Interviews & Artikel : Punk Art #14: TIINA MENZEL :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

Punk Art #14: TIINA MENZEL

In dieser Artikelreihe stellen wir Menschen aus der Punk- und Hardcore-Szene vor, die sich im weitesten Sinne grafisch betätigen und Poster, Flyer und Cover gestalten. Diesmal sprechen wir mit Tiina Menzel aus Solingen.

Bitte stell dich vor. Name, Alter, Beruf, Szeneaktivitäten, wie und wann zu Punk/Hardcore gekommen?


Mein Name ist Tiina Menzel und ich bin freiberufliche Illustratorin. Beziehungsweise Künstlerin oder independent artist, wie’s im Englischen heißt, und Geschäftsfrau in eigener Sache. In der Hardcore-Szene bin ich seit frühester Jugend unterwegs, obwohl ich ja eigentlich eher Wave und Elektromusik höre. Aber ich mochte immer die DIY-Einstellung, das Engagement und die Verbindung von Musik und politischer Einstellung in der Szene. So mit 15 habe ich dann angefangen, die ersten Flyer für Hardcore-Konzerte oder Tierschutz-Aktionen zu malen, und das mache ich bis heute.

Seit wann betätigst du dich künstlerisch, wie fing das an, wie ging es weiter?

Ich male, seit ich meinen ersten Stift in der Hand halten konnte, und habe nie wieder damit aufgehört. Ich hatte das Riesenglück, dass ich über soziale Netzwerke etwas bekannter geworden bin, und verdiene jetzt mein Geld damit.

Wie arbeitest du? Klassisch mit Papier und Farbe, oder digital am Rechner?

Ich male klassisch mit Bleistift und Fineliner auf Papier, scanne die Bilder ein und koloriere digital.

Bist du Autodidaktin oder kannst du auf eine klassische künstlerische Ausbildung verweisen?

Ich habe nicht Kunst studiert und keine Kunstschule besucht, auch wenn Freunde das für naheliegend hielten. Aber ich war schon in der Schule so schlecht darin, Schülerin zu sein, da war Studieren keine Option. Ich dachte ehrlich gesagt auch nicht, dass ich gut genug male, um Erfolg damit zu haben. Ich bin also totale Autodidaktin und alles, was ich lernen musste, um Bilder druckfertig zu machen, habe ich erfragt oder mir über Tutorials angeeignet.

Hast du Vorbilder, welche Stile beeinflussen dich?

Ich lese Comics und dieser linienbetonte Stil, den die meisten Comics haben, hat mich sicherlich sehr beeinflusst. Als Teenie fand ich die Maler des Symbolismus und Jugendstil, zum Beispiel Heinrich Vogeler, Aubrey Beardsley oder Akseli Gallen-Kallela, ganz toll.

Frauen sind in diesem Metier eher in der Unterzahl. Wie sind deine Erfahrungen in der Hinsicht?

Mir ist auch schon früh aufgefallen, dass in diesem Bereich – wie auch bei Bands selbst oder beim Organisieren von Konzerten – signifikant weniger Frauen als Männer aktiv sind. Tatsächlich kenne ich persönlich kaum Frauen, die Cover für Hardcore-Bands gestaltet haben, und finde das natürlich doof. Ich selbst werde nach wie vor manchmal als Mann angeschrieben: „Hey bro/dude“. Bei vielen scheint da einfach eine Assoziation zu sein: „Totenkopf und Knochen? Aha, Künstler muss männlich sein“. Aber ich denke, das ändert sich gerade gewaltig. Hatte ich als Teenie kaum weibliche Vorbilder, hätte ich heute schon eine beträchtliche Auswahl an Illustratorinnen und inzwischen habe ich sogar schon einige Comics von Autorinnen/Zeichnerinnen in meinen Regalen. Das gab’s überhaupt nicht, als ich Teenie war, und ich feiere das total ab.

Gibt es deine Kunst zu kaufen? In welcher Form – Originale oder Drucke? Wie und wo? Und was muss man dafür ausgeben?

Ich habe einen kleinen Online-Shop, in dem ich Prints und Sticker verkaufe. Auch der schmale Geldbeutel findet da etwas, der kleinste konturgeschnittene Sticker ist zum Beispiel für 2,40 Euro zu haben: tiinamenzel.bigcartel.com

Du bist online sehr präsent, bei Tumblr und Instagram. Besteht da nicht die Gefahr, dass andere sich deine Bilder aneignen?

Das passiert ab und an, dass Leute meine Bilder posten, meine Signatur ausradiert haben und diese Bilder dann als ihre eigenen ausgeben. Das ist wirklich schräg, mit welcher Chuzpe die Leute dann darauf beharren, sie selbst hätten das Bild gemalt. Oder große chinesische Online-Plattformen klauen meine Bilder, um daraus qualitativ minderwertige Pins herzustellen. Dagegen kann ich mich kaum wehren. Gleichzeitig macht mich das Posten meiner Bilder bekannter und diese Bekanntheit bietet mir einen gewissen Schutz, weil Leute mich informieren, wenn sie ein geklautes Bild von mir gefunden haben, oder sie kaufen etwas nicht, weil sie wissen, dass es geklaut ist. Im Großen und Ganzen sind die meisten ganz anständig und bisher überwiegen für mich ganz klar die Vorteile des Postens.

Arbeitest du völlig frei oder auch im Auftrag, etwa für Bands oder Konzertveranstalter?

Ich arbeite sowohl frei für mich selbst als auch im Auftrag. Ich habe jetzt ein paar Sachen gemacht für Bands und kleinere Bekleidungslabels und das gemeinsame Entwickeln von Ideen hat mir viel Spaß gemacht.

Was ist mit Ausstellungen? Gab es welche, wird es welche geben? Wann und wo?

Ich hatte erst zwei kleine Ausstellungen, DIY und selbst organisiert, aber vom 14. bis 16. Juni 2019 bin ich Teil einer Gruppenausstellung in Berlin. Die Ausstellung heißt „LOVE CAT – An Artistic Approach“ und das Geld geht an Tierheime. Das gefällt mir und deshalb mache ich gerne mit.

Was gibt dir deine Kunst emotional?

Das ist schwer zu beantworten, weil Malen für mich so selbstverständlich ist wie Atmen. Gleichzeitig finde ich diese Frage auch sehr intim, deshalb formuliere ich das mal so: Meine besten und meine schlechtesten Stunden habe ich am Schreibtisch verbracht.

Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #144 (Juni/Juli 2019)

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