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PRIMUS

The Desaturating Seven

Kommt die Sprache auf eigenwillige Bassisten im Rock-Bereich, darf dabei der Name von Les Claypool und seiner Band PRIMUS nicht fehlen. Die hatten Anfang der Neunziger mit „Frizzle Fry“ und „Sailing The Seas Of Cheese“ einen bizarren Heavy-Metal-Funk-Prog-Rock entwickelt, zu dem das spezielle Bassspiel von Claypool nicht unwesentlich beitrug.

Wahrscheinlich wäre die Band aus San Francisco, die kurzzeitig mal aufgelöst war und zwischen 1999 und 2011 kein Studioalbum veröffentlichte, inzwischen mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, wäre da nicht der typisch schräge Titelsong der 1997 gestarteten Animationsserie „South Park“, den PRIMUS beisteuerten.

Auf Breitenwirksamkeit in Bezug auf das Alternative-Rock-Publikum zielte der PRIMUS-Sound noch nie ab, aber das neue Album – eingespielt in der Originalbesetzung mit Claypool, Gitarrist Larry LaLonde und Schlagzeuger Tim Alexander – ist dennoch überaus seltsam.

Das Cover ziert eine Art Variation von Leonardo da Vincis „Das Abendmahl“ mit sieben Kobolden, auf die sich auch der kryptische Plattentitel bezieht. Inspirationsquelle war dabei ein Kinderbuch namens „The Rainbow Goblins“.

Das Ergebnis ist ein wenig songorientiertes, mehr an der Erzeugung von Stimmungen interessiertes, schwer zugängliches Konzeptalbum, das mehr Prog als Alternative Rock ist und nicht so richtig auf den Punkt kommt.

Offenbar ist es vor allem eine Spielweise für Claypools faszinierend seltsame Basssounds und seine charakteristischen gesanglichen Kapriolen.