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HENRY & GLENN FOREVER & EVER

Tom Neely & Friends

2013 erschien ein erster dünner Sammelband von „Henry & Glenn“, 2014 kam ein dicker Sammelband mit 256 Seiten, und nun gibt es davon ein erweitertes Update für alle, die „Henry & Glenn“ bislang nicht kennen.

Die „Helden“, die rein zufällig die gleichen Vornamen tragen wie Glenn Anzalone/Danzig und Henry Garfield/Rollins und denen auch zufällig etwas sehr ähnlich sehen, leben als schwules Paar meist glücklich in einem bescheidenen Vorstadthäuschen und kämpfen sich durch die Alltagsprobleme – beruflich und privat –, unternehmen aber auch jede Menge imaginierter Abenteuer, in denen es dann um den Kampf mit bösen Dämonen und Übermüttern geht.

Was Tom Neely und seine Mitzeichner und -texter sich hier ausgedacht haben, ist eine wundervolle Hommage an zwei Helden der Punk-Szene, die jeder auf seine Weise einem seltsamen Männlichkeitswahn frönen, gepaart mit Mutterkomplex (Danzig) beziehungsweise „Ich bin der Härteste, aber auch sooo intellektuell“ (Rollins).

Die Autoren entlarven mit scharfem Blick auf das künstlerische Schaffen der beiden Ikonen und mit detailgenauem Szenewissen das Image der Herren, die sich im Falle von Danzig seit einer halben Ewigkeit in einer Schaffenskrise befinden respektive als Dauerlesereisender ein Auskommen gefunden haben.

Die erste Aufregung – auf den ersten Band gab es wohl wüstes Feedback, sowohl seitens der sich karikiert Fühlenden wie auch deren Fans, Homophobie-Vorwürfe wurden erhoben, während andererseits aus Schwulenkreisen Beifall geklatscht wurde – hat sich längst gelegt, und dass Rob Halford (JUDAS PRIEST) das humorvolle Vorwort geschrieben hat („This Henry and Glenn thing is really about ...

Tom [Neely] and Rob!“), spricht für diesen.