, die ich in meinem Leben bislang ertragen musste, Taylor Swift, Ariana Grande und so weiter.

Vermisst du die Zeit zwischen eurer Reunion 1998 und der Auflösung 2012? Gerade um die Jahrtausendwende herum lief es ja super für euch, ihr wurdet zur weltweit gefeierten Band.

Der Ruf der Band ist ja immer noch da, und da bin ich echt stolz drauf. Wir wurden ja nie so eine Band wie NIRVANA. Die waren gut, machten tolle Platten, wurden dann aber zur größten Band der Welt. Und sie vermissten dann „ihr“ Publikum, ihre Freunde. Das brauchte ich nicht, und ich bin so stolz auf alles, was wir gemacht haben und freue mich über all die Leute, die heute kommen, um die Lieder zu hören, die ich auf der akustischen Gitarre spiele. Das ist alles echt. Im Gegensatz zu all diesen Bands, die eine Marke sind wie Waschpulver, eine Ware. So waren wir nie, und darauf bin ich stolz. Aber die meisten Bands wollen auch einfach nur berühmt werden. Und damit sind wir wieder bei NIRVANA: Mit all dem Ruhm ist Kurt nicht gut klar gekommen. Deshalb ist er tot. Aber okay, die haben ja damals bewusst bei Geffen unterschrieben.

An der Stelle komme ich an einer Frage nicht vorbei – würde ich die nicht stellen, würden mir das die Ox-Leser*innen nicht verzeihen. Deshalb: Besteht die Chance, LEATHERFACE eines Tages wieder live zu sehen?

Das weiß ich nicht. Ich habe mehrfach gesagt, dass LEATHERFACE nie wieder spielen werden. Das erste Mal sagte ich das 1994 und danach noch ein paar Mal. Wir haben mit LEATHERFACE einige Male ohne Dickie gespielt, und der Grund, warum wir auch ohne Dickie aufgetreten sind, war allein der, um ihm zu zeigen, dass wir es auch ohne ihn hinbekommen. Das war unsere Art zu sagen: „Komm zurück, komm zurück!“ Und jedes Mal kam er zurück. Aber jetzt ist er tot und wirklich weg und jetzt gibt es kein „Come back, Dickie!“ mehr. Echt, wir machten damals deshalb weiter, um ihn zurück in die Band zu holen. Carry on, regardless ... Es war nie so, dass wir ihn rausgeschmissen hätten, er ging und er kam zurück. Die Tür war immer offen für ihn. Er dachte ja immer, ohne ihn könnten wir nichts machen, etwa wenn er mal wieder eine andere Band hatte, und deshalb spielten wir trotzdem, aber ja nur, um ihn zurückzuholen. Schon 1989 spielten wir unsere Tour mit Toddy aus Mannheim, und Dickie war gleichzeitig mit HDQ unterwegs und war total sauer, dass wir das gewagt hatten. Ich fragte ihn dann, ob er denke, wir würden herumsitzen und auf ihn warten. Er kam dann immer wieder zurück. Nur jetzt ... ist es offensichtlich, dass er nicht zurückkommen wird. Dickie spielte echt jeden Tag Gitarre, er war nicht einfach von Natur aus so ein fantastischer Gitarrist, sondern er hat sich das erarbeitet. Er übte wie ein Verrückter. Ich habe das irgendwann auch kapiert und merke das jetzt gerade deutlich: wenn du viel übst, wirst du wirklich besser. Dickie hat mir ja viel gezeigt auf der Gitarre, so lernten wir uns kennen. Er wohnte nur ein paar Häuser weiter und ich bat ihn, mir zu zeigen, wie man Gitarre spielt. Ich hatte ein paar Songs drauf damals, etwa „Alternative Ulster“ von STIFF LITTLE FINGERS, und er zeigte mir viele andere. Weißt du, ich vermisse Dickie wirklich, auch wenn er echt nerven konnte.

Der Raum, in dem du gerade sitzt, sieht aus wie ein Studio. Dein Studio, dein Proberaum?

Nein, das ist das Studio von Graeme, das ich freundlicherweise benutzen darf. Hier übe ich jetzt. Ich hatte ab 1988 selbst für viele Jahre ein kleines Studio, ich mochte es nie, bei mir zu Hause zu proben. Ich mag es, wenn man beim Üben in der entsprechenden Umgebung ist, hier stehen alte Verstärker, Boxen und Instrumente um mich herum. Dieser Raum hier ist pure Musik. Ich habe einen Schlüssel, wann immer ich will, kann ich rüberkommen.

Du könntest doch einfach ein paar Songs aufnehmen und Gregor von Sounds Of Subterrania schicken und der würde die veröffentlichen ...

Nein. Schau dir mal an, was hier steht. Siehst du das? Ein digitales Mischpult ... ich habe keine Ahnung, wie man das bedient, das hängt an diesem Computer da drüben. Analog, das kann ich, aber ich weigere mich, mich mit diesem neuen Zeug zu beschäftigen. Graeme wird mir sicher helfen, wenn ich was aufnehmen will, aber ich muss dich daran erinnern, dass ich ja gerade erst angefangen habe, wieder Gitarre zu spielen nach vielen Jahren Pause. Gitarrespielen ist nicht wie Fahrradfahren – das Spielen muss ich erst wieder lernen, da sind viele Muskeln in der Hand und in den Fingern beteiligt. Ich bin schon wieder ganz gut und habe auch schon sechs, sieben Songs, aber keine Texte. Auch mit den Worten bin ich total aus der Übung. Das könnte sogar länger dauern, denn in den Modus des Texteschreibens muss ich erst mal wieder reinkommen. Ich habe das ewig gemacht und jetzt eben so lange nicht mehr. Dabei hätte ich ja eine Menge Material, bei dem ich mich bedienen könnte. Arbeite mal mit solchen Nazis zusammen wie ich ... da muss man ja nur aufschreiben, was die loslassen die ganze Zeit. Die Worte sind da, von diesen total abgefuckten Leuten und dem abgefuckten Scheiß, den die reden. Worauf ich auf jeden Fall wieder Bock habe, das sind Konzerte, vor Leuten auftreten, zu spielen – das ist eine Kunst für sich. Und ich bin, glaube ich, auch jetzt schon ein besserer Gitarrist als damals, als ich aufhörte. Aber ... das ist noch nicht gut genug. Und ich brauche mehr Lieder. Ich war einst mal ein Songwriter, jetzt bin ich erst mal wieder ein Gitarrist und irgendwann werde ich auch wieder Songwriter sein. Das Ding ist, das ist ja eine Kunst, das kapieren viele nicht. Das ist eine Kopfsache.

Du erwähntest eben erneut deine Scheiße redenden Arbeitskollegen. Ich schätze mal, das Thema Brexit wird da auch erwähnt, oder?

Das ist totaler Wahnsinn. 2016, als darüber abgestimmt wurde, bin ich mit damals 54 Jahren das erste Mal wählen gegangen. Und wie jeder, der mich kennt, sicher wissen wird, habe ich mit „Remain“, mit „Drinbleiben“ gestimmt. Das ganze Thema ist so unfassbar deprimierend. Das Ausmaß an Rassismus in diesem Land ist seitdem ins Unerträgliche gestiegen. Nur weil sie mit „Leave“ gestimmt haben, glauben jetzt manche Menschen in diesem Land, ihre rassistischen Vorurteile voll ausleben zu dürfen. Du kannst dir echt nicht vorstellen, was hier gerade abgeht. Die Leute denken jetzt, es wäre okay, ein komplettes Arschloch zu sein. Und es wird immer noch schlimmer. Mein Vater, der ist jetzt 81, der stimmte für „Leave“, und meine Tochter, die damals 15 war und nicht abstimmen durfte, sagte zu ihm: „Was hast du denn für ein Recht, für ‚Leave‘ zu stimmen? Du bist doch bald tot!“ Die sagte das nicht wegen dem, was ich ihr zu dem Thema gesagt hatte, die kam da schon selbst drauf. Wie unglaublich dumm dieses „Leave“ ist! Falls so ein No Deal kommt, sind wir hier bald arbeitslos, die Autohersteller werden alle gehen. Und viele sind ja schon weg, vor allem die Leute aus der Wirtschaft und der Politik, die für den Austritt waren. Der Typ von den Dyson-Staubsaugern war für „Leave“ und ist dann als Erster gegangen mit seiner Firma! Die sind als Erste von Bord des sinkenden Schiffes gegangen. Und was ist mit Leuten wie uns, wie mir? Ich bin Musiker, ich brauche die EU! Soll ich mir künftig ein Visum besorgen müssen, wenn ich in Deutschland spielen will? Die Leute, die für „Leave“ gestimmt haben, das waren ja sowieso die, die das Land nie verlassen. Die machen hier Campingurlaub im Regen! Die lieben den ständigen Regen! Fickt euch, ihr verdammten Arschlöcher! Ich will weiterhin ganz einfach nach Deutschland reisen können, ich liebe es, in Europa herumzureisen. Ich will kein beschissenes Visum beantragen müssen! Tja, und als Folge von dem rede ich heute mit manchen Freunden nicht mehr und zu meinem Vater habe ich gesagt, er solle den Brexit besser nicht mehr erwähnen. Echt, ich hasse mein Land. Verdammt.

Hast du mal mit dem Gedanken gespielt, woanders zu leben? Oder liebst du deine Heimatstadt?

Nein, ich hasse meine Heimatstadt. Als Erstes hätte ich gerne in Oslo gelebt, dann Hamburg, dann Barcelona. Das sind die drei europäischen Städte, in denen ich gerne gelebt hätte. Dann kam ich nach Kanada, nach Toronto, wo es mir sehr gut gefiel, und auch Melbourne mag ich sehr. Da hätte ich mir echt vorstellen können zu leben. Ich hätte einfach dort bleiben sollen.

Frankie, ich danke dir, dass du dir trotz deiner Abneigung gegen Interviews Zeit genommen hast dafür.

Ach, so über Skype mit Video macht mir das ja Spaß, das war lustig. Vor allem hasse ich ja E-Mail-Interviews, da sitze ich dann und starre auf den Computer und weiß nicht, was ich schreiben soll. Und das geht dann eine Woche, einen Monat so. So und jetzt gib mir noch ein High Five zum Abschied. Und falls du noch einen Screenshot machen willst ... Himmel, ich sehe ja aus wie Karl Marx!

Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #144 (Juni/Juli 2019)

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