NEKO CASE

Hell-On

Zählt man die Zusammenarbeit mit k.d. lang und Laura Veirs von 2016 nicht mit, liegt das letzte Neko Case-Album „The Worse Things Get, The Harder I Fight, The Harder I Fight, The More I Love You“ bereits fünf Jahre zurück.

Nicht erst dort zeigte sich, dass Case inzwischen sehr darum bemüht ist, sich vom vermeintlichen Makel des Alt.-Country-Etiketts zu befreien, auch wenn sie in diesem Umfeld bekannt geworden ist.

Und auch auf „Hell-On“ vermeidet Case, die auch weiterhin eine tolle Sängerin ist, allzu deutliche Anklänge profaner Country-Musik, es wirkt aber in den Arrangements weniger überladen als beim Vorgänger und die Songs sind auf ein reduziertes Folk-Rock-Midtempo-Niveau zurückgeschraubt.

Besonders herausstechende Stücke gibt es nicht, auch wenn immer mal wieder ihr Hang zu poppigeren Klängen durchscheint, was dann auch an THE NEW PORNOGRAPHERS erinnert (der Zweitjob von Case), deren A.C.

Newman bei zwei Songs Co-Autor war. Ansonsten wurden die meisten Songs von Case und Paul Rigby geschrieben, der auch schon an ihren vorherigen Platten beteiligt war. Als Begleitmusiker ist vor allem Joey Burns von CALEXICO sehr präsent.

Dass Mark Lanegan bei „Curse of the I-5 corridor“ im Duett mit Case zu hören ist, kann einem leicht entgehen, was irgendwie verdeutlicht, wie subtil die meisten Songs angelegt sind. Erwachsen ist Frau Case mit ihren 47 Jahren natürlich schon lange, auf diesem sehr homogenen Album zeigt sich das auch deutlich in musikalischer Form.