Interviews & Artikel : PROJEKT KOTELETT :: ox-fanzine.de

Das aktuelle Ox

Unsere Aboprämie

Wer das Ox bis zum 01.07.2019 neu abonniert, erhält auf Wunsch das neue AMYL AND THE SNIFFERS-Album (Rough Trade) als Prämie. (Solange Vorrat reicht.) (Bitte im Feld "Nachricht" angeben + Namen des Prämienempfängers)

 

Abo gegen Tasche!

Wer das Ox neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns die Ox-Tasche (fair gehandelte Bio-Qualität) geschenkt!

 

California über alles

"California über alles - Dead Kennedys Wie alles begann" ist das erste umfassende Buch über die DEAD KENNEDYS. Es konzentriert sich auf die Gründungs­phase der Band in der Szene von San Francisco bis zum Erscheinen des ersten Albums "Fresh Fruit For Rotting Vegetables". Autor Alex Ogg sprach dafür mit vielen Zeitzeugen.

 

Kochen ohne Knochen

Das Ox-Kochbuch 5 & Kochen Ohne Knochen #23

Kochen ohne Knochen - Das Ox-Kochbuch 5: Über 200 rein pflanzliche Rezepte für Beginner und Könner, für Veganer, Vegetarier und Allesesser, von simpel bis anspruchsvoll. Von Punks, nicht nur für Punks.
Dazu jede Menge Merchandise rund ums Kochbuch: Küchenmesser, Profimesser, Hand- und Geschirrtuch, Küchenschürze, Stofftasche, Sparschäler, Frühstücksbrettchen, Pfannenwender, Buttons, ...

Kochen ohne Knochen #23: Die neue Ausgabe des veganen Magazins ist jetzt im Handel und bei uns erhältlich.

 

Interviews & Artikel

PROJEKT KOTELETT

Fleischliche Gelüste aus Hamburg

Denn die Stücke von PROJEKT KOTELETT verfolgen alle dieselbe Linie. Punk as fuck. Und viel Hass auf der Gitarre. Dazu gibt es stets aus dem Leben gegriffene deutsche Texte, die von gleich zwei Sängern dargeboten werden und solch tiefschürfende Titel haben wie “Massensuizid durch Fehleinkauf”, “U-Haft-Baby” oder “Bitte, bitte friss mich”. Bislang erschien mit “Russisches Roulette” die erste Single der Band beim Hamburger Label Klartext Records. Desweiteren sind PROJEKT KOTELETT auf dem “Schill Out - Hamburg Punk Sampler”, sowie auf Ox- und Plastic-Bomb-CDs vertreten. Das erste Album der Band ist für den Sommer diesen Jahres geplant. Grund genug, sich mal mit den fünf gestandenen Herren Schmusi Kotelett (Gekreische), Baby Kotelett (Gebrüll), Sporty Kotelett (Nebengeräusch links), Plauzi Kotelett (Nebengeräusch rechts) und Nacken Kotelett (Gerumpel im Hintergrund) auf ein Interview zu treffen.


Warum tut ihr uns das an?

Baby:
In irgendeiner Form wollte ich der Gesellschaft schon immer all die Gemeinheiten und Ungerechtigkeiten zurückzahlen, denen ich mich jahrelang aussetzen musste.
Schmusi: Ihr habt es nicht anders verdient!
Sporty: Weil es an der Zeit war, der Welt zu zeigen, wo wirklich der Hammer hängt.

PROJEKT KOTELETT – was soll uns das sagen?

Baby:
Es geht hier um eine Lebensauffassung. Entweder man hat sie oder man hat sie nicht.
Schmusi: Die Entstehung geilen Fleisches in ihrer vollendetsten Form!
Plauzi: Dumme Frage, der Name sagt alles!

Seid ihr noch anderweitig musikalisch aktiv?

Baby:
Ich arbeite bereits seit einem Jahr intensiv an meinem Solo-Programm. Dort kann ich endlich alle meine Ideen so ausleben, wie ich es will, ohne dass mir ständig irgendwelche Nebengeräusche einen Strich durch die Rechnung machen. Das Ganze wird übrigens sehr in Richtung MALE tendieren.
Schmusi: Ich persönlich singe zum Beispiel bei der Arbeit, beim Duschen, Zähneputzen und Staubsaugen!
Sporty: Ich spiele noch bei THE CRIMES. Eine sehr gute Band, wie ich meine. Website anchecken unter www.thecrimes.de. Früher tanzte ich bei den Y.M.C.ASS und spielte bei LA CRY.
Plauzi: Ja, ich singe und spiele Gitarre bei der Cover-Band GERD.

Wie entstehen eure Songs?

Baby:
Schmusi oder ich schreiben einen Text, die Nebengeräusche verhunzen diesen dann solange, bis es auf keinen Fall so klingt wie MALE.
Schmusi: “Bei einer Mischung aus Bier, verqualmter Kneipe und aus der Lust zum Leben.
Nacken: In der Nacht zwischen 0.00 und 8.00 Uhr.
Plauzi: Am Tag danach müssen erstmal die vollgeklierten Kneipenzettel entschlüsselt werden!
Sporty: Mal so, mal so. Wir schreiben eigentlich alles zusammen. Wenn jemand eine beknackte Idee hat, und sie vom Rest der Band gefeiert wird, wird ein Song daraus.

Wollt ihr mit euren Texten etwas aussagen?

Baby:
Unbedingt! Mit jedem Text möchte ich den Menschen da draußen brutalstmöglich ihre eigene Dummheit vor Augen führen. Das lässt unsere Texte dann manchmal auch in diesem absurden Licht erscheinen.
Schmusi: Nichts als die Wahrheit.
Plauzi: Wir schreiben, interpretieren sollen die anderen.
Sporty: Wir wollen zeigen, dass alles im Leben nicht so einfach ist, es aber trotzdem viel zu lachen gibt!

Was ist das Ziel von PROJEKT KOTELETT?

Baby:
Die Menschheit in den Wahnsinn zu treiben.
Schmusi: Partys, Konzerte, die einfach Spaß machen, und natürlich Weltfrieden.
Sporty: Nach der BSE- und Schweinepest-Krise soll wieder ordentlich Fleisch verzehrt werden. Wir wollen durch unsere Musik und Texte die Fleischwirtschaft wieder auf Vordermann bringen. Das sind wir ihr schließlich schuldig, nachdem sie so tolle Jungs aus uns gemacht hat.

Wo trifft man euch?

Baby:
Meistens bei Plauzi auf der Couch, Fussball schauen. Ansonsten beim eifrigen Griechen oder daheim im Bett.
Schmusi: Überall wo kühle Getränke und heiße Frauen gereicht werden.
Sporty: Auf der Arbeit, zu Hause und auf unseren Konzerten. Ich gehe nicht aus, bin ein Langweiler.

Sollten die RAMONES ohne Dee Dee und Joey weitermachen?

Baby:
Ich denke schon. Sporty und ich sind inzwischen mit Johnny und Marky in Verhandlungen getreten, um die beiden Verstorbenen zu ersetzen.
Nacken: Lieber nicht.
Schmusi: Wer sind die RAMONES?

Was war bisher euer schlechtestes Konzert?

Sporty:
In der Hafenstraße auf einem Anhänger. Die Endstufen sind andauernd durchgeknallt, und wir mussten das Publikum dann ohne Musik unterhalten. Dem Publikum hat’s wohl gefallen, uns aber nicht.
Baby: Ich fand bislang alle Konzerte schlecht.
Plauzi: Unser Schlechtestes kommt wohl noch!

Warum hält sich PROJEKT KOTELETT einen Bandpsychologen?

Nacken:
Weil es Not tut.
Baby: Man muss sich nur die neurotischen Musiker der Band anschauen. Es würde keine Woche dauern, und die Suizid- und Amoklaufgefahr würden unverantwortliche Ausmaße annehmen, wenn unser Bandpsychologe nicht immer wieder auf die Bremse treten würde.

Warum spielt ihr in einer Band und nicht in einem Fußballverein?

Baby:
Weil es im Proberaum wärmer und trockener ist, als auf dem Fußballplatz.
Schmusi: Ganz einfach, nach dem Spiel ist man zu kaputt zum Saufen.
Sporty: Weil ich körperliche Gebrechen habe und unsportlich bin. Als ich noch klein war, habe ich gerne Fußball gespielt, aber das ist lange her.
Nacken: Ich habe keinen Verein gefunden, eine Band war da einfacher!
Plauzi: Die anderen haben mir erzählt das sei Fußball!

Schmusi, warum hältst du dir ein Rennpferd?

Schmusi:
Die Meisten halten sich Hunde, und ich bin einfach anders. Irgendwie müssen die Plattenmillionen sich ja vermehren.

Sporty, warum isst du nur Schwein?

Sporty:
Weil für mich nur das Beste gut genug ist! Du fährst doch auch keinen Käfer, wenn du Jaguar fahren kannst.
Schmusi: Was sollte denn sonst diesen wunderschönen Körper geformt haben?
Plauzi: Von Schnecken bekommt er außerdem immer Blähungen!

Nacken, warum hast du dich für lau und ohne Kameras vor ein Auto geworfen?

Nacken:
Der Zeitpunkt war günstig.

Schmusi: Er kam einfach nicht mit diesem enormen Erfolg klar.
Plauzi: Zuviel Jack Ass gekuckt!

Wo liegt der Reiz darin, zwei Sänger in einer Band zu haben?

Baby:
Es ist schön, nicht alleine singen zu müssen. Wenn der eine dran ist, kann der andere in Ruhe trinken, tanzen oder einfach das tun, wonach ihm gerade ist. Außerdem fühlt man sich nicht so alleine unter den ganzen Nebengeräuschen. Ich habe mit Schmusi ja stets jemanden zum Kuscheln an meiner Seite.
Schmusi: Bands mit einem gibt es doch genug. Außerdem kommt man so auch während des Auftritts zum Saufen.
Sporty: Der Reiz liegt sicherlich im sexuellen Bereich! Ansonsten hat das eher Nachteile wegen der Gage. Die lässt sich nicht so gut durch fünf teilen.
Nacken: Zwei Plätze in der Band waren noch zu vergeben.
Plauzi: Einer ist immer voll! Das ist äußerst reizend.

An die Fussballer: Warum tut ihr euch St. Pauli an?

Schmusi:
Weil wir privat nur siegen und keine Gegner kennen. Da braucht man diesen Negativausgleich.
Plauzi: Reiner Masochismus!
Baby: Nur um mal zu sehen, wie schlecht Profi-Fußball sein kann. Als Dortmunder Junge bin ich ja seit jeher gehobeneren Sport gewöhnt.

Ist die Welt durch Fleisch und Bier zu retten?

Baby:
Definitiv nein! Diese Welt ist nicht mehr zu retten. Bier und Fleisch machen das Ende nur angenehmer und lassen es schneller kommen.
Schmusi: Da Liebe, Blumen und Hasch versagt haben, könnte das die Lösung sein.
Plauzi: Wenn es auch Fleisch in flüssiger Form mit 5% Alkohol gäbe, vielleicht.

Wer von euch hat schon mal ein Meerschweinchen gegessen?

Baby:
Ich nicht. Aber Sporty isst ja eigentlich alles mit Schwein.
Sporty: Ich esse nur richtige Schweine. Als ich allerdings kleiner war, habe ich aus Versehen eines im Urlaub auf Sylt gegessen. Diese Snobs fressen dort doch alles. Da wollte ich nicht nachstehen! Aus dem Fell hat meine Oma mir schöne Fäustlinge genäht. Manchmal trage ich sie heute noch.
Schmusi: Ich hatte mal eins in der Suppe und hielt es für einen Teebeutel.
Plauzi: Ich hatte mal einen Chinchilla, der sich selbst durch Beißen in ein Starkstromkabel gegrillt hat! Habe ihn dann würdigerweise beerdigt statt verspeist.

Wie denkt ihr über Obst und Gemüse?

Baby:
Sicherlich toll für Leute, die das Ende noch ein wenig hinauszögern wollen. Ich persönlich sehe da allerdings keinen großen Sinn drin.
Nacken: Als Beilage akzeptiere ich es.
Plauzi: Fette Melonen sind nicht schlecht!
Sporty: Ich bin kein großer Fan davon. Eine Mahlzeit ohne Fleisch ist nichts richtiges. Somit kann man auch auf die lästigen Beilagen wie Obst und Gemüse verzichten. Kartoffeln sind allerdings okay! Die Kartoffel ist auch meine Lieblingsfrucht. Da kann man viele tolle Sachen raus machen, Kartoffelsalat, Pommes, Bratkartoffeln, Kartoffelbrei...

Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auf Tour gehen?

Baby:
MANOWAR.
Schmusi: BOCKWURSTBUDE, POMMES BRUTAL und SCHWEINEBRATEN.
Sporty: Mit SUPERGLUT und POMMES BRUTAL. Das wäre wohl ein gutes Package.

Was erwartet einen bei einem PROJEKT KOTELETT-Konzert?

Baby:
Tanz, Gesang, Musik und Varieté.
Schmusi: Ein Ereignis, das weit und breit seinesgleichen sucht.
Sporty: Erstmal Eintritt zahlen, saufen, Leute treffen, uns abfeiern und zum Schluss unser Merchandise kaufen.
Plauzi: Die rituelle Kotelettverspeisung ist dabei absolute Pflicht!

Letzte Worte ans Volk?

Baby:
Denkt mal über gewaltfreien Selbstmord nach!
Schmusi: Kommt zu uns, Engels Trompeten und Teufels Posaunen.
Nacken: Lasst euch sehen!
Plauzi: Vergesst, was bisher war!
Sporty: Esst was, sonst fallt ihr vom Fleisch!

Abel

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #50 (März/April/Mai 2003)

Verwandte Links

Reviews

Suche

Ox präsentiert

IMPERIAL WAX

IMPERIAL WAX spielten in den vergangenen 11 Jahren mit Mark E. Smith als THE FALL sechs Studioalben und zwei EPs ein. Die Band um den charismatischen Frontmann hatte im Lauf ihrer Geschichte eine bekanntlich häufig wechselnde Bandbesetzung. ... mehr