Interviews & Artikel : RAMONAS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

RAMONAS

100% girl power!

Es gibt zigtausende RAMONES-Klone und es gibt die einzigartigen THE RAMONAS aus England. 100% girl power! Die vier „Ramonas“, Cloey Ramona (voc), Rohnny Ramona (gt), Pee Pee Ramona (bs) und Cammy Ramona (dr), haben den RAMONES-Dreh wie derzeit keine andere Band raus. Fesch und frech wie die vier Gören nun mal sind, sparen sie nicht mit Eigenlob: „The hardest rocking and best looking RAMONES tribute you’ll ever see.“ Und damit haben sie auch recht. Live liefert das Quartett eine erstklassige, energiegeladene Rock’n’Roll-Show mit Nostalgie-Garantie ab, umwerfend gut. Wann immer sich die Chance bietet, hingehen! Die Band ist seit 2004 im „Touring, touring is never boring“-Modus und überzeugt sowohl mit dem nahezu kompletten RAMONES-Backkatalog als auch mit einer wachsenden Anzahl eigener Songs; enthalten auf der „You Asked for It“-EP (2016; Reissue 2019 via Campary Records), „First World Problems“ (2017), „Acoustic Problems“ (2019). Noch Fragen? Ja, diese ...

Warum RAMONAS, warum Punkrock?

Cloey:
Weil wir beides lieben! Ein Freund von uns gründete die Band 2004, und ich und Pee Pee waren eigentlich nur für ein paar Auftritte eingeplant. Wir hatten aber so viel Spaß dabei, dass wir hier und da ein paar weitere Gigs gemacht haben, bis daraus irgendwie eine echte Band wurde, haha. Seitdem läuft unsere Mission. Die RAMONES sind eine solch ikonische Band, dass es ein riesiges Privileg ist, ihre Songs zu spielen, und wir geben alles, damit unsere Performance überzeugt. Na ja, und unser Name lag irgendwie auf der Hand ...

Wir reagieren die noch lebenden RAMONES auf euch bzw. die, die ihr Erbe verwalten? Und was ist mit Dingen wie Copyright und so was? Eine RAMONES-Coverband kann ja finanzielle Interessen wecken ...

Cloey:
Wir haben tatsächlich enorme Unterstützung von Linda Ramone, Johnnys Ehefrau, erhalten. Sie hat ein bisschen die Werbetrommel für uns gerührt und einige schöne Dinge über uns geschrieben. Auch Ritchie und CJ Ramone kennen und schätzen uns, und wir sind bereits einige Male mit ihnen aufgetreten. Eine großartige Erfahrung! Was für eine Ehre! Wir hatten zum Glück noch nie rechtliche Probleme durch Coversongs. Es gibt so viele Coverbands auf der ganzen Welt, die ihren Lieblingsbands Tribut zollen, und wir sind eben eine, die unbedingt das RAMONES-Ding am Laufen halten will. Es geht uns wirklich nicht ums Geld, in der Punk-Szene ist sowieso nix zu holen, haha. Wir lieben einfach die RAMONES. That’s all!

Auf der Bühne mit schnellem Punkrock und einigen Rock’n’Roll-Klischees zu unterhalten, könnte Konflikte mit aufdringlichen „Fans“ hervorrufen. Habt ihr Erfahrungen damit?

Cloey:
Wir hatten glücklicherweise noch keine derartigen Vorkommnisse. Außerdem würde das nicht gut für solche Typen enden. Die Leute kommen zu unseren Shows, weil sie die Musik ihrer Helden live hören wollen. Für viele alte RAMONES-Fans ist das sehr nostalgisch. Mein Vater zum Beispiel ist ein Fan der ersten Stunde und er kommt, wann immer er kann, zu unseren Gigs – er liebt es!

Und wie schaut es mit besonders hartgesottenen Fans aus, die Coversongs ihrer Helden bierernst nehmen und keine Fehlgriffe dulden?

Cloey:
Also bis jetzt hat sich noch niemand beschwert, haha. Wir machen das in der Form mittlerweile seit etwa 15 Jahren und würden es sicherlich nicht tun, wenn die Leute es nicht hören wollten oder sich belästigt und beleidigt fühlen würden. Ganz im Gegenteil, der Support der allermeisten RAMONES-Fans hat uns überwältigt. Deshalb machen wir das schon so lange. Nach all den Jahren, in denen wir die immer gleichen und immer wieder großartigen Songs gespielt haben, ist es schon erstaunlich, dass uns nie langweilig wird, haha.

Die schwierigste Frage von allen: Was ist euer RAMONES-Lieblingssong?

Pee Pee:
Eine echt schwierige Frage, das ändert sich eigentlich jeden Tag. Aktuell ist es wohl „Suzy is a headbanger“.

Cloey: „Carbona not glue“. Aber das lässt sich nicht wirklich beantworten, Mann!

Cammy: „S.L.U.G“ ist einer meiner Favoriten. Ich hoffe, wir spielen den bald mal live. Ich mag sowieso alle Schmachtfetzen, haha.

Rohnny: „Bonzo goes to Bitburg“, und beim nächsten Mal ein anderer Song ...

Die RAMONAS sind nicht euer einziges Projekt, oder?

Pee Pee:
Wir spielen neben den RAMONAS alle noch in anderen Bands, die teilweise gar nichts mit Punkrock zu tun haben. Meine neue, eigene Band heißt übrigens COCKWOMBLE. Wir sind ein Post-Punk-Trio, das fröhlich, wütend, sarkastisch und eingängig zu Werke geht und mit deftigem schwarzen Humor gespickt ist. Na ja, und dann schrauben wir aktuell an allerhand neuen Songs, die sich dann hoffentlich nächstes Jahr auf unserem zweiten richtigen Album wiederfinden werden. Wir sind also gut beschäftigt!

Sehr gut. Das hängt sicher auch mit dem positiven Feedback auf euer Debüt „First World Problems“ zusammen ... wie entstehen eure Songs?

Pee Pee:
Ja, die Resonanz auf „First World Problems“ war durchweg großartig. Das pusht einen natürlich ungemein. Unsere Songs sind immer eine echte Teamleistung, aber jeder Song entwickelt sich anders, einige beginnen mit Riffs, einige mit einer groben Akkordstruktur oder einer einzigen Textzeile, dann nehmen sie Fahrt auf oder eben nicht, haha. Es ist großartig, etwas Neues und Eigenes zu schaffen.

Cloey: Zum Glück spielen wir alle Gitarre, daher ist es für uns alle sehr einfach, Ideen voranzubringen. Es gibt keinen festgelegten Prozess und ist immer spannend.

Rohnny: Durch unsere eigenen Songs haben wir es letztens sogar zum Great British Alternative Festival in Minehead geschafft. Die Unterstützung ist phänomenal und wir sind sehr dankbar dafür, dass wir unser Ding machen können. Wir werkeln gerade alle zusammen am neuen Album. Also wenn du mich fragst, im RAMONAS-Hauptquartier ist zur Zeit alles sehr, sehr aufregend.

Cammy: Unser zweites Album wird sich definitiv vom ersten unterscheiden ...

Wie ist der Kontakt zu anderen RAMONES-Look-and-Play-a-Likes, gibt es Konkurrenz, gar Neid?

Pee Pee:
Also, einen ernsten Battle gibt es zwischen den Bands nicht. Wir haben uns über die Jahre mit einigen fest verbrüdert, haha. Cool sind zum Beispiel THE HORMONES aus San Francisco. Sie sind uns in vielen Dingen recht ähnlich. Aber, ganz ehrlich, wir beschäftigen uns lieber mit den richtigen RAMONES als mit anderen Coverbands, haha.

Cloey: ROCKAWAY BITCHES sind auch cool! Neulich in Berlin haben wir zusammen gespielt, und weil wir alle die gleiche Liebe zu den RAMONES teilen, sind wir immer sofort auf einer Wellenlänge.

Cammy: Für mich gibt es ausnahmslos amüsante Erfahrungen mit anderen RAMONES-Klonen. Letztlich erst haben wir zusammen mit einer ebenfalls komplett weiblichen RAMONES-Coverband gespielt – mit dem Namen THE RAMOÑAS. Da war ich platt.

Und wie habt ihr euch die Moves und Posen auf der Bühne angeeignet? Schaut Ihr alte Videos, übt ihr vorm Spiegel?

Pee Pee:
Wir haben tatsächlich sehr viel Zeit damit verbracht, alte Filmaufnahmen der RAMONES zu studieren und mit allerhand Leuten über ihre Eindrücke aus der Fanperspektive gesprochen, um unsere Performance zu perfektionieren. Letztlich ist aber wohl so, dass als eingefleischter RAMONES-Fan das ganze Acting und Posing irgendwann ganz natürlich, quasi von allein kommt, in meinem Fall sogar das „Bassface“, haha.

Zum Schluss: Eure schönste und schlimmste Konzerterfahrung?

Pee Pee:
Puh, das wird eine lange Liste, haha. Aber der Auftritt im Empress Ballroom beim Rebellion Festival letztes Jahr war definitiv einer unserer besten ever. Weniger gut war es … na, ja für uns war es echt peinlich … als wir viel zu spät zu einem Gig mit Richie Ramone kamen. Keine gute Eigenwerbung, aber es gibt Schlimmeres.

Lars Weigelt

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #145 (August/September 2019)

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