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Interviews & Artikel

TACOCAT

Seattle bunt aufgehübscht

Ein Palindrom-Bandname, von Kopf bis Fuß knallbunte Bandmitglieder und Videoclips, omnipräsente Haustiere, ein Lied über die Liebe zum Hochleistungsverdampfer Volcano, aber auch die gezielte Zusammenarbeit mit (ausschließlich) lokalen Szenegrößen von Sub Pop bis Erik Blood – TACOCAT sind Freunde des systematischen Chaos. Auf „This Mess Is A Place“ begründet Frontfrau Emily Nokes das.

Du hast das Albumartwork wieder gemeinsam mit eurer Drummerin Lelah gestaltet. Nach den Katzenuhren auf „Lost Time“ gibt es dieses Mal diverse Zeichnungen von Bandmitgliedern und Haustieren, überdeckt vom Albumtitel „This Mess Is A Place“ in durchsichtigen Hochglanzlettern ...


Ja, wir haben versucht, das Chaos aus dem Albumtitel in Bildsprache zu übersetzen. Mit vielen, vielen Zeichnungen. Zunächst wussten wir nicht, was wir zeichnen sollten, bis uns dann die Idee kam, einfach uns zu zeichnen. Das sind jetzt verschiedene Porträtzeichnungen, die alle vier Bandmitglieder von sich selbst oder den drei anderen angefertigt haben. Auf die Rückseite haben wir einfach alle möglichen Zeichnungen von Dingen gepackt, die wir mögen. So chaotisch und vor allem bunt zu arbeiten, hat wirklich Spaß gemacht.

Mein erster Gedanke war, dass ihr damit die persönliche Dimension des Albums hervorhebt. Aber eigentlich geht es ausschließlich um das größtmögliche Durcheinander, oder?

Schon. Es gab aber auch diesen Punkt, dass wir schon – so lange wir als Band zusammen sind – immer wieder mit der Frage gerungen haben, ob wir ein Bild von uns auf dem Cover haben sollten. Immerhin gibt es einige ikonische Albumcover, auf denen einfach nur ein Bandfoto zu sehen ist. Darum ging es auch. Auf diese Weise mussten wir uns schließlich nicht auf ein einziges Foto einigen, sondern konnten einfach endlos viele zusammenstellen, haha.

Was genau steckt hinter dem im Albumtitel beschriebenen Chaos?

Alles läuft durcheinander, aber gleichzeitig ist es ein Ort, an dem man sich einfach wohl und geborgen fühlt. Das Gute und das Böse zugleich.

Konfusion herrscht in den USA inzwischen ja auch in politischer Hinsicht.

Ja, nach den Präsidentschaftswahlen waren wir komplett niedergeschlagen. Sowohl in politischer als auch in persönlicher Hinsicht. Das war auch der Ausgangspunkt für dieses Album.

Auf dieser negativ besetzten Ausgangsbasis arbeitet ihr dann dem diametral entgegengesetzt wieder mit allen Farben des Regenbogens und viel Glitzer, vor allen Dingen in euren Videos.

So sind wir eben, wir leben vom Widerspruch. Für das Video zu „Grains of salts“ – gedreht von unserer Freundin Claire Buss – haben wir Seattler Drag Queens eingeladen. Sie hatten unglaubliche Kostüme und sahen so hübsch aus. Der zweite Clip „The joke of life“ entstand aus dem Kontakt mit Sean Downey heraus. Sean selbst hat eine ziemlich abgedrehte Band namens THE FABULOUS DOWNEY BROTHERS mit total verrückten Outfits. Also haben wir uns dazu entschlossen, ihm ein Budget zur Verfügung zu stellen und ihn einfach machen zu lassen. Ein Freund von ihm hat dann ein paar der Animationen gemacht. Es ist perfekt geworden, so durchgeknallt, haha.

Was die Sache irgendwie auch zu einem sozialen Statement macht.

Ja, es ist schon toll, wenn man Musik und das ganze Drumherum als Plattform für alles Mögliche nutzen kann.

Insgesamt legt ihr Wert darauf, die Seattler Szene aktiv zu unterstützen. Jetzt seid ihr selbstredend Seattle-intern von der Sub Pop-Tochter Hardly Art zum Mutterlabel gewechselt. Wie kam es dazu?

Hardly Art ist großartig, wir sind damit groß geworden. Aber als es dann an der Zeit war, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen, hatte ich diese fixe Idee, einfach mal bei Sub Pop anzufragen. Vieles hat sich im Laufe unseres Bestehens geändert, wir haben hart gearbeitet und lieben dieses Album, warum also nicht? Ich dachte eigentlich, sie würden das höflich ablehnen, und als es geklappt hat, waren wir einfach nur glücklich. Die beiden Familien sind eng verzahnt, das war ein guter Übergang. Mit Jason Baxter zum Beispiel haben wir auch schon bei Hardly Art zusammengearbeitet. Die Musikgeschichte Seattles und Sub Pop sind ja untrennbar miteinander verbunden, Sub Pop ist omnipräsent, das ist schon ganz schön einschüchternd, haha.

Ihr hattet zwar immer schon einen melancholischen Unterton, jetzt haben aber in puncto Lyrics endgültig ernste Themen die Oberhand gewonnen.

Wir vier sind uns in unserer Einstellung sehr ähnlich: Wir finden eine positive Grundhaltung hilfreich, selbst wenn wir wütend werden, packen wir das eher in Sarkasmus als in wirkliche Aggressivität. Du musst dazu in der Lage sein, dich über etwas lustig zu machen, das du hasst oder das dich bedrückt. Für dieses Album war es ein echter Kampf, das hinzubekommen, weil wir wirklich am Boden waren. Die Welt um uns herum war einfach zu einem sehr düsteren Ort geworden. Aber dann sagten wir uns, es gibt noch immer Hoffnung und Möglichkeiten, die Dinge zu verbessern. Das wollten wir textlich ausdrücken. Musikalisch wollten wir das zwar nicht in Zuckerguss packen, aber auch nicht in die Welt herausschreien, ich will schließlich nicht, dass sich jemand durch unsere Musik schlechter fühlt, sondern ich will ein gutes Gefühl mit auf den Weg geben. Dieses Album war also auch unsere Suche nach der verlorenen positiven Grundhaltung. Sich auch daran zu erinnern, dass wir am Leben sind und das gut ist. Alles kann schrecklich sein, irgendwo aber gleichzeitig auch gut.

Was wäre das Beste, das der Band jetzt passieren könnte?

Größere Touren weltweit, Japan zum Beispiel. Mehr Reisen, mehr Freunde. Der Höhepunkt unsere Karriere wäre aber auf jeden Fall, wenn wir den SPICE GIRLS-Tourbus bekommen würden, den aus dem Film mit dem rotierenden Catwalk, haha.

Anke Kalau

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #145 (August/September 2019)

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