Interviews & Artikel : PASCOW :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

PASCOW

Weihnachtspunk

Aus dem Saarland, das viele nicht kennen, außer durch Oskar Lafontaine und den 1. FC Saarbrücken, kommt eine tolle Band. Weit weg vom intellektuellen Punk in und um Hamburg, aber nur geografisch – qualitativ nämlich gar nicht. Nachdem André eine Lobeshymne von Rezi im letzten Heft verfasst hat, war man sich einig, dass man sich ruhig mal ans Licht der Öffentlichkeit wagen kann!

Deutsche Texte mit subjektiv wahrheitsgemässem Inneren und kryptischem Einband - mit manchem Deutschpunk-Song ist es wie mit dem Weihnachtsmann: Irgendwie freut man sich zwar immer noch darüber, ohne jedoch wirklich daran zu glauben. So sieht auch der Lehrauftrag von PASCOW aus. Man verteilt zwar weiterhin Geschenke, erzählt dabei aber nichts von weißem Bart und rotem Gewand. Bedeutung zahlt Empfänger, aber Umtausch nur mit Kassenbon. PASCOW, das sind Alex und Ollo Pascow, zwei Brüder, die für Gesang, Gitarre und Schlagzeug zuständig sind, Bad Boy Blinn, dessen Bass und seine Akrobatik selbst georgischen Bodenturnerinnen den Atem stoppen lassen, und seit etwa 25 Shows, Lucky Sven Pascow aka Marlbolho, der schon länger zur Familie gehört, aber offiziell erst seit dem Longplayerdebüt „Richard Nixon Disco Pistole„ breitbeinig seine famosen Riffs und Melodien beisteuert – und Kette raucht. Und dann noch der Stefan, die Merchandise-Schlampe. Der Stefan fragte (jahrelang), die Herrschaften antworteten. Und ich schick es weg und heimse den Ruhm ein. So läuft das...

Fragt ihr doch mal was!


Blinn: Wer hat die Schokolade ins Eisfach gelegt!?

Okay, ich frag lieber selber. Habt ihr irgendwelche Jobs?

Alex: Ich bin Sozialhippie, betreue Kinder und Jugendliche. Zu 75% allerdings nur. Den Rest der Zeit bin ich gutaussehender Jungunternehmer und mache in Punkrocker-Bekleidung und Buttons. Zusammen mit dem ‚Medien- und Design-Beauftragten’ der Band, Revolver Ocelot. Wir haben einen kleinen, feinen, viel zu billigen Online-Mailordershop namens www.tanteguerilla.de, auch zu erreichen über www.kidnapmusic.de, die Home- und Labelpage der Band. Da gibt es demnächst unser obercooles Video zu ‚Trampen nach Norden’ als Download und natürlich diverse MP3s. Außerdem mache ich das Booking für verschiedene Konzerte und Festivals hier im Saarland. Du siehst: Ja, im Gegensatz zu dir hab ich zu tun, danke...
Ollo: Ich bin, nachdem ich mir dachte ‚know your enemy’, ausgezogen, um BWL zu studieren. Laboriere gerade an meiner Diplomarbeit, während ich bei Popp-Concerts in Trier arbeite, ein professioneller, lokaler Veranstalter. Hört sich nach Big Business an, ist aber eigentlich eine kleine Familie.
Blinn: Ähm... also ich mach irgendwas wie Schule, um dann bei der Lebenshilfe zu arbeiten, also Pflege und so, in Heimen und so... So was, wo man auch mal später anfängt und auch während der Woche trinken kann. Und sowieso ist man ja irgendwie Punk und alternativ – sind wir ja alle irgendwie.
Marlbolho: Ich studiere irgendwas mit Technik, glaube ich. In Kaiserslautern. Vielleicht wird ja wenigstens aus mir mal was vernünftiges.

Sagt mal was zu eurer Musik. Was? Warum?

Alex: Man spielt, was man selber hört und mag, jeder für sich. Wie es klingt, gefällt uns zum Glück allen, und das war’s schon. Wenn man sich jüngeren, so-called ‚deutschen Punk’ anhört, wie z.B. die großen, stark unterschätzten Helden von KNOCHENFABRIK, als auch DÜSENJÄGER oder TURBOSTAAT, aber auch ältere Institutionen wie DACKELBLUT, GOLDENE ZITRONEN usw., hat man zum Teil die Motivation und Bauart für gewisse PASCOW-Texte vor sich liegen. Viel persönliches, viele Beobachtungen aus dem Alltag und deren subjektive Betrachtung tun ihr Übriges. Dabei reicht die Themenwahl von A bis Z. Was gerade so anliegt. Bei der Musik stand Anfangs die These: Was MISFITS und RAMONES konnten, können wir schon lange. Musikalisch gesehen. Als wir anfingen, war Rock’n’Roll bei uns ein großes Thema. TURBO A.C.’s, GLUECIFER, HELLACOPTERS, TURBONEGRO, so was halt. Jetzt fließt auch immer häufiger verschiedenstes musikalisches Material mit ein. Was man eben selber so konsumiert und dann unbewusst mitverwurstet.
Ollo: Genau. Manchen Zecken sind wir ‚zu amerikanisch’, den Rock’n’Roll-Spacken schmecken kritische und vor allem deutsche Texte nicht. Ich weiß trotzdem, wo wir stehen, ihr Ficker! Andererseits sprechen wir auch querbeet die verschiedensten Leute an. Eben Kids, Punks, Rocker oder auch sonstige Alternativen... Aber Hauptsache, man wird falsch verstanden und unterschätzt, oder?
Alex: Wir nennen das auch gerne ‚Bukowski-Pop’. Da gibt es nix zu verstehen und doch weiß man irgendwie, um was es geht.

Keine Angst vor großen Taten also, aber auch angesichts des Haus-Labels dennoch D.I.Y. über alles, oder?

Ollo: Stimmt, man behält, und da kenn ich mich aus, die Kontrolle über eigene Entscheidungen, Auflagen, Verbreitungswege und, ganz wichtig, die Preise. Ein cooler Deal mit einem korrekten Label wäre auch okay, aber solange es von der Größenordnung her überschaubar und durchführbar bleibt, sind wir lieber selber Herr im Haus. Mit dem Onlineshop von Alex und Ocelot in Verbindung mit dem D.I.Y.-Gedanken, haben wir ja bereits eine autark operierende Basis, von der aus sich die Welt erobern lassen sollte, hähähä...

Hobbys und persönliches Motto?!

Blinn: Deutschpunk, Spagat und ‚Wenn’s gefroren ist, nicht reinbeissen’.
Alex: Essen, Cocktails und ‚Hab ich das gerade gedacht, oder gesagt?!’.
Marlbolho: Rock, Bier und so Männersachen halt. Motto? Vielleicht: ‚Rauchen gefährdet die Gesundheit ihres Kindes bereits in der Schwangerschaft’.
Ollo: Reiten, lesen und aus dem Bus kotzen und ein Motto... Hmmm... ‚Wenn’s nicht angebunden ist, nehm ich’s mit, und wenn doch, bind ich’s los!’.

Danke, ihr Ficker. Wünsche weiterhin so gute Laune, bleibt so schön und tschüss.

Jörkk Mechenbier

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #49 (Dezember 2002/Januar/Februar 2003)

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