Interviews & Artikel : AMPLINE :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

AMPLINE

Kennt ihr die lokalen Konzerte wo man hingeht nur weil sonst nichts los ist, und die Bands sind immer schlecht und langweilig? Nun ja, auf einem dieser Konzerte habe ich auch AMPLINE gesehen, und es war einfach unglaublich, wie eine so gute Band die Bühne mit irgendwelchen grottenschlechten Schulcombos teilte. AMPLINE sind Kevin am Bass, Mike und Jeff an der Gitarre und Rick haut in die Felle. Einen Sänger haben sie nicht, und das ist meiner Meinung auch ok so. Ihre Musik kann als melodischer Rock beschrieben werden, und in diesem Fall ist das auf keinen Fall als eine Beleidigung gemeint. Es ist einfach so, dass die meisten Songs ihre melodischen und rockigen Teile haben, die perfekt miteinander harmonieren. Die erste Platte „The Choir“ ist auf Tiberius Records erschienen, und ich kann sie euch wirklich nur empfehlen. Neulich haben sie mir elektronisch ein paar Fragen beantwortet.

Ich weiß, dass euch die Frage mittlerweile zu Tode langweilt, aber wie kommt es, dass ihr keinen Sänger habt? War das geplant oder hat sich das zufällig ergeben?


Kevin:
Wir gründeten die Band aus dem einfachen Grund, um damit die Freundschaft zwischen vier Leuten zu ‘dokumentieren’. Obwohl sich unsere Musikvorlieben unterscheiden, lieben wir es alle, Musik zu machen. Die ganze Sache begann im Winter 1999, wir schrieben ein paar Songs, aber keiner wollte ans Mikro. Insofern war es nicht geplant, die Songs instrumental zu lassen, aber wir kamen alle ganz gut damit zurecht. Wir kannten auch von niemanden, der dafür geeignet gewesen wäre. Wir haben Spaß an der Sache und machen das ausschließlich für uns.
Jeff: Die Frage hören wir ständig, aber ich denke nicht, dass da etwas wirklich besonderes dahinter steckt. Da am Anfang einige Mitglieder die Band verließen, mussten wir ständig neu anfangen. Daher gewöhnten wir uns daran, Songs zu schreiben, ohne dem Gesang dabei viel Raum zu geben. Wir haben aber nie gesagt, dass wir für immer ohne Gesang auskommen wollen.
Mike: Manche Leute scheinen den Gesang zu brauchen, damit sie sich mit dem Lied irgendwie verbunden fühlen. Ich denke aber, dass du Musik als eine Quelle für Inspiration und Motivation ansehen musst, und wenn es dich von innen packt, dann brauchst du den Gesang auch nicht. Okay, du kannst bei Konzerten nicht mitsingen, aber dafür kannst du dir eigene Texte ausdenken und die mitsingen, wenn du willst.

Die Liedertitel kommen meistens von den Texten, daher wollte ich mal wissen wie ihr das macht. Wer schreibt denn die Songs bei euch überhaupt?
Jeff: Wenn du dir ein Bild anguckst, dann kann das bestimmte Emotionen hervorrufen, und bei Musik ist das genauso. Meistens nehmen wir eine der Ideen, die wir aus dem Lied herausholen, und benennen das Lied danach. Alles in der Band wird zusammen entschieden, weil es so einfach am besten ist.
Kevin: Die Lieder entstehen auf eine sehr demokratische Weise. Wir alle kommen zur Probe und spielen unsere Ideen vor, und die werden dann angenommen oder abgelehnt. Jeder in der Band hat dabei gleichviel zu sagen. Ich finde es sehr schwierig, unsere Lieder zu benennen, und oft tun wir es, nachdem das Lied schon lange fertig ist. Als wir ‘Losing Things To Find Them Later’ aufgenommen haben, kam Mike mit dem Titel im Studio an, und irgendwie passte es perfekt.
Mike: Soweit ich weiß, wurde bis jetzt jeder Titel einige Male gewechselt, bis wir, als das Artwork gemacht wurde, endlich den passenden Namen gefunden hatten. Ich hatte ganz andere Titel im Kopf als Jeff oder Kevin, aber als wir haben uns dann auf die Besten geeinigt.

Ihr seid gerade von der Tour zurück. Wie ist es für euch gelaufen?
Kevin: Die Tour hat sehr viel Spaß gemacht, und wir haben einige richtig nette Leute getroffen. Es ist so erfrischend, den Alltag hinter sich zu lassen und die Freiheit zu spüren, die eine Tour mit sich bringt, und sich richtig lebendig zu fühlen. Jeden Tag neue Städte und Leute zu sehen.
Rick: Wir hatten einige sehr coole Konzerte, und einige, die nicht ganz so toll verliefen. Wenn man jedoch bedenkt, wie kurzfristig die Tour gebucht war, können wir sehr zufrieden sein.

Wie kam denn die Zusammenarbeit mit Tiberius Records zustande?

Kevin: Zuerst waren wir auf Sun Sea Sky
Records aus Wisconsin. Da sie aber so weit weg von uns sind, war die Zusammenarbeit dadurch doch etwas schwierig. Da aber Tiberius von Mike und Rick betrieben wird, entschieden wir, die Platte einfach auf diese Weise selbst herauszubringen. Es ist zwar teuer, aber wir haben dadurch die absolute Kontrolle über alles, und falls etwas schiefgeht, sind alleine wir dafür verantwortlich.
Rick: Als Drew, der alte Schlagzeuger, die Band verließ und ich in die Band kam, schien es einfach natürlich, dass die Platte auf meinem Label herauskommen sollte. Mike, der die Platte produziert hat, stimmte da 100% mit mir überein.
Mike: Rick und ich fingen an, mit AMPLINE zu arbeiten, und Kevin und Jeff sind seitdem immer mehr mit Tiberius beschäftigt. Es ist eine sehr gesunde, symbiotische Beziehung.

Wie ist denn die Szene in Cincinnati und Ohio überhaupt? Ihr spielt ja auch in anderen Bands neben AMPLINE.
Jeff: Die Szene in Cincinnati hatte immer ihre Probleme, obwohl hier bis vor ungefähr acht Jahren viele große Bands spielten. Der ‘Hotspot’ war Sudsy Malones, eine Rock Bar/Wäscherei, aber die Stadt hat einfach nicht genug Leute, die Zeit in die Szene stecken können.
Rick: Ich finde, dass sich die Szene in den letzten drei Jahren verbessert hat, und dass viel häufiger bekanntere Bands hier auftreten. Da aber nicht so viele Clubs vorhanden sind, gibt es in dieser Hinsicht noch viel zu tun.
Mike: Cincinnati ist ganz okay. Wir spielen hier in der Gegend so oft, dass wir schon alle Clubbesitzer kennen und problemlos Auftritte bekommen können. Was andere Bands angeht, ich könnte keine Band nennen, die mich sonderlich interessiert, und ich kenne ja die meisten, weil sie entweder in meinem Studio aufnehmen, oder ich für sie Sound mache. Die meisten Bands bleiben hier in der Gegend und touren nicht so viel. Rick und ich spielen in zwei anderen Bands, THISTLE und EL GIGANTE, und ich bin gerade dabei noch ein Sideproject aufzubauen, das THE WIVES heisst. Kevin hat noch eine Band mit den ehemaligen AMPLINE-Mitgliedern, die COVINGTON heißt.

Ihr macht ja alle viel mit Musik, aber wie bezahlt ihr eure Rechnungen?
Mike: Neben der Band, dem Livesound und Studio, arbeite ich für das Strength Skateboarding Magazine. Außerdem habe ich noch mein Indiemusik-Fanzine Pigeonhold. Wie du sehen kannst, bin ich ziemlich beschäftigt.
Kevin: Ich arbeite als Bauarbeiter, meistens bei der Instandsetzung von Gebäuden in der Innenstadt.
Jeff: Graveur und Kassierer. Brauchst du einen Pokal?
Rick: Ich gebe Schlagzeugunterricht und buche Konzerte hier in der Gegend.

Wie sehen denn eure typischen Konzerte aus und wie setzt sich euer Publikum zusammen?

Jeff: Wir wissen nie, wer auf unsere Konzerte kommt, aber es ist immer sehr gemischt. Es ist wahrscheinlich so, weil unsere Musik viele Leute anspricht. Manchmal kommen auch Leute aus dem Publikum auf die Bühne und fangen an, ins Mikro zu singen, das ist dann schon lustig, obwohl man es nicht übertreiben sollte.
Mike: Das Publikum ist immer anders.Es sieht schon lustig aus, wenn so’n Abercrombie-Typ neben dem Iropunk steht und beide zur Musik rocken.Das größte Konzert dürfte das mit HOT WATER MUSIC gewesen sein, aber da war ich noch nicht in der Band.

Was sind denn die Pläne für die Band in der Zukunft?
Jeff: Touren, Platten aufnehmen, und das Übliche...
Mike: Längere Touren, Songs schreiben und aufnehmen.
Rick: Ich möchte irgendwann in der Lage sein, mit der Musik den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Kevin: Die Band so lange wie möglich am Leben erhalten, in Europa auf Tour gehen, und ein neues Album herausbringen. Dafür haben wir uns schon ein paar interessante Sachen ausgedacht.

Danke für das Interview.

Oliver Kikic

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #48 (September/Oktober/November 2002)

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JOEY CAPE

Joey Cape ist das Gesicht einer Menge Bands und Projekte, die die Punkwelt auf die ein oder  andere Art geprägt haben. Ob als Frontmann der Melodycore-Legende LAGWAGON oder BAD ASTRONAUT, als Party-Sidekick bei den Punkrock-Allstars rund um ME FIRST ... mehr