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Interviews & Artikel

MURDER CAPITAL

Frisch aus Dublin

Die Briten sind immer noch sehr gut darin, mit ihrer Rest-Musikpresse gefühlt aus dem Nichts kommende junge Bands zu hypen und einen Buzz zu schaffen, der weltweit wahrgenommen wird. Nach IDLES, FONTAINES DC und SHAME kommt nun THE MURDER CAPITAL, ein junger Fünfer aus Dublin. Nach der „Feeling Fades“-7“ und der „Green & Blue“-12“ kommt Mitte August das mit Produzentenlegende Flood eingespielte Debütalbum „When I Have Fears“. Ich sprach mit Damien Tuit (gt), seine Bandkollegen sind James McGovern (voc), Cathal Roper (gt), Gabriel Paschal Blake (bs) und Diarmuid Brennan (dr).

Googlet man euren Namen, bekommt man als Ergebnis eine Liste der Städte mit den meisten Morden – der „Mordhauptstädte“.


Haha, ja, aber ehrlich gesagt hat der Name keine tiefere Bedeutung, er klingt einfach cool. Aber etwas Sozialkritik steckt da auch drin.

Eure Heimatstadt Dublin – keine Mordhauptstadt – ist längst sehr teuer geworden, in der sich viele das Wohnen nicht mehr leisten können. Spürt ihr das, als junge Musiker?

Wo wir wohnen geht es noch, aber wir kommen das schon mit, das Wohnen wird für viele Menschen einfach unbezahlbar. Wir haben das Glück, uns vollkommen auf die Band konzentrieren zu können. Es lief die letzte Zeit gut, so dass wir aktuell keine Jobs haben. Generell ist es aber schon ein Problem, wenn die Mieten immer weiter steigen, viele Menschen ziehen deshalb weg aus der Stadt.

Die britische Musikpresse hat euch bereits entdeckt ...

Ja, das ist definitiv ein ordentlicher Buzz gerade. Aber es ist nicht so, dass wir denken würden: Endlich, wir haben das verdient! Nein, deshalb mache ich nicht Musik, es ist einfach passiert, dass wir gerade so viel Aufmerksamkeit bekommen. Ich mache schon lange Musik, sie ist einfach Teil meines Lebens, und jetzt ist es eben passiert. Ich wüsste auch echt nicht, was ich ohne die Musik mit mir anfangen sollte. Das Musikmachen ist Teil meiner Persönlichkeit. Der Erfolg, all die Artikel über uns, das ist für mich zweitrangig.

Was bedeutet „lang“ in deinem Fall?

Ich bin erst 21, aber ich spiele schon Gitarre, seit ich zehn bin. Gitarre spielen ist wirklich mein einziges Hobby gewesen, abgesehen vom Pub-Besuch.

Was hat dich zu dieser Art von Musik gebracht?

Ach, es wird immer Leute geben, die den großen Trends in der Musik folgen – und es wird immer den Underground geben. Es ist eher die Frage, wie viel du aktiv dafür tust, neue Musik zu finden und kennenzulernen. Andere konsumieren das, was ihnen vom Radio und sonstwo vorgesetzt wird. Und es ist auch eine Frage, welchen Stellenwert du Musik in deinem Leben einräumst. Für viele ist Musik nur irgendwas im Hintergrund. Musik ist für mich alles. Das muss es aber auch sein, wenn du im Musikbusiness bestehen willst.

Gab es für dich in Hinblick auf eure Musik das eine, dir die Augen öffnende Album?

Nein, das eine Album nicht, aber „Spiderland“ von SLINT etwa ist ein einzigartiges Album, oder auch das letzte Album von Nick Cave, „Skeleton Tree“, das ist wirklich gut. Unser Album hat ein weiteres Spektrum als nur Post-Punk, aber ich halte sowieso nicht viel davon, Musik mit Genres und anderen Bands zu beschreiben, anstatt das Album einfach anzuhören.

Von euch gibt es dieses Statement: „From the beginning of making this record together, the poem ‚When I Have Fears‘ served not only as a structural pillar, but quickly became a set of ideals for us to live by.“ Kannst du das erläutern?

Zwei, drei Songs beziehen sich darauf, und das Gedicht passt bestens zu unserer Situation, als wir das Album aufnahmen und uns bisweilen etwas verloren fühlten. Das Gedicht ist von John Keats. Gedichte und Literatur, aber auch Film und Visuelle Kunst spielen für uns eine Rolle und sind auch ein Einfluss. Aber letztlich beeinflusst dich ja alles im Leben.

Wie fandet ihr zusammen?

Ich habe James und Cathal vor anderthalb Jahren getroffen und letzten Sommer kamen der Bassist und der Drummer dazu. Seitdem war das ein ziemlicher Trip. Wir hatten einfach Glück, und wenn sich eine Gelegenheit bot, haben wir sie ergriffen. Wir haben die richtigen Leute getroffen und machen gute Musik, das ist es wohl gewesen. James schreibt die Texte, wir alle schreiben zusammen die Musik, jeder bringt irgendwas ein. Das ist alles ziemlich gleichmäßig verteilt.

Euer Album habt ihr mit Flood aufgenommen, einem schon legendären Produzenten.

Er hatte Lust, mit uns zu arbeiten, und seine bisherige Arbeit spricht für sich selbst. Wir mögen alle Nick Cave, er hat mit U2 gearbeitet, mit SIGUR RÓS ... Aber letztlich war es seine Person, die uns am meisten beeindruckt hat. Unser Manager hatte das eingefädelt, der spielte ihm drei, vier Songs von uns vor. Die gefielen ihm und er wollte mit uns arbeiten.

Ihr habt ein klassisches Album aufgenommen, zehn Songs, Vinyl. Eine bewusste Entscheidung?

Ich glaube fest an das Albumformat und versuche, diszipliniert Musik zu hören, also ganze Alben, nicht nur Songs. Das ist wie bei einem Buch, das sollte man auch zu Ende gelesen haben, bevor man sich dazu eine Meinung bildet. Wie man zu Alben steht, das hat etwas damit zu tun, wieviel Platz man Musik in seinem Leben einräumt. Manche hören Musik nur nebenbei, ich versuche, Alben immer in Gänze zu erfassen. Und ich sammle Alben, speziell Vinyl – und nein, ich glaube nicht, dass das Album aussterben wird. Es wird immer Leute geben, die so Musik hören wollen. Vielleicht wird das eine Nischenerscheinung, aber was soll’s. Und der Vinylboom hält ja auch an – vor ein paar Jahren dachte ich, das sei nur eine Mode. Es wird immer Menschen geben, die Musik physisch in ihrer Sammlung stehen haben wollen, einfach wegen der Klangqualität und wegen des optischen Eindrucks eines Covers. Ich sammle auch, aber mehr als 40 Platten oder so habe ich leider nicht, die sind ja auch recht teuer.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #145 (August/September 2019)

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