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Interviews & Artikel

SWEATMASTER

Finnische Beatpunk-Götter

Ihr mögt „tight as fuck trio rock’n’roll„? Dann sucht nicht länger rum, denn diese finnischen Actionrocker werden wohl noch richtig groß! Nachdem die HELLACOPTERS in den 90ern und danach die HIVES den Durchbruch geschafft hatten, versuchten viele skandinavische Bands den gleichen Weg zu gehen. Finnlands größte Rocker FLAMING SIDEBURNS reiten ebenfalls auf der Erfolgswelle, doch SWEATMASTER haben durchaus ihren eigenen Sound entwickelt: Ergreifend wie aggressiv, melodisch und hart, mit einer dicken Portion Sixties-Sound. Außerdem sind sie live wahre Killer – Konzert ist also Pflicht! Ihr Debütalbum „Sharp Cut„ bekam richtig viel Presse (auch im Mainstream-Bereich), aber die Aufmerksamkeit ist in jedem Fall gerechtfertigt. Ich hatte einen kleinen Chat mit Sänger/Bassist Sasu Mykkänen. Der Rest der Band sind Matti Kallio und Gitarrist Mikke Luukko.

Es sind ja echt eine Menge diverser finnischer Bands in letzter Zeit in aller Munde, wie z.B. die FLAMING SIDEBURNS, LARRY & THE LEFTHANDED, ULTRA BIMBOOS und zuletzt die SCREAMIN’ STUKAS. Wo würdest du euch da einordnen?


Es gibt noch weit mehr gute Bands als die, die du gerade aufgezählt hast. Ich glaube nicht, dass wir hauptsächlich von der finnischen Musikszene beeinflusst worden sind. Wir kriegen ja auch alle Platten hier, die es in Europa gibt. Wenn ich ein paar finnische Bands nennen soll, die wichtig für uns waren, dann sag ich SWEETHEART, XYSMA und RADIOPUHELIMET. Wir haben nicht wirklich was mit denen gemeinsam, aber das ist halt die Musik, mit der wir aufgewachsen sind, bis wir dann unsere eigenen Gigs spielten. Rein musikalisch klingen wir mehr wie die von dir eben erwähnten Bands, aber das liegt wohl daran, dass all diese Combos, genau wie wir auch, auf angloamerikanischen Rock aus den 50ern abfahren.

Warum ist Finnland eigentlich so „schrullig„ im Vergleich zum Rest Skandinaviens?

Na ja, also erstmal sind das doch alles nur Spekulationen, aber vielleicht sind wir etwas introvertiert und glauben, dass unsere Chancen, internationalen Erfolg wie z.B. die Schweden zu erlangen, geringer sind. Finnische Bands, die Englisch singen, haben es hier noch nie in die Charts geschafft, somit bleibt uns aber auch der kommerzielle Druck erspart. Es ist irgendwie so: Das, was ich mache, will sowieso niemand hören, also mach ich halt, was ich will und scheiß drauf! Finnland hat ein spezielles musikalisches Klima, weil es einfach nicht so viele Stars gibt wie in Schweden, Dänemark oder Norwegen. Die Bevölkerung ist ziemlich homogen, da es nicht so viele Menschen mit anderem kulturellem Background gibt. Außerdem gehören wir eigentlich nicht wirklich zu Skandinavien; wir sind in vielen Dingen eher so wie Island. Unsere Sprache unterscheidet sich total von den anderen in Skandinavien, die wenigstens etwas mehr am Englischen orientiert sind.

Hattest du noch andere Bands vor SWEATMASTER?

Lange Zeit vor SWEATMASTER hab ich in Bands wie SUPERCRUISER gespielt, die mehr Stonerrock waren. Am Ende war ich aber äußerst gelangweilt von der Sache. Matti an den Drums und Mikko an Gitarre haben die meiste Zeit in Hardcore-Punkbands gespielt, dann SWEATMASTER gegründet und ich bin dann 1998 dazugestoßen.

Woher holt ihr euch denn die Inspirationen? Ich höre in eurer Musik beides, neueren Kram so wie die REVELATORS oder OBLIVIANS und auch Sixties-Beat.

Das ist ja spaßig, denn keiner von uns hat eine von den Sachen gehört, die du erwähnst. Wir haben eigentlich eine umfangreiche musikalische Basis. Vor 1960 war es Louis Armstrong, Charles Mingus, Screamin’ Jay Hawkins, James Brown und John Lee Hooker. Um 1960: THE SONICS, BEATLES, STOOGES, MC5, KINKS, WHO etc. Aus den 70ern AC/DC, LED ZEPPELIN, DAMNED, SEX PISTOLS, T-REX. Die 80er: MISFITS, MÖTLEY CRUE, PIXIES und MINOR THREAT. Aus den 90ern dann auf jeden Fall NIRVANA, 22-PISTEPIRKKO, QUEENS OF THE STONE AGE und PEACHES.

Was ist Retro und was New Garagerock?

Ich denke, Retro hat was mit Authentizität zu tun; die Bands wollen so aussehen, klingen und sich genauso bewegen wie die Sixties Beatkapellen oder auch die Punkbands von 1977. Ich bin nicht sicher, ob wir tatsächlich noch Garagerock machen, da wir stellenweise viel zu professionell klingen! Definitiv sind wir aber nicht Retro; wir spielen natürlich diese alten Sachen, aber auf eine Weise, die es erlaubt, den Sound mit vielen verschiedenen Stilen zu mischen, eben nicht nur aus den Sixties.

Was ist dir noch so von der Tour in Erinnerung geblieben?

Das Abgefahrenste, was wir erlebt haben war, als wir mit einem Van von London nach Manchester gefahren sind. Wir waren gerade aus London raus, als dieser Kerl vor den Wagen sprang und wir in die Eisen gehen mussten, um ihn nicht platt zu fahren. Der Kerl blieb vor dem Wagen stehen und schaute hinein – es war George Michael! Wir hätten ihn beinahe über den Haufen gefahren! Ein anderes Mal haben wir mit BABY WOODROSE in Hannover gespielt und irgend so ein alter Kerl tanzte zu unseren Songs und starrte mich die ganze Zeit an. Er schien richtig abzugehen, also hab ich mit ihm getanzt. Ich hab ihm in die Augen geschaut, mit ihm geflirtet und als ich meinen Fuß auf den Monitor stellte, hat er mir 20 Euro in die Socke gesteckt. Hey, nochmal danke fürs Trinkgeld!

Welches Lied soll auf deiner Beerdigung gespielt werden?

Auf meiner Beerdigung würde ich gern den Bolero von Ravell gespielt haben, weil ich finde, dass das der beste Song aller Zeiten ist, eben wirklich schön und du kannst gut weinen.

Ich hab ja ein komisches Review im NME von eurer „I am a Demon„-Single gelesen. Wie haben euch die Briten aufgenommen?

Wir hatten eigentlich nur gute Reaktionen und die Leute schienen uns zu mögen, als wir Ende Oktober ein paar Shows gespielt haben. Die standen total drauf, wie wir das R gerollt haben. Wir denken gar nicht drüber nach, wie uns jetzt speziell die Briten oder die Deutschen oder die Finnen wahrnehmen; es gibt in jedem Land Leute, die dich mögen oder eben nicht.

Was ist mit Andy McCoy von HANOI ROCKS? Ich habe letztes Jahr eine schrechliche Dokumentation über ihn gesehen. Was bedeuten HANOI ROCKS für finnischen Rock’n’Roll?

HANOI ROCKS gehen bald mit ihrer neuen Platte auf Tour. Wir haben nicht eine HANOI ROCKS-Platte zu Hause, da sie uns nicht so sehr beeinflusst haben. Ich glaube, für eine Menge finnischer Bands und für finnischen Rock allgemein sind sie sehr bedeutend. Bevor sie erfolgreich wurden, sind sie aber aus Finnland weggegangen, was sie für mich nicht mehr so finnisch macht. Die sind eigentlich mehr aus Stockholm, London, New York, Los Angeles, als aus Helsinki.

James Brown oder Howlin’ Wolf, wer liegt dir mehr?

Schwierig! Ich bevorzuge Howlin’ Wolfs Stimme, aber James Brown war der bessere Entertainer.

Irgendwelche Pläne für die Zukunft?

Wir spielen demnächst ein paar Shows mit BABY WOODROSE in Deutschland.

Jens Kofoed-Pihl

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #49 (Dezember 2002/Januar/Februar 2003)

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Die Italo-Kreuzberger OFFENDERS spielen seit Jahren einen grandiosen Sound zwischen OffBeat, Powerpop & Punk. Sie sind 2008 nach Berlin gekommen um von dort aus Europe und die ganze restliche Welt mit ihrem Sound zu erobern. Ihr Beat ist immer voran ... mehr