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Interviews & Artikel

BOOZEHOUNDS

Budweiser, Guiness & Tequila

Ein neues Lebenszeichen aus der deutschen Psychobilly-Szene: THE BOOZEHOUNDS treten auf den Plan und beglücken uns mit ihrem Debüt „Evil Deluxe“. Heutzutage ist es ja nicht gerade ein populärer Entschluss, seine alte Leidenschaft für Psychobilly engagiert zu verfolgen, und dies gilt zumindest für 2/3 der Band. Zwei Jahre nach Bandgründung kann die Platte aber überzeugen und zeigt einmal mehr, dass mit der richtigen Einstellung und einem versierten Umgang mit musikalischen Hilfsmitteln doch was Gutes zu Stande gebracht werden kann. Der CD-Titel lies Böses ahnen, aber die Jungs aus Köln zeigten sich als durchaus freundliche und gut gelaunte Zeitgenossen. Die Fragen beantworteten hauptsächlich Gitarrist Stefan Mikus und Slap-Bassist Puck Lensing. Drummer Tommy Schreckenberg brachte nur ein kurzes, aber klares Statement ein.


Eine alte Szene-Frage aus den Achtzigern: Wie lange seid ihr schon drauf? Soll heißen, seit wann habt ihr Psychobilly für euch entdeckt?

Stefan:
Ich bin seit Mitte der 80er dabei, irgendwie. Für mich war es eine Entwicklung vom 50er-Rock’n’Roll und Rockabilly über Bands wie RESTLESS oder BLUE CATS zu BATMOBILE, KREWMEN, THE METEORS und so weiter. Als Kind oder junger Teenager fiel ich immer unangenehm dadurch auf, dass ich lieber Elvis, Buddy Holly oder Bill Haley gehört habe als AC/DC oder JUDAS PRIEST – da war es naheliegend, dass ich recht früh mit der Handvoll Teds in Kontakt gekommen bin, die es bei uns gab. Und der Rest kam dann von ganz alleine.
Puck: Ich höre die Musik seit 1988, ich war 13 und ein älterer Kollege hat mir ein Psycho-Mix-Tape gegeben. Den Look fand ich auch cool und habe mir dann sofort mit einem Rasierer die Haare abrasiert. Das sah dann beschissen aus, meine Eltern haben sich natürlich auch sehr gefreut.

Seid ihr neben eurer Band noch in der Psychobilly-Szene aktiv? Wie wichtig ist für euch die Szene in Deutschland, Europa und/oder weltweit?

Stefan:
Schon sehr wichtig, ich fühle mich davon aber nicht abhängig. Ich würde genau diese Musik weitermachen, auch wenn es keinen mehr interessieren würde. Aber es ist schon ein gutes Gefühl, dass es irgendwo noch eine Handvoll Leute gibt, die diese Art von Musik gut finden. Ich mochte immer die Toleranz der Psychobilly-Szene und die Tatsache, dass die Musik die Einbringung beinahe jedes Stilelements zulässt – wo hat man das schon?
Puck: Die Szene und Subkultur im Allgemeinen sind mir sehr wichtig. Es wird natürlich immer schwerer, die R’n’R-Szene wird immer kleiner, es gibt kaum Veranstalter und Clubs, die ein wenig Kohle in Livemusik investieren wollen. Es ist halt viel leichter, einen Techno-DJ zu engagieren.

Die Szene ist auf jeden Fall immer kleiner – und älter – geworden, trotzdem gibt es regelmäßig Festivals, die Fans über etliche Kilometer anlocken. Spielt aus eurer Sicht das Internet hierbei eine wesentliche Rolle, den Kontakt zwischen den verstreuten Fans aufrecht zu halten?

Stefan:
Absolut! Das Internet ermöglicht es den Leuten, problemlos und weltweit Kontakt mit den Mitgliedern dieser Szene zu halten. Die Festivals und Konzerte bekommen dadurch, dass die Szene recht überschaubar ist, eine ganz neue Qualität: Sie werden zur Begegnungsstätte, wo man Freunde und Bekannte aus der ganzen Welt trifft, mit denen man am Tag zuvor noch über Internet geschwatzt hat. Tage vorher schon verabredet man sich über’s Netz, organisiert Mitfahrgelegenheiten und Treffpunkte, bucht Hotels – das schweißt irgendwie zusammen.
Puck: Ich bin süchtig nach Internet-Foren, die beste Seite ist meiner Meinung nach www.psychobilly-online.com. Wir haben z.B. auch die meisten Gigs per E-mail bekommen.

Wie wichtig ist für euch heute noch das Styling oder die Mode „Psychobilly“?

Stefan:
Früher war mir das sehr wichtig; zu den Zeiten, als ich noch zur Schule ging. Heute ist es mir nicht mehr wichtig, im Sinne eines Lebensinhalts oder als Ausdruck meiner Persönlichkeit – ich drücke mich über meine Musik genug aus –, aber es macht immer noch Spaß. Eine besonders wilde Frisur hatte ich nie, meine Haare waren einfach immer nur sehr kurz. Ein paar typische Klamotten gab’s eben früher und auch heute noch, aber im Grunde war es mir immer am wichtigsten, im Herzen ‚Psycho’ zu sein. Es ist viel lustiger, normal auszusehen und sich wie ein Irrer zu benehmen ...
Puck: Die Mode fand ich schon immer cool, ich bin da nicht festgefahren. Psychos in den 80ern sahen anders aus als heute. Grüne Riesenflats mit rosa Hörnchen an der Seite turnen mich nicht so an. Ich bin auch viel zu faul, um mir ein Riesenflat zu stylen. Ein bisschen Pomade ins Haar, ‚take a razor to your head’ und das reicht.
Tom: Gar nicht. Ich seh mich nicht als Psycho, komm halt eher aus der Punk- und R’n’R-Szene. Aber Bands wie FRANTIC FLINSTONES, NEKROMANTIX und BATMOBILE rocken halt den Platz.

Die erste Platte und gleich mit 16 Songs. Habt ihr schon lange darauf gewartet, endlich produktiv zu werden?

Stefan:
Um ehrlich zu sein sind nicht alle Songs brandneu. Drei davon stammen noch aus meinen BAD BEHAVIOUR-Zeiten, also aus den 90ern, sind aber nie veröffentlicht worden. Und wo die herkommen, gibt es noch mehr. Der Rest ist neu, aber für zwei Jahre gemeinsame Arbeit ist das ja auch wieder nicht so viel. Und wir verfügen über einen fabelhaften Textschreiber, Michael Schreckenberg, der unter anderem Autor mehrerer sehr guter, aber leider bislang unveröffentlichter Romane ist. Vier der Texte auf unserem Album sind von ihm, das macht uns die Arbeit natürlich leichter.

Euer Cover ist für die Musik untypisch, ein Baby mit nicht gerade freundlichem Blick, aber durchaus süß. Wer von euch ist dafür verantwortlich?

Stefan:
Für das Baby: ich. Das Photo ist zufällig entstanden, und ich dachte, die Kleine mit dem ängstlichen Blick wäre ein schöner Kontrast zum Titel.

Ox

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #51 (Juni/Juli/August 2003)

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