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Interviews & Artikel

RECOVER

Die Lieblinge der Präsidententochter

Ihr seid zum ersten Mal hier in Deutschland, oder?

Robert:
Ja, das stimmt, es ist unsere Premiere hier. Doch bisher können wir uns nicht beklagen. Es ist zwar komplett anders, als drüben bei uns, aber es gefällt uns gut, was auch daran liegen dürfte, dass die Shows gut laufen.
Dan: Die Kids kennen unsere Songs, singen mit und manche tragen sogar schon RECOVER-T-Shirts.

Ihr habt angeblich als GREEN-DAY-Coverband angefangen...

Dan:
Wir kamen damals zusammen, als wir gerade zwölf waren, nun sind wir ja schon Anfang zwanzig. Früher haben wir dann erst mal alles gecovert, was uns gerade gefiel. Das war natürlich nicht nur GREEN DAY, sondern auch FACE TO FACE, RANCID und anderer Poppunk-Kram. So fangen die meisten ja an, Songs anderer Bands zu covern.

Und wann habt ihr dann als RECOVER begonnen Musik zu machen?

Dan:
Das ist jetzt etwa zweieinhalb Jahre her.

Hat euch das Covern von GREEN DAY und ähnlichem beeinflusst?

Robert:
Vom Stil her eher weniger, was aber den Sinn für Harmonien und Melodien angeht, könnte man dies schon als Einflüsse gelten lassen. Zumal die Songs dieser Band meistens nur zwei oder drei Minuten lang sind – genau so wie bei uns. Ja, GREEN DAY war in unserer Vergangenheit schon eine wichtige Band.

Was sind denn heute wichtige Bands für euch?

Dan:
Ich glaube ich spreche für uns alle, wenn ich die DOVES nenne. ‚Pounding’ von deren letzten Album ist mein Song des Jahres. Auch die neue Platte der QUEENS OF THE STONE AGE gefällt uns allen sehr gut. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass die QUEENS meine Herangehensweise und das Schreiben von Musik verändert haben.

Als ich JIMMY EAT WORLD und die GET UP KIDS gefragt habe, was sie momentan gerne hören, zählten beide die DOVES auf. Könnt ihr mir mal erklären wieso?

Dan:
Nun ja, nehmen wir mal ‚Pounding’, das ist ein so universell guter Song, da verwundert es doch nicht, wenn ihn viele Leute mögen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass deren Album ‚The Last Broadcast’ vielleicht das beste Album ist, dass ich je gehört habe. Ich kann es auch nicht erklären, aber ich kriege einfach nicht genug davon.

Ihr werdet demnächst eine Split-CD mit MIDTOWN, BLUELINE MEDIC und SILENT CORPORATION veröffentlichen, wie man hört.

Dan:
Die CD ist zwar neu, aber die Songs sind alt. Natürlich würden wir lieber neue Songs veröffentlichen, aber die Hauptsache ist, dass wir überhaupt etwas veröffentlichen. Die Songs heißen ‚Unnatural’, ‚Fracture’ und ‚Not A Word’. Das sind alles 4-Track-Demos, die wir damals selber gebrannt und für zwei Dollars auf Konzerten vertickt haben. Und wir haben wirklich viele dieser Demo-CDs verkauft. Ein paar tausend oder so, alle gebrannt auf dem Computer von unserem Schlagzeuger Jimmy und unserem Bassisten Ross.

Und wie sieht es mit den Arbeiten zum zweiten Album aus?

Robert:
Bisher haben wir noch nichts konkretes ausgearbeitet.

Es kursiert das Gerücht, dass es auf Universal erscheinen wird.

Dan:
Das wissen wir noch nicht, da können wir nichts zu sagen.

Würdet ihr denn gerne auf Universal veröffentlichen?

Robert:
Das ist eine gute Frage. Wir wissen es nicht so genau. Lassen wir uns überraschen, was passiert. Aber im Moment sieht es so aus, als würde es tatsächlich auf Universal erscheinen. Ein Typ namens Gersh hat das in die Wege geleitet.

Ist das derjenige, der auch THE MARS VOLTA für Universal gewinnen konnte?

Dan:
Ja genau der – und ich weiß nicht, ob ich das verraten darf, aber er hat uns ein paar Demos zugespielt und die waren wirklich unglaublich, definetively mindblowing.

Was habt ihr für eine Beziehung zur Kunst? Schließlich erwähnt ihr Picasso auf eurem Debüt und mit dem Titel der EP zitiert ihr Magritte. Seid ihr Kunstfreaks oder so?

Dan:
Oho, cool, jetzt werden wir schon mit Kunst in Verbindung gebracht, dabei sehen wir nun wahrlich nicht smart oder künstlerisch ambitioniert aus.

Also sind die Ideen nicht von euch?

Dan:
Doch, doch. Allen voran ist natürlich die Idee mit dem Bandfoto, auf dem die nackten Frauen posieren. Außerdem hat eine Freundin namens Amy Fleisher mitgestaltet.

Wer sind denn die nackten Grazien?

Robert:
Some L.A. models, haha!

Warum erscheint die EP eigentlich über Fiddler Records und nicht wie schon das Album über Fueled By Ramen?

Robert:
Wir wollten mit dem anderen Label einen weiteren Markt abdecken. Fueled By Ramen hat seinen Sitz in Gainesville, Florida. Fiddler Records war bisher auch in Florida, in Miami. Allerdings haben sie nun ihren Sitz in LA und vertreiben die Scheibe von dort aus. So sind wir mit je einer Platte an je einer Küste vertreten.

Ihr habt den Produzenten gewechselt. Bob Hoag war für das Debüt zuständig und nun habt ihr Brian McTernan gewinnen können.

Dan:
Die beiden sind wirklich genial, was ihre Arbeit angeht, wir sind mit beiden mehr als zufrieden.

Herr McTernan hat ja ständig das Haus voll. 2002 hat er zum Beispiel SNAPCASE, HOT WATER MUSIC und THE IMPOSSIBLES aufgenommen. Zwischen welchen Bands nahm er euch unter seine Fittiche?

Dan:
Ich glaube, wir waren nach SNAPCASE und vor HOT WATER MUSIC an der Reihe und irgendwann waren auch noch THRICE da. Er ist ständig sehr beschäftigt, weil er eben so gut ist. Momentan arbeitet er als A&R bei Atlantic und will bei ihnen dann sein eigenes kleines Label gründen.

Worin bestand der Unterschied zwischen den beiden Produzenten?

Dan:
Bob war eher zu Experimenten aufgelegt und ließ uns ziemlich freie Hand. Brian ist da dominanter und will sich mit einbringen, an den Songs mitarbeiten und alles eher so machen, wie er sich das vorstellt. Außerdem möchte Brian, dass man sich als Band mit anderen Augen betrachtet, sich kritisiert und somit verbessert.
Robert: Die seltsamen Sachen zwischen den einzelnen Stücken auf unserem Album, damit hatte Bob allerdings nichts mit zu tun. Die haben wir mit Rory Phillips aufgenommen, der hauptberuflich bei THE IMPOSSIBLES spielt. Rory ist wirklich wichtig für RECOVER, er hat so viel für uns getan, Demos aufgenommen, Lyrics und Gesang beigesteuert und auf der EP hat er auch Piano gespielt. Eigentlich ist er ein fünftes Bandmitglied. Er hat auch ein neues Projekt am Start namens SLOWREADER. Das ist super, kann ich nur empfehlen.

Welche eurer Platten ist euch denn lieber?

Dan:
Logischerweise die neue, weil die Songs eben frisch sind. Die alten Songs spielen wir ja jetzt auch schon seit knapp zwei Jahren. Die neuen Songs sind musikalisch sehr viel reifer und deshalb auch interessanter für uns. Es ist allerdings nicht so, dass wir die alten Songs nicht mögen würden, nur waren wir eben jünger, als wir sie aufnahmen – und wir haben uns im Gegensatz zu den Songs weiterentwickelt.
Robert: Das viele Touren und Proben hat uns natürlich reifen lassen und professioneller gemacht. Wir würden die alten Songs heute so gar nicht mehr aufnehmen, sondern streben Besseres an.

Warum sind eure Songs denn grundsätzlich nie viel länger als drei Minuten?

Dan:
Vielleicht, weil wir keine längeren Stücke schreiben wollen. Es ist unser Stil, schnell zum Punkt zu kommen, da brauchen wir keinen ellenlangen Aufbau.

Auch gesangstechnisch hat sich einiges bei euch getan. Auf dem Debüt wurde auf jeden Fall mehr geschrieen, als auf der EP.

Robert:
Auf ‚Rodeo And Picasso’ singe ich zum Großteil, während Dan für das Geschrei zuständig ist. Bei den neuen Stücken werde ich aggressiver, während Dan poppiger singt. Bei der nächsten Platte treffen wir uns dann in der Mitte.
Dan: Beim nächsten Album wird es alles geben, vom bösesten, fiesesten Höllengeschrei bis zum sanften Popsäuseln!

Es hieß, dass ihr eine Shape-7” in der Form von Texas herausbringen wolltet.

Dan:
Das sollte eigentlich auch passieren, doch weil wir dann auf Tour gegangen sind hat sich das Ganze verschoben und bis jetzt haben wir noch keine konkreten Pläne geschmiedet, wann wir die Sache angehen werden. Aber es wäre schon cool. THE IMPOSSIBLES wären dann unsere Split-Partner für diese Single geworden, soviel stand fest.

Da ihr das ja scheinbar wirklich angehen wollt, seid ihr so was wie Texas-Patrioten?

Dan:
Texas ist soweit schon ganz cool – nur nicht George Bush.

Stimmt es, dass seine Tochter eure Musik hört?

Robert:
Ja, es ist schon komisch, aber wir kennen sie tatsächlich persönlich. Sie ist mit uns zur Schule gegangen. Wir beide hatten auch Minirollen im Film ‚The Faculty’. Während der Drehpausen habe ich ihr Musik vorgespielt wie BRAID, JIMMY EAT WORLD und so weiter. Ich denke, sie mag tatsächlich derlei Musik und warum sollte sie uns dann nicht auch hören. Sie ist nett, nur ihr Vater ist ein fucking Potsmoker.

In welcher Szene sieht man dich denn?

Robert:
Das ist die Szene, wo sie im Chemiesaal das Alien ins Aquarium werfen. Man sieht mich dann staunend dahinter stehen, direkt neben Usher. Ich schaue die ganze Zeit ziemlich blöd aus der Wäsche und sehe noch verdammt jung aus.

Austin gilt auch als die Live-Musik-Hauptstadt von Amerika. Könnt ihr das bestätigen?

Dan:
Vielleicht sogar der Welt. Jedenfalls ist die dortige Musikszene sehr ausgeprägt.
Robert: Man möchte das gar nicht vermuten, weil Texas so groß ist und rein gar nichts passiert. Nur in Austin, genau in der Mitte, da brodelt es. Alle Musikszenen sind dort vertreten, man braucht nur die Tageszeitung aufzuschlagen und den Veranstaltungskalender ansehen – da gibt es täglich Konzerte und Veranstaltungen jeglicher Couleur.

Jungs, ich danke für das Interview.

Jan Schwarzkamp

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #50 (März/April/Mai 2003)

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