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THROAT

Bareback

Es wäre sicherlich übertrieben, von einer Renaissance des Noiserock der Neunziger zu sprechen, maßgeblich geprägt durch ein Label wie Amphetamine Reptile, aber es ist dennoch schön, dass es aktuell wieder viele Bands gibt, die sich anscheinend daran zurückerinnern, wie etwa die seit 2009 aktiven Finnen THROAT auf ihrem neuen Album, ihrem ersten für Svart.

Zuvor entstand 2013 mit „Manhole“ ein erster Longplayer, neben einigen Singles, EPs und Split-Veröffentlichungen. Die Zutaten sind dabei hinlänglich bekannt, interessant bei THROAT ist allerdings das eigenwillige Spiel mit Dynamik und Melodie, bei dem die Finnen auch nicht davor zurückschrecken, ihre komplexen Song-Arrangements für einen Moment komplett zu zerlegen und dann wieder irgendwie sinnvoll zusammenzubauen, oder auch nicht.

Das macht „Bareback“ zu einer durchaus fordernden und manchmal auch frustrierenden Hörerfahrung, denn die insgesamt acht Songs besitzen oft regelrecht antiklimaktische Spannungsbögen. In einer Schnittmenge aus Industrial, Post-Hardcore und Noiserock haben sich THROAT eine recht eigenwillige Nische geschaffen, die aber als ästhetische Gesamtheit funktioniert und weniger durch herausstechende Einzelsongs.