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Interviews & Artikel

NO USE FOR A NAME

NO USE FOR A NAME zählen nicht erst seit gestern zu den ganz großen im Punkrock made in USA, längst hat sich die Band hüben wie drüben eine große Fangemeinde erspielt. Im vierzehnten Jahr des Bestehens ist nun das siebte Studioalbum „Hard Rock Bottom“ erschienen, das gar nicht erst den Anspruch erhebt, das Rad neu zu erfinden, sondern einfach auf dem Niveau weitermacht, zu dem sich das Quartett aus Kalifornien hochgearbeitet hat. Und ich finde, die Band hat damit alles richtig
gemacht. Das sieht natürlich auch Dave Nassie genauso, der „neue“ Mann, der vor drei Jahren nach Chris Shifletts Wechsel zu den FOO FIGHTERS als Gitarrist zur Band kam. Was er bei unserem Telefonat Anfang Juni sonst noch zu sagen hatte, kann man hier nachlesen...

Die neuen Songs waren schon drei Monate vor der Veröffentlichung im Internet auf diversen mp3-Tauschbörsen erhältlich. Wie reagiert man als Band darauf, dass ein neues Album schon so früh online ist?


Es gibt nichts, was man dagegen unternehmen könnte. Vor einem Release werden so viele Promo-CDs an Radiosender und Fanzines verschickt, dass es einfach immer wieder vorkommt, dass jemand die Sachen online stellt. Das traurige an der Sache war, dass man das neue Album so viel früher runterladen konnte. Ansonsten tut es uns als Band nicht weh, ich würde nicht sagen, dass es uns schadet. Solange es dazu führt, dass Kids zu unseren Shows kommen, ist es in Ordnung, denn das ist das, was wir wollen. Außerdem glaube ich immer noch daran, dass es noch die richtigen Musikfans gibt, die sich freuen, ein neues Album in den Händen zu halten und das ganze Artwork zu genießen. Vielleicht würde ich mir mehr Sorgen machen, wenn das neue Material schwach wäre, aber ich denke, dass wir ein richtig gutes Album am Start haben, das die Leute interessieren wird.

Aber ist es nicht besonders ärgerlich, dass dadurch ein Veröffentlichungsdatum irgendwie an Sinn verliert? Sollte das Album nicht für jeden am gleichen Tag zugänglich sein?

Ich bin selber Musikfan und für mich ist es spannend, bis zur Veröffentlichung zu warten, in einen Plattenladen zu rennen und mir das neue Album der Band zu kaufen. Dieser Reiz geht einfach verloren, wenn man sich das Album schon Monate vorher runterladen kann. Ich kenne sogar jemanden, der unser Live-Album runtergeladen hatte, noch bevor ich ein Exemplar bekommen habe. Aber es gibt Wege Veröffentlichungen interessanter zu machen, so dass sich die Leute das Ganze kaufen wollen, indem man Videos draufpackt oder sich mit dem Artwork besonders viel Mühe gibt.

Okay, kommen wir zum neuen Album, zu dem ich euch einfach nur gratulieren kann. Es kommt ziemlich nahe an meinen Favoriten „Making Friends“ heran, einige der schnelleren Songs könnten von dort stammen, es gibt auch sehr melodische Sachen, wie sie auf dem Vorgänger „More Betterness“ vertreten waren. Wie siehst du das neue Album, und wie war die Arbeit dazu? Schließlich ist das ja auch dein erstes Studioalbum mit NUFAN.

Also, erst mal freut es mich, dass dir das Album gefällt. Ja, du hast recht, es verbindet unterschiedliche Elemente, die man von NUFAN kennt. Die Band hat über die Jahre hinweg einen hohen Standard erreicht, und ich bin glücklich, dass wir ihn mit dem neuen Material halten können. Tony, unser Sänger, hat wirklich gute Songs geschrieben, die an die vorherigen Alben anknüpfen. Es sind zweifellos NUFAN, die man hört, aber wir versuchen nicht uns selber zu kopieren. Es ist einfach die logische Fortsetzung. Was die Arbeit angeht, wir haben an diesen Songs ein Jahr gearbeitet, haben vor den Aufnahmen viel geprobt, um dann mit Ryan Greene die Songs so aufzunehmen, damit sie optimal klingen. Natürlich war das Ganze Arbeit, aber es ist nicht so einfach, es als solche zu bezeichnen, schließlich machen wir alle das, wovon wir träumen und was unser größtes Hobby ist. Wir hatten einfach eine Menge Spaß, was man auch im Video auf der CD sehen kann. Für mich persönlich war es sehr cool und natürlich etwas besonderes.

In NUFAN-Songs geht es eigentlich meist um persönliche Probleme, Beziehungen, Liebe und andere Gefühle. Mit „Insecurity Alert“ ist auf dem neuen Album einer der politischsten und düstersten NUFAN-Songs überhaupt vertreten. Ich nehme an, der Song wurde durch die Ereignisse des 11. Septembers beeinflusst?

Am 11. September wollten wir alle für das neue Album in Matts Haus proben. Ich war auf dem Weg von meiner Freundin zu Matt, als das alles passiert ist. Wir saßen den ganzen Tag bei Matt rum und haben uns einiges durch den Kopf gehen lassen – aus der Probe ist nichts mehr geworden. Wir haben den ganzen Tag nur TV geschaut und diese Bilder immer wieder gesehen. Und natürlich hat das Ganze einen starken Einfluss auf uns gehabt. Als wir uns dann ein paar Tage später wieder zum Proben getroffen haben, hatte Tony diesen Song dabei, und wir fanden den Text alle richtig gut. Ich bin persönlich sehr froh, dass wir diesen Song aufgenommen haben, denn diese Ereignisse werden noch auf Jahre hinaus Auswirkungen haben und es ist gut, dass wir als Band uns dazu Gedanken gemacht haben.

Ihr habt letztes Jahr mit eurem Live-Album die „Live In A Dive“-Serie bei Fat Wreck angefangen. Wie kam es zu der Idee?

Fat wollten mit einer Serie von Live-Alben anfangen und wir haben uns überlegt, dass wir eine Live-Scheibe machen sollten, weil wir mit ‘More Betterness’ so viel auf Tour waren – wir wollten das Ganze irgendwie festhalten. Mike fand es cool, dass wir den Anfang machen wollten, also haben wir diese beiden Shows am Ende der Tour mitgeschnitten.

Zoli Pinter

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #48 (September/Oktober/November 2002)

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