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JOE SHUSTER

Julian Voloj, Thomas Campi

Ursprünglich als Comic über die beiden Superman-Erfinder Joe Shuster und Jerry Siegel konzipiert, fiel Autor Julian Voloj so viel Material zu Shuster (hauptsächlich Briefwechsel) in die Hände, dass Siegel zwar auftaucht, allerdings nur als Nebenfigur, während Shuster die Hauptrolle zukommt.

Die Handlung setzt 1975 an, also unmittelbar vor Beginn der Arbeiten am ersten Superman-Kinofilm. Shuster wird mittel- und obdachlos von einem Polizisten in NYC aufgegabelt und erzählt ihm seine Lebensgeschichte, die eng mit den Machenschaften des DC Verlags verknüpft ist.

Der von Malcolm Wheeler-Nicholson und Harry Donenfeld gegründete Verlag beginnt 1937 mit der Veröffentlichung von Detektivgeschichten in Comicform (DC = Detective Comics). 1938 schenkt Donenfeld Wheeler-Nicholson eine Kubareise und verklagt ihn während seiner Abwesenheit wegen Zahlungsrückstanden, was ein Konkursverfahren nach sich zieht.

Über die Ernennung eines Kumpels zum Interimspräsidenten, der den Verkauf von DC in die Wege leitet, drängt Donenfeld Wheeler-Nicholson schließlich ganz aus dem Geschäft. An Donenfelds hinterlistigen Geschäftspraktiken sollten auch Shuster und Siegel scheitern.

Der 1938 von ihnen geschaffene erste Superheld sicherte dem Verlag fette Einnahmen, von denen Autor Siegel und Zeichner Shuster kaum etwas abbekamen, nachdem sie die Rechte an ihren Figuren aus Unwissenheit abgetreten hatten und nach einer erfolglosen Klage 1948 schließlich mit leeren Händen dastanden.

Liebevoll in Szene gesetzt von Thomas Campi, der die Siebziger in satten Farben und schwarz konturiert zeichnet, während die leicht pastellfarbige, umrandungsfreie Vergangenheit ein wenig nebulöser wirkt.

Feine Sache.