Interviews & Artikel : SKIN GRAFT :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SKIN GRAFT

Labels gibt´s wie Sand am Meer, doch die wirklich interessanten und ambitionierten, die mehr sind als nur Vermarktungsplattform für mehr oder weniger interessante Veröffentlichungen, muss man suchen. Skin Graft Records aus Chicago sind ein solches liebenswertes Kleinlabel, das seit einer halben Ewigkeit Musik abseits des Mainstreams veröffentlicht, abseits auch des Underground-Mainstreams, und darüberhinaus das Kuriosum aufweist, eigentlich ein Comic-Verlag zu sein, der aber mittlerweile mehr Platten veröffentlicht als Comics. Wem Skin Graft so nichts sagt, dem sagen Bands wie U.S. MAPLE, ZENI GEVA oder ARAB ON RADAR hoffentlich was, und weil Mark Fischer, der Labelgründer und -boss ein netter Kerl ist und zudem seit einer Weile im österreichischen Wien wohnt, telefonierte ich mit ihm. Zur Einstimmung auf dieses Interview empfehle ich einen Blick auf die sehr schön gestaltete Website zu werfen sowie auf das Ox-Titelbild, das von Mark gezeichnet wurde.

Mark, du hast eine sehr aufwendig gestaltete und schöne Website – wie wichtig ist das Internet für dich bzw. dein Label?


Ohne das Internet könnte ich das Label gar nicht machen, schon allein um den Kontakt zum alten Büro in Chicago zu halten. Ich hatte früher Vorbehalte gegenüber Computern, sah sie als notwendiges Übel an, aber nicht als Werkzeug, um damit kreativ zu arbeiten. Website-Gestaltung, Grafik am Rechner, all das interessierte mich nicht. Und an der Uni bin ich der Sache auch aus dem Weg gegangen. Ich beschäftigte mich vor allem mit Animationen, aber damals, Anfang der Neunziger, war das auf dem Computer noch nicht so der Bringer. Ich war da eher Purist, wollte es lieber "old school" machen: zwei Jahre Arbeit für fünf Minuten Film... Als ich mit der Uni fertig war, merkte ich dann, dass ich da wohl was versäumt habe, aber ich schaffte es, mir das nötige Wissen selbst beizubringen. Als ich nach Wien kam, brachte ich mir als erstes selbst HTML bei, um um mich um die Skin Graft-Website zu kümmern. Das Internet ist das Beste, was uns als Label passieren konnte. Nun kann sich jeder auf der ganzen Welt über unsere Bands und unsere Geschichte informieren. Wenn sich jemand für eine Band interessiert kann er sich auf unserer Website MP3s runterladen. In einigen Aspekten sind MP3s ein Ersatz für 7"-Singles, welche des öfteren als ein billiger Weg dienten um sich über eine Band zu informieren ohne sein Geld für eine LP oder CD rauszuschmeißen.

Chicago - Wien: Wie kam diese Verbindung zustande?

Durch meine Freundin. Ich habe sie vor Jahren kennengelernt, als sie mit ihrem damaligen Freund Constantin vom österreichischen Label und Vertrieb Trost in Chicago Urlaub machte. Später kam sie aus beruflichen Gründen nochmal nach Chicago, sie und Constantin waren nicht mehr zusammen, wir trafen uns und so kam eins zum anderen. Ich war dann öfter in Wien als sie in Chicago, und so entschloss ich mich vor anderthalb Jahren nach Wien umzuziehen.

War das ein harter Entschluss, die Skin Graft-Homebase Chicago hinter sich zu lassen?

Ja. Andererseits lief damals auch einiges nicht so, wie es sollte, und ich war einfach reif für einen Wechsel. Damals schien in Chicago all das, was ich an der Musikszene schätzte, auseinanderzubrechen. Das fing Mitte und Ende der Neunziger an: die ganzen Leute wurden immer zynischer und verbohrter und jeder schaufelte sich sein eigenes Loch, verstehst du? Es machte nicht mehr wirklich Spaß, da zu leben. Zur gleichen Zeit verloren wir dann auch noch unseren Vertriebsdeal mit Touch & Go, die ja nicht nur ein Label sind, sondern auch ein Vertrieb. Die hatten mir sehr geholfen, das Label aufzubauen, und dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar. Aber ihr Problem war, dass sie von den BUTTHOLE SURFERS verklagt wurden, deren alte Platten auf Touch & Go waren. Die BUTTHOLE SURFERS wollten mehr als 50% Profit. Es gab keinen richtigen Vertrag, die Sache ging vor Gericht, wobei Touch & Go von Santiago von BIG BLACK, der heute Anwalt ist, vertreten wurden. Touch & Go hat verloren und musste die Rechte an den Platten an die Band zurückgeben, sowie eine ziemliche hohe Summe an die Band zahlen – ich glaube, die zahlen immer noch. So wurden wir von Corey, dem Boss von Touch & Go, notgedrungen rausgeschmissen, da Skin Graft nie ein Label war, dass sehr viel verkauft hat und Touch & Go Geld einsparen mußte, um die BUTTHOLE SURFERS auszuzahlen. In Folge dessen entschlossen sich U.S. MAPLE, die unsere am besten verkaufende Band waren, zu Drag City Records zu wechseln, und das tat weh. Andere Bands, mit denen ich lange gearbeitet hatte, lösten sich auf oder wollten nicht mehr auf Tour gehen, und um die Sache zu krönen, wurden wir von unserem neuen Vertrieb nicht bezahlt.

Und wie ging´s dann weiter?

Als alles Scheisse war, trat Brian Peterson in mein Leben. Der hatte zu dieser Zeit in Chicago einen guten Namen in der Punk- und Underground-Szene als Booker der Fireside Bowl und war wohl schön länger ein großer Fan von Skin Graft. Er kam auf mich zu und meinte, er würde gerne bei mir als Praktikant arbeiten, um zu lernen, wie das so geht mit Platten veröffentlichen und so weiter. Mir kam das albern vor, er als mein Praktikant, und so bot ich ihm an, mein Partner zu werden. Er ging drauf ein, lernte ein Jahr lang von mir, wie das alles funktioniert, und so konnte ich beruhigt nach Wien ziehen – dachte ich... Vorher wechselte ich schon zu IMD-Distribution, einem kleinen Vertrieb, der aber leider nichts taugte. Unsere Verkäufe waren richtig schlecht, das war echt deprimierend.
IMD wurden katastrophal geführt, was dazu führte das die Labels die über sie vertrieben wurde in ziemlichen Schwierigkeiten steckten. Wir verloren sogar mit jeder Platte Geld, geschweige denn, dass Brian und ich uns Geld rausgenommen hätten. Schließlich wechselten wir zu Symbiotic, die bis heute unser Vertrieb sind, und da läuft´s ganz gut.

Und wer vertreibt eure Sachen hier in Europa?

In jedem Land jemand anderes. Ich wohne hier in Wien in einer kleinen Wohnung und ich hatte von Anfang an keine Lust darauf, meine Wohnung in ein Warenlager zu verwandeln, und ausserdem habe ich ja einen Job, also kam für mich nicht in Frage, alles selbst zu machen. Skin Graft war zu Beginn ein Comic, ein Fanzine. Ich habe schon immer gerne gezeichnet, ich denke, dass ich ein kreativer Mensch bin. Ich habe zehn Jahre Platten gepackt, jetzt will ich mich wieder mehr auf die kreative Labelarbeit konzentrieren.

Skin Graft war für mich schon immer ein Label, das sehr, nun, "authentisch" ist, in der Hinsicht, dass die Veröffentlichungen ausserhalb aller Trends und Hypes stehen – aber auch nicht gerade leicht zugänglich sind.

Durchaus, und ich bin immer wieder erstaunt, wie bekannt das Label ist, wobei die Verkaufszahlen dem leider nicht entsprechen. Ich weiss noch, wie überrascht ich vor Jahren war, als ich im Maximumrocknroll Besprechungen las, in denen eine Band mit den Worten beschrieben wurde, sie klinge, als sei sie auf Skin Graft. Dabei weiss ich nicht mal, was genau die damit meinten. Grundsätzlich stehen die Dinge heute aber gar nicht so schlecht für ein Label wie Skin Graft, denke ich, denn die Leute scheinen interessierter und offener für Sachen zu sein, die eher ungewöhnlich sind. Punkrock 2000 ist auch überhaupt nicht mein Ding, muss ich sagen, denn das ist nur die Neuauflage von dem, was schon seit zwei Jahrzehnten gemacht wird – und damit eigentlich das, wogegen die ersten Punks rebellierten. Als die RAMONES und die SEX PISTOLS rauskamen sagten sie "fuck of all this shit" und waren damit eine Gegenbewegung zu einer lahmen und langweiligen Musikszene. Für mich sollte Punk etwas unbeständiges sein.

Andererseits ist es sehr schwer, musikalisch gänzlich neue Wege zu gehen.

Das stimmt, und natürlich gibt´s auch bei unseren Releases immer etwas, worauf die aufbauen. Ich halte es auch schlichtweg für unmöglich, etwas noch nie dagewesenes zu schaffen. Seit John Cage damals im echten Sinne Nichts aufgenommen und das als seine neue Komposition ausgegeben hat und andere eine große Leinwand mit nur einer einzigen Farbe bemalten und diese an die Wand hängten, ist ja eigentlich alles möglich. Ich finde das gut, und behaupte auch nicht, mit Skin Graft ein heiliges, einzigartiges Konzept zu verfolgen. Ich sehe es mehr als eine Art Protestlabel. Wir protestieren nicht nur gegen die meist überflüssige Musik von heute, sondern auch gegen ´ne Menge Hardcore- und Punkbands, die sich nur darauf beziehen was andere Bands schon viel früher gemacht haben. In den USA behaupten viele Leute das elektronische Musik das einzig Neue sei. Ich finde das absurd. Mir ist es egal ob die Musik nun mit einem Computer, ´ner Gitarre oder mit Sampler gemacht wurde, solange die Musik an sich im Vordergrund steht.

Trotzdem könnte man die Releases von Skin Graft mit der Vokabel "noisy" ganz gut beschreiben.

Findest du? Ich finde wir bedienen eine große Bandbreite mit unserem Label, was glaube ich dazu führt, dass man uns nicht so leicht kategorisieren kann und uns deshalb als "Noiselabel" bezeichnet. Ich glaube nicht, dass jemand, der sich mit Skin Graft beschäftigt, behaupten würde, dass alle unsere Bands gleich klingen würden. Wir arbeiten mit Musikern zusammen die eine einzigartige, individuelle Vorgehensweise transportieren. ARAB ON RADAR sind ein gutes Beispiel, wie sich Hardcore 2002 meiner Meinung nach anhören sollte. Sie transportieren all die Energie und dieses überschwengliche Gefühl das meinen Arsch bewegt hat als ich jung war, aber wiederum sind sie dennoch bestrebt ihre kreativen Grenzen weiter auszuloten. Die neue CD von CHEER-ACCIDENT wurde in einigen Reviews als Emo-Postrock beschrieben, während STRANGULATED BEATOFFS kaputte Trance-Dance-Musik aufnehmen. Oder aber Quintron, der sich von Jerry Lee Lewis, 50er Rock und Garage/ Trashrock inspiriert ist. Außerdem spielte er mal ein Album mit den OBLIVIONS ein.
Es macht mich stolz wenn ich sehe wie die ersten Skin Graft-Veröffentlichungen die Punkszene beeinflußt haben. Bands wie DILLINGER ESCAPE PLAN beziehen sich in ihren Einflüssen auf DAZZLING KILLMEN. Jim O´Rourke´s "Brise-Glace"-Album wird als ein Meilenstein des Chicago Post-Rock bezeichnet. THE LOCUST schrieben den Song "Skin Graft At Seventy-Five Miles Per Hour". AT THE DRIVE-IN sind große Fans von uns... Sie haben den DAZZLING KILLMEN-Schlagzeuger gefragt ob er nicht bei ihrem neuen Projekt einsteigen möchte, aber er lehnte aufgrund der musikalischen Ausrichtung in Nachhinein ab. Es wäre einfach das alles hinzuschmeißen, aber aufgrund der Schwierigkeiten in der Vergangenheit, durch die Skin Graft gegangen ist, sehe ich der Zukunft gestärkt entgegen. Wir haben immer noch was zu melden und es macht immer noch Spaß. Die Besuchertahlen bei ARAB ON RADAR sind heutzutage größer als noch vor sechs Jahren als wir MELT-BANANA in den Staaten promotet haben. Viele Kids kommen zu unseren Shows und checken unsere alten Veröffentlichungen aus und das ist großartig. Die Leute sind heutzutage viel offener für die Dinge, die sie sich anhören und sagen nicht so vorschnell "Ich höre nur Metal, Ska oder Emo"."

Was hörst du denn privat für Musik?

Privat höre ich gerne progressiven Rock, klassischen Rock und das Summen meiner Festplatte. Die HIVES oder CASSIUS finde ich nicht schlecht. Gerne auch mal House und HipHop, aber auch Soundtracks, etwa von Godzilla- oder James Bond-Filmen. Ich beschränke mich nicht auf einen Stil, obwohl die Leute allgemein gerne in Schubladen denken und so auch Skin Graft in eine bestimmte Schublade packen. Vor ein paar Jahren war ja "Post Rock" das große Ding in Chicago, und ich fand das absolut lächerlich, denn die Bands, die mit dieser Kategorie belegt wurden, wären nie auf die Idee gekommen sich selbst als "Post Rock" zu bezeichnen. Solche Kategorien kommen eben viel von der Presse, die es liebt, Bands in Schubladen zu packen.

Es gab und gibt da ja auch ein Ding namens "Now Wave", das im Zusammenhang mit Skin Graft immer wieder mal auftaucht.

Ha! Das war ein Scherz angesichts der Tatsache, dass jeder mit solchen Kategorien ankam, nachdem Grunge das hippe neue Ding geworden war. Ich wurde immer wieder gefragt, was für Musik wir auf Skin Graft veröffentlichen, und antwortete etwas Punkrock, ein bisschen Hardcore, Jazz, Elektronik, Metal und so weiter. Irgendwann wurde mir das zu blöd und ich antwortete, wir bringen "Now Wave" heraus. Kurze Pause am anderen Ende der Leitung, dann "Aha, Now Wave" – man darf sich ja keine Blöße geben. Ab diesem Zeitpunkt gaben wir uns dann immer als "Now Wave"-Label aus, und in dem Comicbuch, das der AC/DC-Cover-7" beiliegt, gibt´s auch einen Comic zu dem Thema. Das "Now Wave" ist darin so eine Art umgepoltes schwarzes Loch.

Wie bist du damals zu Punkrock gekommen?

Ich habe Punkrock damals an der Highschool entdeckt, D.R.I. und AGNOSTIC FRONT zu "Victim In Pain"-Zeiten. Mein Ding waren eher die Metal- und Crossover-angelehnten Bands, aber ich liebte auch Dischord Records, BAD BRAINS, BLACK FLAG und DEAD KENNEDYS. Als ich dann später Bands wie SICK OF IT ALL hörte, konnte ich mich nicht mehr dafür begeistern, denn ich fühlte einfach nicht die Aufregung wie beim ersten AF-Album oder wie bei der ersten DIE KREUZEN-Platte – die hatten Eier! Aber was rede ich da, ich werde alt, glaube ich...

Wie alt bist du denn?

32 – damit ist man im Punkrock ja ein alter Mann...

Lass uns über den grafischen Aspekt von Skin Graft sprechen.

Skin Graft war zu seiner Anfangszeit – das war so 1986, ich war ein Punkrock-Kid und ging noch zur Schule – die Sache von meinem Freund Rob und mir. Wir lebten in der Kleinstadt St. Charles in Missouri, gingen zur Highschool und standen total auf Underground-Comics, so richtige Comic-Geeks, liebten die "Freak Brothers" und Robert Crumb, aber auch die ganzen alten Superhelden-Sachen von Marvel. Und dann entdeckten wir Punkrock, eine Musik, die um uns herum keiner hörte. Wir gründeten dann unser eigenes kleines Comic-Heft namens Skin Graft, und Punkrock war damals unser wichtigster Einfluss. Unser Beitrag zum D.I.Y. war nicht Gitarre oder Schlagzeug, sondern Stifte. Wir verbrachten eine Menge Zeit in Copyshops, machten ein paar hundert Hefte und versuchten sie zu verkaufen oder zu tauschen. Später dann zog ich nach Chicago, und es ergab sich die Gelegenheit, mit einer befreundeten Band namens THE DAZZLING KILLMEN eine Single zu machen. Die Idee war, ein Comic-Heft mit einer Platte zu kombinieren, wobei ich mich dabei von Bilderbüchern aus meiner Kindheit inspirieren ließ, denen eine Platte beilag, so dass man, während man die Platte spielte, im Buch mitlesen konnte. Wir machten 500 Stück von dieser Platte, sie verkauften sich recht schnell, und damit war das Label geboren. Als nächstes machte ich die gleiche Art von Platte mit den STRANGULATED BEAT-OFFS, und so ging das dann weiter. Ich fand es damals einfach interessanter, Plattencover zu gestalten, als klassische Comics zu zeichnen. Zu dieser Zeit wurde ich dann auch von Caliber Press angesprochen, ein richtiges Comic-Heft unter dem Namen Skin Graft zu machen, doch es gab nur zwei Ausgaben, weil ich mich lieber auf das Label konzentrierte, wobei ich trotzdem sagen muss, dass Skin Graft für mich trotzdem mehr ein Comic-Verlag als ein Label ist, bei dem die Bands die Superhelden sind.

Was für Aktivitäten ausserhalb von Skin Graft verfolgst du?

Kurz bevor ich nach Wien gezogen bin, trat ein großer US-Unterhaltungskonzern, dessen Namen ich nicht nennen will, an mich heran und beauftragte mich mit der Entwicklung eines Internet-Cartoons auf Flash-Basis für eine Website. Ich machte für die drei Episoden, aber dann kam der Crash der Dotcom-Firmen und keiner wollte mehr Geld für solch einen Content ausgeben. Hier in Wien erledige ich grafische Arbeiten für verschiedene Auftraggeber und programmiere Websites. Irgendwie komme ich über die Runden, das ist das wichtigste.

Und was ist in Sachen Skin Graft für die Zukunft geplant?

Mein alter Freund Rob und ich arbeiten derzeit an einer neuen Ausgabe des Skin Graft-Comics – die erste nach über zehn Jahren. In musikalischer Hinsicht ist jetzt gerade das neue ARAB ON RADAR-Album erschienen, und im Mai und Juni kommen die auch wieder auf Tour. Dann steht eine neue CD von den RUINS an, eine Art Remix-Album, sowie das Album einer kalifornischen Band namens PINK AND BROWN – völlig abgedrehter Rock´n´Roll. Ausserdem steht eine Platte von drei Leuten von COLOSSAMITE an, unter dem Namen GORGE TRIO, und ausserdem noch was von CHEER-ACCIDENT aus Chicago.

Mark, ich danke dir für das Interview.

Diskographie:
GR01 DAZZLING KILLMEN / MOTHERS DAY Split 7" & Comic Book Set
GR02 STRANGULATED BEATOFFS Double 7" & Comic Book Set
GR03 DAZZLING KILLMEN 7" & Comic Book Set
GR04 FRUITCAKE 7" & Comic Book Set
GR05 MOUNT SHASTA 7" & Comic Book Set
GR06 MAMA TICK 7" & Comic Book Set
GR07 SHORTY 7" & Comic Book Set
GR08 DAZZLING KILLMEN "Lounge Ax: Live" MC
GR09 ZENI GEVA 7" & Comic Book Set
GR10 SPACE STREAKINGS 7" & Comic Book Set
GR11 UFO OR DIE 7" & Comic Book Set
GR12 DAZZLING KILLMEN "Face Of Collapse" LP/CD/CS
GR13 MOUNT SHASTA "Put The Creep On" LP/CD/CS
GR14 SHORTY "Fresh Breath" 10"EP/CDEP/CSEP
GR15 BRISE-GLACE 7" & Comic Book Set
GR16 THE DENISON/KIMBALL TRIO LP / CD / CS
GR17 BRISE-GLACE "When In Vanitas..." LP / CD
GR18 SPACE STREAKINGS "7-Toku" LP/CD/CS
GR19 U.S. MAPLE Deluxe Clear vinyl 7" and Game
GR20 YONA-KIT "Yona-Kit LP" LP/CD
GR21 VARIOUS ARTISTS "Now Wave: Act One" 10" EP
GR22 THE DENISON/KIMBALL TRIO LP/CD
GR23 YONA-KIT 7" (unreleased)
GR23.5 BIG´N "Discipline Through Sound" LP / CD
GR24 MELT-BANANA 7" & Comic Book Set
GR25 SIDES 1-4 SHELLAC / BIG’N / BRISE-GLACE / U.S. MAPLE Double 7" & Comic Book Set
GR26 SIDES 5-6 PALACE CONTRIBUTION / ZENI GEVA 7" & Comic Book Set
GR27 SIDES 7-10: MOUNT SHASTA / ZEEK SHECK / DENISON KIMBALL TRIO / KILLDOZER Double 7" & Comic Book Set
GR29 VARIOUS ARTISTS "Now Wave: Scene Two" 10" EP
GR31 MOUNT SHASTA "Who’s The Hottie?" LP/CD
GR32 SPACE STREAKINGS 7" & Comic Book Set
GR33 U.S. MAPLE "Long Hair In Three Stages" LP/CD
GR34 MELT-BANANA "Scratch Or Stitch" LP/CD
GR35 SHAKUHACHI SURPRISE "Space Streakings..." LP/CD
GR36 DAZZLING KILLMEN "Recuerda" CD
GR37 THE FLYING LUTTENBACHERS "Revenge Of..." LP/CD
GR38 YOU FANTASTIC! "Riddler" CDEP
GR39 LAKE OF DRACULA "Lake Of Dracula" LP/CD
GR40 ZENI GEVA "Nai-Ha <SuperUnit>" 1.5 x LP
GR41 VARIOUS ARTISTS "Now Wave: Strike Three" 10" EP
GR42 YOU FANTASTIC! "Pals" CDEP
GR43 COLOSSAMITE "All Lingo´s Clamor" CDEP
GR44 U.S. MAPLE "Sang Phat Editor" LP/CD
GR45 RUINS "Refusal Fossil" CD
GR46 THE FLYING LUTTENBACHERS "Gods Of Chaos" CD
GR47 ZEEK SHECK "I Love You" CD
GR48 COLOSSAMITE "Camera Within" CDEP & Frisbee
GR49 STRANGULATED BEATOFFS "Self-Titled" LP/CD
GR50 CAMP SKiN GRAFT "Now Wave" CD compilation
GR51 FLYING LUTTENBACHERS "Destroy All Music" CD
GR52 MOUNT SHASTA "Watch Out" LP / CD
GR53 ZEEK SHECK "Good Luck Suckers" CD
GR54 FLOSSIE & THE UNICORNS "L.M.N.O.P" CD
GR55 COLOSSAMITE "Economy Of Motion" LP / CD
GR56 YOU FANTASTIC! "Homesickness" CD
GR57 QUINTRON "These Hands of Mine" LP / CD
GR58 ENGINE ENGINE Number Nine Cassette
GR59 ZEEK SHECK Good Luck Remix" LP
GR60 ARAB ON RADAR "Soak The Saddle" LP / CD
GR61 FLYING LUTTENBACHERS "The Truth Is..." CD
GR62 CHEER-ACCIDENT "Salad Days" CD
GR63 FLOSSIE AND THE UNICORNS "The Animal´s..." LP
GR64 QUINTRON "Frog Tape" Cassette
GR65 Q ELECTRONICS "Drum Buddy..." LP / CD
GR66 ARAB ON RADAR "Yahweh Or The Highway" LP / CD

SIN RAFT BOOTLEGS:
SIN01 LAKE OF DRACULA "Live..." 7"
SIN02 STRANGULATED BEATOFFS "INXS" Double 7"
UP JUMPS THE DEVIL (Hardcore & Metal: vinyl only):
UJTD01 7000 DYING RATS "Fanning... " LP
UJTD02 MY LAI "Learn… Forget… Re-Learn" LP
UJTD03 KUNG FU RICK "Self-Titled" 7"
UJTD04 HATEWAVE "self-titled" LP
UJTD05 KUNG FU RICK "Motivation To Abuse" LP
UJTD06 MY LAI "Songs For Broken Trains" one-sided 7"
UJTD06 TALE OF GENJI / LA MANTRA DE FHIQRIA 7"

Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #46 (März/April/Mai 2002)

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